Das Verb „träumen“ wird kleingeschrieben, wenn es als Tätigkeit in einem Satz verwendet wird. In der Stadt Ahrensburg indes schreibt man „bewusster Träumen“, weil diese Schreibweise angeblich ein Angebot der Volkshochschule (vhs) Ahrensburg ist. Und so findet der Bürger es auf der Homepage der Stadt veröffentlicht als „Willkommen in Ahrensburg“, wo man „besser schlafen“ kann. Eine neue Bestätigung, dass wir Ahrensburger im Schilda des Nordens wohnen.
Und was ist die passende Lektüre in der Traumstadt? Es ist das E-Paper aus Hamburg von Funke aus Essen. Dort wird der Leser aufgefordert: „Hier Anmelden“ – siehe die Abbildung rechts! Auch hier wird ein Verb groß- statt kleingeschrieben. Und das Oberpeinliche: Dieser orthographische Fehler steht dort schon seit vielen Monaten, ohne dass jemand darüber gestolpert ist und es korrigiert hat.
Ja, liebe Lesergemeinde, jeder kann sich beim Schreiben mal vertippen, da ist der Blogger von der Szene Ahrenburg keine Ausnahme und freut sich dann jedes Mal, wenn er von Seiten freundlicher Leser einen Hinweis auf einen Tippfehler bekommt. Aber zwischen einem Vertippen und mangelhafter Rechtschreibung besteht schon ein Unterschied.
Und was der Lehrer seinen Schülern rot anstreicht, das haut der Blogger hiermit den Verantwortlichen bei Stadt und Verlag um die Ohren: Schämt euch, ihr Luschen!

Passt doch: Böge schreibt doch auch „Boege“ statt Böge. 🙂
Ausnahmsweise melde ich mich doch noch einmal – und breche das mir gegebene Versprechen, hier nicht mehr zu kommentieren.
Aber wenn Sie über ein derartiges Thema schreiben, geht es mir wie einem Hund, dem man mit einer Wurst vor der Nase herumwedelt:
Ich kann nicht widerstehen.
Was erwarten Sie eigentlich von Schreiber_*Innen selbst in gehobenen Positionen, wenn sie z.B. schon vor 15 und mehr Jahren Lehrer_*Innen hatten, die kein fehlerfreies Tafelbild oder Arbeitsblatt zustande gebracht und Rechtschreibfehler von Schüler_*Innen nicht korrigiert haben?
Zum endgültigen Absturz der Rechtschreibleistung hat die haarsträubende Methode „Schreiben nach Gehör“ geführt, nach der die Kinder 2 Jahre lang schraibm konntn wieh si wolltn unnt wier in dehn ehrstn baidn Jaaren nich korrigiern durrftn.
Auch die Schrift und die äußere Form von Arbeiten sollte keine Rolle mehr spielen.
Das ist jetzt kein Scherz. Und dann war natürlich alles zu spät.
Die Ergebnisse dieser katastrophalen Methode – erdacht von einem linken Ideologen – wurde ca. 30 Jahre verfolgt – bis dann endlich unübersehbar war, dass dies ein Irrweg war, der große Schäden angerichtet hatte – und deswegen beherrschen viele inzwischen erwachsene Opfer dieser Methode manchmal selbst einfache Rechtschreibregeln nicht.
Und daher gibt es jetzt vermutlich noch mehr Menschen – auch Lehrer_*Innen, die mit der Rechtschreibung ihre Probleme haben und ohne Korrekturprogramme verloren wären.
Zur Erheiterung:
Vor über 60 Jahren – als die Zeugnisse alle noch per Hand und die Zensuren in Worten ausgeschrieben werden mussten, durfte eine Lehrerin an der Schule meines Vaters nahezu alle Zeugnisse neu schreiben, weil sie „befridigend“ genau so geschrieben hatte.
Übrigens: Das mit dem Gendern habe ich natürlich ironisch gemeint!
Wer gendert, hat zwar die derzeit korrekte politisch richtige – also linke – „Haltung“; liebt und schätzt unsere deutsche Sprache aber etwa so wie ein Schaf den Wolf.
Liebe Frau Heinrich,
es kommt sogar noch besser. In Niedersachsen dürfen grammatikalische und orthographische Fehler in Aufsätzen nicht mehr beanstandet werden.
Arme deutsche Sprache, Goethe und Schiller rotieren im Grab.
Und warum müssen die Kinder dann überhaupt noch zur Schule gehen – vielleicht um später mal Mattemahtick zu studieren…?
Es begab sich in Ahrensburg vor ca. 10 Jahren – da hatten Gymnasiasten einer Schule zusammen – ich glaube, mit dem Hospiz – eine große öffentliche Ausstellung gestaltet.
Es ging um Tod und um Sterben. Diese Ausstellung fand unter großer öffentlicher Anteilnahme/Aufmerksamkeit statt (Presse, Verwaltung, sehr viele Erwachsene).
Wo genau – das habe ich leider vergessen.
Was ich aber nicht vergessen habe, war, dass ich vor Fremdschämen fast im Boden versunken wäre.
Fast keiner der zahlreichen Texte, welche die Zehntklässler (!) auf großen Papierbögen aufgeschrieben hatten, war fehlerfrei; auf einigen waren sogar mehrere Fehler zu bewundern.
Besonders mit der Groß- und Kleinschreibung von Verben und Adjektiven hatten sie es nicht so – salopp ausgedrückt.
Auch ein sinnentstellender Fehler (waagerecht statt senkrecht) war zu bewundern.
Peinlich!
Da habe ich mich gefragt: „Wo waren die Lehrer?“
Es wäre in meinen Augen ihre Pflicht gewesen, den Schülern abzuverlangen, die Fehler zu korrigieren, bzw. den Text noch einmal zu schreiben.
Natürlich hätten sie sich dann „schülerseits“ einige unfreundliche Äußerungen anhören müssen.
Aber man kann sie bei der Ehre packen!
So konnten sich alle, welche die Ausstellung besucht haben, ein Bild davon machen, wie es um den Deutschunterricht an diesem Gymnasium bestellt war – zumindest, was die Rechtschreibung betrifft.
Gymnasium, 10. Klasse!
Die äußere Form dieser Texte ließ auch bei einigen zu wünschen übrig.
Damals dachte ich: „Das hätten meine Hauptschüler besser hinbekommen!“ Aber da hätte ich auch dafür gesorgt – und zum Schluss wären sie nach aller Anstrengung wegen der Anerkennung („Was? Das haben Hauptschüler gemacht? Toll!“) stolz auf sich gewesen – ich weiß, wovon ich rede!
Damals dachte ich nur: „Was? Das haben Gymnasiasten gemacht??“