Einwohnerversammlung 2017: viele Worte, wenig Inhalt

Zwei Themen standen gestern Abend auf der Tagesordnung der Einwohnerversammlung, nämlich: 1. Bundesbahn Schallschutz, 2. Flächennutzungsplan. Im Alfred-Rust-Saal hatten sich dazu ca. 160 Menschen eingefunden, die vorwiegend aus dem älteren Semester stammten. Klar, was interessiert es junge Menschen, wie Ahrensburg in ein paar Jahren ausschaut? Allerdings: Verpasst hat bei dieser Veranstaltung niemand etwas. Als Einwohner und Blogger berichte ich Ihnen über meine persönliche Betroffenheit zu den genannten Themen.

Vorab: Wie ich in Vergangenheit bereits mehrfach geäußert habe, braucht Ahrensburg keine S-Bahn. Wir haben zwei U-Bahnhöfe und zwei Regionalbahnhöfe und einen Busbahnhof. Was wir bräuchten, wäre allein mehr Zuverlässigkeit im Fahrplan der ansonsten wunderbaren Regionalzüge.

Die S-Bahn wird allein von der Bundesbahn benötigt. Genauer: Weil man für die Güterzüge die Gleise der Regionalbahn benutzen will, soll die S-Bahn auf neuen Gleisen gebaut werden. Und die Güterzüge, die darauf fahren werden, braucht Ahrensburg noch sehr viel weniger, nämlich gar nicht. Denn diese Züge verkehren zwischen Skandinavien und Italien; die Innenstadt von Ahrensburg dient nur der Durchfahrt bei Tag und Nacht. Warum sie fahren werden? Weil Verwaltung und Politik nur auf die tolle S-Bahn gestarrt haben und nicht daran gedacht haben, die Bundesbahn darauf aufmerksam zu machen, dass es neben der Strecke durch Ahrensburg auch noch Alternativen gibt. Das hat ein Einwohner gestern Abend sehr klar und deutlich dargelegt. Und die Verwaltung hat dazu vielsagend geschwiegen.

Frank Dittmar

Aber zum Thema Lärmschutz: Ein freier Berater mit Namen Frank Dittmar hat darüber viel geplaudert, aber wenig ausgesagt. Ich bin da ganz pragmatisch, möchte wissen: 1. Wieviel Züge fahren heute durch Ahrensburg? 2. Zu welcher Zeit verkehren diese Züge? 3. Wie hoch ist der Lärmfaktor, den diese Züge bei Tag und in der Nacht verursachen? 4. Wie viele Züge werden nach Fertigstellung der Strecke unsere Stadt passieren – am Tag und bei Nacht? 5. Wie hoch ist der Lärmfaktor dieser Züge? 6. Wie kann ein optimaler Schallschutz erfolgen? 7. Welche Arten von Schallschutzwänden gibt es? 8. Welches ist die sinnvollste Variante sowohl von der Akustik her als auch in der Optik? 9. Gibt es die Möglichkeit einer Bürgermitbestimmung bei der Auswahl der Schallschutzwände? 10. Warum hat der Sachverständige Frank Dittmar diese Fragen nicht kurz und bündig beantwortet, sondern nur um den heißen Brei herumgeredet und nix gesagt…? Auf mich hat der Mann geirkt wie eine bezahlte Marionette der Verwaltung.

Der bemerkenswerteste Satz des Sachverständigen Frank Dittmar: „Lärmschutzwände können nicht das Allheilmittel sein.“ Und der Bürger kratzt sich am Kopfe und fragt sich: Was denn dann, Herr Bürgermeister…? Dass die Fenster der anliegenden Häuser schallisoliert werden könnten, ist bloß Stückwerk, denn die Menschen können nicht mit Ohrenschützern durch die Stadt laufen.

Peter Kania

Das zweite Thema des Tages: Flächennutzungsplan. Der Hintergrund: Die Stadt soll auf Anordnung aus Kiel dafür sorgen, dass neue Wohneinheiten in beträchtlicher Größe über Jahre gebaut werden. Dafür hat die Verwaltung im Hagen naturbelassenes Areal ins Auge gefasst. Bauamtsleiter Peter Kania zur Beruhigung der Einwohner: „Flächennutzungspläne sind nicht automatisch Pläne für Wohngebiete“. Und der Bürger fragt sich: Warum weist die Stadt nicht einfach die Sportplätze als Flächennutzungsplan aus, um dem Auftrag aus Kiel genüge zu tun und damit basta?! Dann wäre das Thema längst abgehandelt und die Menschen müssten keine Angst haben um ihre Naturschutzgebiete.

Ein Casus Belli der Veranstaltung: Ein Bürger wollte vom Meister der Bürger wissen, was denn passieren würde, wenn die Stadt keine neuen Wohngebiete erschließen würde. Der Bürgermeister eierte mit seiner Antwort rum, redete viel und immer um den heißen Brei herum. Der Einwohner blieb hartnäckig und verlangte eine präzise Auskunft, welche Konsequenzen es für die Stadt haben würde, wenn die Vorgaben aus Kiel nicht erfüllt würden. Daraufhin erklärte Michael Sarach, es wäre ein Auftrag des Innenministers an die Verwaltung der Stadt und damit Gesetz. Und er habe als Bürgermeister einen Amtseid abgelegt, dass er die Gesetze des Landes befolgen werde.

