Stadtverordnete: Ja zur Erhöhung der Grundsteuer!

Es war vorauszusehen: Die Stadtverordneten haben heute Abend dem Haushalt 2014 zugestimmt und damit auch einer Erhöhung der Grundsteuer. Der Austausch von Argumenten für und wider konnte die Fraktionen wechselseitig nicht beeinflussen: Gegen die Stimmen von CDU und FDP votierten Grüne, SPD und WAB für die Heraufsetzung ab 1. 1. 2014.

Christof Schneider, Vorsitzender vom Seniorenausschuss erinnerte an sozial Schwache und plädierte zumindest für eine niedrigere Erhöhung der Grundsteuer

Christof Schneider, Vorsitzender des Seniorenbeirats, erinnerte an sozial schwächere Mitbürger und plädierte – wenn schon – dann wenigstens für einen niedrigeren Erhöhungssatz der Grundsteuer. Über seinen Antrag konnte aber rein rechtlich nicht abgestimmt werden.

Was bedeutet das für uns Bürger, von denen heute 21 anwesend waren? Die Durchschnittsrechnung lautet: Ein Hauseigentümer mit 900 qm Grund und Boden bezahlt monatlich 4 Euro mehr, macht also nach dem alten Adam Riese 48 Euro pro Jahr. Viele Bürger werden das kaum merken, andere umso mehr. Denn es trifft letzten Endes mehr oder weniger  alle, weil Vermieter die Mehrkosten auf ihre Mieter umlegen werden.

Am Rande bemerkt: Thomas Bellizzi (FDP), müde vom Job aus Berlin in den Marstall gekommen, erinnerte die SPD daran, dass diese Fraktion einer Erhöhung der Hundesteuer aus sozialen Erwägungen nicht zugestimmt hat. Hierbei handelte es sich angeblich um 10 Euro im Jahr. Was bedeutet: Nicht die Hunde sollen besteuert werden, wohl aber ihre Hütte. 😉

Wie dem auch sei, ich denke mal, alle Stadtverordneten haben sich ersthaft Gedanken gemacht, bevor sie mit ja oder nein gestimmt haben. Wenngleich auch das Votum letzten Endes „parteizugehörig“ ausgefallen ist. Und Achim Reuber (SPD) erzählte eine Fabel über einen Mann, der einen alten Esel hat, dem er von Tag zu Tag mehr Futter entzogen hat, bis dieser entkräftet zusammenbrach. Für wen dieser Esel stehen sollte, ist den meisten Anwesenden nicht ganz klar geworden, ich denke aber, mit dem Grautier soll der Bürger gemeint sein.

Am Ende des Jahres gestehe ich: Wir – und nicht zuletzt ich – tun den Stadtverordneten nicht selten Unrecht. Wenn man bedenkt, welches Pensum die Damen und Herren so in ihrer Freizeit für uns Bürger leisten, ohne dafür entsprechend entlohnt zu werden, dann sollten wir wenigstens zum Jahresende auch mal DANKE sagen, und zwar parteiübergreifend!

Das hat auch Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) am Ende des Jahres mit seinem Abschlusswort getan und dazu das chinesische Sprichwort zitiert: „Mit denen du dich 1000 x geprügelt und gestritten hast, setzte dich am letzten Tag des Jahres einträchtig zum Essen zusammen!“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Dezember 2013

CCA online: volle Fisch-Theke und Backen im Office

Schloh und Hagenah immer noch im CCA

Schloh und Hagenah immer noch im CCA…?

Geht man von der Großen Straße ins CCA, dann liest man am Schaufenster den Hinweis: „Jeden Tag aufs Neue frisch!“ Was damit gemeint ist, wird für den Kunden allerdings nicht so ganz deutlich, aber ich vermute: Die Fleischtheke im sky-Supermarkt ist gemeint, denn die Klamotten bei C&A können es wohl genauso wenig sein wie die Schuhe bei Deichmann oder die Drogerieartikel bei Müller.

