Post aus dem Rathaus: Bürgermeister Michael Sarach und seine Bemühungen, die Fragen eines Einwohners zu beantworten.

Gestern habe ich Ihnen meine Fragen genannt, die ich zur Einwohner-Fragestunde am 28. September 2020 gestellt habe. Jetzt habe ich Antworten des Bürgermeisters schriftlich bekommen. Und diese amtlichen Antworten aus dem Denkmal am Rathausplatz bekommen Sie nun ebenfalls, und zwar mit diesem Blog-Eintrag. Und mit meinen Kommentaren.

Ich gehe wie folgt vor: Zuerst meine Frage und die Original-Antwort als Screenshot aus dem Schreiben des Bürgermeisters. Und danach folgt dann mein Kommentar zu jeder Antwort.

Vorab: Es ist der längste Blog-Eintrag, den Sie jemals auf Szene Ahrensburg gelesen haben. Also holen Sie sich zuvor eine Tasse starken Kaffee zum Wachbleiben. Oder ein schönes kühles Bier zur Beruhigung Ihrer Nerven. Was meint: Einige der Antworten sind zum Einschlafen, andere dagegen gehen auf die Nerven – mir jedenfalls. Was bei Ihnen zutrifft, können Sie selber entscheiden. Eine Garantie für Ihr Wohlbefinden nach der Lektüre kann ich leider nicht übernehmen. Alsdann:

Kommentar: Die Antwort des Bürgermeisters ist korrekt. Allerdings: Seine Antwort auf meinen Brief hat Bauamtsleiter Kania mir erst gegeben, nachdem ich eine diesbezüglich Frage dem Bürgermeister im Rahmen der Stadtverordneten-Versammlung gestellt hatte.

Kommentar: Ausstellungen, die so “anspruchsvoll” sind, damit dort so gut wie niemand hingeht?  Und der Vertrag zwischen Stadt und Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn ist tatsächlich unkündbar? Unglaublich! Dann müssen wir wohl oder übel ‘ne Million Euro aus der Stadtkasse locker machen, um eine benötigte Halle zu bauen, um den persönlichen Ansprüchen der Kuratorin Katharina Schlüter von der Sparkassen-Kulturstiftung auch weiterhin Rechnung zu tragen. Für mich eine Veruntreuung städtischer Ressourcen.

Kommentar: Dieselbe Frage hatte ich dem Bürgermeister bereits vor über einem Jahr in der Stadtverordneten-Versammlung am 26. August 2019 gestellt. Die Antwort damals:Womit Sie erkennen: Der Alte Speicher speichert die Konzepte aus dem Rathaus schon seit ewiger Zeit und wird dabei morsch und morscher.

Kommentar: Immerhin hat die Posse zum Gelächter der NDR-Zuschauer geführt wie auch der Ahrensburger Heckenschnitt. Und wie zuvor schon das Luxus-Klo am Rathaus bei den Zuschauern vom ZDF für ein Schenkelklopfen gesorgt hatte. Ahrensburger Karneval.

Kommentar: Bereits am 11. September 2019 – also vor einem Jahr – hatte mir der Bürgermeister die gleiche Frage beantwortet mit dem Hinweis: “Projektbegleitung für den Neubau des Freizeitbades.” Wozu man wissen muss, dass die Stelleninhaberin ein nicht geringes Salär bezieht, denn die Architektin war zuvor Leiterin des Bauamtes. Hoffentlich geht sie nun mit dem Badlantic nicht völlig baden.

Kommentar: Leser von Szene Ahrensburg wissen natürlich, dass der Bürgermeister wissend die Unwahrheit sagt. Es handelt sich zum Beispiel bei der Veranstaltung mit der Heilpraktikerin Maria Lehrke um eine Werbe- und Verkaufsveranstaltung für Schüßler-Salze und für eine kostenpflichtige Behandlung durch Frau Lehrke. Und das Gehalt von Mitarbeitern der Stadtbücherei bezahlt vermutlich nicht der Apotheker, der die Salze verkauft.

