Heute im 3. Buch Abendblatt: Der dümmste Kommentar des Jahres

Es tut sich was in Ahrensburg, und zwar ein Protest der Bürger gegen das Kolosseum auf dem Lindenhof. Wie das 3. Buch Abendblatt heute berichtet, haben Unbekannte ein Protestplakat vor dem Baukomplex angebracht, aufgemacht als Traueranzeige. Eine stille Form von friedlichem Protest. Das Einzige, was ich daran bemängle ist, dass der oder die Protestler zu feige gewesen sind, ihren Namen auf dem Plakat zu nennen, sondern anonym agiert haben. 

aus: Hamburger Abendblatt

Groß und unangebracht dagegen ist der Protest im 3. Buch Abendblatt gegen das Trauerplakat. Da schreibt René S. einen soukopdummen Kommentar auf der Titelseite, der an Einfalt nicht mehr zu überbieten ist. Die Unzufriedenen sollen doch stattdessen in die politischen Veranstaltungen gehen und sich dort Gehör verschaffen, meint der Reporter – ha! ha! ha! Wer das schon mal in Ahrensburg versucht hat, der weiß, warum ich lache.

Und dann wird der René Soukup richtig perfide, bringt die Traueranzeige am Lindenhof in Zusammenhang mit der Trauer um die ermordete Mutter mit ihrem Kind auf dem Jungfernstieg in Hamburg. Das muss man wohl nicht weiter kommentieren, das ist einfach nur geschmacklos.

Und Harald Klix schreibt zu der Aktion am Lindenhof u. a.: „Auf dem 3000 Quadratmeter großen Gelände, das früher als Parkplatz genutzt wurde, entsteht nun ein sechsstöckiges Gebäude“ und „’…der Investor Curata hält sich genau an die Vorgaben, versichert Ahrensburgs Bauamtsleiter Peter Kania. ‚Er baut genau nach Baugenehmigung und nach dem Entwurf, der damals im Wettbewerb ausgewählt wurde. Das Haus wird weder höher noch niedriger’.“

Entweder bin ich blind oder ich kann nicht mehr bis sechs zählen. Wenn ich den Entwurf aus dem Wettbewerb betrachte und vergleiche mit dem jetzt im Rohbau befindlichen Bauwerk , dann frage ich mich: Weiß Bauamtsleiter Kania eigentlich, was auf dem Lindenhof passiert bzw. in welcher Stadt er überhaupt beruflich  tätig ist…?

Aber sehen Sie selber: Oben der Entwurf aus dem Wettbewerb, darunter der  Rohbau! Erkennen Sie hier einen wesentlichen Unterschied…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. April 2018

38 Gedanken zu „Heute im 3. Buch Abendblatt: Der dümmste Kommentar des Jahres

  1. Rüdiger

    Der Bauamtsleiter verhält sich schlitzohrig, wenn er sagt, dass nach dem Entwurf und der Genehmigung gebaut werde. In korrektes Deutsch übersetzt heißt dies, dass man den Entwurf als Vorlage genommen hat, um diesen Entwurf im Laufe des Genehmigungsverfahrens in wesentlichen Punkten abzuändern und zu erweitern. Mit der Verabschiedung durch die Stadtverordnetenversammlung haben sich Verwaltung und Investor die Genehmigung eingeholt, ein letztlich völlig anderes Gebäude zu bauen. So werden die Leser der Stormarnbeilage mit der heutigen Berichterstattung wieder einmal hinters Licht geführt

  2. Lektor

    Ja, ich sehe einen Unterschied: Das obere Bild ist so eine typisch idyllisierte Bauvorhaben-Illustration – aber vermutlich maßstabgerecht. Das untere Bild zeigt eine andere Persektive und wurde – wie die Verzerrungen am Rand zeigen – mit einer stark weitwinkligen Optik aufgenommen, die Objekte im Vordergrund unverhältnismäßig viel größer erscheinen lässt als die im Hintergrund. Deswegen taugt sie weder für die Porträtfotografie noch für die Dokumentation von “Bau-Skandalen”.
    Bei der Geschossanzahl kann ich keinen Unterschied erkennen, gehe aber davon aus, dass auch Sie sich nicht vom über das Gebäude hinausragende Gerüst haben täuschen lassen und Details kennen, die mir verborgen bleiben.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Mein Tipp: gehen Sie doch mal selber zum Lindenhof und überzeugen Sie sich mit eigenen Augen! Und: Es ist keine „typisch idyllisierte Bauvorhaben-Illustration“, sondern es ist dieses der Architekten-Entwurf, der als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen ist.

