In der Sklavenhändlerstraße in Ahrensburg steht ein Haus, in dem eine alte Dame lebt. Die Dame ist dement, sitzt in einem Rollstuhl und wird dort mehr oder weniger ihrem Schicksal überlassen. Nur der Pflegedienst der Johanniter schaut regelmäßig vorbei.
Heute bat mich eine Pflegerin, ihr zu helfen. Sie hatte die alte Dame hilflos im Korridor des Hauses gefunden und es allein nicht geschafft, sie wieder in den Rollstuhl zu setzen. Die alte Frau benötigt ständig Hilfe, denn sie fährt mit ihrem Rollstuhl auch vom Haus auf die Straße und kann allein nicht wieder zurück. Manchmal liegt sie auch auf der Straße neben ihrem Rollstuhl und ruft um Hilfe. Freundliche Menschen helfen ihr wieder zurück, rufen die Polizei oder einen Krankenwagen.
Das geht schon seit vielen Monaten so. Einmal sah ich einen Mann, der offenbar der Betreuer der alten Dame ist. Der Mann war begleitet von einer Frau und zwei Kindern. Er schob die alte Dame mit ihrem Rollstuhl einmal „um den Block“. Und das war’s.
Ich habe eine Pflegerin angesprochen und auf die Gefahr hingedeutet, dass die alte Frau auf die Straße fahren, dort fallen und von einem Auto angefahren werden kann. Die Pflegerin erklärte, sie könne nichts machen, ich sollte doch die Polizei anrufen. Denn: „Je mehr Leute dort anrufen, desto eher geschieht vielleicht etwas“.
Ich habe mich für den Weg der Veröffentlichung entschieden. Damit später mal niemand sagen kann, er habe von dem Schicksal der alten Frau nichts gewusst.










