„Jeder kann der Kirche helfen“, gerade die Nichtmitglieder

Heute hat Mira Frenzel in der Stormarn-Beilage einen Kommentar verfasst. Überschrift: „Jeder kann der Kirche helfen“. Warum allerdings jeder das tun sollte, fragt sich der Leser zuerst und denkt: Eigentlich sollte die Kirche doch jedem helfen, zumindest aber ihren eigenen Mitgliedern.

(Bild: Szene Ahrensburg)

(Bild: Szene Ahrensburg)

Und dann berichtet Mira F. von den Kirchenaustritten in Ahrensburg, erzählt, dass die Kirche ihr Gemeindehaus an der Sankt Johanneskirche an die Stadt verpachten wollte. Eine Verpachtung ist mir neu, denn ich hatte immer geglaubt, die Kirche wollte dieses Gebäude, nachdem sie das Gemeindeleben dort beseitigt hatte, an die Stadt verkaufen, um dort eine Kita einzurichten.

Und Mira Frenzel kommt zur eigenen Erkenntnis, dass es eben solche „unpopulären Maßnahmen“ waren, die zu den vielen Kirchenaustritten geführt haben. Dass Kirchenaustritte schon zuvor erfolgt waren und eine „unpopuläre Maßnahme“ der Kirche u. a. auch deren Reaktion auf den Missbrauch von Schutzbefohlenen zurückzuführen ist, hat Mira F. offensichtlich gar nicht mitbekommen. Genausowenig das unglaublich schlechte, unchristliche Benehmen von Propst Buhl, Pastorin Botta und Kirchengemeinderat.

Dass nun weitere Kirchen im Kirchenkreis Ost geschlossen werden sollen, ist für Mira F. „nachvollziehbar“, denn sie hat den Kirchengemeindebrief gelesen. Und die Schreiberin kommt zum Fazit ihres Kommentars: „Wenn aufgrund des Spardrucks kirchliche Einrichtungen geschlossen werden, müssen die Menschen weitere Wege in Kauf nehmen. Das sollte zumutbar sein – wollen die Gläubigen ihre Kirche vor dem Exodus bewahren.“

Was für einen Unfug hat die junge Frau hier verfasst! Marketingtechnisch gesehen – sprich: weltlich betrachtet – bedeutet es: Wenn ein Produkt nicht mehr stimmt und viele Verkaufsstellen es nicht mehr führen, weil immer weniger Konsumenten es haben wollen, dann müssen die übriggebliebenen Kunden eben weitere Wege in Kauf nehmen, um den Hersteller vor dem Konkurs zu bewahren.

Auf die nächstliegende Idee, das „Produkt Kirche“ zu reformieren (marketingsprachlich: relaunchen), wie es dermaleinst ihr Gründer Martin Luther getan hat, kommt die Kommentatorin gar nicht. Auch nicht auf die Idee, dass Gemeinde & Pastoren eng verbunden sind.

Postskriptum: Heute berichtet Mira Frenzel schon wieder aus Rumänien, was sie doch vor 10 Tagen erst getan hat. Ich vermute, die junge Dame ist mehr in Siebenbürgen als in Ahrensburg.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Mai 2015

13 Gedanken zu „„Jeder kann der Kirche helfen“, gerade die Nichtmitglieder

  1. Sabine Heinrich

    Dieser Artikel ist an Naivität nicht mehr zu überbieten! Hat Frau Frenzel nichts von dem mitbekommen, was in den vergangenen Jahren in Sachen Kirche in Ahrensburg geschehen ist?
    Wird die Stormarnbeilage nun gänzlich unkontrolliert den Lehrlingen überlassen?
    Nun – ich freue mich auf den nächsten ausführlichen Rumänien-Bericht. Worüber soll man auch sonst schreiben, da es doch in Ahrensburg offensichtlich kein Thema gibt, über das es sich zu schreiben lohnt – es sei denn, es ist mal wieder ein Unfall passiert. 😉

  2. HJLange

    Hochgradig grotesk
    ist die Unterstellung der Bezahlzeitung „Hamburger Abendblatt“ am 28.05.2015, ein „Kirchenblatt“ (Nr. 87 und 88) würde Wahrheiten verbreiten, auf die die Zeitung sich recherchefrei berufen dürfe.

    Im Kirchenblatt Nr. 87 hatte Propst Buhl die rechtliche Grundlage des sog. „Beauftragtengremiums“ („BAG“) falsch formuliert = absichtlich täuschend = lügend.
    Tatsächlich wurde das sog. „BAG“ illegal eingesetzt (Nachweis wie immer bei mir).

    Im Kirchenblatt Nr. 88 versucht es die Vorsitzende des sog. „BAG“, Frau Pastorin Wegmann, mit butterweichen Formulierungen – obwohl sie weiß, dass sie und ihr Willkür-Gremium illegal eingesetzt wurde und illegal arbeitet. Dessen Entscheidungen sind im Zweifel rechtlich nichtig – neben ihr sitzt der Kreis-Justiziar Herr Nikolai.