      1. Lektor

        Na klar, das werde ich tun; Sie haben meine Neugier ja längst geweckt. Ich werde natürlich auch vor Ort nicht durch bloße Inaugenscheinnahme beurteilen können, ob es hier einen Bauskandal gibt oder nicht. Aber: Wenn belegende Zahlen, Maße, Zitate fehlen, erweckt ein so verzerrtes Foto leicht den Verdacht, dass hier ein Thema herbeifabuliert wird.

  3. Frank B.

    Dieser Artikel in der Stormarnbeilage gibt einseitig ausschließlich die Meinung der Verwaltung wieder. Wäre hier eine umfassende und unparteiische Berichterstattung beabsichtigt gewesen, dann hätte zumindest eine Stellungnahme des Architekturbüros eingeholt werden müssen, das den Entwurf hergestellt hat. Auch die Parteien und Stadtverordneten, insbesondere die Mitglieder des Bauausschusses, wurden nicht befragt. Einseitiger geht es wohl nicht!

  4. Fritz aus Ahrensburg

    In diesem Beitrag werden Leute kriminalisiert, die ein Plakat aufgehängt haben, ohne vorher eine Genehmigung eingeholt zu haben. In Ahrensburg werden überall in der Stadt immer wieder unangemeldete Plakate aufgehängt, ohne dass dies die Verwaltung und die Stormarnbeilage in irgendeiner Weise zur Kenntnis nehmen. Heute legt sich die Stormarnbeilage für die Rechtfertigung des Bürgermeisters aber gewaltig ins Zeug! Da stellt sich doch die Frage, ob der Bürgermeister und die Stormarnbeilage womöglich nicht so ganz auf der Höhe der heutigen Zeit sind ???

  5. Petra

    Das war eine friedliche Form des Protestes, ohne dass es eine Sachbeschädigung gab. Sollen mit einem derartigen Artikel Bürgerproteste, die dem Bürgermeister nicht genehm sind, von vornherein unterbunden werden?

  6. Frieda B.

    Hat man in der Redaktion der Stormarnbeilage und im Rathaus noch nie etwas von STREETART gehört? Diese Kunstform zeichnet sich gerade dadurch aus, dass die Künstler, wenn überhuapt, nur mit ihrem Künstlernamen signieren. Inzwischen wird STREETART sogar in Museen gezeigt. In diesem Fall scheint bei den Redakteuren der Stormarnbeilage und dem Bürgermeister eine echte Bildungslücke vorzuliegen.

  7. Ahrensbürgerin

    Die Stormarnbeilage spricht davon, dass Bäume an der Alten Reitbahn „beschmiert“ wurden oder dass sich jemand „einen schlechten Scherz“ erlaubt hat Wenn aber dieselben Bäume von der Stadt für das Bauvorhaben der Melcher-Gruppe nicht nur gekennzeichnet, sondern auch gefällt werden sollen, dann regt sich die Stormarnbeilage darüber nicht auf! Wenn die Stadt fällen will, heißt es in der Stormarnbeilage sogar immer wieder beschönigend, dass die Bäume „weichen“ müssen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Und natürlich waren alle Bäume, die auf dem Lindenhof gefällt wurden, von der Lindenwurmlaus befallen und geschädigt und mussten allein deshalb dem Bauvorhaben „weichen“.

  8. Britta S.

    Bei dieser Art der Berichterstattung wird unter den Tisch gekehrt, dass dieser Protest gegen das „Kolosseum von Ahrensburg“ mehr als berechtigt ist. Durch dieses Monstergebäude wird tatsächlich das Stadtbild weiter zerstört. Der Protest kommt erst jetzt, weil die Verwaltung die Öffentlichkeit mit dem Unterschied zwischen Architektenentwurf und dem später genehmigten Gebäude offensichtlich gezielt hinters Licht geführt hat.

        1. Lektor

          Nein, natürlich nicht. Einmal abgesehen davon, dass ich Ihre Aussage im Zweifelsfall ja schnell überprüfen könnte, traue ich Ihnen die Wahrnehmung und Einordnung von Niederschlägen vollumfänglich zu. Die Beurteilung realer Baumaße im Verhältnis zur Planung ist aber womöglich schwieriger und Ihre Behauptung eines Bau-Skandals – anders als Ahrensburger Regen – von politischer und rechtlicher Brisanz. Darum meine durchaus ernst gemeinte Frage an Britta S. und/oder Sie: Gibt es konkrete Abweichungen vom Plan? Und mögen Sie sie uns wissen lassen? Oder ist die Basis der hiesigen Aufregung eine “irgendwie gefühlte Wahrheit”?