Googelt man das City Center Ahrensburg und schaut dann auf die Homepage des Einkaufscenters, so findet man dort: Fisch-Schloh! Ja, und parallel dazu liest man, dass auch der Fischgroßhändler Hagenah immer noch in diesem Einkaufszentrum ansässig ist und dort sein volles Warensortiment präsentiert, wo früher mal Fisch-Schloh zu finden war mit Laden und Bistro – siehe die Abbildungen! Und vom Dach des CCA pfeifen es die Spatzen: Die Nordsee-Kette wurde eingeladen, die verwaisten Geschäftslokale zu übernehmen, die Firmenleitung hat aber dankend abgelehnt.

Und so stehen die Räume für Laden und Bistro seit Monaten leer. Keine schöne Visitenkarte für ein Einkaufszentrum, zumal damit ein zentraler Eingang nicht belegt ist, sondern es sieht dort auch so rummelig aus wie in einer alten Möbel-Abstellhalle.

In diesem Zusammenhang: Auch die Stadt Ahrensburg ist Mieter im CCA, wo die Stadtwerke Ahrensburg residieren, weil die Miete dort vermutlich so unerhört günstig ist, dass sich sogar die verschuldete Stadt diese Räume leisten kann. Was die Stadtwerke im CCA machen, wollen Sie wissen? Ich vermute: Die haben dort einen Bereich zum Backen, wo sie mit Gas und Strom den Backofen heizen, denn die Stadtwerke zeigen auf ihrer eigenen Homepage an:

Frische Backwaren aus dem Back-Office der Stadtwerke Ahrensburg!

Frische Backwaren aus dem Back-Office der Stadtwerke Ahrensburg im City Center…?

„An unserem Standort im City Center Ahrensburg (CCA) befindet sich auch unser Back-Office Bereich. Von hier aus betreuen wir unsere Geschäftskunden für die Bereiche Strom und Gas.“

Ja, und diese Betreuung findet vermutlich statt mit Kaffee und frischen Brötchen aus dem Back-Office der Stadtwerke Ahrensburg, wo Stadtkämmerer Kienel die Kunden bedient bzw. bedienen soll, weil er im Rathaus möglicherweise nicht ausgelastet ist. Und damit haben wir es auch erkannt: Der Hinweis am Eingang vom CCA – siehe Abbildung! – bezieht sich auf die Backwaren von den Stadtwerken, die jeden Tag aufs Neue frisch sind! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 16. Dezember 2013

Winter-Streusalze aus der Apotheke?

Auf der Homepage der Stadt Ahrensburg wurde in Vergangenheit regelmäßig für Schüßler-Salze geworben, nämlich für Veranstaltungen in der Flora-Apotheke, wo diese Salze empfohlen wurden. Und immer noch werden Schüßler-Salze in Ahrensburger Apotheken verkauft. Und in der Werbung werden Schüßler-Salze offeriert, ohne dass ein Wort über den Sinn dieser Salze gesagt wird. Der Sinn,so kann ich Ihnen verraten, liebe Leser, das ist der Unsinn!

3760-orgDoktor med. Wilhelm Heinrich Schüßler war ein homöopathischer Arzt, der von 1821 bis 1898 gelebt hat. In Erinnerung geblieben ist der Doktor durch seine nach ihm benannten Schüßler-Salze. Diese wiederum basieren auf dem Glauben von Wilhelm Schüßler, dass Erkrankungen des menschlichen Körpers ihre Ursache darin haben, dass die Körperzellen nicht ausreichend mit Mineralien versorgt werden und diesbezüglich durch homöopathische Gaben eben dieser Mineralien geheilt werden.