    Niemand der 10 im sog. „BAG“ sitzenden Personen hat ein Mandat des Kirchenvolkes.
    Dem wurde Ende 2014 der letzte Rest von Mitsprache in der eigenen Gemeinschaft verweigert (Nun bereits seit fünf Monaten). Das Kirchenvolk wurde von der Kirchenadministration quasi entmündigt – aber bezahlen darf das Volk – immer gerne auch zwangsweise.

    Merke: Die in der Kirchenadministration arbeitenden Personen bedienen sich aus Kirchensteuern selbst. Sie sind davon persönlich wirtschaftlich abhängig. Da ist es offenbar angebracht, hochmütig abzuheben, um selig zu schweben:

    Das Mitglied des sog. „BAG“, Herr Kirchenkreissprecher Koch, erklärt der Bezahlzeitung,
    über den künftigen Bestand kirchlicher Räumlichkeiten würden dann kirchliche „Synoden“ *) bestimmen – im nächsten Jahr, also aus seiner Sicht rechtzeitig vor einer geplanten legalen Wahl zum nächsten legalen Kirchengemeinderat.
    Ergebnis: Wieder mal werden die alles tragenden Gemeindemitglieder über derartig strukturelle und existenzielle Fragen vorgeplant nicht befragt, also etwa über den Bestand des eigenen Kirchengebäudes.

    Ist das alles mit dem Staatsvertrag und dem Strafrecht vereinbar ?
    Demokraten laufen laut schreiend davon.
    Was aber tun die letzten Protestanten ?

    Gesucht wird ein „Neuer Martin Luther“.

    *) Eine „Synode“ ist eine sich selbst zusammensetzende Versammlung, die so tut und handelt, als sei sie demokratisch legitimiert. Danach verkündet sie ein Gesetz, dass es den legalen Kirchengemeinderäten erlaubt, die eigene Legislaturperiode um zwei Jahre zu verlängern. Bitteschön: Was ist daran legal oder demokratisch oder gar christlich ?
    HJL

  3. Sabine Heinrich

    Aber – lieber Herr Lange, machen wir uns doch nichts vor – ein „neuer Martin Luther“ wäre doch in Ahrensburg auch nicht erwünscht, weil er zu laut wäre!
    Sie, ich und andere haben es doch erlebt: Selbst von Leuten, welche z.B. die Johanneskirche retten wollen, sind wir nicht erwünscht, weil wir kritisch sind und unserer Kritik nach außen Ausdruck verleihen.
    Wer nicht die „Lämmchenposition“ gegenüber den unsäglich arroganten, menschenfeindlichen , gesetzesbrechenden Kirchenoberen einnimmt, ist – und könnte er/sie noch so viel für die Sache der Kirche tun und bewegen wollen – unerwünscht.
    Traurig – aber leider wahr! Sie wissen das genauso wie ich!
    Und die arrogante unchristliche Obrigkeit weiß das auch und handelt entsprechend.

  4. HJLange

    Aber Frau Heinrich – Sie fordern doch den Widerspruch absichtlich heraus:
    „Luther“ war extrem unerwünscht
    und er hatte doch mit seinem Hammer des Nagels Kopf getroffen.
    Nehmen wir alle zuerst einmal die Faust aus der Tasche und dann damit einen Hammer …..

    Und ich verrate Ihnen im Vertrauen:
    Ausgerechnet die imposante Erscheinung der Frau Pastorin Wegmann hatte meine Wenigkeit in Ihrer ersten öffentlichen „BAG“-Sitzungs-Andacht als „Wolf“ in der Lämmerherde entlarvt.
    Ich fühle mich geehrt – oder bin ich doch nur ein Wolf unter vielen Wölfen ?
    Doch – ich gehe davon aus.
    HJL

    1. Sabine Heinrich

      Wie hat sie das denn gemacht, Herr Lange?
      Geht sie eigentlich anders mit Fragestellern um als z.B. Herr Buhl, den (und beileibe nicht nur ihn) ich im Umgang mit Gemeindemitgliedern als äußerst arrogant und fern eines demokratischen Verhaltens erlebt habe?
      Ich finde es übrigens äußerst interessant zu beobachten, dass oft ausgerechnet Angehörige der Jahrgänge, die unter einem weniger strengen Reglement aufgewachsen sind und sehr viele Freiheiten hatten bzw. sie sich genommen haben – sich später im Erwachsenenalter in Machtpositionen (Politik, Kirche) egoistisch und wenig demokratisch verhalten.

  5. Lorenz

    Was, geneigte Leser und Kommentatoren, halten sie von (G)Runderneuerung der Kirche in Ahrensburg?