  9. Ahrensburg West

    Hoffentlich ist bald Baubeginn auf der Alten Reitbahn und nachfolgend endlich das neue Kino am Bahnhof! ! Aufstockung Alter Lokschuppen und Tiefgarage am Stormarnplatz nicht zu vergessen. Das Mehr-Generationenquartier danach zwischen PRH und Bruno perfektioniert dann diesen innerstädtischen Raum! Wichtig ist dabei der Erhalt der Sportplätze!

    Dann kann das Stadtmarketing richtig loslegen ! Wenn es bis dahin vorhanden ist

      1. Tim H.

        Was ich nicht verstehe:
        In einem Ihrer letzten Einträge ermutigten Sie passive Leser des Blogs, auch mögliche alternative Meinungen zu der Ihrigen in den Kommentaren abzugeben. Wenn dies aber passiert, z.B. durch Lektor, empfinde ich Ihre Reaktionen als schmallippig – Trolle!?. Als würden Sie andere Meinungen als die Ihre eben doch nicht gerne gelten lassen.

        1. Harald Dzubilla Artikelautor

          Ich habe die Kommentare von Lektor veröffentlicht. Aber warum sollte ich einen Troll weiterhin füttern? Der Mann ist nicht aus Ahrensburg, kennt den Lindenhof nicht, bestreitet aber meine Fotobeweise. So fabulieren Trolle.

          1. Lektor

            So beschimpft darf ich vielleicht doch noch einmal Stellung nehmen: Ich wohne tatsächlich seit einigen Jahren nicht mehr in Ahrensburg, bin aber wöchentlich ein- bis zweimal in der Stadt, die, so weit ich zurückdenken kann (das heißt: mindestens seit den späten 1960er-Jahren) alles für ein möglichst grausliches Erscheinungsbild getan hat. Und weil ich natürlich den Lindenhof kenne, aber den Neubau bislang noch nicht, habe ich gefragt, was – abgesehen vom besagten Weitwinkelfoto mit der unbestreitbar problematischen Perspektive – ein Abweichen der Bauausführung vom Entwurf belege. Eine Antwort habe ich leider nicht bekommen und muss mir jetzt darauf einen Reim machen – genau wie womöglich der ein oder andere aufmerksame Leser.

  10. Fritz aus Ahrensburg

    Donnerwetter! Hier werden ja gleich mehrere Trolle in Stellung gebracht! Gibt es in der Stormarnbeilage womöglich nicht nur zuverlässige Unterstützer des Bürgermeisters sondern auch noch einen Standort für Trolle?

  11. Stiller Beobachter

    Wie ich gerade nachgelesen habe, hat die Sitzung der Stadtverordneten über die Abstimmung Lindenhof im Jahr 2014 unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Wirklich irre.

  12. Rüdiger

    Der Bauamtsleiter und die Stormarnbeilage täuschen die Öffentlichkeit. Wenn nach Architektenentwurf und Baugenehmigung gebaut wird, heißt das, dass der Architektenentwurf gerade nicht umgesetzt wird.

  13. Peter D.

    Wenn man Entwurf und Rohbau vergleicht, stellt man fest, dass die Anzahl der Stockwerke dem Entwurf entsprechen. Allerdings liegt der Redakteur des Artikels falsch, wenn er von einem 6-stöckigen Neubau spricht, denn es ist eigentlich ein 7-stöckiges Gebäude. Offensichtlich wird der untere Teil des Gebäudes, welches über 2 Stockwerke geht, als ein Stockwerk gezählt.
    Wenn man sich bei der Vermarktungsfirma tk-immo.de die Preisliste der Mietwohnungen anschaut, sieht man, dass Wohnungen vom 2.OG bis zum 6.OG angeboten werden, d.h. EG und 1OG kommen noch dazu.
    Das kann man übrigens von der Tunnelseite auch gut sehen.
    Das habe ich in der veragngenen Woche selbst in Augenschein genommen.

    Zum Thema „markierte Bäume Alte Reitbahn“ möchte ich hinzufügen, dass die Kreuze schon vor 4 Wochen dort zu bestaunen waren und nicht erst seit ein paar Tagen.

