Ahrensburg: Frau Krogmann (WAB) betet

In der Rubrik „Parteien haben das Wort“ im Anzeigenblatt MARKT schreibt heute Brigitte Krogmann, die Vorsitzende der WAB. Ihr Leit- und Leidgedanke ist dabei der „ehrbare, Hamburger Kaufmann“– siehe die Abbildung!

(Bild: HDZ)

(Bild: HDZ)

Warum Brigitte Krogmann den Ehrbaren Kaufmann speziell mit Hamburg in Verbindung bringt, weiß ich nicht. Dass sie aber fordert, dass Verwaltung und Politik in Ahrensburg genauso nach den Grundsätzen eines Ehrbaren Kaufmanns handeln müssen, wie das auch in Wirtschaftsunternehmen der Fall sein sollte, das kann ich nur unterstreichen.

Aber ich komme zum Eigentlichen, nämlich zum letzten Absatz der WAB-Frau, wo sie schreibt:

„Abschließend können wir alle einfach nur hoffen (und beten), dass Ahrensburg außergewöhnlich hohe und unverhoffte Steuermehreinnahmen hat, dass projektbezogene Förderungen von Bund oder Land generiert werden können – und dass das Zinsniveau weiterhin auf einem sehr niedrigen Stand bleibt oder sogar weiter absinkt.“

Wenn ich diese Worte mal als Metapher auf ein Unternehmen übertrage, dann würde es so aussehen, dass ein Unternehmer die Hände in den Schoß legt und hofft, dass die Gehälter der Mitarbeiter nicht steigen werden, dass die Firma von der Steuerlast weitgehend verschont bleibt und dass der Firmeninhaber im Lotto einen 6er mit Zusatzzahl erwartet und deshalb darum betet.

Hoffnung, so sagt man, ist der Tod des Kaufmanns. Auch des ehrbaren. Und Gebete um Mammon werden vom lieben Gott möglicherweise gar nicht angehört, verehrte Frau Krogmann.

Wir als Bürger sollten nicht hoffen, sondern vernünftig wählen. Damit wir endlich mal einen Bürgermeister ins Rathaus bekommen, der nicht nur Verwalter ist, sondern auch ein Gestalter. Statt zu hoffen und zu beten, besteht die vordringliche Aufgabe darin, selber zu planen und anzupacken. Wenn neue Firmen nach Ahrensburg geholt werden, steigt das Steueraufkommen – zwar nicht sofort, aber langfristig betrachtet. Und wenn die Stadt die Geschäfte nicht in die Hände von auswärtigen Investoren legt, dann könnte sie hier auch Geld erwirtschaften.

Postskriptum: Warum ist der Ahrensburger Wochenmarkt noch immer nicht in Privathand? Warum sind die Tiefgaragenplätze unter dem Rathausplatz immer noch zugesperrt? Warum ist der “Schlossinsel-Pavillon” nach Plänen des Architekten Dipl.-Ing. Hermann Jochen Lange noch nicht gebaut, geschweige denn überhaupt diskutiert worden? Warum werden Gelder der Ahrensburger Stadtwerke nicht an die Rathauskasse abgeführt sondern ins Wiener Kontor nach Hamburg? Warum müssen die Ahrensburger Stadtwerke sowohl einen Laden in der Innenstadt haben als auch ein Büro im CCA? Warum muss Ahrensburg eine Leiterin für das Stadtmarketing haben, die ein Höchstgehalt bekommt, aber keine Sachkenntnis hat? Warum ist der Ausfall durch Krankheit im Ahrensburger Rathaus so hoch? Warum … und … so… weiter … und … so … fort…?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Februar 2015

10 Gedanken zu „Ahrensburg: Frau Krogmann (WAB) betet

  1. Hermann Jochen Lange

    Neben dem Hoffen und Beten besteht bekanntlich die Möglichkeit, die Bedingungen zu verbessern – beispielsweise durch das Orientieren an irdischen Regeln: Juristische Gesetze, Gesetze der Logik, der Plausibilität und des gesunden Menschenverstandes – der menschlichen und kaufmännischen Vernunft.
    Politische Parteien könnten sich zudem am vorhandenen Geld oder etwa auch direkt am “Maul des Volkes” orientieren – sie könnten “ehrbar” sein und die diejenigen vor die Tür setzen, die nachweislich nicht “ehrbar” sind.
    Das könnten neben der WAB selbstverständlich auch alle anderen Parteien (samt städtischer Verwaltungsleitung) – wenn sie wollten – meist wollen sie aber nicht – warum nicht ? – beten sie denn wenigstens ?
    Politikerinnen und Politiker könnten einfach mal ehrbare “Volksvertreter” sein.
    Das ist ihr vom Volk bezahlter Job !
    HJL

