Morgen, Kinder, wird’s was geben: In der Hagener Allee strippt die Weihnachtsfrau zum Heiligen Abend

Ich gebe es zu, dass ich bezüglich meiner moralischen Wertevorstellungen eher konservativ bin als progressiv. Hierzu gehören auch religiöse Vorstellungen, die ich habe. Nicht, dass ich dabei jemandem meinen eigenen kirchlichen Glauben aufzwingen möchte – nein, ich sehe mich keineswegs als Missionar. Wohl aber als Christ. Und ich habe auch Respekt vor anderen Religionen, was vielen Menschen heutzutage leider abgeht.

HeroesIn diesem Sinne steigt in mir die Magensäure hoch, wenn ich das nebenstehende Plakat in der neuen Ahrensburger Restaurant-Bar RamRob sehe. Denn dort lese ich etwas von „X-Mas Party“. X-Mas ist die Bezeichnung für Weihnachten von Menschen, die nicht an die Geburt von Jesus Christus glauben und den 24. Dezember nicht als Heilige Nacht empfinden.  Diese Leute feiern darum nicht Weihnachten, sondern eben „X-Mas“ genauso wie sie Halloween feiern statt dem Reformationstag zu gedenken. Und das Geld, das sie für Kirchensteuern sparen, setzen sie um in Speis‘ und Trank und Musik.

So weit, so gut. Aber ich empfinde es als geschmacklos, wenn man ausgerechnet am Heiligen Abend mit einer halb nackten Frau und DJ Heroes (nein, nicht: Herodes!) eine „X-Mas Party“ ankündigt und dafür Wochen vorher wirbt. Waren die Inhaber vom RamRob nicht angetreten, um etwas für Kinder und Familien in der Hagener Passage zu schaffen? Irgendwie passt das Partygirl dort nicht so richtig zu kleinen Kindern und zum Heiligen Abend. Jedenfalls empfinde ich es so.

Sollen die Menschen, die am Heiligabend nicht besinnlich sind, meinetwegen Party machen. Aber in einer Gegend, wo sie unter ihresgleichen sind, zum Beispiel in einem Multi-Kulti-Club auf dem Kiez. Und ich kann mir vorstellen, dass viele Gäste im RamRob, die dort auch mit ihren Kindern zum Essen hingehen und dort auf die Ankündigung der Weihnachtsfrau gucken müssen, genauso denken wie ich es tue.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. November 2013

8 Gedanken zu „Morgen, Kinder, wird’s was geben: In der Hagener Allee strippt die Weihnachtsfrau zum Heiligen Abend

  1. Florian

    man kann sicher diskutieren, ob das Motiv zu Weihnachten passt und/oder ob das RamRob am Heiligabend um 22 Uhr stattdessen lieber zu einer Kinderparty einladen sollte, aber …

    X-Mas ist die im englischen gebräuchliche Abkürzung für Christ-mas und damit sehr wohl christliche Traditionen wahrend (siehe auch die historische Herleitung unter http://en.wikipedia.org/wiki/Xmas)

    Mit vorweihnachtlichen Grüssen,
    Florian

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Florian – danke schön für den Kommentar! Bei Wikipedia steht aber auch: „Der Verein Deutsche Sprache (VDS) wählte X-mas als „das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres 2008 in Deutschland“. Es stehe seiner Meinung nach in Deutschland im Gegensatz zu allem, was man mit Weihnachten verbindet: „Gemütlichkeit, deutsche Weihnachtstraditionen, Romantik, Christlichkeit“.“ Und das ist es, was ich meine. 😉

      Adventliche Grüße
      Harald Dzubilla

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    Sie sind wieder einmal im Recht. Obwohl aufgeschlossen, finde ich es oft abartig, was manchmal so ab geht. Zu meiner Zeit fanden im Lindenhof Weihnachtsfeiern aber keine Disco-Abende statt. Selbst im Why Not, Le Disque und in der Alexander Bar herrschte über Weihnachten Stille. Dann fing die erste Disco an, am zweiten Weihnachtsfeiertag zu öffnen.
    Währen wir überwiegend Mohamedander/Islamisten und würde RamRob solch ein Plakat von einem Vorbeter (auch noch weiblich) ausstellen ……. das letzte Stündlein hätte ihm geschlagen. Obwohl ich selber das Plakat in der Sache als sehr ansprechend empfinde. Gerne würde ich von diesem Weihnachtsmann beschenkt werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang König

  3. Katharina

    Und was ist mit den Menschen die ansonsten alleine zuhause säßen? Für die ist das doch eine tolle Gelegenheit diesen Abend nicht alleine verbringen zu müssen! Nicht jeder ist in der glücklichen Lage sich zu so einem Festtag ins gemachte und mukkelig warme Familiennest setzen zu können! In vielen Gegenden ist es übrigens gang und gäbe das sich Freundeskreise nach dem (spießigen) „Familienteil“ treffen (Freunde sind ja in vielen Fällen auch soetwas wie eine Familie)!