  14. Frieda B.

    @ PeterD Der Erdgeschossbereich wird nie als Geschoss mitgezählt, egal wie hoch dieser Bereich ist. In dem Architektenentwurf ist ganz klar ein 5-geschossiges Gebäude zu sehen. Zählen Sie einfach nach, wie viele Geschosse über dem Erdgeschoss zu sehen sind. Gemäß den Angaben der Stormarnbeilage wird aber tatsächlich ein 6-geschossiges Gebäude gebaut. Das heißt, dass im Vergleich zu dem Entwurf noch mindestens ein Geschoss draufgepackt wurde.
    Wenn aber in den Erdgeschossbereich noch ein zusätzliches Geschoss eingezogen wurde, dann hätte sich das Gebäude von einem 5-geschossigen Gebäude tatsächlich in ein 7-geschossigs Gebäude verwandelt. Die Stormarnbeilage und der Bauamtsleiter wollen uns weismachen, dass das, was wir mit eigenen Augen sehen, nicht richtig sein kann. Da die Stormarnbeilage die Angaben der Verwaltung ungeprüft veröffentlicht, trägt sie nicht zur Information, sondern stattdessen zur Desinformation der Bürger bei.

  15. Peter D.

    @Frieda B.
    Zur Erklärung habe ich ein Bild mitgeschickt.
    Im Architektenentwurf ist zwar ein 5-geschossiges Gebäude zu sehen, das stimmt aber nur, wenn man davon ausgeht, dass unterhalb vom Absatz nur noch das Erdgeschoss ist. Von der Rückseite sieht man aber, dass sich über dem Erdgeschoss noch das 1. OG befindet. Ob das schon im Entwurf geplant war, geht aus dem Architektenentwurf nicht hervor.

  16. Frank B.

    @Peter D. Schauen Sie sich doch bitte einmal die Seitenansicht des Entwurfs von dfz-Architekten an und vergleichen Sie dann mit dem tatsächlich ausgeführten Gebäude. Sie werden über die Unterschiede staunen. Beachten Sie bitte auch die Abstände zur Straße im Entwurf und in der Realität. Sie finden die Seitenansicht in der Bildreihe, die Herr Dzubilla seinem heutigen Beitrag zum Thema beigefügt hat.

  17. Bruno

    Sowohl auf der Tunnelseite als auch zu den Gleisen hin ist der Abstand des Gebäudes zur Straße eingezogen. Aus dem eleganten dfz-Gebäude ist ein plumper überdimensionierter Klotz geworden. Viele Unterschiede wird man erst feststellen können, wenn das Gerüst weg ist. Aber der Schaden für das Stadtbild ist jetzt schon exorbitant. Von daher haben die Bürger mit ihrer Prostestaktion voll ins Schwarze getroffen.

  18. R. Mueller

    Warum hat die Stormarnbeilage nicht den Architekten des Entwurfs um eine Stellungnahme gebeten? Die Telefonnummer von dfz-Architekten in Hamburg ist schließlich keine Geheimnummer! Und warum liegt die Bauleitung nicht in den Händen des Architekten des Entwurfs? Auch diese Frage hat die Stormarnbeilage nicht gestellt. Solange die Stormarnbeilage derart einseitig und unvollständig berichtet, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie so etwas wie die Hauspostille des Bürgermeisters ist.

  19. Johannes R.

    @Lektor: Sie sagen, dass Sie ein-bis zweimal pro Woche nach Ahrensburg kommen. Gleichzeitig sagen Sie, dass Sie den Rohbau des Lindenhofkomplexes noch nie gesehen haben. Warum haben Sie sich bisher nicht die Mühe gemacht, sich die Baustelle einmal selbst anzusehen? Fahren Sie doch hin und bilden Sie sich an Ort und Stelle selbst Ihre Meinung!

    1. Lektor

      Das zu tun habe ich doch oben bereits angekündigt – und auch schon darauf hingewiesen, dass mir eine bloße Besichtigung womöglich kaum Aufschluss über Abweichungen vom Architektenentwurf geben kann. Und bei den hier geäußerten Vorwürfen geht es ja nicht um Meinung, Bauchgefühl oder Dooffinden, sondern um konkrete Werte.
      Ich besuche die Stadt regelmäßig zur Pflege eines Familienmitglieds am Reeshoop, fahre dazu mit dem Auto aus Hamburg über die Hamburger Straße an und bewege mich dann zwischen Rathausmarkt, Schlosspark und Rondeel – den Lindenhof passiere ich dabei nicht und habe vom Neubau und den Diskussionen darum erst hier aus dem Blog erfahren.
      Ich hoffe, dass Ihre Frage damit beantwortet ist; auf meine werde ich hier wohl erst einmal keine Auskunft erhalten.

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