    Pastorin Wegmanns Sozialisation ist geprägt von der Kirche im Sozialismus, sprich sie kommt aus der „DDR“. Mir gegenüber hat sie die Ansicht vertreten, daß die Kirchenaustritte begrüßenswert seien, da dies Ausduck der Trennung der Spreu vom Weizen sei. Mir ist fast die Spucke weg geblieben. …

    Mir ist mehr nach Vollkorn und Volkskirche.
    Da freue ich mich über einen Pastor wie Herrn Vogt, der seine Mittagsmahlzeit in der Mittagsbude der Gottesbuden einnimmt, um bei und unter den Bedüftigen zu sein.

  6. HJLange

    Hallo Frau Heinrich,
    der Kommentar von „Lorenz“ bestätigt meine Info über die Schulung von Frau Pastorin Wegmann in der früheren „DDR“, was zuerst erst einmal nichts besagt, aber zum Nachdenken anregt, wenn ihr taktisches und strategisches Handeln in der Gemeinde Ahrensburg beobachtet wird.

    Etwa das HA Stormarnbeilage titelt am 22.4.15 dazu / Zitat:
    „Ahrensburger Kirchenleitung tagt erstmals öffentlich. Fragen von öffentlichem Interesse werden aber weiterhin im Verborgenen erörtert“
    Der Zeitungstexter „(wend)“ dazu / Zitat:
    „In ihrer Andacht zu Beginn sprach die Pastorin von den guten Hirten, die es in Zeiten allzu großer Toleranz schwer hätten, ihre Herde vor Wölfen zu schützen. Wer mit den gefährlichen Wölfen gemeint war, blieb ungewiss. Die Kirchenkritiker in der Gemeinde können es nicht gewesen sein, denn sie schlichen nach einer Stunde wie bedröppelte Schafe nach Hause.“ Zitatende.

    All diese auffällig inszenierten Veranstaltungen (einschließlich der am 18.5.15) sind Futter für Gruppenpsychologen.
    Etwa die grundsätzlich verfassungswidrige Versammlung am 30.3.15, von der Frau Wegmann (fälschlicherweise) behauptet, das sei eine ordentliche „Gemeindeversammlung“. Ohne Applaus blieb bereits die gekonnt vorgetragene Szene, in der ein Versammlungsleiter eins-zwei-drei-wie-Zauberei hinter dem Pult stand. Toll.
    HJL

  7. Sabine Heinrich

    Ich frage mich seit geraumer Zeit, was die Kirchenobrigkeit damit bezweckt, die Kirchengemeinde Ahrensburg gezielt zerstören zu wollen – den Anschein hat es jedenfalls.
    Eigentlich kann es nur um Geld gehen. Je mehr Mitglieder der Kirche frustriert den Rücken drehen, desto unbehelligter können die Vermögensverwalter der ach so armen Kirche – wie uns immer wieder versucht wird, weiszumachen (über die millionenschweren Immobilien allein in Ahrensburg redet man lieber nicht) – nach übler Gutsherrenart tun und lassen, was sie wollen.
    Ach – Frau Wegmann ist ein Kind der DDR?
    Ob man sie wohl seinerzeit in der Gruppe der mutigen Kirchenleute gefunden hätte, welche die Protestierenden vor der Wende unterstützt haben?
    Wer so auftritt wie sie – eher nicht, davon bin ich überzeugt! Die Gesetzeslücken nutzen, welche die Demokratie bietet – das können oft gerade Leute, die aus Diktaturen kommen, sehr gut.
    Warum unterstützt sie nicht „ihre“ Leute in den Neuen Ländern und hat stattdessen hier schon eine Machtposition inne, die sie undemokratisch – arrogant ausfüllt?
    Das Schlimme ist, was viele Menschen sicher immer noch nicht wissen, dass die Gehälter für Pastoren, Pröpste, Bischöfe… weiterfließen und die Pensionen gesichert sind – unabhängig davon, wieviele Kirchensteuern noch gezahlt werden. Warum also sollten sie sich – wenn sie nicht christlich gesonnen sind – christlich verhalten?
    Danke Lorenz und Herr Lange für Ihre erhellenden Kommentare!

  8. mr.big

    Ich vermute ja, dass das auch kein Zeitungsbericht werden sollte, sonder Werbung für das neue Buch von Frau F. Arbeitstitel: „Wir Kinder vom Kirchenklo“….oder so….Nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Roman von „Christiane F.“ Übrigens, Frau F.: Zitronenfalter falten gar keine Zitronen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo „mr.big“! Bitte nicht so heftig auf Frau F. hauen! Immerhin, das werden Sie zugeben müssen, ist sie hübsch. Und möglicherweise gefällt sie sich einfach in der Rolle einer redaktionellen Ulknudel.

      PS: Außerdem sollten Sie nicht verallgemeinern! Wenn ich zum Beispiel ein paar Zitronen nehme, sie auspresse und dann falte, dann bin ich ein Zitronenfalter.

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