  4. Wolfgang König

    Man könnte am 24. 12. um 22:00 Uhr in die Kirche gehen. Dort ist man auch nicht alleine. Oder man feiert mit seinen Freunden und Bekannten in den eigenen vier Wänden, oder man schaut sich einmal eine Sach-DVD an, oder man liest einmal ein Buch, oder man läßt sich schnell noch eine Pizza kommen, oder…….. oder man lädt sich seine Weihnachtsfrau ein, oder man besucht sie. Oder man ist konsequent und schafft alle Feiertage ersatzlos ab.
    Adventskranz, Weihnachtsbaum, Geschenke, Weihnachtsfeiern, Weihnachtsfest usw. könnten eingespart werden. Wozu braucht man noch Stunden der Besinnlichkeit? Dem Konsum und dem Rausch schlägt die letzte Stunde. Dann geht es nicht am 24.12. schon mittags nach Hause, damit man sich bis 22:00 Uhr für Hip-Hop ausruhen kann.
    Dann wird malocht.
    Mit weihnachtlichen Wünschen
    Wolfgang König

  5. Maria

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,
    Ich persönlich bin schlicht weg begeistert vom schicken Ambiente der neuen Bar in Ahrensburg. Ich freue mich endlich eine wirklich schöne gemütliche räumliche Bar mit Musik und moderner Szene Aktionen nun direkt vor Ort begrüßen zu dürfen. Ich wohne schon sehr lange in Ahrensburg und mich stört es jeher, immer nach Hamburg rein fahren zu müssen. Der Weg ist weit, die Fahrtpreise sind zu berücksichtigen und ohne Taxi von der Ubahn kommt eine Frau doch nicht mit sicherem Gefühl nach Hause. Zudem gefällt mir der Kiez nicht.
    Wir Ahrensburger zahlen schon einen sehr hohen Mitspiegel, teilweise höher als in Hamburg. Und Sie, Herr Dzubilla, gönnen uns jungen modernen (oder auch ältere jung gebliebenen) Menschen nicht mal eine Möglichkeit für Feierlichkeiten in unserer eigenen Stadt? Wollen uns 30 km weg zum Kiez abschieben?
    Es ist seit Jahren gang und gebe dass die aktiven und Party begeisterten am Heiligabend und an den Feiertagen raus gehen und etwas erleben möchten. Am nächsten Tag darf man ausschlafe, schön mit seinen Freunden oder liebsten Frühstücken. Die Leute freuen sich darauf. Und ja! Viele auch auf besinnliche Weihnachten. Aber was macht die Familie denn schon Abends um 22 Uhr an Heiligabend? Das Essen ist schon längst vorbei, die Kinder haben alles ausgepackt und sind müde von der Aufregung, vielleicht schon lange im Bett und sonst wird in vielen Kreisen besinnlich Karten gespielt, Fernsehen geschaut, geht in die Kirche oder es wird geschlafen.

    Aber Herr Dzubilla, Ich finde das völlig in Ordnung. Jeder soll sein Fest so feiern wie er es gerne mag. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so recht, warum Sie die Menschen nicht einfach ihr Freude lassen. Ohne Kritik und Erwähnung mit negativen Beigeschmack.

    Ich fand es sehr schade, dass ich beim googeln der neuen Bar, gleich diesen negativ angehauchten Beitrag lesen musste.

    Grüße
    Maria

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Maria – ich verstehe Sie nicht. Ich war der erste in Ahrensburg, der das RamRob gelobt hat, und zwar hier: http://www.szene-ahrensburg.de/2013/10/gastronomie-probiertest-raeuberteller-im-ramrob/ genauso wie hier: http://www.szene-ahrensburg.de/2013/11/warum-ramon-robert-zwei-gluecksfaelle-sind-fuer-ahrensburg/ Und weil wir in Deutschland unsere Meinung frei äußern dürfen, gestatte ich mir auch zu äußern, dass ich eine strippende Weihnachtsfrau zum Heiligen Abend (Was feiern Sie persönlich in dieser Heiligen Nacht…?) nun mal nicht mag. Und wenn meine kleine Tochter mit ihren Eltern im RabRob beim Essen sitzt und fragend auf diese strippende Weihnachtsfrau guckt, soll ich ihr dann erzählen: Die Tante gehört zur Märchenwelt, die hier nebenan gerade entsteht…?

      Wäre die Veranstaltung nicht am Heiligabend, sondern einen Tag später – ich hätte noch milde drüber hinweggesehen.

      Grüße

      Harald

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