Das Dumme ist nur: Bis heute ist die Theorie von Wilhelm Schüßler wissenschaftlich nicht anerkannt worden. Und noch dümmer ist: Eine Wirkung von Schüßler-Salzen, die in jeder Apotheke verkauft werden, konnte zu keiner Zeit nachgewiesen werden. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Dezember 2013

Ahrensburger Finanzexperten an einem runden Tisch: Nur der Genosse hält dem Genossen Bürgermeister die Stange

In der Redaktion der Stormarn-Beilage diskutierten: Thomas Bellizzi (FDP), Dirk Langbehn (Grüne) , Peter Egan (WAB), Christian Conring (CDU) und Achim Reuber (FDP)

In der Redaktion der Stormarn-Beilage diskutierten: Thomas Bellizzi (FDP), Dirk Langbehn (Grüne), Peter Egan (WAB), Christian Conring (CDU) und Achim Reuber (SPD)

Das kann doch nicht wahr sein! Dieser Gedanke schoss mir spontan durch den Kopf, als ich heute in der Stormarn-Beilage eine ganze Seite entdeckte, wo die politischen Finanzexperten aller Ahrensburger Fraktionen an einem runden Tisch sitzen, um über „Schuldenabbau und effektivere Verwaltung“ zu diskutieren, und zwar im Vorwege zur Stadtverordneten-Versammlung am kommenden Montag im Marstall,  wo über den Erlass der Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2014  abgestimmt werden soll.

So ein elementarer Beitrag in unserer Stormarn-Beilage? Haben die Praktikanten gestern womöglich einen Betriebsausflug gemacht, so dass die langgedienten Redakteure endlich mal wieder selber arbeiten mussten…?

Mit an diesem Tisch in der Redaktion saßen auch der Abendblatt-Regionalchef Ralph Klingel-Domdey und der Abendblatt-Mitarbeiter Matthias Schatz. Und ich war gespannt wie eine Bettfeder zu erfahren: Welche heißen Fragen werden die beiden Abendblatt-Herren dem politischen Quintett denn wohl gestellt haben?! Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. Dezember 2013

Zwei Straßen, zwei Werbekonzepte zu Weihnachten 2013

Mit dem Aufbau der Eisbahn in der Hagener Allee habe es angeblich heute „gepappt“, schreibt Birgit Zeibig auf ihrem Werbeportal. Aber: Die angekündigten  „Eisprinzessinen“ sind nicht erschienen. Weil sie „keine Schulfrei bekommen“ haben, so berichtet die Schreiberin über das, was man ihr gesagt hat.

Frage: Seit wann bekommen Schüler für einen Auftritt auf Werbeveranstaltungen denn schulfrei? Wer das den Kaufleuten in der Hagener Allee verkauft hat, der hat sie vermutlich für dumm verkauft und sollte regresspflichtig gemacht werden, weil viele, die gekommen waren, enttäuscht wurden.

Ahrensburg: links die Manhagener, rechts die Hagener Allee

Ahrensburg anno damals: links die Manhagener, rechts die Hagener Allee

In meinen Augen trägt die Eisbahn in der Hagener Allee dazu bei, dass dort Parkplätze besetzt werden, die den Menschen, die hier zum Weihnachtsfest einkaufen wollen, genommen werden. Und dass diejenigen, die zum Schlittschuhlaufen in die Hagener kommen, auch noch Einkäufe zu Weihnachten tätigen werden, wage ich zu bezweifeln. Aber ich kann mich ja auch täuschen, zumal ich heute auch nicht mehr so flott Schlittschuh laufen kann wie damals auf dem Schmalenbecker Teich.

In meinen Augen sind die Geschäftsleute in der Manhagener Allee besser beraten worden, wo sich 13 Läden vor Weihnachten zu einem Gewinnspiel zusammengefunden haben, und wo es weihnachtliche Aktionen gab und gibt wie kostenloses Befüllen von Nikolausstiefeln, Schlemmen für einen guten Zweck und – morgen – eine „X-Mas-Party“, was vermutlich „Weihnachtsfeier“ meint. Und am 21. Dezember ist dann der Weihnachtsmann zu Gast in der Manhagener Allee. (Dass diese Rolle vom Bürgermeister gespielt wird, ist allerdings definitiv unrichtig! 😉 )

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Dezember 2013

Stormarn-Beilage von heute: Aufmacher aus dem Frühling

Heute lesen wir auf der Titelseite der Stormarn-Beilage als Aufmacher: „Großhansdorfer geht mit Beil auf Bekannten los“. Das klingt nicht nur brutal, das klingt auch wie ein aktuelles Ereignis, oder…?

