Kino: Ein Interessenvertreter auf sozialem Netzwerk

Es ist schon recht putzig, was man in Diskussionen auf Facebook so alles erleben kann. In einem Forum über Ahrensburg wird zum Beispiel das geplante Kino am Regionalbahnhof diskutiert, nachdem das „Paradiso“ in Bargteheide zum Jahresende schließen will. Und in diese Diskussion auf Facebook hat sich auch Wolfgang Schug eingeschaltet.

Besagter Wolfgang Schug plädiert vehement für ein Kino in Ahrensburg, erzählt den Bürgern auf Facebook von der rasant gestiegenen Einwohnerzahl unserer Stadt, seitdem das Kino „Mini & Maxi“ geschlossen hat, und berichtet von der wirtschaftlichen Bedeutung des Standortes Ahrensburg bezogen auf potentielle Kino-Besucher. Ich zitiere aus der Diskussion einen Passus von Wolfgang Schug im Original-Wortlaut:

Was ein Kino mit Verbrauchermärkten zu tun hat, die sich auch ideal überbauen lassen, versteht der gemeine Bürger auf Anhieb wohl nicht. Ich verstehe aber, warum Wolfgang Schug sich auf in einem sozialen Forum so vehement für ein Kino in Ahrensburg auf dem Platz einsetzt, wo heute Edeka ist. Die Auflösung findet man bei Xing – wenn Sie auf die nebenstehende Abbildung klicken, liebe Mitbürger – siehe rechts!

Und das bedeutet: Wolfgang Schug, frischgebackener Edeka-Manager, erzählt den Ahrensburgern was vom Kino, weil er ein Interesse hat, dass der Edeka-Markt am Regionalbahnhof, auf dessen Fläche das Kino gebaut werden soll, auf die Alte Reitbahn in ein dort neu zu errichtendes Wohn- und Geschäftsgebäude umziehen soll, das der Kino-Bauer im Rahmen einer Nötigung der Stadt Ahrensburg dort errichten will. Nötigung meint: Einigt sich die Stadt nicht mit dem Investor über die Konditionen für das Grundstück Alte Reitbahn, dann baut dieser auch kein Kino auf dem Edeka-Grundstück. Und das würde Wolfgang Schug gar nicht gefallen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. Oktober 2018

5 Gedanken zu „Kino: Ein Interessenvertreter auf sozialem Netzwerk

  1. Martens

    Ich vermute, dass es dem „Interessenvertreter“ nicht recht gewesen ist, dass Sie ihn als „EDEKA-Kaufmann“ enttarnt haben, der für das Kino wirbt, weil EDEKA umziehen möchte. Auf jeden Fall hat er sich und seine Kommentare auf Facebook plötzlich alle gelöscht. Sollte mich nicht wundern, wenn Herr Schug der Nachfolger von Herrn Woldmann werden würde, der möglicherweise bald in den Ruhestand geht.

  2. Frau Behnemann

    Nachdem Rewe Erlenhof die Kunden ringsherum abgreift (z. B. auch hier im Gartenholz) und Lidl und Aldi ihre Sortimente erheblich verfeinert haben, dürfte der Markt für Edeka wohl beschwerlicher werden. Und wenn dann noch Famila und der 3. Aldi näher an die Innenstadt herankommen, könnte es recht eng werden für Edeka. Erst recht an der Reitbahn, denn dort fällt die Laufkundschaft, die es am Innenstadtbahnhof gibt, vermutlich weg.

  3. Yvonne K.

    Ja ja diese Influencer!!! tummeln sich auf sozialen Netzwerken, wo sie ihre eigenen Interessen vertreten und dabei so tun, als wären sie ganz gewöhnliche Bürger und Diskussionsteilnehmer. Auch bei Beurteilungen von Waren – beispielsweise auf Amazon – gibt es bei manchen Produkten auffallende viele positive Werturteile, obwohl dort auch total negative sind. Letztere sind vermutlich von echten Käufern. Oder von Wettbewerbern. 😉 Lobenswert, dass Sie den „Kinofan“ als Edeka-Vertreter entlarvt haben.

    Wie ich bemerkt habe, schreiben auch Politiker auf Facebook, ohne dass sie sich als Politiker für den normalen Bürger zu erkennen geben. Das halte ich für sehr gefährlich, und man sollte aufpassen, was dort geschieht. Speziell ob von der Ecke von rechts außen kommentiert und intrigiert wird. Bleiben wir also wachsam!

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