Umweltausschuss: 52.000 Euro Steuergeld zur Verschönerung der Penny Open-Air-Bar in der Rampengasse

Ich gebe zu, meine lieben Mitbürger, dass ich bei meiner Kritik an Stadt und/oder Politik mitunter auch mal in bisschen dick auftrage. Das geschieht nach dem Motto: Wer interessieren will, muss provozieren. (Und die Einschaltquoten von Szene Ahrensburg geben mir Recht. 😉 ) Im vorliegenden Blog-Eintrag äußere ich meine Kritik jedoch sehr dezent, denn ich hätte auch schreiben können: Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Mitglieder im Umweltausschuss wollen öffentliche Gelder veruntreuen.

Und damit komme ich heute noch einmal zurück auf die Hecken und Pflanzen für die Rampengasse , und zwar aus gegebenem Anlass. Und dieser Anlass ist folgender: Der Umweltausschuss der Stadt Ahrensburg will tatsächlich 52.000 Euro Steuergeld ausgeben, damit Hecken und Planzen und dazu auch noch Bänke auf die Rampengasse gestellt werden.

Das Hamburger Abendblatt berichtet heute unter Stormarn online: „Platz vor dem Ahrensburger CCA soll grüner werden“. Und da reibt sich der Blogger die Augen und fragt: „Grüner“? Ist das nicht die Steigerungsform von grün? Klar, wenn man heute in die Rampengasse guckt, dann erkennt man dieses Grün, und zwar an der Fassade der easy-Apotheke – wenn Sie bitte mal auf die Abbildung klicken wollen, lieber Leser!

Was sind der Sinn und der Zweck für eine Begrünung der Rampengasse? Reporter Harald Klix verrät es uns: „Ziel ist es, den Bereich, der abends immer wieder von alkoholisierten Jugendlichen genutzt wird, schöner zu gestalten.“

Ja, Sie haben richtig gelesen: „Ziel ist es, den Bereich, der abends immer wieder von alkoholisierten Jugendlichen genutzt wird, schöner zu gestalten.“

Aus: Abendblatt Online

Ich fasse zusammen: Das Unschöne an der Rampengasse sind die Rampen, die zu privaten Tiefgaragen führen und einen Teil der Klaus-Groth-Straße zur Gasse gemacht haben. Aber diese hässlichen Rampen gehören nicht der Stadt sondern dem privaten Investor vom City Center Ahrensburg. Trotzdem will die Stadt 52.000 Euro ausgeben, um den Schaden in der Straße hinter Hecken zu verstecken. Und Pflanzenkübel bepflanzen, um „den Bereich, der abends immer wieder von alkoholisierten Jugendlichen genutzt wird, schöner zu gestalten.“ Dazu sind im Preis auch noch Sitzbänke enthalten für die alkoholisierten Jugendlichen in der Penny Open Air Bar. Und Penny wird vermutlich keinen Penny dazugeben.

Wer nun glaubt, dass es skurriler nicht mehr kommen kann, erfährt aus der Zeitung: „Die zunächst ebenfalls diskutierte Aufstellung von zwei großen Gastronomie-Sonnenschirmen zwischen dem Penny-Supermarkt und dem CCA-Eingang verwarfen die Kommunalpolitiker. Die 9000 Euro wurden nicht freigegeben. Zunächst soll abgewartet werden, ob sich dort tatsächlich ein Interessent für Außengastronomie findet.“

Das würde bedeuten: Ein potentieller Gastronom würde vom Geld der Bürger 9.000 Euro für seine Geschäftsausstattung in der Rampengasse erhalten. Was weiter bedeuten würde: Danach können die Betreiber der Cafés vom Rondeel kommen und  ebenfalls Gastronomie-Sonnenschirme von der Stadt verlangen, denn gleiches Recht gilt für alle.

