Da lachen nicht mal die Hühner: Gungas Gagawelt sonntags

Was zeichnet einen guten Karikaturisten aus? Ganz einfach: Er muss einen originellen Strich haben und gute Ideen, die er mit seinem Strich sichtbar macht. Als positive Beispiele für gute Karikaturisten nenne ich diejenigen, die von Montag bis Samstag die politischen Zeichnungen im Hamburger Abendblatt liefern – die sind in aller Regel top in Bild und Idee. Wobei es natürlich auch gute Zeichner gibt, die mit einem guten Ideengeber zusammenarbeiten.

Am Sonntag erscheint das Abendblatt nicht. Aber online kann man das Magazin „Sonntags“ lesen, wo angeblich „nur das Beste“ zu finden ist. Und das hat sich auf der Titelseite von gestern auch angedeutet: Der Leser erkennt, wie man in der Hafencity wohnen kann und zeigt damit allen Touristen einen „Trend zum Urlaub in Deutschland“ – oder ich habe die Titelseite falsch verstanden?

Und dann gibt es in „Sonntags“ auch eine ganze (!!!) Seite, die betitelt ist: „Gungas Welt“. Und Zeichner Gunga ist für mich genau das Gegenteil von einem guten Karikaturisten, denn sein Strich ist primitiv und seine Ideen sind zumeist eher kindisch als lustig.

Dazu ein Corpus Delicti vom vergangenen Sonntag: Wir sehen zwei Hühner, die vor einem Bild stehen mit der Sprechblase: „Ein bedeutendes Werk aus dem Kuhbismus“. Die Idee mit dem Wortspiel ist eigentlich noch ganz lustig, aber die beiden Viecher, die angeblich Hühner sein sollen, sind Gaga von Gunga. Oder haben Sie schon mal ein Huhn  gesehen, das eine Karotte als Nase hat und dazu ein Maul? Hat der Zeichner noch nie im Leben ein Huhn gesehen?

Natürlich kann ein Karikaturist seine Darstellung auch übertrieben handhaben, wenn er das möchte, und ein Tier verfremden. Aber der Gag in dem Cartoon soll doch die kuhbistische Kuh sein und nicht Frankensteins Hühner, oder?

Dass sprechende Hühner auch anders aussehen können, zeigt die nebenstehende Zeichnung eines mir leider unbekannten Künstlers – siehe Abbildung rechts!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Juni 2026

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