Was ich Ihnen heute berichte, meine lieben Mitbürger, das werden Sie mir vermutlich nicht glauben. Aber ich habe Zeugen, und zwar alle Menschen, die gestern Abend im Marstall gewesen sind, wo die Stadtverordneten getagt haben. Dort war auch ich zugegen, denn ich wollte dem Bürgermeister in der Einwohnerfragestunde eine Frage stellen. Diese meine Frage hatte ich zuvor bereits schriftlich eingereicht mit folgendem Wortlaut:
Ich hatte bereits in Vergangenheit gefragt, warum die Stadt Ahrensburg vor Jahrzehnten rund 100 Kunstwerke mit Steuergeld angekauft hat und die mögliche Antwort als Frage gegeben: „Um diese Kunstwerke im Keller des Rathauses zu verstecken?“ Können Sie das inzwischen bestätigen oder mir endlich eine andere Antwort geben?
Die Antwort auf meine Fragestellung hatte mir der Bürgermeister schon vor der Einwohnerfragestunde schriftlich auf dem Bürgerportal der Stadt gegeben. Sie lautete:
„Wie Sie selbst erwähnen, haben Sie die Frage nach den Kunstwerken wiederholt gestellt. Es gibt hierzu keinen neuen Stand.“
Daraufhin habe ich den Bürgermeister gefragt, ob er mich auf den Arm nehmen will. Und ich habe ihn aufgefordert, mir live die Antwort auf meine Frage zu geben. Eckart Boege erklärte mir, dass die Kunstwerke vor seiner Amtszeit angekauft worden waren, weshalb er mir nicht erklären könne, warum und wofür. Und er hat mir gestanden, dass die rund 100 Kunstwerke weiterhin in Containern in Niedersachsen eingelagert sind, weil man im Rathaus dafür noch keinen geeigneten Platz gefunden habe. 🤥
Zur Erinnerung: Die Einlagerung in Niedersachsen passiert schon seit Jahren. Auf meine gestrige Frage an den Bürgermeister, ob es keinen Lagerort in Ahrensburg gäbe und dazu mein Hinweis, dass die Stadt für die Einlagerung doch bestimmt Jahr für Jahr zahlen muss, habe ich gestern keine Antwort vernommen.
POSTSKRIPTUM: Im Meeting im Marstall war gestern Abend auch Abendblatt-Redakteur Marc Nasner zugegen, der mir erklärte, dass er meine Blogs auf Szene Ahrensburg genauso verfolge wie ich das Abendblatt verfolge. Und ich hoffe, dass der freundliche junge Mann nun auch den Kunstskandal von Ahrensburg verfolgen wird. 😎


Mmh, dachte es sei üblich, sich bei der Übernahme eines Postens auch mit den Entscheidungen und „Leichen“ des Vorgängers auseinanderzusetzen? Wenn der Grund für den Erwerb nicht mehr nachzuvollziehen ist, für sich alleine schon ein Armutszeugnis, so sollte doch dem Souverän einmal transparent gemacht werden: Welche Kunstwerke wurden zu welchem Preis erworben, seit wann sind diese eingelagert und zu welchen Kosten und was gedenkt die Stadt nun mit diesen Objekten zu tun? War es eine Kapitalanlage in einer Niedrigzinsphase? Sehr spekulativ, da wäre Gold besser gewesen und für ein paar Barren hätte sich bestimmt auch Platz gefunden. Ich wäre für eine öffentliche Versteigerung, bei der 50% in die Stadtkasse wandern und 50% den Bürgern zu Gute kommen sollten, z.B. mit einem Sauf- und Fressgelage oder über eine Stiftung… da gab es doch eine, die hier des Öfteren genannt wird…
Es ist gegenüber den Künstlern schon eine Frechheit ihre Werke einfach in einem Container versauern zu lassen und sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Ich möchte die Werke gerne sehen, die das Rathaus von meinem Geld gekauft hat.
Sofern es keine klimatisierten Container sind, sind die Kunstwerke mittlerweile verschimmelt. Oder Sie wurden rechtzeitig „privat“ untergebracht bzw. aufgehängt.
Moment mal.
Werde ich jetzt dement – oder bestenfalls nur sehr vergesslich?
Ich habe in Erinnerung, dass die Kunstwerke bereits vor etlichen Monaten von Niedersachsen wieder nach Abg. geschafft worden sein sollen, es nur noch keine Möglichkeit gegeben habe, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Angeblich gibt es doch eine Liste der Kunstwerke.
Wo ist sie?
Wo sind sie geblieben?
Ich wiederhole meinen hässlichen Verdacht – und sage lieber nichts…
Aber einem denkenden Menschen müsste es doch schon auffallen, dass um den Verbleib dieser Kunstwerke ein Geheimnis gemacht wird wie über den Tresorcode einer milliardenschweren Bank.
Ich habe eine Idee:
Lassen Sie sich den Ort und die Firma nennen, wo/bei der die Kunstwerke in Niedersachsen eingelagert sind.
Ob die Container wohl so ausgestattet waren/sind, dass die Kunstwerke die Wechsel der Jahreszeiten unbeschadet überstanden haben?
Dann könnte man mit mehreren (Zeugen!) vor Ort eine Besichtigung vornehmen.
Ich wäre dabei!
Eine gute Freundin (Realistin), der ich von diesem Fall berichtet hatte, riet mir:“ Sabine, mach Dir doch nicht so viele Gedanken um dieses Thema und keine Illusionen – die Bilder sind längst irgendwohin verschwunden oder auf der Müllkippe gelandet- also – lass‘ es.“
Wahrscheinlich ein weiser Rat.