Themen im Hauptausschuss: Stadtmarketing & Blue Night

Prolog: In meinem Büro hängt ein Bild, auf dem „Goethe in der Campagna“ zu sehen ist. Dieses Bild stammt nicht von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1781–1829) sondern von Paul Wunderlich (1927–2010). Und es ist ein Unikat, denn der Künstler hat sein Werk auf meinen Wunsch hin eigenhändig ergänzt, und zwar mit einem Goethe-Wort aus „Faust I“ und also lautend: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.“ Und dieses Wort, meine lieben Mitbürger, war für mich ein häufiges Zitat während meiner beruflichen Karriere in der Welt der Kommunikation. Das vorab.

Gestern musste ich mal wieder an das Goethe-Wort denken. Denn gestern war ich im Peter-Rantzau-Haus, wo der Hauptausschuss getagt hat. Regina Schröder von der CIMA Beratung + Management GmbH hat hier zum Thema Stadtmarketing den „Ergebnisbericht der Lenkungsgruppe zu den Handlungsfeldern für ein Ahrensburger Stadtmarketing“ vorgetragen. Dazu lautete der Beschlussvorschlag des Bürgermeisters an die Politiker: „1. Der Ergebnisbericht der Lenkungsgruppe zu den Handlungsfeldern für ein Stadtmarketing Ahrensburg wird zur Kenntnis genommen.“ Und „2. Für die weitere Prozessbegleitung durch die CIMA zur Bewertung möglicher Organisationsformen sowie zur Entwicklung einer Corporate Identiy (richtig: Identity) und eines Corporate Designs werden Mittel in Höhe von 35.600 € aus dem PSK 57105.5431010 eingesetzt.“

Um es vorwegzunehmen: Der Hauptausschuss hat dem mehrheitlich zugestimmt. Und falls Sie dazu meine persönliche Meinung hören wollen, meine lieben Mitbürgern, dann verweise ich auf das eingangs genannte Goethe-Wort.

Regina Schröder (CIMA) präsentiert

Im Klartext: Der Ergebnisbericht ist ein Sammelsurium aus allgemein bekannten Tatsachen rund um Ahrensburg; dazu reichlich Theorie und etwas Utopie. Womit ich nicht sagen will, dass die Beratungsagentur grundsätzlich etwas falsch gemacht hat. Aber man hätte sich kürzer und zielgerichteter fassen können, indem man klar und bündig die Fragen beantwortet hätte: Was sind unsere Zielsetzungen für ein Stadtmarketing? Welche Zielgruppen wollen wir mit welcher Botschaft erreichen? Auf welchen Wegen erreichen wir die Menschen am sinnvollsten? Dazu der Zeitrahmen und die Kosten für das ganze Vorhaben.

Der Unterschied zwischen einer Agentur für Beratung und einer Agentur für Werbung ist folgender: Der Berater kann alles fröhlich in einen großen Topf werfen und muss nur seine Auftraggeber überzeugen. Der Werber hingegen muss aus den Zutaten ein Menü zubereiten, das nicht nur die Auftraggeber überzeugt, sondern das auch den Rezipienten schmeckt, damit diese mehr davon haben wollen.

Mein Vorschlag für Ahrensburg-Werbung

Und so weise ich darauf hin, dass die eigentliche Arbeit für das Ahrensburger Stadtmarketing von einer Werbeagentur getan werden muss. Und diese Arbeit kostet Geld. Und weil man dazu drei Werbeagenturen zur Präsentation einladen muss, um sich aus drei Konzepten für das beste zu entscheiden, kostet das zusätzliches Geld. Ich glaube, das war gestern nicht allen Teilnehmern so richtig bewusst, zumal die Beratungsagentur von einer „GmbH“ träumt, in der auch Mitglieder der Ahrensburger Wirtschaft sitzen und Kosten tragen sollen.

Warten wir also ab, was da noch kommt; ich werde das weitere Vorgehen verfolgen und darüber auf Szene Ahrensburg berichten. Und zur Ergänzung zum gestrigen Meeting: Angelika Andres, Leiterin für das Stadtmarketing, war gestern nicht anwesend. Dafür saß Anja Gust mit am Tisch, die für die Wirtschaftsförderung der Stadt zuständig ist.

Und dann wurde gestern noch darüber abgestimmt, dass die Stadt Ahrensburg 25.000 Euro für eine weitere „Blue Night“ in 2018 spendieren soll, während die Kaufleute dafür 27.000 Euro ausgeben wollen, was meint: 52.000 Euro für eine blaue Nacht.

SPD und Grüne stimmten dagegen. Nicht weil man grundsätzlich gegen die „Blue Night“ eingestellt ist, sondern wegen der Steuergelder, die man lieber anderweitig einsetzen würde, wie Jochen Proske (SPD) es deutlich machte. Und für 25.000 Euro lässt sich anderweitig viel Gutes tun.

Wer nun glaubt, dass die Mehrheit aus CDU, WAB und FDP die endgültige Entscheidung für die städtische Ausgabe der 25.000 Euro ergeben hat, den muss ich eines Besseren belehren: Der Stadtverband der CDU ist Mitglied im Stadtforum, weshalb die Stadtverordneten der CDU sich aus Gründen der Befangenheit ihrer Stimme enthalten müssen.

Darum mein Vorschlag zur Vereinigung aller Fraktionen: Es wird darauf verzichtet, das Rathaus, die Stadtbücherei und die Schlosskirche blau anzustrahlen. Damit würde allein das Schloss als öffentliches Gebäude beleuchtet werden, was die Kosten für die Stadt minimieren würde, sodass auch SPD und Grüne dem Blaulicht zustimmen könnten. Denn die „Blue Night“ ist schließlich ein Vorbote eines Stadtmarketings, das alle Parteien wollen. Und Geld für Stadtmarketing ist vorhanden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Juni 2018

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