Stadtmarketing für Ahrensburg: Ein großartiger Plan eines Ahrensburger Kaufmanns wartet auf ein Umdenken in der Ahrensburger Politik

Was zieht die Menschen in die Innenstadt von Ahrensburg? Wenn ich dazu mal meine persönliche Feststellung äußern darf: Die stärksten Magnete für Publikum in der City sind das Kaufhaus Nessler, der Ahrensburger Wochenmarkt und das CCA (mit Tiefgarage!). Und sogar die Schlange der Menschen vor dem Eiscafé Nori zeigt, wie die Bürger angezogen werden, in die Hagener Allee zu kommen und danach Eis schleckend durch die City zu spazieren. Und weil die Anziehungskraft der Magnete dafür sorgt, dass viele Besucher in unsere Innenstadt kommen, die dann durch die Straßen bummeln und dabei natürlich auch in viele Läden und in die Restaurants gehen, bewahrheitet sich somit die alte Kaufmannsregel: Konkurrenz belebt das Geschäft!

Ahrensburger Magnet: Kaufhaus Nessler

Apropos Restaurants: Gaststätten sind attraktive Anziehungspunkte für Besucher, die schwerlich durch Online-Lieferdienste ersetzt werden können. Für einen Restaurantbesuch nehmen viele Gäste gern weite Wege auf sich. Und hier hat es in Ahrensburg seit RamRob keine Innovation mehr gegeben, für die sich auch ein weiter Weg in die Innenstadt lohnt. Und damit komme ich zum Grund dieses Blog-Eintrags: Ahrensburg braucht in der Innenstadt einen neuen attraktiven Treffpunkt für Menschen, die gern essen gehen und sich entspannen wollen in einer Oase mitten in der City! Und diese Oase möchte der Kaufmann Matthias Timm errichten, und zwar auf dem Dach seines Kaufhauses Nessler in der Hamburger Straße.

Animiert dazu wurde Matthias Timm durch „Salling Rooftop“ in Aarhus, der zweitgrößten Stadt in Dänemark. Dort gibt es auf dem Warenhaus „Salling“ eine spektakuläre Dachterrasse mit einem Café und einer Entspannungs-Oase auf dem Dach des Gebäudes im Zentrum der Stadt. Und wenn Sie dazu mal auf die Homepage des Warenhauses  in Aarhus gehen und sich das anschauen, dann werden Ihnen mit Sicherheit wohlige Schauer über den Rücken laufen, wenn Sie sich vorstellen, dass es Vergleichbares auch bei uns in der Ahrensburger Innenstadt geben könnte.

Ich schreibe bewusst „könnte“, denn das Vorhaben des Ahrensburger (!) Investors wird bis heute durch die Ahrensburger Politik verhindert, die mit brachialer Gewalt die Parkplätze in der Innenstadt mehr und mehr beseitigt hat und auch weiterhin beseitigen will. Und ein Projekt wie das von Timm geplante lässt sich nur umsetzen, wenn dazu ein neues Parkhaus entsteht. Und das würde der Nessler-Inhaber sofort bauen – wenn die Stadt ihn denn ließe.

Bekanntlich möchte Timm am Rande des Stormarnplatzes ein architektonisch attraktives Parkhaus errichten und zu diesem Zweck das Grundstück von der Stadt kaufen. Ein Parkhaus, das allen Autofahrern zur Verfügung steht, also auch Wochemarkt-Besuchern und den Kunden anderer Läden.  Aaaber: CDU, Grüne & WAB verhindern das mit ihrem politischen Einfluss und mit persönlicher Meinung, ohne auf sachliche Argumente von anderen Fraktion überhaupt einzugehen. Und wir Bürger werden gar nicht erst gefragt.

Ich bin sicher: Käme ein Investor von außerhalb und würde bei der Stadt Ahrensburg beantragen, auf dem Stormarnplatz ein Mausoleum für Familie Levenhagen zu errichten . . .

. . . eine Stimmenmehrheit in der Ahrensburger Stadtverordneten-Versammlung wäre ihm dafür genauso sicher wie sie der Investor bekommen hat, der an unserem Regionalbahnhof einen Kinoplast mit sechs Vorführsälen für 700 Besuchern bauen will und damit rechnen kann, dass seine Kunden im auszubauenden Alten Lokschuppen bequem parken dürfen. Schöner noch: Dieser Investor bekommt auch noch das stadteigene Grundstück Alte Reitbahn zu einem Schnäppchenpreis (Anmerkung: Die Summe wird von der Stadt bis heute schamhaft verschwiegen!) als untertänigsten Dank für seinen Kinopalast, hinter dem ich immer noch ein Fragezeichen setze, dass er tatsächlich wie angekündigt entstehen und bleiben wird.

