Worte zum Sonntag: Ein Pharisäer mit grünem Parteibuch, die Linden im Waldemar-Bonsels-Weg und wenn gefällte Bäume reden könnten

An diesem Wochenende hat sich Stefan Gertz von den Grünen zu Wort gemeldet im MARKT, dem Anzeigenblatt, wo Politiker und Parteien ihre Propaganda gratis schalten dürfen. Hier scheibt der Stadtverordnete Gertz: „Die Klimakrise ist vor unserer Haustür angekommen“. Und der Grüne erklärt: 

„Ganz aktuell haben wir eine Diskussion über das einseitige Abholzen von über 30 Straßenbäumen im Waldemar-Bonsels-Weg für eine Straßenerneuerung. Damit würde Ahrensburg eine Allee verlieren, die Straße die Hälfte ihrer Bäume und das deshalb, damit der Fahrzeugverkehr weiter unbeschadet durch Ahrensburg fließen kann.“

Was für ein Unfug! Der Fahrzeugverkehr – und allem voran die Busse im ÖPNV – werden im Waldemar-Bonsels-Weg massiv behindert, weil die Anwohner ihre Autos nicht auf ihren Grundstücken parken, sondern auf der Straße. Und wenn die Stadt meinen Rat folgen und den Anwohnern einen kleinen Streifen ihrer Vorgärten abkaufen würde, damit der Gehweg vernünftig verbreitert werden kann, dann müsste nicht ein einziger Baum gefällt werden. Wo also ist das Problem?!

Und überhaupt: Wo waren die Grünen, als damals die Linden in der Großen Straße abgeholzt worden sind? Und wo waren die Grünen, als Linden am Lindenhof abgeholzt worden sind, um die Fläche zu versiegeln? Und wo waren die Grünen, als die Linden in der Hamburger Straße abgeholzt worden sind für eine Straßenerneuerung? Und wo waren die Grünen, als die blühenden Naturgärten in der Ladestraße mit Betonplatten versiegelt worden sind für nichts und wieder nichts?

Und last but not least: Warum müssen große Flächen mitten in der Innenstadt (!!!) die nur an wenigen Tagen stundenweise genutzt werden, wegen ein paar Kickern mit einem Kunstrasen versiegelt werden, der ökologisch und umweltfreundlich so sinnvoll ist wie das Geschwätz von Grünen in Ahrensburg?

Ich zitiere Stefan Gertz: „Nachhaltige Stadtentwicklung ist kein Nebenschau-platz, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirksamen Hitzeschutz. Wer Wohn- und Lebensraum schützen will, muss zugleich konsequent Bäume erhalten, neue Grünflächen schaffen und Städte entsiegeln.“

Meine Antwort: Ahrensburg ist eine Stadt mitten im Grünen mit einem wahren Reichtum an Grünflächen mit Bäumen. Um die Stadt zu entsiegeln, muss bloß die Fahrradparkanlage in der Ladestraße beseitigt und die ehemaligen Gärten wieder neu angelegt werden. Und die mit Kunststoff versiegelten Plätze auf dem Stormarnplatz müssen raus aus der City. Und die ehemals grüne Wiese, die für riesige Parkplätze am famila-Einkaufszentrums mit Beton versiegelt worden ist, die muss umgehend wieder entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt werden. Wenn famila aus Kostengründen schon keine Tiefgarage für Autos gebaut hat oder ein Parkhaus, dann sollte diese Sparmaßnahme nicht auf Kosten der Natur gehen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. August 2026

Ein Kommentar zu „Worte zum Sonntag: Ein Pharisäer mit grünem Parteibuch, die Linden im Waldemar-Bonsels-Weg und wenn gefällte Bäume reden könnten

  1. Sabine Heinrich

    Auch von den ganzen Naturschutzverbänden war in keinem dieser von Ihnen aufgelisteten Fälle etwas zu vernehmen – oder habe ich da – altersbedingt (obwohl damals noch recht jung) durch Hör- und Sehschwäche – etwas überhört bzw. übersehen?
    Natürlich mache ich mir so meine Gedanken, warum wohl die ganzen Naturschützer so auffallend stille schweigen, wenn von der Stadt wieder einmal ein Frevel gegen die Natur begangen wird.
    Die Gedanken sind frei…noch!

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