Ahrensburg: 1,26-Millionen-€-Projekt ohne Projektmanager

In Ahrensburg wird seit geraumer Zeit ein Test gefahren: Ioki. Und alle Bürger sind daran kostenmäßig beteiligt, egal, ob sie mit den Schnorrer-Taxis fahen oder nicht, denn die Kosten dafür kommen aus der Stadtkasse. Und der Ioki-Test kostet für zwei Jahre schlappe 1,26 Millionen Euro, für die eine alte Frau lange stricken muss.

Frage: Was hat der ADFC mit Finn Blunck und IOKI zu tun?

Der Manager für das Projekt sitzt im Rathaus. Genauer: Er saß dort. Heute erfahren Abendblatt-Stormarn-Leser: Finn Blunck ist schon längst über alle Berge. Und die Verwaltung hat bis heute keinen Nachfolger gefunden, sodass Ioki unkontrolliert vor sich hin fährt.

Dass das Projekt schon zu Beginn in die Grütze gefahren ist und der Projektmanager ziemlich hilflos gewesen ist, können Sie u. a. hier und hier und hier nachlesen.

Wieder mal eine politische Entscheidung von Stadt und Politik über die Köpfe der Bürger hinweg. Und für einen Bürgerentscheid ist es jetzt leider zu spät. Nur Projektmanager Finn Blunck hat seine persönliche Entscheidung getroffen.

Und noch eine Meldung aus dem Rathaus: Bürgermeister Eckart Boege hat die Stormarn-Redaktion Abendblatt darüber informiert, dass die Stadt Ahrensburg für das Tiefbauamt eine “neue Leitung” gefunden hat. Ob es sich dabei um eine Strom-, Wasser- oder Gasleitung handelt, weiß ich nicht; und der Leser erfährt nicht den Namen der neuen Leitung und auch nicht, ob sie mit w oder m oder d besetzt worden ist.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. September 2022

6 Gedanken zu „Ahrensburg: 1,26-Millionen-€-Projekt ohne Projektmanager

  1. G. Weber

    grundsätzlich ist die Idee eines nachfrageorientierten Beförderungssystems nicht schlecht.
    ABER NICHT INNERHALB DER STADT AHRENSBURG, denn die ist mit zahlreichen Bus- und 3 Bahnhaltestellen (Regionalbahn und 2 U-Bahnstationen) SEHR GUT mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt.

    Ich beobachte, dass dieser Fahrservice weidlich ausgnutzt wird, und zwar von Menschen, die sich ein Taxi leisten könnten. Da gibt es Herren, die sich von ioki regelmäßig in die Innenstadt fahren lassen und nachdem sie dort ihren Abendtrunk zu sich genommen haben, ebenfalls von ihrem “Privat-Taxi” nach Hause fahren lassen.
    Ich kenne mehrere Frauen, die sich nun mit ioki besuchen, statt wie früher mit dem Fahrrad zu fahren.
    Und das soll ich mit meinen hart erarbeitetem Steuergeld mitfinanzieren????
    NEIN, das will ich nicht!!!!

    Und vor allem möchte ich nicht, dass der ÖPNV WEGEN ioki ausgedünnt wird. Was geschehen ist! Die Buslinie 269 fährt nur noch stündlich – statt wie früher halbstündlich – bis zur Endhaltestelle Dänenweg in die Siedlung Am Hagen. Sehr zum Nachteil für die alten Menschen, die keinen PKW (mehr) haben, aber ioki nicht nutzen können, da sie kein digitales Endgerät besitzen/bedienen können.

    Ich wäre sehr dafür, die nachfrage-orientierten Busse/Taxen dort einzusetzen, wo sie WIRKLICH gebraucht werden: im ländlichen Raum, wo die Anbindungen doch sehr zu wünschen lassen.

    Ich appeliere an die Ahrensburger Stadtverordneten, ioki in AHRENSBURG nicht fortzusetzen.
    Oder sind sie es selber, die ioki nutzen???

  2. Anne Frey

    Ich möchte dem vorigen Beitrag voll und ganz zustimmen. Ich nutze auch die Buslinie 269 und stelle fest, dass dort regelmäßig ältere Menschen in die Innenstadt mitfahren , die häufig Einkaufswägelchen dabei haben. Für diese Menschen ist häufig der Bus die einzige Möglichkeit, um in die Innenstadt zu kommen. Ich kenne auch ältere Menschen mit einer Gehbehinderung, die kein Smartphone nutzen und ebenfall auf den Bus als einziges Verkehsmittel angewiesen sind. Für alle, die auf die Buslinie 269 angewiesen sind, bedeutet es eine erhebliche Einschränkung ihrer Mobiltität , dass diese Buslinie ausgedünnt wurde. Und diese Verschlechterung des öffentlichen Nahverkehrs geschah ausschließlich in der Absicht, um so die weitere Finanzierung von Ioki sichern zu können.
    Anhand dieses Beispiels lässt sich sehr deutlich aufzeigen, wie die Parteien in Ahrensburg eine Verkehrspolitik machen zugunsten der smarten jungen Menschen und zu Lasten der wenig gut situierten älteren und gebrechlichen Menschen.

  3. Beuteahrensburger

    Als Ahrensfelder kann ich die 59-Minuten-Taktung des 269ers kaum als SEHR GUT bezeichnen; zumal wenn ich dann über eine halbe Stunde auf meine Regionalbahn warten muss. Ich finde IOKI innerhalb der Stadt auch für übertrieben aber angeblich soll Ahrensfelde ja auch schon seit 1974 zu Ahrensburg gehören.

  4. Observator

    Jeder, der mit offenen Augen durch die Stadt geht und einen erkennbaren IQ hat, der sieht: Ioki ist eine städtisch veranlasste Veruntreuung unserer Steuergelder. Und die Abendblatt-Redaktion schaut weg, weil sie ja zu den Claqueuren dieser dubiosen Aktion gehört, wo auch der dümmste Redakteur schon in der ersten Testphase hätte erkennen können und schreiben müssen: Unfug auf Rädern.

  5. Yvonne Peters

    Finn hat sich aus dem Staub gemacht, weil er schon lange gewusst hat, dass die Sache ein Flop ist. Darum ist er nach Sylt ausgewandert und lässt alle Ahrensburger schön grüßen.

  6. Lisa

    Es ist schon ein arger Schildbürgerstriech, wenn der ohenhin schwach ausgebaute öffentliche Busverkehr innerhalb von Ahrensburg noch stärker ausgedünnt wird zugunsten von Ioki. So etwas können nur Stadtverordnete beschließen, die die hiesigen Buslinien gar nicht kennen und auch nicht nutzen. Schließlich können die Stadtverordneten jederzeit kostenfrei in der Tiefgarage des Rathauses parken.

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