Kommentar: Fehlt nur noch der Hinweis, dass zu Weihnachten der Osterhase kommt. Tatsache dagegen ist: Wer in die Suchmaske von Szene Ahrensburg “Flora-Apotheke” eingibt, der kann dort an ungezählten Beiträgen aus vielen Jahren nachlesen, dass das sogenannte “Floraforum” nichts anderes ist als die Promotionsabteilung der Flora-Apotheke – auch wenn dort hin und wieder Ärzte ihre Vorträge halten. In vielen Veranstaltungen, die in der Apotheke stattfinden, werden Produkte genannt und empfohlen – zum Beispiel Bachblüten und Schüßler-Salze – und kostenpflichtige Behandlungen angepriesen. Außerdem: Die drei vom Bürgermeister genannten Apotheken gehören ein und demselben Inhaber.

Kommentar: Dass der Dealer seinen Verkaufsautomaten abbauen muss, ist ein schöner Erfolg meiner Arbeit, worauf ich ein bisschen stolz bin. Denn Sie wissen ja: Jeder Verkauf von Zigaretten ist Beihilfe zum Suizid.

Kommentar: Das war jedenfalls vor meiner Fragestellung nicht der Fall, denn die Stadt gab auf ihrer Homepage bekannt, dass “N.N.” für den Wochenmarkt zuständig ist. .

Soeben habe ich wieder auf der Homepage nachgesehen. Und siehe hier: Immer noch ist “N. N.” zuständig für den Ahrensburger Wochenmarkt – siehe den Screenshot von heute! Wenn die Zuständigkeit für den Wochenmarkt geregelt ist, warum findet der Bürger dann keinen Namen für einen Kontakt…?


Kommentar: Wer ist “die Verwaltung”? Und wer ist die “Selbstverwaltung”? Vielleicht der Bürgermeister als Verwalter und Familie Levenhagen als Selbstverwalter? Mein Hinweis: Es gibt in Ahrensburg noch mehr Vereine. Zum Beispiel den größten, nämlich den ATSV. Außerdem könnte man die Flächen auch mal dem Stadtforum überlassen. Oder dem Kinderschutzbund bzw. anderen gemeinnützigen Vereinen.

Kommentar: Der Bürgermeister bestätigt damit, dass die Stadt schon 9 (neun) Monate lang nach einem Citymanager sucht.

Kommentar: Diese Antwort empfinde ich als klassisches Corpus Delicti für die Arbeitsweise in der Ahrensburger Verwaltung. Denn genau diesen “aktuellen Sachstand” kennen wir schon seit rund 10 Jahren.

Kommentar: Eine Antwort, die vielsagend ist für den gemeinen Bürger. Denn der Bürgermeister sagt damit, dass der Investor, der die Alte Reitbahn ohne öffentliche Ausschreibung (und mit Sicherheit zu einem Schnäppchenpreis!) bekommen hat, gar kein Kino bauen muss. Was bedeutet: Der Käufer der Reitbahn kann den Edeka-Markt auf dem alten Gelände stehen lassen. Und wenn ein neuer Flächennutzungsplan dieses Vorgehen in der Bahnhofstraße nicht erlaubt, dann kann der Eigentümer sein Grundstück auch brachliegen lassen und als “Parkplatz für Freunde” zur Verfügung stellen, wenn Sie wissen, was ich damit andeuten will.

Okay, ich habe ja keinen Einblick in die geheimen Verträge zwischen der Stadt und dem Investor. In diesem Zusammenhang aber der Vollständigkeit halber meine Frage an den Bürgermeister vom 26. August 2019 und seine diesbezügliche Antwort: 

Meine Frage am Ende: Und wenn ein Kino tatsächlich gebaut werden sollte und dann hopsgeht – was wird dann aus dem Grundstück am Bahnhof? Ein “Sondergebiet, Zweckbestimmung Kino” bis in alle Ewigkeit?

Kommentar: Der Lindenhof-Parkplatz wurde im Jahre 2017 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die Stadt vom Investor auch die genannten 500.000 Euro für einen Ersatzparkplatz bekommen haben, den es bis heute nicht gibt.

Der Parkplatz Lindenhof war kein kostenloser P+R-Parkplatz. Der Alte Lokschuppen ist ein kostenloses P+R-Parkhaus und muss ganz dringend für Bahnreisende aufgestockt werden. Dieses Parkhaus kann folglich nicht als Ersatz dienen für den ehemaligen Parkplatz Lindenhof, der hauptsächlich von Kunden angefahren wurde, die in der Innenstadt eingekauft haben. Fazit: Meine Frage wurde vom Bürgermeister also mit hohlen Worten beantwortet.

