Frechheit: Kunden der Stadtwerke bekommen von der Stadt eine Vorzugsbehandlung

Ist es Ihnen vielleicht auch schon so ergangen: Sie fahren mit Ihrem Auto suchend durch die Innenstadt, um einen Abstellplatz zu finden. Und dann sehen Sie, dass da ein Platz auf einem öffentlichen Parkplatz frei ist. Sie fahren hin und müssen erkennen: Hier dürfen Sie nicht mehr parken. Weil dieser öffentliche Parkplatz für die Kunden einer städtischen Firma reserviert ist, nämlich für die Stadtwerke und deren E-Ladesäule.

Dem 3. Buch Abendblatt habe ich entnommen, dass in Ahrensburg 59 Elektroautos angemeldet sind. Und für diese 59 Autos gibt es nun bereits 6 Tankstellen auf Parkplätzen in der Stadt. Und weil jede Ladesäule zwei Parkplätze blockiert, sind das inzwischen 12 Parkplätze, die in bester Innenstadtlage ersatzlos wegfallen und die meiste Zeit leerstehen.

Werfen Sie einen Blick auf das Foto! Hier, auf dem Rathausplatz, ist das Parkproblem am größten und ganz besonders zur Marktzeit. Und nun hat die Verwaltung beschlossen, zwei der dringend benötigten Plätze für die Stadtwerke und deren Kunden zu blockieren. Und die dürfen dort mit Parkscheibe parken, und zwar bis zu drei Stunden lang.

Aus: Hamburger Abendblatt

Wir lesen im 3. Buch Abendblatt: „Bürgermeister Michael Sarach sagte bei der Einweihung: ‚Wir sind mit den Stadtwerken gut aufgestellt und auch am Puls der Zeit‘. Am Puls der Zeit zu sein könne auch heißen, dass man in Zukunft auch auf privaten Grundstücken E-Ladesäulen aufbaue, so Kienel. In Bargteheide sei so etwas schon im Gespräch.“

Hä…? Wenn es möglich ist, auch auf privaten Grundstücken E-Ladesäuen aufzubauen – wieso macht man das dann ausgerechnet auf städtischen Parkplätzen, wo jeder weiß, dass es in der Innenstadt viel zu wenig davon gibt…?! Die beiden besonders markanten Plätze vor dem Rathaus sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass man sich im Rathaus über die Autofahrer aus Ahrensburg und Umgebung lustig macht.

Sie erinnern sich in diesem Zusammenhang vielleicht daran, was das Büro des Bürgermeisters für den Amtsinhaber so spannend macht, wenn ich den Grund dafür noch einmal nennen darf.

Und was die Vorzugsbehandlung von Kunden der Ahrensburger Stadtwerke betrifft: Sie dürfen nicht nur gratis parken sondern auch noch gratis tanken. Ist das eigentlich noch lauterer Wettbewerb…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. April 2019

10 Gedanken zu „Frechheit: Kunden der Stadtwerke bekommen von der Stadt eine Vorzugsbehandlung

  1. Observator

    Bravo, Herr Bürgermeister: Eine Tankstelle auf dem Rathausplatz direkt vor dem Rathaus – „attraktiver“ geht es wirklich nicht mehr für unsere Stadt. Sieht wirklich schön aus, nämlich schön zum Kotzen. Passt aber prima ins Stadtbild, genauso wie kik und Tedi.

    Allerdings habe Ich vage in Erinnerung, dass der Rathausplatz neu gestaltet werden soll und nicht mehr als Parkplatz genutzt werden darf. Bleibt die Tankstelle dann trotzdem dort?

  2. Albert

    Tja, beim U-Bahnhof Ahrensburg Ost ein ähnliches Bild: die ersten zwei (Pendler-)Parkplätze mit einer Ladesäule geschmückt …
    Die Pendler stehen hier aufgrund des Parkplatzmangels auf den Grünstreifen und vor den Glas- und Papiercontainern …
    Mal wieder eine Fehlplanung und Bevorzugung der stadteigenen Firma Stadtwerke …

  3. Torsten Schmidt

    Die Stadt Ahrensburg ist verpflichtet sparsam zu wirtschaften. Dies gilt auch für die Stadtwerke die eine Tochtergesellschaft sind. Das hier Strom trotz hoher Schulden der Stadt verschenkt wird, ist nicht nachvollziehbar. Besitzer von Elektroautos gehören zu den Wohlhabenden. Warum werden diese Leute subventioniert ?

  4. Peter D.

    So ein Quatsch – die Stadtwerke verschenken doch den Strom nicht.
    Es ist nur so, dass Kunden der Stadtwerke Ahrensburg einen Chip bekommen, mit dem sie die Ladefunktion aktivieren können. Der Preis für den Strom wird dann mit der Stromrechnung eingezogen.
    Andere Kunden können über ihr Smartphone den Ladenvorgang aktivieren und bezahlen über ihre Telefonrechnung.
    So hat es mir ein Mitarbeiter der Stadtwerke erklärt.

      1. Peter D.

        Ich habe nur das wiedergegeben, was mir der Mitarbeiter der Stadtwerke am verkaufsoffenen Sonntag erklärt hat. Von „kostenlos“ war nicht die Rede

  5. Rohde

    Die Besitzer von E-Autos können dort also frei parken und tanken. Frage: Und wenn sie dort nur parken ohne zu tanken – drei Stunden lang gratis mit Parkscheibe???

  6. Peter D.

    Ich habe gestern Nachmittag in der Geschäftsstelle der SWA in der Lohe nachgefragt und folgende Antwort bekommen:
    Das Abendblatt hat in seinem Artikel ein entscheidenes Wort weggelassen.
    Es muss nämlich heissen “ … Autofahrer können DERZEIT kostenlos laden….“
    Ein kleiner, aber entscheidener Unterschied. Das kostenlose Laden ist nämlich zeitlich begrenzt – im Moment bis Jahresende – und kannn natürlich jederzeit beendet werden. Das Ganze ist also eine Art Werbemassnahme.
    Danach müssen Kunden der SWA natürlich auch den Ladenstrom bezahlen.

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