Warum wir in Ahrensburg eine römische Verwaltung haben und wie eine Schnecke uns Bürgern das fabelhaft erklärt

Stellen Sie sich einmal vor, meine lieben Mitbürger, Sie wären gar keine Ahrensburger und wären vor rund einem Jahr zu Besuch in unsere Stadt gekommen. Und dort sind Sie über das Rondeel spaziert, dem historischen Mittelpunkt der Innenstadt. Hier standen Sie dann vor einem Gebilde und wussten als Nicht-Ahrensburger natürlich nicht, was das soll. Und Sie lasen auf einer Tafel, die davor auf dem Boden montiert ist: „Unfallgefahr Spielen und Klettern verboten“.

Und weil Sie gar nicht die Absicht gehabt hatten, auf diesem rot-weiß-ummantelten Zaungebilde zu spielen oder zu klettern, werden Sie sich bestimmt gefragt haben: „Was soll das?“

Danach ist ein Jahr vergangen. Und wieder sind Sie als Besucher nach Ahrensburg gekommen. Und dort sind Sie über das Rondeel spaziert, dem historischen Mittelpunkt der Innenstadt. Und hier standen Sie dann wieder vor demselben Gebilde wie vor einem Jahr und wussten als Nicht-Ahrensburger nicht, was das soll. Und Sie lasen auf einer Tafel, die dort immer noch auf dem Boden montiert ist: „Unfallgefahr Spielen und Klettern verboten“.

Obwohl Sie wieder nicht  die Absicht hatten, auf diesem rot-weiß-ummanteleten Drahtgebilde zu spielen oder zu klettern, werden Sie sich bestimmt gesagt haben: „In Ahrensburg scheinen Römer zu wohnen!“ Denn aus dem berühmten kleinen Dorf in Gallien haben Sie erfahren, was Asterix und Obelix schon immer gesagt haben: “Die spinnen, die Römer!”

Wir Eingeborenen, die wir in Ahrensburg leben, wissen natürlich, was Sache ist: Diejenigen, die spinnen, sind gar keine Römer. Sondern es sind Beamte, die im Rathaus unserer Stadt sitzen. Und die so schwerfällig und unsensibel sind, dass sie gar nicht merken, dass Ahrensburg seinen Bürgern und Gästen seit Monaten einen Schandfleck auf dem historischen Platz in der City bietet. Der Blaumann, der dort zuvor gestanden hat, diese Schießbudenfigur hat wohl nicht gereicht, uns  vor allen Besuchern der Stadt lächerlich zu machen, jetzt muss es auch noch dieses öffentliche Pissoir mit den Warntafeln davor sein.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an die berühmte Skulptur von Miramar Luserke, die lange Zeit auf dem Rathausplatz gestanden und Fragen aufgeworfen hat. Ein Kabinettstück von Dumpfbackenmentalität in der größten Stadt im Kreise Schilda – siehe die Abbildung rechts!

Und ausgangs noch eine kleine Fabel: aus der Feder des Ahrensburger Dichters Peter Riesenburg und also lautend:

In der Stadt Ahrensburg im Kreis Schilda hat einmal ein öffentlicher Wettlauf stattgefunden, und zwar zwischen einer Schnecke und dem Direktor des städtischen Bauamtes. Und als die Schnecke nach ein paar Tagen im Ziel angekommen war, wunderten sich die Einwohner der Stadt, dass ihr Bauamtsdirektor weit und breit nicht zu sehen war. Die Schnecke klärte die Bürger auf:

„Ich habe den Mann am Rande der Strecke stehen sehen mit einem Stadtplan in der Hand, auf dem er den Weg ins Ziel gesucht hat!“

Und solange er nicht in Pension gegangen ist, sucht er das Ziel noch weiter.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. März 2021

2 Gedanken zu „Warum wir in Ahrensburg eine römische Verwaltung haben und wie eine Schnecke uns Bürgern das fabelhaft erklärt

  1. Kassandra

    Nun warten Sie doch mal ab, bis Peter Kania seine Tiefgarage unter den Dünen hinterm Rathaus mit urbanem Stadtpark gebaut hat – – – dann werden Sie erkennen, dass der Mann so schnell ist wie eine Gazelle oder wie dieses Pferd aus dem Nil heißt!

  2. Yogi

    An das Rathaus

    Lieber Herr Herr Kania!

    Einen Baum.
    Bitte pflanzen Sie dort, wo der Blaumann stand, einen wunderschönen Baum.
    Einen Klimabaum.
    Eine Linde, eine Eiche, einen Ahorn.
    Runde Sitzbank drumherum. Zum Verweilen.
    Meinetwegen mit Hinweis (Widmung) an den Blaumann und Herrn Wolke.
    Das versöhnt die Gemüter.

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