Kommentar: Pressesprecher verschicken im Allgemeinen ihre Pressemeldungen an alle Medien, die dafür prädestiniert sind. Szene Ahrensburg ist seit über einem Jahrzehnt als Medium im Rathaus bekannt und hat die letzte Pressemeldung der Stadt erhalten am 19. November 2010, und zwar vom Bürgermeister höchstselbst. Danach war es wie abgeschnitten, was ich nach meinem Kenntnisstand nur als Ablehnung durch den Pressesprechers betrachten kann. 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Oktober 2020

3 Gedanken zu „Post aus dem Rathaus: Bürgermeister Michael Sarach und seine Bemühungen, die Fragen eines Einwohners zu beantworten.

  1. H.J. Lange

    Mein Kurz-Kommentar zum Thema Nutzung der “Stallhalle” im sog. Kulturzentrum Marstall / Frage 2:

    Anlassgemäß arbeite ich seit Jahren an der Aufklärung der negativ-auffälligen Verwendung der Räumlichkeit “Stallhalle” durch allerlei Dritte.
    Die beiden Verträge habe ich eingesehen und stelle deren strukturelle und tatsächliche Nichteinhaltung fest.
    Selbstverständlich sind auch diese Verträge kündbar.
    “Die Stadt” als Sachverwalterin der Stallhalle-im-Besitz-der- Allgemeinheit steuert die dortige Nutzung nicht – obwohl es die verträgliche Möglichkeit bis Pflicht gibt.
    Ich beschäftige mich weiter mit der seltsam auffälligen Struktur der “Sparkassen-Kulturstiftung”
    und mit deren alleinigen Entscheidung über die nur sogenannte Kultur – also ohne Mitwirkung der Bürger – als Träger der KULTUR: Inzwischen ein sprachliches Problem.
    Die demokratisch gewählten Parlamentarier des Kreises (samt Landrat) dulden sogar selbst dokumentierte Lobbyisten in sog. Hinterzimmern (u.a. incl. Sparkassen-Kulturstiftung) die bezüglich der mit Steuergeld geförderten “Kultur” auf Kreisebene die entscheidende “Gestaltung” durch Parlamentarier ersetzen und damit die sog. Demokratie an sich in Frage stellen.
    Insgesamt handelt es sich um eine vielfache Unkultur.
    HJL

  2. H.J. Lange

    Ja, Herr Dzubilla, habe ich.
    Aber:
    Da für die Ausstellungen in der Stallhalle keine selbst-überprüfende Evaluationen bekannt sind, können sie auch nicht auf dem Tisch des Herrn Bürgermeisters gelandet sein.
    Aber:
    Frau Schlüter hat einen persönlichen, sehr hohen Anspruch an jene = “ihre” Ausstellungen.
    Und der Herr Bürgermeister schreibt Ihnen von einem “anspruchsvollen” Niveau – was das auch immer besagen könnte.
    Darauf kommt es aber in Räumen im Besitz-der-Allgemeinheit nicht an.
    Dort kann es nur um die Ansprüche der Bürger gehen, die etwa mithilfe von Evaluationen (mindestens qualifizierte Besucherzählungen) festzustellen sind – die aber offenbar nicht das wünschenswerte Ziel dokumentieren – sofern überhaupt angestellt.

    Beispielsweise eine anspruchsvolle Ausstellung über Architektur und Baukunst (Mies van der Rohe, Hans Scharoun und Chen Kuen Lee) genügt a) nicht dem selbsternannten “Kulturmanager” des Kulturzentrums Marstall A. Diedrichsen , b) nicht Frau K. Schlüter von der Sparkassen-Kulturstiftung, c) nicht der sog. Kreiskulturreferentin Frau T. Lütje zu Diensten des Landrates, d) nicht dem Herrn Landrat (“alles ist transparent”) und e) nicht den Kreistagsabgeordneten – denn die Sparte “Architektur und Baukunst” kann nicht mit dem Anspruch auf Gewinnerwirtschaftung der “Kulturbranche” auftreten: Denn diese Ausstellung war 2018 / 2019 leider nur als Gratisgeschenk an die Bürger der Stadt Ahrensburg geplant.
    Die wortbrüchige und mobbende Wiederausladung hat eine ganz eigene Geschichte . . .
    HJL

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