Michael Sarach

An dieser Stelle meldete sich der Einwohner Maik Neubacher zu Wort und erklärte, dass ein Nichtbefolgen der Anordnungen aus Kiel keinerlei Konsequenzen für Ahrensburg hätte. Neubacher: „Die Ahrensburger Politiker entscheiden, wie der Plan aussehen soll. Ich erwarte von dem Bürgermeister, dass er diese Entscheidung trägt, sie sich zueigen macht und dies im Zweifel in Kiel vertritt.“

Diese deutlichen Worte missfielen dem Bürgermeister offensichtlich, und er verzog sichtbar seinen Mund. Und Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) erklärte dem Einwohner Maik Neubacher, dass dieser als CDU-Mitglied hier quasi Insider wäre und deshalb keine Aussagen in einer Einwohnerversammlung machen dürfe – höchstens als Einwohner der Stadt. Nichts anderes hat Neubacher mit seinem dankenswerten Wortbeitrag auch getan.

Warum sollen in Ahrensburg nach dem bestehenden Bauboom unbedingt weitere Wohneinheiten in beträchtlicher Zahl gebaut werden? Bauamtsleiter Peter Kania hat es uns verraten: Ziel ist, das bestehende Wohnungseigentum der Ahrensburger Bürger im Wert zu drosseln. Was meint: Ihre Eigenheime würde keine oder weniger Wertsteigerung erzielen, wenn viele neue Wohneinheiten entstünden. Und weil nach meiner Schätzung weit mehr als die Hälfte aller Ahrensburger Einwohner in Eigenheimen wohnt, kann man sich vorstellen, dass die Mehrheit der Bürger über den vorauseilenden Gehorsam ihrer Verwaltung geradezu entzückt sein wird – spätestens dann, wenn sie ihre Immobilie verkaufen wollen oder aus Altersgründen verkaufen müssen.

In diesem Zusammenhang: Dass es gut wäre, wenn viele junge Familien in Ahrensburg zuzögen, steht außer Frage. Genauso, dass Bauland knapp ist und die Mieten hoch sind. Darum wiederhole ich meinen Hinweis: Wenn das Bauen in die Breite nur beschränkt möglich ist, warum baut man dann nicht einfach in die Höhe, wo der Platz nahezu unbegrenzt vorhanden ist?! Ein Hochhaus auf der Alten Reitbahn – oder wie es der Architekt und Diplom-Ingenieur Hermann Jochen Lange vorschlägt am U-Bahnhof West – würde viele Wohneinheiten schaffen, die zudem preiswerter erstellt und günstiger vermietet werden könnten als die Luxusbauten auf den Höfen, sprich Erlenhof, Fasanenhof und Lindenhof.

Mein Fazit: Bei der gestrigen Einwohnerversammlung kamen mehr aufklärende Wortbeiträge aus dem Publikum als von der Bühne des Saales. Und der Bürgervorsteher agiert in meinen Augen mehr im Sinne der Verwaltung als im Interesse der Bürger.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. September 2017

36 Gedanken zu „Einwohnerversammlung 2017: viele Worte, wenig Inhalt

  1. Observator

    Das Wichtigste sagte der Bürgervorsteher am Ende der Versammlung: Am Wochenende ist Oktoberfest in Ahrensburg. Um das zu erfahren, waren die Bürger ja schließlich auch in den Alfred-Rust-Saal gekommen. Oder nicht? Oder doch? Oder was?

  2. Britta S.

    Es ist schon erstaunlich, dass die Verwaltung die Dreistigkeit hat , den Bürgern immer wieder die gleichen Falschinformationen über den Bedarf an Wohnraum aufzutischen. Der Flächennutzungsplan geht von einem Bedarf von ca. 1800 neuen Einheiten bis 2025 aus. Da der Bedarf anhand der bis 2013 gebauten Einheiten errechnet wurde, sind also die zwischen 2014 und 2017 bereits geplanten und gebauten Einheiten im FNP gar nicht erfasst. Nachdem Ahrensburg aber bereits Ende 2016 bereits die Einwohnerzahl von 2025 erreicht hat, sind also die bis 2025 geforderten Einheiten bereits gebaut. Die Stadt hat also die Vorgaben des Landes bis 2025 bereits erfüllt. Die Verwaltung arbeitet demnach ganz bewusst mit veraltetem Zahlenmaterial, um die Bürger zu täuschen.

  3. Rüdiger

    Hallo Britta,
    vielen Dank für die wichtigen Hinweise . Der Entwurf zum neuen Flächennutzugsplan wurde 2014 fertiggestellt. Das heißt, dass der Bedarf an neuen Wohneinheiten bis zum jahr 2025 aufgrund eines Zahlenmaterials errechnet wurde, das nur bis 2013 reicht. Das Zahlenmaterial ist also völlig überholt und erfasst weder das Neubaugebiet Erlenhof noch die übrigen Neubauten im Stadtgebiet. Die Verwaltung verschweigt weiterhin, dass sie vom Land dazu aufgefordert wurde, den FNP gründlich zu überarbeiten und den Bedarf neu zu errechnen. Der Druck des Landes bedeutet also nicht, dass weitere Wohneinheiten herbeigezaubert werden müssten, sondern dass die Verwaltung endlich ihre Hausaufgaben macht und aktuelles Zahlenmaterial und aktuelle Berechnungen vorlegt.
    Rüdiger

