Wie Janina Dietrich (3. Buch Abendblatt) ihre Leser mit einseitiger Aussage hinters Licht führt

„Das ist los in der Region“, heißt die tägliche Rubrik im Stormarnteil vom Hamburger Abendblatt mit der Unterzeile: „Tipps und Termine der Redaktion“. Letzteres ist insofern falsch, da zwar die Tipps von der Redaktion stammen, die Termine aber nicht. Und dann verbreitet Janina Dietrich heute die Empfehlung eines Ingenieurbüros, dass Ahrensburg eine Tiefgarage hinter dem Rathaus bauen sollte statt ein Parkhaus am anderen Ende. Begründung: „vor allem aus stadtbaulichen und finanziellen Gründen“.

Abb. frei nach HA

Der Auftraggeber des Ingenieurbüros (Name und Firmensitz werden nicht verraten) ist die Stadt Ahrensburg, sprich: Bauamtsleiter Peter Kania. Und bevor die Empfehlung des Ingenieurbüros bekanntgeworden ist, hat der Bauamtsleiter seine Meinung schon ausposaunt. Und möglicherweise hat Kania dem Ingenieurbüro auch den Auftrag für eine Tiefgarage in Aussicht gestellt, woraus die alte Bauernregel resultiert: „Wess‘ Brot ich ess‘, des Lied ich sing‘!“ 😉

Die Tatsache, die Janina Dietrich verschweigt: Ein Parkhaus ist für die Stadt Ahrensburg erheblich günstiger, weil der Ahrensburger Kaufmann Matthias Timm es auf eigene Kosten neben dem Stormarnplatz errichten will. Ein Stadtverordneter, der hier trotzdem für eine Tiefgarage stimmt, handelt verantwortungslos im Interesse von Stadt und Bürgern.

Ich selber habe früher pro Tiefgarage geschrieben, allerdings ohne zu wissen, dass das Parkhaus für die Stadt kostenlos gebaut werden kann und sehr viel größer als damals in Aussicht gestellt wurde. Und der Hinweis des anonymen Ingenieurbüros auf „stadtbauliche Gründe“ ist kurios, denn die Planungen des Parkhaus-Investors, der ein Gebäude für 800 Fahrzeuge in Aussicht stellt und dafür 8,3 Millionen Euro investieren will, liegen diesem „Büro“ vermutlich noch gar nicht vor.

Warten wir Bürger mal ab, was der Bau- und Planungsausschuss dazu sagt, der am Mittwoch tagt. Und sollte dem Ausschuss die Planung für das Parkhaus nicht vorliegen, kann sowieso keine Entscheidung getroffen weden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Januar 2020

5 Gedanken zu „Wie Janina Dietrich (3. Buch Abendblatt) ihre Leser mit einseitiger Aussage hinters Licht führt

  1. Der Spatz vom Rathausdach

    Dazu noch eine ergänzende und wichtige Anmerkung: Aus einer unteren Etage des Rathauses habe ich gehört: In der von Kania gewünschten Tiefgarage, die rund 200 Stellplätze bieten würde, gedenkt die Stadt Ahrensburg noch 40 (vierzig) Plätze für sich zu beanspruchen. Begründung: Die Tiefgarage im Rathaus soll anderen Zwecken dienen, weshalb Beamte und Stadtverordnete dann feste Parkplätze in der Tiefgarage bekommen sollen.

  2. Alfons

    Ein Parkhaus ist für die Stadt Ahrensburg erheblich günstiger, weil der Ahrensburger Kaufmann Matthias Timm es auf eigene Kosten neben dem Stormarnplatz errichten will. Ein Stadtverordneter, der hier trotzdem für eine Tiefgarage stimmt, handelt verantwortungslos im Interesse von Stadt und Bürgern.
    Die Quadratur des Kreises würde aber doch gelingen, nämlich wenn der geehrte Herr Timm die Tiefgarage statt des Parkhauses mit dem adäquaten Kostenanteil baut. Aber bitte eine „echte“ Tiefgarage.
    Herr Timm, was sagen Sie dazu?! (im Ausschuss)

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