Es gibt Parteien in Ahrensburg, die bestrafen Bürger, die eine andere Meinung äußern, durch Missachtung

Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Politiker in Ahrensburg. Er sagte mir in diesem Gespräch – Szene Ahrensburg betreffend – dass er in der Stadt immer wieder mal Stimmen hört, dass mein Blog polarisieren würde. Was bedeutet das? Polarisierung bedeutet, dass Gegensätze geschaffen werden. Und das bedeutet bezüglich Szene Ahrensburg: Es gibt Leser, die mit meinen Blog-Einträgen konformgehen, und es gibt Leser, die anderer Meinung sind. Und? Wo ist das Problem…?

Ich erklärte dem Politiker, dass nicht nur alle kritischen Medien polarisieren, sondern auch jede politische Partei tut das: Die einen Bürger stimmen den Absichten und Zielen der Partei zu, die anderen lehnen sie ab. Und für mich als Wähler bedeutet das: Obwohl ich mit dem Parteiprogramm keiner der angetretenen Ahrensburger Parteien rundum einverstanden bin, gehe ich trotzdem zur Wahl und wähle einen Parteivertreter, und zwar denjenigen, dessen Partei das kleinste Übel für mich ist. 😉 Und ich denke, dass es Ihnen nicht anders gehen wird, meine lieben Mitbürger, oder?

Was Szene Ahrensburg betrifft, so wäre ich sehr verwundert, würden alle Leser meine Meinung teilen. Es irritiert mich eigentlich schon, dass ich in den meisten der Kommentare aus Leserkreisen eine Zustimmung zu meinen Blog-Einträgen bekomme. Warum kommt nicht mehr Widerspruch? Provoziere ich vielleicht zu wenig, um die Ahrensburger aus der Reserve zu locken? Ich denke nicht.

Die meisten Leser kommentieren nicht, sondern bilden die berühmte schweigende Mehrheit. Ist dieses Schweigen nun Zustimmung oder Ablehnung der Beiträge auf Szene Ahrensburg? Wenn ich zum Beispiel als Leser auf einem Blog lande, dessen Inhalt mich nicht zum Lesen animiert, dann werde ich mich dort nicht länger einklicken. Und wenn ich trotzdem das 3. Buch Abendblatt lese, dann tue ich das vorrangig, um den Inhalt zu kommentieren auf Szene Ahrensburg. Weil es zu dieser Zeitungsbeilage keine publizistische Alternative in unserer Stadt gibt, denn das Stormarner Tageblatt behandelt die größte Stadt im Kreis Stormarn nur  am Rande. Und der MARKT ist keine Zeitung sondern ein Werbeträger mit einem redaktionellen Inhalt, der so spannend ist wie das Wettrennen zwischen einer Schnecke und einer Schildkröte rund um die Gartenlaube.

Nun machen die Parteien, die alle polarisieren, auch Werbung zur Wahl. Bis heute tun vier das auf ahrensburg24 und nur eine von diesen vieren auch auf Szene Ahrensburg. Und das ist beängstigend. Weniger für Szene Ahrensburg als vielmehr für die Demokratie in unserer Stadt, denn es sieht fast aus wie ein Boykott, der schon seit Jahren besteht.

Eines der höchsten Güter unserer Demokratie ist die Meinungsfreiheit, auf die wir alle stolz sein können. Nicht zuletzt auch die Parteien, denn es gibt Länder, wo nur eine einzige Partei ihre Meinung öffentlich äußern darf. Aber die Ahrensburger Parteien mögen lieber einen Werbeträger, wo sie auch noch einen „Gastbeitrag“ von der Herausgeberin bekommen. Was es bei Szene Ahrensburg nicht gibt, denn dort gibt es nur Redaktion und Werbung, die als Werbung gekennzeichnet ist, wie das Presserecht es vorschreibt und wie es sich für anständige Medien gehört.

Und noch was ist bei Szene Ahrensburg anders als bei ahrensburg24 und dem 3. Buch Abendblatt: Ich berichte fast ausschließlich über Ahrensburger Themen und finde deshalb meine Leser primär in Ahrensburg. Würde ich meine Berichte ausweiten bis nach Bad Oldesloe und um viele Gemeinden außerhalb unserer Stadt, dann hätte ich zwar mehr Leser, aber wozu? Und welche Ahrensburger (!) Partei würde gern für ihre Wahlwerbung eine Fehlstreuung mitbezahlen, denn das Geld, das sie dafür ausgibt, stammt nicht zuletzt aus Mitgliedsbeiträgen. Weshalb die Parteienwerber damit sehr sorgfältig umgehen sollten! Was natürlich nicht für die WAB gilt, denn das ist ja keine Partei. Und deshalb werben die Kandidaten auch im gesamten Kreis Stormarn um die Gunst der Wähler in Ahrensburg. Da kann man sich heute schon vorstellen, wie die Damen und Herren mit den Finanzen der Stadt Ahrensburg umgehen werden, wenn sie schon ihre eigenen Gelder nicht im Griff haben.

Heute und an den kommenden Wochenenden werden die Kandidaten der Parteien wieder auf dem Rondeel stehen und das Gespräch mit dem Bürger suchen. Sprechen Sie die Damen und Herren doch mal auf diesen Blog-Eintrag hin an! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. April 2018

5 Gedanken zu „Es gibt Parteien in Ahrensburg, die bestrafen Bürger, die eine andere Meinung äußern, durch Missachtung

  1. Koslowsky

    Ich wollte es nicht glauben und habe deshalb nachgeguckt und gesehen: Die WAB wirbt im Stormarnteil vom Abendblatt im gesamten Gebiet Stormarn für die Kommunalwahl in Ahrensburg! Wenn man weiß, was das kostet, dann fragt man sich wirklich, ob der designierte Fraktionsvorsitzende Egan tatsächlich so ein „Finanzexperte“ ist, als der er sich immer wieder gern hingestellt. Was sagen die WAB-Mitglieder denn zu dieser Geldvergeudung???

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Möglicherweise ist die Anzeige nur die Eintrittskarte für einen „Gastbeitrag“ der Redaktion für die WAB, wie dieser Verein ihn auch von ahrensburg24 bekommen hat nach Schaltung einer Anzeige. Warten wir mal die nächste Berichterstattung über die Wahl ab, da kommen Egan & Schmick vielleicht groß raus! 🙂

  2. Kassandra

    @Koslowsky: In der Abbildung sehe ich die besten Köpfe für Ahrensburg. Und die werde ich am 6. Mai wählen, und zwar mit Sauce Hollandaise und Katenschinken und frischen Kartoffeln.

  3. Stiller Beobachter

    Warum werben stadteigene Betriebe auf Ahrensburg.24 und nicht auf Szene Ahrensburg? Kann es sein, dass der Bürgermeister die Frau Veeh mehr liebt als den Herrn Dzubilla?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Fragen Sie ihn doch mal bei seiner nächsten Sprechstunde! Oder macht er aus Zeitgründen gar keine Sprechstunden mehr, weil er sich auf die Ahrensburger Musiknacht vorbereiten muss?

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