  4. Narrenhof

    Aber Herr Dzubilla,
    ich weiß ga nich, was Sie da zu meckern ham.
    1. war niemand bereit, wirklich niemand, nach den beiden Fachvorträgen aufzuwachen und den Saal zu verlassen. Ein toller Erfolg also.
    2. hat Herr Bürgermeister Sarach präzise um 22.14 und sogar in Anwesenheit des Stadtjustiziars T. Reich mit Recht darauf hingewiesen, dass er einen Eid darauf geschworen hätte, “ … nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen“. Ich bitte Sie: Wer kann das schon von sich behaupten ? Einen hochheiligen Eid – zusätzlich noch mit der Option versehen, diesen im Zweifel auch zu befolgen.
    3. wurde den wütend aufgeregten Einwohnern die hölzerne Bühnenkante zur Verfügung gestellt, um zum Abreagieren hinein beißen zu können. Tatsächlich hat niemand gebissen.
    4. sollte Ahrensburg froh sein, dass 80 Züge am Tag und mehr, leider nur 835 Meter lang, aus Skandinavien kommend bis Palermo durchfahren und damit endlich ein wenig internationales Flair auch nach Ahrensburg bringen. Leider vergessen das viele Kritiker.

  5. Frieda B.

    Da hat der Bürgermeister also die Katze aus dem Sack gelassen. Weitere Neubaugebiete sollen erschlossen werden, damit die Baulandpreise nicht steigen. Damit arbeitet der Ahrensburger Bürgermeister gezielt gegen die Interessen der Ahrensburger Haus- und Grundbesitzer, und das ist in Ahrensburg die Mehrheit der Einwohner. Dies hilft aber auch nicht den Mietern, weil die Neubaumieten sich inzwischen auf Hamburger Niveau bewegen. Die vielen Neubauten haben sich in Ahrensburg nämlich als Preistreiber erwiesen. Dies hilft lediglich den Investoren und Bauentwicklern, die Bauland billig einkaufen und neue Häuser und Wohnungen teuer verkaufen und vermieten wollen . Der Bürgermeister unterstützt also die Spekulation mit Bauland.

  6. Fritz aus Ahrensburg

    Die freie Marktwirtschaft besagt, dass Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Der Bürgermeister versucht, dieses Grundprinzip unserer freien Marktwirtschaft auszuhebeln und den Ahrensburger Hausbesitzern zu schaden. Warum empört sich hier nicht die FDP, die für freie Martkwirtschaft steht?

  7. Christian Schmidt

    Hallo zusammen,

    Kurz zur S4:
    Den Lärm wird nicht die S4 verursachen. So laut sind S-Bahnen nicht. In die Lärmberechnungen sind die Güterzüge, die nach der Fertigstellung der Fehmarn-Belt Querung durch Ahrensburg fahren werden eingeflossen. Diese Züge verursachen den Lärm.
    Zusätzlichen Lärmschutz gibt es aber nur bei baulichen Veränderungen am Gleis (also im Zuge der S4).
    Ohne S4 rollen die Güterzüge trotzdem durch Ahrensburg, so viel wie die Gleise hergeben. Das hat die Bahn schon angedeutet.

    Die einzig wirksamen Möglichkeiten, sich vor dieser Zunahme der Güterzüge zu schützen, ist Einfluss auf die Route der Züge zu nehmen, oder die feste Fehmarn-Belt Querung zu verhindern. Wir sind für letzteres.

    In der gemeinsamen Sitzung der UA/BPA vor der Sommerpause haben wir ein Gutachten zu den rechtlichen Möglichkeiten der Stadt erhalten.
    Darin wurde deutlich, dass die Stadt die Gestaltungshoheit über das Ahensburg Stadtgebiet hat und dementsprechend eine starke Position gegenüber übergeordneten Planungen, wie die der Bahn.

    Ich habe meine Frage an den Gutachter bewusst gewählt. Nicht nur die Bahn macht übergeordnete Planungen, die das Ahrensburger Stadtgebeit betreffen.

    Im übrigen; ihre Schlussfolgerung, dass der Bürgermeister oder sonst wer die Grundstückspreise zum Schaden der Ahrensburger BürgerInnen drücken würde, kann ich nicht nachvollziehen. Diese Argumentationskette wirkt auf mich etwas sehr herbeikonstruiert.

    Gruß
    Christian Schmidt

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Schmidt –

      vielen Dank für Ihren sachdienlichen Kommentar. Dass es die Güterzüge sind, die den Lärm bringen werden, sollte eigentlich allen klar sein.

      Da der Bürgermeister mit seinem Amtseid u. a. auch versprochen hat, zum Wohl der Bürger von Ahrensburg zu arbeiten, wird er wohl auch alle Anstrengungen unternehmen, um den Schaden von der Stadt abzuwenden. Kilometerlange Güterzüge bei Tag und Nacht sind der größte Eingriff in die Stadt seit dem 2. Weltkrieg; und ich kenne keinen Ahrensburger Bürger, der sich das wünscht. Warum müssen diese Züge mitten durch die Stadt rasen? Weil dort der Bahnhof ist? Aber der ist nicht für Güter- sondern für Personenzüge gebaut worden.

