Thomas Krim: Wo die Zeit geblieben ist . . .
Als Thomas Krim im Sommer 1973 seine erste Armbanduhr bei „Juwelier Hoffmann und Stojan“ in der Manhagener Alle kaufte, da ahnte er nicht, dass diese Uhr einmal seine Zukunft entscheidend beeinflussen würde. Eine quadratische Herrenuhr aus Sterling-Silber, von einem Goldschmied entworfen und angefertigt, mit einem „ETA-Werk“, wie Herr Stojan bedeutungsvoll erklärte, zum Preis von 399,00 DM.

Die Uhren sind seine Welt: „Uhrologe“ Thomas Krim
399,00 DM – das war fast so viel wie der damalige Kaufpreis einer nagelneuen Rolex Submariner. Oder anders gerechnet: Gegenwert eines Lehrlingsgehalts. Aber durch seine Arbeit am Wochenende als Diskjockey im „Why Not“ in der Manhagener Allee konnte Thomas Krim sich die außergewöhnliche Uhr leisten und war stolz darauf.
Nach vielen Jahren, in denen er Software für die Hamburger und Ahrensburger Geschäftswelt entwickelt hatte, fiel ihm seine erste Uhr zu Anfang der Jahrtausendwende wieder in die Hände. Das braune Armband aus Eidechsenleder war fast zerfallen, das Uhrglas war blind. Da er weder Angst vor filigraner Technik noch zwei linke Hände hatte, tauschte er Armband und Glas kurzerhand selbst aus, und bat eine Ahrensburger Goldschmiedin in der Nähe des Golfplatzes um Aufarbeitung des Gehäuses.
Zwei Jahre und circa einhundert selbst reparierte Uhren später fiel Thomas Krim bei seiner ständigen Suche nach Ersatzteilen für seine Schätze in der Hamburger Innenstadt ein alteingesessenes Fachgeschäft für Uhren-Ersatzteile und Uhrmacherbedarf auf, die Firma Ernst Westphal in der Altstädter Straße. „Eigentlich wollte ich in dem Geschäft nur eine Aufzugwelle kaufen, zehn Minuten später gehörte mir die ganze Firma“, erzählt Krim scherzhaft. Weiterlesen →