Liebe Mitbürger, habe ich mit meiner Kritik etwa zu dick aufgetragen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. Juni 2019

7 Gedanken zu „Umweltausschuss: 52.000 Euro Steuergeld zur Verschönerung der Penny Open-Air-Bar in der Rampengasse

  1. Der Spatz vom Rathausplatz

    Ist das nicht mal wieder so ein Fall, den man dem Bund der Steuerzahler melden müsste? Auch der Rathausplatz sieht trostlos aus. Könnten die anliegenden Läden jetzt nicht auch Hecken und Planzen und Bänke von der Stadt fordern? Und Gastronomiesonnenschirme für die Würstchenbuden auf dem Wochenmarkt? Der Umweltausschuss hingegen benötigt keinen Sonnenschirm, weil der erkennbar schon einen Sonnenstich hat. 😉

  2. J. K. aus A.

    Was sind denn schon 52000 Euro? Dafür muss eine Altenpflegerin gerade mal zwei Jahre lang arbeiten. Und alles, was die Stadt für das CCA macht, dient schließlich den Kunden. Und nicht zuletzt denen von Penny.

  3. Kirchberger

    Sind Sie wirklich sicher, dass die Stadt das bezahlt? Könnte es nicht sein, dass die Politiker, die das entscheiden, auch die Kosten aus ihrer Parteikasse begleichen? Und noch eine Frage: Warum stellt die Stadt nicht einfach den Muschelläufer vor das CCA? Durch die Muschel könnte man dann klassische Musik spielen lassen, die auch die alkoholisierten Personen von dem Platz vertreiben würde, wie das am HH-Hauptbahnhof erfolgreich praktiziert worden ist.

    1. Fritz Lucke

      Muschelläufer vor das CCA: tolle Idee. Und zusätzlich eine Hinweistafel mit den Namen der Politiker, die für die verschwenderische Geldausgabe gestimmt haben. Damit können wir uns dann nach einem Jahr bei jedem dieser Politiker für die Entscheidung und für die Folgekosten der Wiederherstellung der demolierten Fläche / Möblierung bedanken. Aber: vielleicht haben ja unsere Politiker vorausschauend auch für die Folgekosten bereits einen finanziellen Titel geschaffen, der jeweils von Jahr zu Jahr immer wieder aufgefrischt wird (natürlich aus Eigenmitteln :-).

      1. Torsten Schmidt

        Auch ohne die Rampen erinnert mich der Platz um das CCA stark an die allgegenwärtigen Bausünden des Ruhrgebietes. Hinzu kommt das Publikum, dass sich dort aufhält. Leute die mit Mindestlöhnen abgespeist werden, können sich nun mal keine Markenkleidung und vernünftige Ernährung leisten. Diese Leute wollen ebend auch nach Feierabend etwas Gesellschaft haben, und hier leisten die „Penny-Bar“ und die Sitzbänke in diesem Bereich Ersatz für einen regulären Gaststättenaufenthalt. Diejenigen, die Penny seinerzeit die Gewerberlaubnis erteilt haben, konnten die Folgen ihres Handelns vielleicht nicht voraus sehen. Trotzdem geht der (Minus-)Punkt, wie so vieles an Negativem in den letzten Jahren in unserer Stadt, wieder mal ans Rathaus. Gestern informierte die lokale Presse, dass der Kreis Stormarn vorhandene (!) finanzielle Mittel in Millionenhöhe (30 Mio.) gar nicht abgerufen hat. Es ist also genügend Geld da, um einen dringend notwendigen Radschnellweg zur Entlastung des Verkehrs nach Hamburg zu bauen. Wird unser Bürgermeister die Kraft haben dieses große Projekt, auch in Hinsicht auf die Ausbremser aus den anderen Parteien, durch zu setzen ?

  4. Freia Thomsen

    Herr Dzubilla schrieb : „Trotzdem will die Stadt 52.000 Euro ausgeben, um den Schaden in der Straße hinter Hecken zu verstecken.“ Vielleicht hat sich Frau Pepper 2010 von den Erbauern des CCA über den Tisch ziehen lassen und die häßlichen Betonbrüstungen aus der Stadtkasse bezahlt. Das würde dann auch erklären warum die Stadt Ahrensburg noch einmal Geld in die Hand nimmt um das häßliche Verkehrsbauwerk mit Grünzeug zu kaschieren.

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