      Ich habe nicht umsonst für Jamaika in Kiel geworben. Zum einen kommt der Verkehrsminister aus Ahrensburg, zum anderen sitzen die Grünen mit in der Landesregierung. Da wird Fehmarn-Belt ja wohl gekippt werden können, bzw. eine andere Zugroute eingerichtet werden. 😉

      Zu den Immobilienwerten: Bauamtsleiter Kania hat in der Versammlung unmissverständlich gesagt, durch größeres Angebot an Neubauten werden die Bodenpreise in Ahrensburg gedrosselt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Harald Dzubilla

      1. P. Kersten

        Wenn der Bauamtsleiter das nicht so gemeint hat, wie Sie hier schreiben, dann könnte er das an dieser Stelle ohne Probleme berichtigen. (Nebenbei: Ich habe es auch so verstanden, wie Sie es zitieren, Herr Dzubilla.)

  8. Britta S.

    Eine Drosselung der Baulandpreise wäre kontraproduktiv für Ahrensburg. Wenn die Baulandpreise in Ahrensburg stagnieren, während sie in anderen Gemeinden und insbesondere in Hamburg weiter steigen, entsteht genau der Sog, nach Ahrensburg zu ziehen, den der SPD-Vorsitzende Proske bereits jetzt unterstellt hat. Ahrensburg hat in den vergangenen Jahren ein Baugebiet nach dem anderen erschlossen und auch damit die Bodenrichtwerte auf die Hälfte der Hamburger Bodenrichtwerte gedrückt. Damit ist erst der Bedarf geweckt worden, dass immer mehr Familien nach Ahrensburg ziehen wollen.
    Die Grundstücke für Einfamilienhausbebauung auf dem Erlenhof waren für Hamburger ein Schnäppchen. Die Grundstücke im Landschaftsschutzgebiet wären für Hamburgr wieder ein Schnäppchen. Die langfristigen Folgen einer derart verfehlten Siedlungspolitik müssen aber alle Ahrensburger tragen.

  9. Frank B.

    Die Hamburger sind nicht so blöd, ihre Landschaftsschutzgebiete zu zerstören. Die Stadt Ahrensburg tut dies aber ohne Not! Was für ein Irrsinn!

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Noch ist ja nichts passiert. Entscheidend ist, dass die Bürger wachsam sind. In der gestrigen Einwohnerversammlung konnte man davon leider nur wenig erkennen. Die meisten ließen sich einlullen von den Worten, die von der Bühne kamen, und den Charts, die niemand lesen konnte. Neben mir hatte ein Herr sogar die Augen geschlossen.

      Nota bene: Im kommenden Jahr ist Kommunalwahl!

  10. Martens

    Wenn die endlos langen Güterzüge erst durch Ahrensburg donnern, dann werden die Grundstückspreise fallen wie die Blätter im Herbst. Schon heute frage ich mich: Wer will denn auf dem Lindenhof wohnen, so direkt neben den Bahngleisen? Ich auf jeden Fall nicht.

  11. Fritz aus Ahrensburg

    Die Stadt Ahrensburg will verhindern, dass die Ahrensburger Hausbesitzer weiterhin an der allgemeinen Wertenwicklung von Häusern und Grundstücken teilhaben können. Das ist der Dank des Bürgermeisters an die Bürger, die ihn gewählt haben.

  12. H.J. Lange

    Sie mögen mir erlauben, einige bekannte Grundsätze in Erinnerung zu rufen:
    1)
    In Deutschland befindet sich Wohn-Eigentum in der Grö0enordnung von etwa 40 % in Privatbesitz. Somit können 60 % der Menschen Wohneigentum weder erwerben, noch an die Kinder vererben und auch nicht entsprechend für das eigene Alter vorsorgen.
    2)
    Die Nachfrage nach so genanntem „bezahlbaren Wohnraum“ kann in aller Regel und in städtischen Regionen nur durch die Errichtung von Miet-Wohnungsbau ausgeglichen werden. Diese starke Nachfrage ist auch das Ergebnis zu niedriger Löhne, leider bestätigt durch eine ausgeprägte Kinderarmut.
    3)
    Es ist nicht möglich, eine unstreitige Nachfrage nach Wohnraum oder gar „bezahlbaren Wohnraum“ dadurch zu befriedigen, dass Gemeindegrenzen für Wohnungssuchende geschlossen werden, so, wie es einige Ahrensburger gerne verlangen.
    4)
    Die Nachfrage nach Wohnraum und die Mieten sinken, sofern insgesamt mehr Wohnraum errichtet als nachgefragt wird.
    5)
    Es macht Sinn, vorhandene Infrastruktur doppelt zu nutzen:
    Also etwa den Luftraum über U- und S-Bahnhaltestellen oder über dem so genannten „Tunnel“ in der Mitte der Stadt Ahrensburg. Dort sind Parkhäuser, Geschäfte, Büros, Wohnraum aller Art, Kombinationen und kompakt in die Höhe strebend möglich.
    Im Bereich „Tunnel“ und im Bereich der U- und S4 Haltestelle Ahrensburg West befinden sich große Flächen im städtischen, bzw. öffentlichem Besitz. Deshalb könnte dort die Stadt Ahrensburg großen Einfluss auf die tatsächliche Errichtung öffentlich geförderter Wohnungen nehmen. (Mindestens 1.000 Wohnungen sind dort möglich).
    Anmerkung: Derartige Ideen wurden bereits 2008 in der „Zukunftswerkstatt“ entwickelt.
    6)
    Derartige Überbauungen machen dort „Lärmschutzwände“ überflüssig.
    HJL

    1. Eigenheimer

      Angenommen, Sie haben für Ihre Altersvorsorge einen Goldschatz gekauft und in Ihren Keller gelegt. Und als Sie Ihr Gold versilbern wollten, werfen mehrere Länder größere Goldreserven auf den Markt. Glauben Sie, dass Ihr Goldschatz dann immer noch soviel Wert hat wie zuvor?