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Wozu ich die Einschränkung machen muss, dass es kein “Job” im üblichen Sinne ist, den die Stadtverordneten ausüben, und dass diese Tätigkeit auch nicht entsprechend bezahlt wird.

  2. Hermann Jochen Lange

    Hallo Herr Dzubilla,
    Sie haben einerseits Recht, sofern man für die Begriffserklärung des “Jobs” den “Gelderwerb” des Jobbers in den Vordergrund schiebt.
    Umgangssprachlich und zunächst wird “Job” jedoch mit “Aufgabe” erklärt.
    Der “Job” eines Kommunalpolitikers und einer Kommunalpolitikerin trägt bereits gemäß Grundgesetz einen sehr hohen -theoretischen- Anspruch (Meinungsbildung des Volkes / Mitgestalten des Gemeinwesens usw.).
    In der Kommune bringen die Damen und Herren ihre Lebenszeit ein, um sog. ehrenamtlich Millionen fremden Geldes treuhänderisch in welche Kanäle auch immer zu lenken.
    Zu Recht erhalten die Herren und Damen aus Steuergeld eine Art Entschädigung – mit welchem Namen auch immer versehen.
    Außerdem erhalten die Parteien -je nach dem- ebenfalls zu Recht Geld aus dem allgemeinen Steuergeldtopf.
    Für das Finden der “Volksvertreter” wird mit viel Steuergeld eine sog. Wahl veranstaltet.
    Die “Jobs” im gesamten Politikbetrieb sind ohne sehr viel Steuergeld nicht in Gang zu setzten und nicht in Gang zu halten.
    Dieser “Job”-auf-Zeit wird vom sog. Souverän hoch bezahlt – mit hohem Risiko – siehe oben.
    HJL

  3. Fridolin

    Der WAB- Kommentar im MARKT besteht aus hohlen Worten. nichts als hohlen Worten.. Kein eigenes Finanzkonzept, keine Aussage darüber, wie sich die desolate Finanzlage der Stadt verbessern ließe, keine Auseinandersetzung mit den Folgen der derzeitigen Finanzlage für die Stadt. Stattdessen eine Ansammlung von Gemeinplätzen. In welchem Wolkenkuckucksheim wohnt eigentlich die Vorsitzende der WAB?

    Es grüßt Sie

    Fridolin

  4. Wolfgang König

    Hallo, Fridolin,
    es ist doch schön, aus dem Hintergrund zu meckern und zu nörgeln. Treten Sie irgendeiner Partei bei und versuchen Sie, Abstimmungen zu beschleunigen und alles besser zu machen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang König

  5. Hermann Jochen Lange

    Am 11.Februar betet Frau WAB-Krogmann um “projektbezogene Förderungen von Bund und Land”.
    Am 13. Februar zeigt Herr CDU-Koch im Kieler Landtag auf das Land. und den Rechnungshof: Das Land “gibt unverändert mehr Geld aus als das Land einnimmt.” Das sei ein “vernichtendes Urteil.”, so Koch (HA 13.2.15 S. 14).
    Herr CDU-Koch betet also, dass in “seinem” Landtag mangels Masse keine Gelder u.a. in “Fördermittel” gewandelt werden, um damit in “seinem” Ahrensburg (ausgerechnet) “Städtebauförderung” zu betreiben – zusammen mit dem für diese Art “Förderung” erforderlichen Eigenanteil aus dem Ahrensburger Haushalt, der aber wegen Überschuldung nicht zur Verfügung steht – oder so ähnlich – irgendwie : Da hilft wohl nur noch beten.
    HJL

  6. Fridolin

    Hallo Herr König,
    Sie waren doch einmal Stadtverordneter. Was haben Sie denn so alles in Bewegung gebracht? Was haben Sie denn beschleunigt? Haben Sie dagegen protestiert, als Ihre WAB-Fraktion dem Bau des CCA und der Rampengasse zustimmte?
    Es grüßt Sie
    Fridolin

