Verena Haisch hat mir geschrieben, liebe Mitbürger. Ich vermute, dass Sie diese Dame nicht kennen werden, aber sie ist Leserin von Szene Ahrensburg. Und sie las dort Beiträge im Auftrag von Personen aus unserer Stadt, deren Namen häufiger mal auf Szene Ahrensburg zu finden sind, weil sie zu den Zeitgenossen der Öffentlichkeit gehören, deren Tun von allgemeinem Interesse ist. Was das bedeutet? Ich erkläre es Ihnen im folgenden Wortbeitrag.
Verena Haisch ist Rechtsanwältin in Hamburg. Und vor ein paar Wochen bekam ich von der Juristin einen Brief per E-Mail, in dem sie sich darüber beschwert hat, dass ich die Ahrensburger Beamtin Tanja Eicher auf Szene Ahrensburg angeblich zu hart und ungerecht beurteilt habe, was nach Meinung ihrer Anwältin ein justiziables Unrecht meinerseits sein soll. Und sie forderte mich zu Unterlassungen von einigen meiner negativen Äußerungen über die Fachbereichsleiterin vom „Fachbereich III – Bildung/Familie/Kultur2″ der Stadt Ahrensburg auf und drohte mir sogar mit dem Kadi, falls ich ihr und ihrer Mandantin nicht zu Willen und Diensten sein würde.
Um es kurz zu machen: Ich war und bin mir bis heute keinerllei Schuld bewusst, weil ich lediglich meiner Meinungsfreiheit über eine Person der Öffentlichkeit nachgekommen war. Aber weil ich einerseits ein herzensguter Mensch bin und Tanja Eicher andererseits ihren Job im Rathaus ohnehin gekündigt hatte und damit keine Vertreterin der Stadt Ahrensburg mehr ist,
bin ich den pragmatischen Weg gegangen und habe die monierten Beiträge über die Dame einfach in den Papierkorb verschoben. Denn mir war durchaus klar: Wenn die Frau sich nach ihrer Kündigung in Ahrensburg anderswo um einen neuen Job bewirbt und an diesem anderen Ort ihr Name zwecks Recherche gegoogelt wird, dann kämen meine Beurteilungen über die ehemalige Fachdienstleiterin zum Vorschein. Und dann könnte es Essig werden mit einer neuen Stellung. Deswegen die Löschung und so weit, so gut. Jedenfalls gut für Tanja Eicher und ihre Rechtsanwältin, die für ihr Geschriebenes, das ich bis heute nur online erhalten habe, bestimmt ein hübsches Honorar kassiert hat.
Und nun? Nun schreibt mir die Hamburger Rechtsanwältin Verena Haisch schon wieder. Nein, nicht um sich bei mir für meine Freundlichkeit in Sachen von Tanja Eicher zu bedanken, liebe Leser, sondern sie möchte meine Gutmütigkeit schon wieder ausnutzen. Diesmal in Wahrnehmung von Interessen der Ahrensburger Politiker und Stadtverordneten Dr. Detlef Steuer, Peter Egan und Detlef Levenhagen, allesamt von der WAB. Dazu darf ich hier aber leider nichts Näheres aus dem Schreiben der Anwältin zitieren, denn die Advokatin aus der Freien und Hansestadt schreibt mir am Ende ihres fünfseitigen Briefes folgende Warnung:
„Dieses Schreiben stellt – dies nur um der Klarheit willen – keine offizielle Stellungnahme dar, aus der wörtlich oder sinngemäß zitiert werden dürfte. Es dient allein der anwaltlichen Wahrung der Rechte unserer Mandantschaft. Sollte sich hierüber hinweggesetzt werden, würden wir – auch auf der Grundlage des Urheberrechts, auf das wir uns ausdrücklich berufen – eigenständige rechtliche Schritte prüfen und ggf. einleiten.“
Au weia, dieses Verbot mit Hinweis auf Urheberrecht macht mich doch sehr traurig. Denn ich hätte gern aus den Ausführungen der Anwältin zitiert, da ich an einer Stellen ihres Textes nicht erkenne, ob sie ihre Vorwürfe ernst gemeint hat oder ob es nur eine besondere Form von Satire sein soll – Stichwort: „Ku-Klux-Klan“. Und damit bleibt mir nur, aus der mitgesandten „Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung“ zu zitieren, die ich ja unterschreiben soll und wo ich bloß meine eigenen Worte zitiere, welche ich löschen und in Zukunft nicht wiederholen soll. Und dabei handelt es sich um folgende Passagen:
„Dieses Trio lnfernale, das auswärtige Kunden, die mit dem Auto kommen, aus der lnnenstadt vergraulen will, wo stattdessen eine Velo-Route gelegt werden soll, dieses Trio gehört geteert, gefedert und auf einem Balken sitzend aus der Stadt getragen.“
Diese Passage stammt aus meinem Blog vom 24. Juli 2026. Und dazu gebe ich an dieser Stelle folgende Erläuterungen betreffend meiner Wortwahl ab, die von der Anwältin beanstandet wird:
Ein „Trio infernale“ ist laut Google eine Gruppe aus drei Personen, die zusammen wilde Streiche aushecken, Chaos stiften oder als unzertrennlich und unberechenbar gelten. (Dazu in Klammern bemerkt: Drei Frauen aus München, die Musik machen, nennen sich „Trio Infernale“ und fühlen sich dadurch offensichtlich nicht beleidigt wie drei Ahrensburger Stadtverordnete.)