      Und genauso ist es auch, wenn Sie für Ihre Altersvorsorge eine Immobile in Ahrensburg erworben haben: Wirft die Stadt neue Grundstücke auf den Markt, fällt auch der Wert Ihrer Immobilie. Und dann ist es möglicherweise nichts mehr mit Stadtresidenz oder Rosenhof, weil dafür Ihr Geld nicht mehr ausreicht, um einen angenehmen Lebensabend zu finanzieren.
      🙁

      Der Bürgermeister hat da besser vorgesorgt, denn nach meinem Wissenstand hat er seine Immobilie in Schwerin nicht aufgegeben.

  13. Britta S.

    Hallo Herr Lange,

    in Ihrem Beitrag geht es um sehr unterschiedliche Punkte, die m.E. auch unterschiedlich eingeordnet werden sollten:

    a) die Nachfrage nach gefördertem Wohnraum. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage wird von der Stadt Ahrensburg seit Jahren immer wieder vermieden und vertagt. Die Stadt sieht sich bis heute nicht beauftragt, für diesen so genannten bezahlbaren Wohnraum Flächen zu erwerben oder zur Verfügung zu stellen. Im Gegenteil: Die Stadt hat einen Großteil der Flächen, die in ihrem Besitz waren in den letzten Jahren an Investoren verkauft, siehe Beimoor-Süd oder Lindenhof. In beiden Fällen hätte der Bürgermeister die Möglichkeit gehabt, dort auf die Errichtung von Sozialwohnungen zu drängen. Er hat es nicht getan.

    b) der Vorrang von innerstädtischer Verdichtung vor der Erschließung neuer Wohngebiete: Hier stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Die Verdichtung und Umnutzung von Flächen sollte immer Vorrang haben vor der Erschließung neuer Baugebiete auf der grünen Wiese. Sie haben immer wieder darauf hingewiesen, dass es im Ahrensburger Westen die Möglichkeit gibt, über innerstädtische Verdichtung auch preiswerten Mietwohnungsbau zu ermöglichen. Auch diese Vorschläge hat die Stadt nie aufgegriffen. Stattdessen wird an der Hamburger Straße demnächst wieder ein große Zahl von teuren Eigentumswohnungen und Mietwohnungen gebaut. Offensichtlich hat die Stadt nie nach Investoren gesucht, die bei dafür geeigneten Flächen, wie z.B. alte Reitbahn, gut und günstig geförderten Wohnraum erstellen können.

    c) Es ist nun mal so, dass in Ahrensburg aufgrund der städtebaulichen Entwicklung der Anteil an Eigenheimbesitzern traditionell hoch ist. Das heißt nicht, dass es sich hier um reiche Leute handelt. Das eigene Häuschen ist für viele Ahrensburger eine Lebensleistung, für die sie jahrelang gespart und abbezahlt haben. Wenn nun die Stadt daherkommt und neue Baugebiete erschließen will, damit die Baulandpreise nicht mehr weiter steigen, heißt dies, dass gerade diese Leute im Alter für ihr Häuschen weniger Geld bekommen, als ihnen eigentlich zusteht. Das ist Betrug an den Bürgern, die diese Stadt mit aufgebaut und wohlhabend gemacht haben.