  7. Hermann Jochen Lange

    Damit ich nicht vergesse einzuräumen:

    Die kirchlichen Bet-Profis sind übrigens schuldenfrei (ev.- luth. Nordkirche).
    Zugegeben, dafür versucht sie die Bet-Räume abzustoßen, z.B. die St. Johanneskirche.
    Und zugegeben, diese Nordkirche steckt zugleich bis zur Bet-Krause im Immobilienreichtum – solange noch ein letzter Gläubige Kichensteuer zahlt, erfährt der nix über die Verwendung.
    Allerdings zugegeben, die Nordkirche benötigt mindestens 13 Millionen Euro für die Sanierung und die Erweiterung des Kieler Landeskirchenamtes – weit mehr als die Ahrensburger für ihr Rathaus ausgeben könnten – wenn sie hätten und einschließlich der nicht vorhandenen Landes-Fördermittel.

    Zugegeben, diese Nordkirche kann sogar demokratische Wahlen abschaffen. Zur Kosteneinsparung. So einer von mehreren offiziellen Gründen (kein Witz).
    Und zugegeben, diese Kirche versucht außerdem erfolgreich, sich nicht an die eigenen Gesetze zu halten. Auch diese Lebensvereinfachung spart den Bet-Profis Geld.
    Deshalb belügt der Herr Propst im aktuellen Kirchenblatt Nr. 87 kurzerhand die 13.500 Gemeindemitglieder, um sie vom Denken und Nachfragen abzuhalten:
    a) Warum finden seit fast drei Monaten keine regulären Wahlen zum Kirchengemeinderat statt ?
    (Der vom pröpstlichen Obermoralprediger angegebene Grund ist falsch und gelogen).
    b) Warum setzt der Propst der Gemeinde stattdessen ein Willkür-Gremium vor die Nase ?
    Antwort: Weil Demokratie nur unnötig Geld kostet.
    Besser ist beten, Brot und Spiele.
    HJL

  8. Wolfgang König

    Lieber unbekannter, anonymer Fridolin,
    bei der Rampengasse hatte ich keine Stimme, aber die Nordtangente habe ich mit meiner Stimme blockiert. Gerne hätte ich auch andere Bauvorhaben bis zu einem sinnvollen Beschluss blockiert. Nun kommt diese offenbar mit meiner Ideenvorlage auf den Kornkamp ausgerichtete zukunftsorientierte Nordtangente. Und auch die Südumfahrung ist nach meinen Gedanken in Arbeit. Wenn nicht, werde ich mit hundertfachem Anstoß Stimmen für den den Widerspruch zum Planfeststellungsverfahren sorgen. Das sind vier Tage Postverteilung im Ahrensburger Süden.
    Der Bauausschuss hatte 2012 (?) aufgrund des Antrages von Herrn Haase geschlossen für die Südverschwenkung der Brücke über das Tunneltal an die Hamburger Stadtgrenze gestimmt. Als die WAB die Vorplanung beantragte (Mittel über 100.000 Euro waren bereits von der Verwaltung bereitgestellt), hat Herr Bellizzi diesen Antrag als “populistisch” abgelehnt. Heute wollen die Parteien nichts mehr von der damaligen Abstimmung wissen. Wir haben wohl 80 % Griechen unter unseren Stadtverordneten. Man erinnert sich nicht mehr an alte Vereinbarungen. Für einen unter den Stadtverordneten abgestimmten Beschluss hatte ich um erneute Abstimmung gebeten. Der Bürgervorsteher hat nicht erneut abstimmen lassen, sondern an den Ausschuss zurückverwieden. Das Ergebnis ist dann vorbestimmt. Das deprimiert alles.
    Und der Gebietstauch mit Siek an der Autobahn für ein autobahnnahes Gewerbegebiet war auch ursprünglich meine Idee.
    Und wo sind Sie, Herr Fridolin? Was tun Sie? (Es gab einmal ein Groschenheft für Jugendliche namens “Fridolin”. Wer hat diese Serie noch für mich????)
    Mit bewegenden Grüßen
    Wolfgang König

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Optionally add an image (JPEG only)