Bildschirmfoto 2013-12-13 um 08.24.37Aktuell ist es aber nicht. Denn die schlimme Tat fand bereits im Juni dieses Jahres statt. Jetzt hat nur die Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht in Lübeck begonnen. Und daraus macht die Redaktion einen aktuellen Aufmacher im Dezember 2013.

Ja, ja, die Praktikanten in der Redaktion der Stormarn-Beilage! Aber heute ist ja Freitag, der 13. Da müssen wir wohl auf Mordanschläge gefasst sein, auch wenn die bereits im Juni passiert sind. Immerhin 2013.

Und die besten Beiträge in der heutigen Stormarn-Beilage? Die besten Beiträge sind zwei Leserbriefe. Der eine von Wolfgang König, der klarstellt, dass Ahrensburg gar nicht 700 Jahre alt wird, sondern bereits älter ist (nachzulesen schon vor einiger Zeit auf Szene Ahrensburg). Und der andere Beitrag stammt von Werner Hearing aus Ahrensburg, der die Kompetenz von Politikern bei vielen ihrer Entscheidungen anzweifelt. Und der Leser fragt sich: Warum behandelt die Redaktion diese Themen nicht selber, und zwar ausführlich? Vielleicht, weil den Praktikanten die Kompetenz fehlt…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Dezember 2013

Was macht der Bürgermeister am Freitag, dem 13.?

Unbenannt-5Was macht Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach morgen, also am Freitag, dem 13. Dezember 2013 um 10 Uhr? Sie werden es nicht ahnen: Der Bürgermeister eröffnet in der Hagener Allee das Weihnachts-Freiparken auf allen Parkplätzen in der Stadt! Und das gilt von morgen bis zum Ende des Monats!

Ist das nicht eine schöne Weihnachts-Überraschung? So wird das Weihnachtsgeschäft für die Ahrensburger Läden verbessert. Und die Kunden freuen sich darüber, dass sie für ihre Weihnachtseinkäufe mit einer Parkscheibe drei Stunden lang kostenlos in der Schlossstadt parken dürfen, um in aller Ruhe ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Viele Menschen aus der Region, die sonst nach Bargteheide oder Hamburg gefahren wären, nutzen dankbar die Ahrensburger Frei-Park-Aktion und genießen ihre Einkäufe bei uns in der Stadt.

Vorangegangen waren Vertreter des Ahrensburger Einzelhandels, die in die Versammlungen der Stadtverordneten gekommen waren und in der Einwohner-Fragestunden gefragt haben: Warum ist die Stadt so stur und erschwert uns das Weihnachtsgeschäft?! Parkplätze, die der Kunde zwecks Einkäufe für die Festtage bezahlen muss, vertreiben ihn aus den Läden der Innenstadt und führen ihn ins Internet. Das weiß nicht nur die städtische Verwaltung, nein, das hat inzwischen auch der letzte Stadtverordnete begriffen. Und deshalb wurde der Beschluss für das Weihnachts-Freiparken in Ahrensburg einstimmig gefasst von allen Fraktionen! Und sogar der grüne Herr Hansen, der früher mal gestanden hat, die meisten seiner Einkäufe im Internet zu machen, hat sich einsichtig gezeigt und will in diesem Jahr sogar in den Ahrensburger Geschäften einkaufen. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Dezember 2013

Der MARKT und die Eintracht aus vergangener Zeit + Update

Dass der MARKT häufig von gestern ist, lässt sich denken. Denn das Anzeigenblatt kann nicht immer aktuell sein, schließlich erscheint es nur zweimal in der Woche. So auch gestern wieder. Und gestern fand ich einen Beitrag im MARKT, der überschrieben ist: „Stadtverordnete in ungewohnter ‚Eintracht'“.

Unbenannt-1Komisch, habe ich gedacht, ich war doch am Montag im Marstall bei der Stadtverordneten-Versammlung und habe dort nichts von einer Eintracht bemerkt. Hat der MARKT vielleicht deshalb „Eintracht“ in Gänsefüßchen geschrieben, um auf diese Weise zu suggerieren, dass es in Wahrheit gar keine Eintracht gegeben hat…?