Und nebenstehend sehen Sie eine Karikatur, die vor geraumer Zeit auf Szene Ahrensburg erschienen ist: Dort sitzt Detlef Levenhagen geteert und gefedert auf einem Balken und wird aus der Stadt Ahrensburg getragen. Die Vorlage dazu stammt aus dem berühmten Comic „Lucky Luke“, ist also auch für Kinder zum Lachen gedacht. Ich betrachte diese Darstellung als Satire. Auf die Idee, dass ich damit eine ernsthafte Forderung stelle, kann wohl niemand ernsthaft kommen.
Und dann soll ich noch Vokabeln löschen aus einem Blog, der bereits am 2. September 2022 erschienen ist, also vor 4 (vier) Jahren in der Zeit, als wir noch unter Corona gelitten haben. Im Einzelnen soll ich löschen und unterlassen:
1. „Detlef Steuer (WAB): Ein skrupelloser Demagoge belügt die Bürger der Stadt Ahrensburg“ bzw. ,,Demagoge Detlef Steuer (WAB)“
2. ,,Detlef Steuer (WAB) ist ein ganz übler Patron. Was der Hobbypolitiker macht, ist so ziemlich mit das Hinterhältigste, was ich in den letzten Jahren in Ahrensburg erlebt habe. Der Statistiker belügt die Menschen nach Strich und Faden (…)“ und/oder
3. ,,Das ist krank, Herr Steuer. Haben Sie darüber auch schon mal mit einem Therapeuten gesprochen? Falls nicht, sollten Sie das tun! Sie treiben Volksverhetzung und diskriminieren ehrbare Bürger von Ahrensburg durch Tatsachenbehauptungen, die Sie völlig aus der Luft gegriffen haben, vermutlich nur, weil Sie Lobbyist des ADFC sind.„ und/oder
4. ,,Detlef Steuer, Sie sollten sich schämen! Quatschköpfe wie Sie gehören nicht in die Ahrensburger Politik. Ziehen Sie die Konsequenzen aus lhrem Tun und räumen Sie lhren Sitz in der Stadtverordneten-Versammlung!“ und/oder
5. ,,Postskriptum: ,,lch kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“
Diese meine Worte sind allesamt aus dem Kontext gerissen. Wenn Sie noch einmal zurückklicken auf meinen Blog aus dem Jahre 2022, dann können Sie meine Kritik im Rahmen der von mir beanstandeten Geschehnisse wahrnehmen. Hierzu noch ein paar Ergänzungen für die Hamburger Rechtsanwältin:
Ein Demagoge ist ein Volksverführer, der durch manipulative Rede, Hetze, falsche Versprechungen und das Schüren von Ängsten die Masse der Bevölkerung beeinflusst.
Und das Zitat: „Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“, stammt garnicht von mir, sondern es ist ein Wort von Max Liebermann. Und genau so habe ich den berühmten Maler auch mit Namen zitiert. Den Namen „Max Liebermann“ hat die Anwältin aber in vermutlich bewusstem Manipulationsversuch einfach weggelassen und verlangt von mir, dass ich ein Wort von Max Liebermann löschen soll und nicht mehr zitieren darf.
POSTSKRIPTUM: Gibt es jemanden in der Lesergemeinde von Szene Ahrensburg, der ernsthaft meint, dass ich etwas Falsches über das Trio Infernale von der WAB geschrieben habe? Immerhin:
Vier Jahre lang wurden meine Aussagen weder von Dr. Detlef Steuer noch von Peter Egan oder Detlef Levenhagen beanstandet. Warum wohl nicht…?

Ich weiß nicht, ob es dazu beiträgt, den Wunsch von Dr. Detlef Steuer auf Unterlassung zu erklären, wenn man weiß, dass dieser Ahrensburger Stadtverordnete promoviert hat zum Thema „Statistische Eigenschaften der multikriteriellen Optimierung mittels Wünschbarkeiten“.