Luxusbauten in Ahrensburg: Leerstehende Laden- und Praxisflächen in angepriesener TOP-Lage

Es gibt Unternehmen, die haben soviel Geld, dass sie gar nicht wissen, wohin damit. Und wenn sie die Kohle auf dem Bankkonto liegen lassen, dann müssen sie dafür u. U. sogar Zinsen für Haben zahlen. Und was machen diese Firmen dann mit ihrem Zaster? Richtig, sie kommen damit nach Ahrensburg und legen das Geld in Immobilien an. So zum Beispiel, indem sie hier das Blindenhof-Kolosseum errichtet haben. Oder das Bauwerk am Eingang zur Innenstadt gegenüber vom Seniorenheim.

Nun stehen sie da, die beiden Gebäude. Das Kolosseum dort, wo früher einmal das idyllische Lindenhof-Hotel gestanden hat. Und das andere Bauwerk steht auf einem ehemaligen Parkplatz, wo ursprünglich eine Klinik von Ärzten geplant gewesen ist. Und was beiden Gebäuden gemeinsam ist: Sie warten immer noch auf Mieter.

Das Blindenhof-Kolosseum ist ein imposantes Bauwerk, architektonisch durchaus interessant; aber es würde vielleicht  in die Hamburger Hafencity passen keineswegs aber passt es in die City einer Kleinstadt wie Ahrensburg. Und die Ladenflächen stehen leer. Eigentlich sollten dort schon längst die Billigläden KiK und Tedi eingezogen sein, aber diese Filialbetriebe haben es sich vermutlich anders überlegt. Denn: Am Blindenhof-Kolosseum gibt es für Kunden keine Parkmöglichkeiten. Und ein großer Laden ohne Kundenparkplätze ist wie ein Orchester ohne Instrumente, nämlich sinnlos.

Im Gebäude am angedachten „AOK-Kreisel“ stehen ebenfalls die Ladenflächen „in TOP-Lage!“ leer, genauso wie die Praxisflächen und die „exklusiven“ Wohnungen. Das Haus als solches wirkt an dieser Stelle optisch durchaus freundlich und ansprechend. Aber Laden- und Praxisflächen, die keine Parkplätze haben, sind in Ahrensburg keine „TOP-Lage“ sondern eine FLOP-Lage. Oder gibt es unter dem Gebäude eine Tiefgarage, die ausreichend Plätze bietet für Mieter und Kunden von Läden und Praxen?

Was mich immer wieder wundert, das sind Investitionen dieser Art, wo man sich nicht schon während der Bauzeit um Mieter kümmert, bzw. die Läden vermietet hat, wenn das Gebäude fertiggestellt ist. Wie lange hat der Lindenhof-Investor schon Mietausfälle, wie lange werden Laden- und Praxisflächen in der Hamburger Straße wohl noch leerstehen…?

Und dann ist dort in Ahrensburg die Familie Levenhagen, bestehend aus den Stadtverordneten Detlef Levenhagen (CDU), Nadine Levenhagen (Grüne) und Vetter Peter Egan (WAB). Letzterer hat den Bürgern vor Monaten großmäulig erklärt, dass Ahrensburg dringend einen Kinopalast benötigt und einen großen modernen Edeka-Markt im Wohngebiet. Wohingegen ich seit ewiger Zeit erkläre, dass Ahrensburg kein Kino benötigt, sondern eine neue Klinik auf der Alten Reitbahn  und dazu ausreichend viel Wohnraum für Menschen, die im medizinischen und sozialen Bereich arbeiten und sich die Wohnungen im Fasanenhof nicht leisten können.

Zwischen den Absätzen: Heute bin ich noch sicherer als ich es schon vor Monaten war, nämlich dass es weder einen Kinopalast für Ahrensburg geben wird noch dass die Bebauung der Alten Reitbahn in der geplanten Form tatsächlich stattfinden wird.

In diesem meinem Blog-Eintrag wiederhole ich mich auch noch dahingehend, dass Ahrensburg weder ein Dusch- und Umkleidehaus für 1,2 Millionen Euro am Stormarnplatz benötigt, noch brauchen wir eine Tiefgarage mit urbanem Stadtpark auf dem Betondeckel. Stattdessen kann das Areal als ebenerdiger Parkplatz als Ersatz für den Lindenhof-Parkplatz hergerichtet werden, und zwar in attraktiver Gestaltung. Und die Abstellplätze vor den Läden in der Hamburger Straße werden wohl auch noch sehr lange erhalten bleiben, denn wer wird es jetzt noch wagen, dort weiterhin den “Levenhagen-Boulevard” zu fordern, wo die Menschen in Rokoko-Kostümen an thematisch bepflanzten Blumenkübeln entlang flanieren sollen?!

Dass wir auch keinen Erweiterungsbau für unser Rathaus benötigen, kein neues Volkshochschulgebäude und auch keinen Multifunktionssaal, habe ich ja in Vergangenheit schon mehrfach angeführt. In der Coronazeit gilt mein Wort von gestern für morgen noch mehr, weshalb ich es zum wiederholten Male wiederhole.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. April 2020

4 Gedanken zu „Luxusbauten in Ahrensburg: Leerstehende Laden- und Praxisflächen in angepriesener TOP-Lage

  1. Frau Behnemann

    Wenn ich mich recht erinnere, dann war im Lindenhofkoloss doch auch ein Café geplant. Hat jemand das schon gesehen?

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