Zwischen den Absätzen: Wie spricht doch gleich der Volksmund? Der Volksmund spricht: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.“

Resümee: Ahrensburg braucht ganz dringend eine neue Bürgerinitiative wie dereinst “Bürger für Ahrensburg”. Die könnte sich sogar als neue städtische Partei etablieren und in die Stadtverordneten-Versammlung einziehen. Damit Politiker in Ahrensburg nicht mehr machen können, was sie wollen, sondern das machen müssen, was wir Bürger wollen!

Oder wollen wir wirklich warten und zusehen, wie durch Unzufriedenheit und innerlichem Protest der Einwohner womöglich eine rechtsradikale Partei in die Stadtverordneten-Versammlung gewählt wird, die kein demokratisch denkender Mensch in unserer Stadt haben will? Dann würden aus dem Regen in die Jauche kommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. April 2021

9 Gedanken zu „Stadtmarketing für Ahrensburg: Ein großartiger Plan eines Ahrensburger Kaufmanns wartet auf ein Umdenken in der Ahrensburger Politik

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Lucke – in zwei Jahren sind Kommunalwahlen, dann werden die Karten neu gemischt. Auch die Wahl des künftigen Bürgermeisters, die am 26. September 2021 stattfindet, kann für frischen Wind sorgen, wenn ein Kandidat zum Zuge kommt, der nicht alles kommentarlos abnickt, was Politiker wünschen, sondern die Kommunikation mit uns Bürgern pflegt.

      In diesem Zusammenhang: Untersteht der Citymanager dienstlich dem Bürgermeister oder den Politikern?

      1. Fritz Lucke

        Ich hoffe, dass Sie Recht behalten, ich fürchte nur, dass bis zur Neuwahl der Baubeginn fuer den Tiefbunker schon begonnen hat

        1. Harald Dzubilla Artikelautor

          Das Bauamt hat für die Fertigtoilette in der Großen Straße rund 2 Jahre benötigt. Für die geplante Tiefgarage stehen bis heute die Kosten noch gar nicht fest. Der Bürgermeister erklärt, das es etwas über 4 Millionen Euro sein werden, Fachleute sprechen hingegen von 8 bis 10 Millionen. Und rund 1.700 sind nötig, nämlich Unterschriften von Einwohnern, um einen Bürgerentscheid zu erwirken.

  1. Hagen Leven

    Aber das Küchenfachgeschäft Levenhagen ist doch gar nicht in der Ahrensburger Innenstadt sondern in Norderstedt. Und dort sind Parkplätze gar kein Problem. Warum also sollte Familie Levenhagen auf seine Ahrensburger Wettbewerber irgendwelche Rücksicht nehmen? Früher gab es in der Ahrensburger Innenstadt zwei Küchenfachgeschäfte, die schon längst verschwunden sind.

  2. Horst Hausmann

    Nanu…..seit RamRob keine Innovationen mehr??? Da fallen mir auf Anhieb in letzter Zeit gleich 3 neue, bzw. davon 2 unter neuer Bewirtung stehende, italienische Restaurants ein.
    Von denen sind 2 sogar völlig neu eingerichtet und in allen 3en schmeckt es ausgezeichnet: 2 in der Großen Straße und 1 im Woldenhorn. Bleibt nur zu hoffen, dass die Restaurants irgendwie diese miesen Zeiten überleben!
    Allerdings ist die Ahrensburger Bevölkerung stark durchgealtert und daher ev. Restaurantbesuchen nicht mehr so zugetan. Der Besatz reicht so sicherlich vollkommen aus.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Ich denke nicht, dass italienische Restaurants eine Innovation sind, so sehr ich auch die Villa Romana schätze. Da haben dem Casa Rossa selbst die Musikveranstaltungen nicht geholfen.

  3. Observator

    Zum Plan von Kaufmann Timm ein Bonmot aus der Online-Veranstaltung der Wirtschaftsförderung: Der dort aufgetretene Professor fand die Idee von Timm zwar gut, meinte aber, man sollte das Dachrestaurant mit Wellness-Oase auf dem Dach vom Rathaus bauen. Ehrlich! Und die Veranstaltung war nicht gestern, also am 1. April. Und weder Frau Gust noch Herr Behrendt haben dazu etwas geäußert. Vermutlich weil sie sich vorstellen könnten, in dem Restaurant auf dem Rathausdach ihre Mittagspause zu genießen und danach noch kurz eine Massage zu bekommen, weil Rathaus-Mitarbeiter hier natürlich einen Personalrabatt bekämen. 🙂

  4. Statt Forum

    Was unterscheidet den Vorstand des Ahrensburger Stadforums vom Osterhasen?

    Antwort: Der Osterhase hat Eier.

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