Ich las den Beitrag. Und glaubte, nicht richtig gelesen zu haben. Hier wird gar nicht von der letzten Stadtverordneten-Versammlung berichtet, sondern von einer davor, die irgendwann im November stattgefunden hat. Sehr „witzig“.

Der MARKT vom 5. Märu 2011

Der MARKT vom 5. März 2011

Und noch witziger ist: Die Leser werden es gar nicht merken, da sie ohnehin nicht zu den Versammlungen der Stadtverordneten gehen. Ja, so ist das in der Schlafstadt Ahrensburg: Die Bürger blicken gern nach dem ewig Gestrigen, das Aktuelle von heute geht den meisten voll am Arm vorbei. Nur, wenn’s mal vor der eigenen Haustür brennen sollte, dann wird gejammert in der Einwohner-Fragestunde und sogar ein Interessen-Verein gegründet.

Apropos Verein: Was machen denn die Bürger für Ahrensburg, Frau Wahl? Seit der letzten Pressekonferenz – siehe Abbildung MARKT aus 2011! – habe ich nix Bemerkenswertes mehr von Ihnen gehört.

Update vom heutigen Tage:

Wie ich soeben vernommen habe, hat die Verwaltung im Umweltausschuss berichtet, dass der Verein „Bürger für Ahrensburg“ sich zum Jahresende 2013 auflösen wird. Warum das im Umweltausschuss bekanntgegeben wurde? Weil die Verwaltung damit gleichzeitig darauf hingewiesen hat, dass der Verein dann auch nicht mehr die Blumenkübel auf dem Rondeel bepflanzen und pflegen wird.

Nach vier Jahren des Vereins „Bürger für Ahrensburg“ stelle ich fest: Die Kronen der Linden in der Großen haben keine Kastenform. Und die Blumenkübel werden wohl ein Fall für die Blümchenfee Karen Schmick (WAB) werden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Dezember 2013

Informationen aus zweiter Hand

Kein normaler Mensch kann an zwei Orten zugleich sein. Zum Beispiel in der Auferstehungskirche in Großhansdorf und im Marstall in Ahrensburg. Aber es gibt Menschen, die das scheinbar können.

cherubini_ausschnitt_engel_rechtsAm vergangenen Montagabend fand sowohl in der Großhansdorfer Kirche als auch im Ahensburger Marstall eine Veranstaltung statt. Ein Journalistin war vermutlich in Großhansdorf und berichtet anschließend von der Stadtverordneten-Versammlung in Ahrensburg. Ein Wunder?

Nein, es wundert mich nicht. So etwas nennt man: Informationen aus zweiter Hand. Und im Marstall waren ja genug Stadtverordnete vorhanden, die hinterher berichten konnten, was gelaufen ist. Und sollte man dabei etwas falsch verstanden haben, so kann man es online ja hinterher immer noch berichtigen.

So etwas nennt man „Qualitätsjournalismus“. Doch für ein Werbe-Portal reicht es allemal.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Dezember 2013

Neuer Name, altes Konzept: Die Werbung schleicht weiter

Früher gab der Ahrensburger Bürgermeister sein „Rathaus-Journal“ heraus. Diese PR-Postille wurde zusammengebastelt von Mitarbeitern im Rathaus, die offenbar mit ihrer Arbeit nicht so ganz ausgelastet waren; und produziert wurde das Blatt von Daniela N. Barth, die eine Werbeagentur in Hamburg betreibt. Und damit Frau Barth auch auf ihre Kosten kommen sollte, durfte sie die gesamten Anzeigenerlöse für sich verbuchen und wurde dabei auch noch unterstützt durch städtische Werbeschaltungen, und zwar vom Badlantic und von den Stadtwerken. Ein gutes Geschäft für Frau Barth, das sie dem zur Zeit amtierenden Bürgermeister Michael Sarach persönlich zu verdanken hatte.

Schleichwerung noch und nöcher…!

Schleichwerung noch und nöcher…!

