Vermutungen@Hintergedanken: Amazon wird abgeschleppt * Stormarner Tageblatt geschrumpft * Anzeigenblatt MARKT als Stiftung? * Museumsdorf Volksdorf ohne Genehmigung

Ich sah in der vergangenen Woche, wie zwei Lieferfahrzeuge von Amazon prime abgeschleppt wurden. Abgeschleppt aus der Innenstadt von Ahrensburg – siehe die Abbildung! Meine Vermutung: Hier ist die Stadtverwaltung von Ahrensburg tätig gewesen und hat die Lieferwagen, die im Halteverbot standen, kurzerhand abschleppen lassen. Der Auftrag dazu kam vermutlich vom Stadtforum, wo man weiß: Kunden der Ladengeschäfte in der City müssen Parkplätze suchen und auch fürs Parken bezahlen. Die Lieferwagen von Amazon hingegen bezahlen nichts fürs Parken und halten dort, wo Platz ist. Und Gewerbesteuern bezahlt Amazon in Ahrensburg meines Wissens nach auch nicht.

Wie gesagt: Meine Vermutung in Form von Hintergedanken. Die Wahrheit ist vermutlich eine ganz andere. 😉

Patrick Niemeier vom Stormarner Tageblatt berichtet über „das Ende der Einkaufsstraßen“ und „wie Innensstädte neu gedacht werden müssen“. Das weiß der Reporter, weil er das weiß. Und dafür macht er eigene Vorschläge, gibt aber keine Beispiele, wo seine Vorschläge in die Tat umgesetzt worden sind und funktionieren. Sein Beitrag stammt zwar schon vom 02.12.2025, aber er wurde jetzt noch einmal veröffentlicht und mit einem Update vom 18.08.2026 versehen.

Über das Ende der gedruckten Tageszeitung hingegen und wie Journalismus neu gedacht werden muss, darüber verliert Patrick Niemeier kein Wort. Und auch nicht darüber, dass das Stormarner Tageblatt aktuell nur noch eine Auflage von 1.964 Exemplare hat – für den gesamten Kreis Stormarn mit einer Einwohnerzahl von fast 250.000 Menschen!

Und noch eine Vermutung: Das Anzeigenblatt MARKT ist inzwischen eine Stiftung geworden, die unter das Dach der BürgerStiftung Region Ahrensburg gegangen ist. Und die MARKT-Stiftung stiftet der BürgerStiftung Region Ahrensburg regelmäßig redaktionellen Werberaum im MARKT, damit Eckstein. Lau & Jurkschat sich dort grinsend im Bilde präsentieren können auf der Suche nach weiteren Stiftern wie zum Beispiel den „Grundstücksretter mit Hut“.

Am U-Bahnhof Ahrensburg West sah ich eine Aufstelltafel vom Museumsdorf Volksdorf. Angezeigt werden darauf „Pferde & Kutschen“ als „Kulturgut in Bewegung“. Und es ist eine kommerzielle Veranstaltung mit Eintrittspreis von 7 Euro für Erwachsene – siehe die Abbildung links!

Warum ich darauf hinweise? Weil die Werbetafel dort vermutlich illegal aufgestellt worden ist. Denn einen Aufkleber der Stadt für die offizielle Genehmigung habe ich nicht entdecken können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Juni 2026

2 Kommentare zu „Vermutungen@Hintergedanken: Amazon wird abgeschleppt * Stormarner Tageblatt geschrumpft * Anzeigenblatt MARKT als Stiftung? * Museumsdorf Volksdorf ohne Genehmigung