    Viele Grüße
    Britta

  14. Wolfgang König

    Wonach hat der Sachverständige Dittmar seine Schallpegel berechnet? Er wusste weder die Anzahl der gegenwärtigen noch der zukünftigen Güterzüge, die täglich bzw. nächtlich Ahrensburg durchqueren werden, noch kann er die Fahrpläne 2028 kennen. Der Maximalpegel entsteht, wenn zwei Güterzüge und zwei S-Bahnen zeitgleich Ahrensburg auf ausgefahrenen Gleisen durchqueren an deren jeweiligen Schnittstelle. Mehr geht nicht. Bei diesem Extremwert müsste die Schallschutzwand in Höhe der Ahrenesburger Hochbauten um Bahnhof und Lindenhof vielleicht zwölf Meter hoch werden und könnten auf der Höhe Lokschuppen und Alte Meierei wegen der schalldämmenden Garagendecks möglicherweise ganz entfallen. Sicherlich gibt es in der Höhe Zwischenlösungen in Struktur und Begrünung, die den Schall noch besser brechen.
    Für den Menschen wird an Schallschutz gedacht, aber wie ist das mit den Tieren im Naturschutzgebiet Tunneltal?
    Die kurze Trasse über das Dorf Woldenhorn von Hamburg nach Lübeck hat uns das Kaiserreich eingebrockt. Damit müssen wir nun Leben.
    Die netten Statistiken und Prognosen von Herrn Kania waren beeindruckend. Irgendwo in seinen Darstellungen erschien der Hinweis, dass die Innenverdichtung der Außenbebauung vorgezogen werden soll. Überall in der Stadt ist dies in den letzten Jahren deutlich erkennbar. Dass nur 30 WE pro Jahr als Innenverdichtung im Bebauungsgebiet hinzu gekommen sein sollen, ist wenig glaubhaft. Da wird der geforderte straßenbezogene Nachweis aus dem Süden für Klarheit sorgen. 2016 sind allein im Reeshoop 20 WE hinzugekommen. 2017 kommen allein in der Manhagener Allee fast 30 WE hinzu. 2018 werden es an der Hamburger Straße und am Lindenhof ca. 300 WE werden. Wie ist es mit den Bebauungsvorschlägen von Oberbaurat Thiele an seinem Tor Ahrensburg West, Kastanienallee, im Industriegebiet West (Rohrbogenwerk), an der Nordseite des Stormarnplatzes, der Wohnraumschaffung für Senioren usw.? Am Beimoorweg und im Gewerbegebiet Nord gibt es bereits über 100 WE. Warum können dort nicht noch mehr WE entstehen? Auf der alten Reitbahn sollen WE entstehen. In dem jetzigen FNP-Entwurf haben die Parteien im Innenstadt-Bereich Kleingarten-Flächen und die Badlantic-Fläche als Bauflächen erstritten. Warum will die Verwaltung bei dieser Wohnraumschaffung im Innenstadtbereich auf die Landschaftsschutzflächen im Außenbereich unserer Stadt mit „Grüngürtel und Biotopverbundflächen“ zurückgreifen?
    Seit dem letzten Flächennutzungsplan sind über vier Jahrzehnte des Wandels vergangen und über 20 Mal ist der Flächennutzungsplan problemlos geändert worden. Keine Landesregierung hat einen Bürgermeister wegen eines neuen FNP gemahnt oder gar verklagt – Frau Pepper schon gar nicht. Warum hat Herr Sarach nun die Befürchtung, seine Dienstpflicht nicht zu erfüllen? Da wir keiner kommen, der ihn von B4 auf B2 herabstuft. Vielleicht erhofft er sich noch B5?
    Neu für mich war die IG Tunneltal. Vor über zwei Jahren habe ich bereits in Kiel beantragt, dass das Land S-H über Bonn in Brüssel beantragen möge, unser Ahrensburger Kleinod, das wohl schönste Tunneltal der Welt, festgestellt durch Dr. Alfred Rust, ausführlich beschrieben durch den Geologen Gripp , historisch, geologisch und biologisch als UNESCO Welt- Natur- und Kultur-Erbe festschreiben zu lassen. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass der Vorgang unverzüglich an das Archäologische Landesamt zur Stellungnahme weitergeleitet wurde. Warum die Geologen und Biologen nicht aufgefordert wurden, entzieht sich meiner Kenntis.

  15. Wolfgang König

    Hallo, Herr Eigenheimer oder so,
    seltsamerweise verfällt der Bodenpreis und der Mietwert in Ahrensburg und um Ahrensburg herum keinesfalls – trotz geplanter Lärmschutzwände und grober Eingriffe in den Landschaftsschutz. Im Gegeteil ist die ständige Wertsteigerung trotz Erlenhof, Lindenhof usw. nachweisbar. Im Hagen sind Quadratmeterpreise von 350 Euro erhandelbar. Daraufbefindliche Altbauten erzielen Höchstpreise. Und für über 40 Jahre alten Wohnraum in Großhansdorf sind 11 Euro pro Quardratmeter lässig drin. Häuser und Eigentumswohnungen erzielen Jahr für Jahr Höchstpreise. Siehe hier Erlenhof und Krankenhaus und achten Sie auf die Bebauung an der Hamburger Straße.
    Nicht die Ländereien im armen Schwerin erzielen Werterhalt oder gar Gewinn. Das macht die günstige Villa im Ahrensburger Villengürtel trotz Erlenhof und Flächennutzungsplan. Offenbar hat unser BM auch noch die Eigentumswohnung im Hagen und ist allen Widersprüchen zum Trotz auch noch dort gemeldet. Er hat wohl kaum im Wahllokal Kirchsaal Hagen am 24. 09. Wahlkampfreden geschwungen – eher den angebundenen Bleistift.
    Mit kapitalistischen Grüßen
    Wolfgang König