So weit, so ungut. Und nachdem das „Rathaus Journal“ endlich eingestellt wurde, da machte Frau Barth flugs das Nachfolgeblatt, nämlich das „Ahrensburg Magazin“ – was sie sogar zugibt, vermutlich ohne dabei rot zu werden. Und auch dieses Anzeigenblatt ist wohlgefüllt mit Beiträgen über Michael Sarach (der entblödet sich nicht, persönlich in der Werbung von GfG Hoch-Tief-Bau aufzutreten), Charlotte Link (neben einem Gutschein zum „Gratis Probedampfen“) und Horst Kienel (siehe unten links!), die wir dort in Worten und Bildern erleben dürfen, als hätten sie etwas Besonderes für unsere Stadt vollbracht. Und massenhaft Werbung ist in dem Anzeigenblatt, die nicht als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet ist. In meinen Augen ein klarer Verstoß gegen das Pressegesetz. Aber vermutlich glaubt die Werbefrau Barth, ein Anzeigenblatt darf Schleichwerbung veröffentlichen, und Presse sei etwas zum Entsaften von Zitronen.

Und damit die besagte Frau Barth sich auch hier wieder eine goldene Nase verdienen soll, hat der rührige Stadtkämmerer Horst Kienel erneut tief in die Taschen seiner Spendierhosen gegriffen und hat doch tatsächlich eine ganze Anzeigenseite spendiert, die von den  Stadtwerken Ahrensburg bezahlt wird nach meinem Gefühl: „Wir lassen doch unsere gute Daniela nicht ohne städtische Unterstützung sitzen!“ Wo sie doch schon zu Zeiten von SPD-Pepper für die Stadt im Einsatz gewesen ist, bevor sie mit ihrer Firma der Stadt Ahrensburg schnöde den Rücken zugekehrt hat und nach Hamburg verzogen ist.

Eine ganze Seite Schleichwerbung für den Anzeigenkunden Horst Kienel  über schrieben mit "Advertorial"!

Eine ganze Seite Schleichwerbung für den Anzeigenkunden Horst Kienel überschrieben mit „Advertorial“!

Und im Vorwort vom „Ahrensburg Magazin“ hat eine Schreibkraft vermerkt: „Auch wollen wir uns nicht über jede Kleinigkeit aufregen und andere Menschen anstacheln. Vielmehr zeigen wir die bunten Seiten der Stadt und ihrer Einwohner.“

Also, liebe Einwohner, regen Sie sich nicht über jede Kleinigkeit auf, sondern begucken Sie sich auf Ihren bunten Seiten im „Ahrensburg Magazin“, wo nicht nur Seiten aus Ahrensburg zu finden sind, sondern auch aus benachbarten Orten! Und wenn es Ihnen in dem Werbeblättchen zu bunt wird, oder wenn Sie es gar nicht bekommen sollten, dann können Sie immer noch Szene Ahrensburg lesen und sich anstacheln lassen. 😉 

Und den absoluten Gag habe ich mir bis ganz zum Schluss aufgehoben: Auf einer Doppelseite berichtet das Werbeblatt mit der Schlagzeile: „Medienstadt Ahrensburg“. Ich wiederhole: „Medienstadt Ahrensburg“! Und wie wird das begründet? Halten Sie sich fest: Weil Frau Veeh und Frau Zeibig, die früher beim Anzeigenblatt „Markt“ gearbeitet haben, nun ein Online-Anzeigen-Portal machen, und weil Frau Link einen Newsletter für die Verwaltung online stellt, deshalb ist unsere Stadt die „Medienstadt Ahrensburg“. (Korrekt wäre wohl: Mädchen-Stadt Ahrensburg!)

Heute ist zwar erst der 10. , aber für mich ist die „Medienstadt Ahrensburg“ schon jetzt der Brüller des gesamten Monats! 🙂 🙂 🙂

Vergessen hat die Schreibkraft vom „Ahrensburg Magazin“ übrigens, „mein ahrensburg24.de“ , zu erwähnen. Aber das klingt ja schließlich so ähnlich wie „ahrensburg24.de“.

Anzeigenblätter

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 10. Dezember 2013