  1. Wolfgang Schrimpff

    Lieber Herr Dzubilla,
    dass Sie sich als um das Stadtbild Ahrensburgs besorgter Bürger engagieren und Szene Ahrensburg zu einem angesehenen und viel beachteten, lokalen Medium entwickelt haben, ist neidlos anzuerkennen und verleiht Ihrem heroischen Kampf gegen das illegale Plakatieren im öffentlichen Raum zusätzliches Gewicht.
    Die Teilüberschrift „Musemsdorf Volksdorf ohne Genehmigung“ (und das ohne Fragezeichen!) erregt folglich beim Leser die gebotene Aufmerksamkeit und verleitet ihn zur weiteren Lektüre. Bei jemanden, der – worauf Sie gelegentlich und nicht ohne Stolz hinweisen – sein Handwerk im Hause des legendären Axel Springer erlernt hat, und auch in der regionalen Berichterstattung zu Recht einen auf Fakten statt auf Vermutungen basierenden Qualitätsjournalismus einfordert, hätte ich mir an dieser Stelle jedoch etwas gründlichere Recherche vorstellen können bzw. erwartet.
    So wäre z. B. durch eine schlichte, telefonische Nachfrage in der zuständigen Abteilung der Stadtverwaltung Ahrensburg, mit der nach meinem Wissen übrigens seit Jahrzehnten eine lobenswert gute Zusammenarbeit bei der Genehmigung von Plakatwerbung besteht, festzustellen gewesen, dass für das von Ihnen bezeichnete Plakat sowie seinen Standort durchaus eine Genehmigung vorliegt und der nicht vorgefundene Aufkleber, wie es gelegentlich vorkommt, etwa durch Witterungseinflüsse einfach abgefallen sein könnte.
    Das dargestellte Plakat bewirbt in der Tat eine „kommerzielle Veranstaltung mit Eintrittspreis von 7 Euro für Erwachsene“ des Museumsdorfes, die von vielen ehrenamtlich Aktiven nicht nur seit über einem Jahr vorbereitet, sondern am angekündigten Tag sogar auch noch durchgeführt wurde. Ist das nicht UNERHÖRT?!!
    Das Museumsdorf in Volksdorf (www.museumsdorf-volksdorf.de), das sich dankenswerterweise auch bei vielen Ahrensburger Familien großer Beliebtheit erfreuen darf, wird – wie vielleicht nicht alle geneigten Leser von Szene Ahrensburg wissen – von einer Stiftung sowie einem als gemeinnützig anerkannten Verein jedoch ohne sonstige öffentliche Zuschüsse organisiert und getragen. Zu seiner Erhaltung ist ein erheblicher finanzieller Aufwand erforderlich, der sich leider nicht allein aus Mitgliedsbeiträgen und steuerlich absetzbaren Spenden erbringen lässt, sondern darüber hinaus die Durchführung solcher „kommerziellen Veranstaltungen“ erfordert, für die eben u.a. mit Plakaten geworben werden muss, wie zumindest Ihnen als Werbefachmann einleuchten wird.
    Im Kern ist es doch ganz einfach: Je mehr Menschen eine fördernde Mitgliedschaft begründen oder/und mit steuerlich absetzbaren Spenden an die „Stiftung Museumsdorf Volksdorf“ (IBAN: DE25 2005 0550 1217 1345 33 Hamburger Sparkasse) bzw. an den Verein „De Spieker e.V.“ (IBAN: DE21 2005 0550 1217 1113 25 Hamburger Sparkasse) bedenken, je weniger werden „kommerzielle Veranstaltungen“ notwendig und mit Plakaten das Stadtbild Ahrensburgs zu beinträchtigen sein. Und möglicherweise kann sogar „Szene Ahrensburg“ mit einer noch qualitätvolleren Berichterstattung zum Erhalt dieses Museumsdorfes beitragen.
    Beste Grüße
    Wolfgang Schrimpff

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    1. Harald Dzubilla Beitragsautor

      Lieber Herr Dr. Schrimpff – vielen Dank für Ihren Kommentar! Zum allgemeinen Verständnis: Die Arbeit eines Bloggers ist nicht identisch mit der Arbeit eines Journalisen. Im Gegensatz zu einem Journalisten, der die Pflicht zur Recherche hat, schreibt ein Blogger das, was er mit eigenen Augen sieht und derklärt dazu seine Meinung. (Nebenbei: Selbst für einen Journalisten wäre eine Recherche am Wochenende im Ahrensburger Rathaus nicht möglich gewesen.) Und der Blogger sah am Samstag ein Plakat ohne den Aufkleber der Stadt Ahrensburg und hat sich darüber mokiert. Und ich habe im erläuternden Text keine Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich meine Vermutung geäußert. Okay, ein Fragezeichen in der Überschrift wäre möglich gewesen.

      Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für das Volksdorfer Museumsdorf wünsche ich weiterhin Erfolg!

      Freundliche Grüße – Harald Dzubilla

      Postskriptum: Bei einem Blog wie Szene Ahrensburg haben die Leser den Vorteil, dass sie die Beiträge kommentieren können. 😉

      Antworten

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