  16. Britta S.

    Hallo Herr König,
    haben Sie gerade im Lotto gewonnen? Ihr Beitrag klingt so euphorisch , als wären Sie einer der treuesten Unterstützer der Baupolitik des Bürgermeisters.
    Tatsächlich haben sich die Verkaufspreise bei Baugrundstücken endlich von den Bodenrichtwerten gelöst, die in Ahrensburg viel zu niedrig sind. Aber genau diesen Gewinn will der Bürgermeister den Grundbesitzern wieder wegnehmen , weil er einen weiteren Anstieg der Baulandpreise verhindern will. Der Bürgermeister will also durch ein künstliche Erhöhung des Angebots unterbinden, dass das derzeitige Spiel zwischen Angebot und Nachfrage auch in Zukunft die Preise bestimmen kann.
    Hier noch etwas zu den Bodenrichtwerten. Die Bodenrichtwerte lagen im Waldgut Hagen im Jahr 2002 bei ca. 250 Euro pro Quadratmeter, bezogen auf ein Fläche von 600 Quadratmeter. Die derzeitigen Bodenrichtwerte liegen im Waldgut bei 325 Euro pro Quadratmeter. Zieht man die Inflationsrate ab, dann ergibt sich bei den Bodenrichtwerten im Waldgut Hagen eine Wertsteigerung von Null Prozent zwischen 2002 und 2017. Wenn Sie also Preise um die 350 Euro pro Quadratmeter als Triumph feiern, dann ist das im Grund ein Skandal , weil die Grundeigentümer damit fast die gleichen Preise bekommen wie im Jahr 2002. Dazu muss man wissen, dass sich in Hamburg in der Zeit zwischen 2002 und 2017 die Bodenrichtwerte um mehr als 100% gesteigert haben. Sie lagen im Jahr 2002 bei 270 Euro pro Quadratmeter, und sie liegen heute bei über 600 Euro pro Quadratmeter. Während das Waldgut Hagen im Jahr 2002 also knapp im Hamburger Mittelfeld lag, sind die Preise im Vergleich zu Hamburg seither um die Hälfte abgesackt. Es ist also dringend nötig, dass die Grundstückspreise in Ahrensburg weiter steigen, damit Ahrensburg nicht weiterhin zum Schnäppchen für die Beutezüge von wohlhabenden Hamburgern oder von noch mehr Investoren und Gundstücksgsellschaften wird.
    Gruß
    Britta

  17. Frank B.

    Wer sich beim Makler den Grundstückswert über ein Verkehrsgutachten berechnen lässt, bekommt eine so genannte Wertermittlung, die auf den Bodenrichtwerten beruht. Ist das Grundstück besonders groß, dann sinkt der Bodenrichtwert immer weiter ab. Besonders ältere Menschen lassen sich durch derartige Berechnungen darüber täuschen, dass der tatsächlich erzielbare Wert höher ist. Danach kauft ein Investor das Grundstück, teilt es in mehrere kleine Grundstück auf und erzielt durch den Verkauf von Häusern und Wohnungen auf Minigrundstücken Höchstpreise. Der Grundstückspreis kann sich durch Teilung und Neubebauung mit mehreren Wohneinheiten vervielfachen.
    Wer aber in Volksdorf oer Rahlstedt ein Grundstück verkauft, ist weitaus besser dran, weil dort die Bodenrichtwerte etwa doppelt so hoch sind wie in Ahrensburg. Wenn man wissen will, wie die Wertentwicklung wirklich einzuschätzen ist, muss den Blick auf Hamburg richten und nicht auf Schwerin. Nur dann kann man verstehen, warum die Investoren und Immobiliengesellschaften so scharf darauf sind, dass in Ahrensburg neue Baugebiete erschlossen werden.

  18. Ahrensbürgerin

    Wer würde davon profitieren, wenn in Ahrensburg die Grundstückspreise nicht weiter steigen? Die Antwort ist klar: die Grundstücksentwickler und Investoren , die damit ihre Gewinne in Ahrensburg noch weiter steigern könnten.

  19. Hans Wurst

    Zu bedenken ist auch, dass die Stadt Ahrensburg mit der Grunderwerbssteuer an dem Kauf von Baugrundstücken und anschließend mit der jährlichen Grundsteuer für die hochwertig bebauten Grundstücke.

  20. H.J. Lange

    Erlauben Sie mir dazwischen zu fahren:

    Die mit Wohneigentum gut versorgten Ahrensburger mögen heftig über den Wert ihrer Besitzstände diskutieren. Sie diskutieren auf dem bekannten, vergleichsweise hohen Niveau.
    Dagegen hat das Ergebnis der Bundestagswahl ein gesellschaftliches Grundproblem zu Tage gefördert, die so genannte Sozialfrage.
    Sie ist in Artikel 20 Abs. 1 Grundgesetz als Anspruch nachzulesen: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“. Oder auch in Artikel 14 Abs. 2 GG: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
    In der Alltagsrealität zeigt sich dieser Anspruch nicht.

    Am letzten Sonntag 18:00 Uhr zeigte sich, das auch „die Sozialdemokratie“ samt St. Martin dieses Ziel nicht mehr vermitteln kann.

    Der Niedriglohnsektor, allerlei befriste Arbeitsverträge, „prekäre Situationen“ usw. fordern das Anpacken der „Sozialfrage“ und als – Pflicht – der Gesellschaft, des Staates und auch der Stadt Ahrensburg. Dazu gehört die Grundversorgung mit Wohnraum, deren Miete in einem akzeptablen Verhältnis zum Einkommen steht – sofern nicht alternativ die Einkommen entsprechend ansteigen.
    Lesehinweis:
    „DER SPIEGEL“ Nr. 35 / 2017 Seite 78 / Untertitel: “ … Die soziale Marktwirtschaft verspricht, dass an ihrem wirtschaftlichen Erfolg alle teilhaben können … „. Und ein Zitat: „Dramatisch ist die Entwicklung bei den unteren 40 Prozent, die schon 1993 lediglich 1,8 Prozent des Gesamtvermögens unter sich aufteilten. Von 2000 an sank ihr Anteil in den negativen Bereich auf minus 0,8 Prozent. Was schlicht bedeutet, dass viele Menschen in diesem Land nichts besitzen außer Schulden.“.
    Wo bleibt die Moral und die 2015 so dramatisch gepriesene Mitmenschlichkeit ?
    HJL

  21. Koslowsky

    Stimmt, Herr Lange. Warum können nicht alle Ahrensburger Bürger im Sommerpark oder wenigstens in der Parkallee wohnen! Und warum können einige Leute in Ahrensburger Restaurants gehen, während ich meine Grundversorgung bei Aldi vornehmen muss! Ich meine, es ist unsozial, dass z. B. ein Diplom-Ing. mehr verdient als ein Paketzusteller, zumal letzterer mehr auf den Beinen ist. Und es wäre eine schöne Geste der Stadt gewesen, wenn sie im Fasanenhof auch ein paar Wohnungen für Migranten zur Verfügung gestellt hätte. Stattdessen müssen viele Menschen in Ahrensburg in Bruchbuden wohnen und unter den Brücken der Stadt schlafen, damit sie wenigstens ein Dach überm Kopfe haben.

    Natürlich könnten Menschen, denen Ahrensburg zu teuer ist, auch nach Ammersbek ziehen, aber wer will denn schon in einem solchen Kaff leben! Und Sie? Wohnen Sie in Mecklenburg-Vorpommern, wo der Wohnraum nicht nur reichlich vorhanden ist sondern auch günstig zu haben ist? Falls nicht, dann aber nichts wie hin!

    Und warum, Herr Lange, gibt es Leute, die einen Porsche fahren, während ich auf mein altes Damenfahrrad angewiesen bin???

  22. H.J. Lange

    Mein lieber Koslowsky,
    die Antwort auf Ihre Fragen ist einfach:
    Weil Sie die Zusammenhänge immer noch nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen.
    Stattdessen machen Sie sich lustig über die soziale Schieflage und die Not anderer Menschen.
    Übrigens:
    Bekanntlich sagen berufliche Abschlüsse und Tätigkeiten zunächst nichts über die Einkommen aus:
    Ihr Beispiel, Dipl.- Ing. gegen Paketzusteller, ist schlicht lächerlich, weil anzunehmen ist, dass ein Paketzusteller, der Ihnen die von Ihnen im Internet bestellten Waren in Ihr schönes Eigenheim bringt – selbst wo wohnt und Mühe hat die Miete zu bezahlen ? Fragen Sie ihn doch mal.
    Dipl.-Ingenieure, Theologen, Hochschullehrer fahren Taxi. Warum ? Fragen Sie doch mal den Fahrer bei Ihrer nächsten Taxifahrt – zum Aldi.
    HJL

  23. Ahrensbürgerin

    Hallo Herr Lange,
    Sie weisen zurecht darauf hin, dass Wohnungsbau für sozial Schwache und Menschen mit geringem Einkommen in den Planungen der Stadt keine Rolle spielen. In Ahrensburg-West bestünde die Möglichkeit, durch Geschosswohnungsbau in der Nähe der Bahnstrecke eine hohe Zahl an günstigen Wohnungen herzustellen. Bisher hat die Verwaltung sämtliche Hinweise auf diese Bebauungsmöglichkeit ignoriert. Stattdessen werden in Ahrensburg Luxuswohnungen en Masse gebaut, die sich selbst Menchen mit einem ordentlichen Einkommen nicht mehr leisten können. Viele Menschen mit einem bescheidenem Einkommen müssen jetzt schon aus Ahrensburg wegziehen, weil sie sich die hohen Mieten nicht mehr leisten können. Den SPD- Bürgermeister und die meisten Stadtverordneten kümmert dies anscheinend herzlich wenig.

    1. H.J. Lange

      Hallo Ahrensbürgerin,
      Sie sehen es richtig. Das Potential für Wohnungsbau im Groß-Bereich der U- und S-Bahnhaltestellen Ahrensburg West bis incl. „Rohrbogenwerk“ ist enorm: 1.000 Wohnungen.
      Die alte Erfahrung lehrt jedoch:
      Kommt ein Bürgermeister von außen ins Rathaus, ist das gut.
      Kommen kreative Idee von außen ins Rathaus, stören die nur.

      ISEK = Integriertes Stadt-Entwicklungs-Konzept.
      Das ISEK hatte den Anspruch, die Ergebnisse der „Zukunftswerkstatt“ 2008 zu repräsentieren. Leider wurde dieser Anspruch in wichtigen Teilen nicht umgesetzt.
      Dazu gehrt auch die Umwandlung des Großgebietes „Ahrensburg West“.
      Das Gebiet könnte seit 2008, und 2017 immer noch ab sofort und konkret überplant werden.
      Das Gebiet könnte entsprechend in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden.
      Könnte, denn auf der Einwohnerversammlung am 26.09.2017 hatte sich die Verwaltung diesem Umstand erneut verweigert. Das tatsächlich heftig diskutierte Ausweisung von Baugebieten „im Süden“ des F-Planes wurde dagegen von der Verwaltung verteidigt.
      Warum ?
      Antwort an Herrn Siemers: „Im Süden“ sind überwiegend Einfamilienwohnhäuser geplant.
      In „Ahrensburg West“ bietet sich „nur“ Miet-, bzw. Geschosswohnungsbau an.
      HJL

  24. Petra

    Ich stelle fest, dass meine gestrige Frage weiterhin nicht beantwortet ist. Ich wiederhole diese Frage also noch einmal. Die Frage lautet: Und warum empören sich nicht die Grünen gegen die geplante Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten?

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