Großes Kino in Ahrensburg: Für Edeka-Woldmann ist bereits die letzte Klappe gefallen, und auf dem Gelände am Bahnhof soll offenbar ein Mausoleum entstehen – oder was…?

Vorweg gesagt: Ich habe nichts gegen ein neues Kino in Ahrensburg. Schließlich kann jeder private Investor mit seinem Geld machen, was er möchte, so lange er sich dabei an die gesetzlichen Spielregeln und den moralischen Anstand hält. Aber ich habe etwas dagegen, wenn die Stadt Ahrensburg ein Großstadt-Kino in einer Kleinstadt über den Verkauf eines Grundstücks „subventioniert“, wobei das städtische Areal im Rahmen eines Kopplungsgeschäftes veräußert werden soll.

Nachdem Händler Woldmann in der Manhagener Allee sein Ladenlokal geräumt hat, das nun von Woolworth besetzt ist, hat der ehemalige Edeka-Kaufmann auch seinen Markt in der Bahnhofsstraße aufgegeben. Der neue Betreiber heißt Höfling wie der Martin von AhrensburgTV – siehe Foto! Und das ist wundersam: Obwohl das Gebäude bald abgerissen werden soll, hat sich dort trotzdem noch ein neuer Mieter eingestellt. Aber, meine lieben Mitbürger, es kommt noch viel wundersamer!

Schauen Sie sich bitte die beiden Bilder rechts an! Das obere aus dem 3. Buch Abendblatt stammt von „Freimuth/Melchers/Group/LH“, so der Vermerk darunter. Und Reporterin Petra Sonntag hat dazu geschrieben: „So soll das neue Kino aussehen, das auf dem Gelände des jetzigen Edeka-Marktes an der Bahnhofstraße entstehen soll. Der Markt soll an die Alte Reitbahn umziehen.“

Aber wenn Sie sich das Foto darunter anschauen, dann werden Sie vermutlich Fragen haben. Und diese Ihre Fragen dürfen Sie einem Stadtverordneten stellen, der diesem Bauvorhaben zugestimmt hat bzw. noch zustimmen wird, denn der oder die muss es ja schließlich wissen.

Ich würde zum Beispiel fragen: Was wird auf dem Grundstück tatsächlich gebaut? Angenommen, dass links im Flachbau der Eingang zum Kino ist, wo vielleicht – zur Freude von Ahrensburger Gastronomen 😉 –  ein Kino-Restaurant einzieht, und dass im roten Bau daneben das Kino ist. Was ist dann aber mit den beiden riesigen Blocks, die dann kommen? Ist dieses womöglich das geplante Wohnhaus fürs Hardcore-Wohnen am Transitgleis der rollenden Donnerzüge…?

Und was ist das für ein weißer Klotz links im Hintergrund? Vielleicht ein Mausoleum für den verehrten Herrn Bürgermeister, wenn dieser abgedankt hat…? Oder ist es womöglich ein Parkhaus für die 620 bis 700 Kinobesucher, die man laut Abendblatt-Bericht im Kino erwartet? (Anmerkung: Würden die Kinobesucher ihre Autos im R+R-Parkhaus Alter Lokschuppen abstellen würden, dann wäre das zweifelsohne ein Parkvergehen.)

Ja, meine lieben Mitbürgr, die ganze Vorstellung ist wie ein schlechter Film, bei dem man sich am Ende fragt: Hat sich der Kinobesuch eigentlich gelohnt? Die Antwort werden wir vermutlich erst in ein paar Jahren bekommen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Januar 2020

11 Gedanken zu „Großes Kino in Ahrensburg: Für Edeka-Woldmann ist bereits die letzte Klappe gefallen, und auf dem Gelände am Bahnhof soll offenbar ein Mausoleum entstehen – oder was…?

  1. Torsten Schmidt

    Die Kopplung des Kinobaus mit einem unter dem realen Marktwert verkauftem Grundstück ist nichts anderes als eine versteckte Subvention des Kinos. Fast täglich erfährt man in der Zeitung, dass diese versteckten Subventionen von den Gerichten der Europäischen Union verboten und die Akteure dann Schadensersatzzahlungen zu leisten haben. Daher bin ich sehr erstaunt, dass das Rathaus trotzdem einen solch riskanten Rechtsweg geht.

  2. AhrensburgWest

    Die weissen Blöcke sind die Kinosäle, das ist doch nicht so schwer herauszufinden! Endlich geht das Projekt voran!

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Richtig, Schnucki. Und das große rote Gebäude ist das Parkhaus für die Besucher. Und das Mausoleum im Hintergrund ist in Wahrheit das geplante Hochhaus, das ein Wohnsilo sein wird mit meterdicken Lärmschutzwänden. Und das Projekt geht solange voran, bis ein Richter es stoppt.

  3. Horst Hausmann

    Dass Herr Woldmann wegen der ewigen Bauverschiebungen der Alten Reitbahn die Faxen ev. dicke hat , ist verständlich. Alte Reitbahn: Baubeginn – wenn alles –unerwartet– ohne zeitfressende Einwände über die Bühne geht – etwa spätes Frühjahr 2021 lt. Bauausschuss . Bauzeit wohl so gefühlte knapp 2 Jahre .
    Bedeutet: die alte marode und modernen Erfordernissen nicht mehr entsprechende Edeka Halle (man schaue sich im Vergleich z.B. die Lidl-Halle usw. an) soll noch mal im optimalsten Fall mindestens 3 Jahre durchhalten. Wird wirtschaftlich ev. schwierig. Dabei sollte doch schon alles längst erledigt sein.

    Die weißen Kuben im Hintergrund sind Wohnbau-Körper, man hat nur vorsichtshalber vergessen, dort Fenster einzuspielen… das kommt erst, wenn „plötzlich und unerwartet“ festgestellt wird, dass das Kino nicht rentabel ist.
    (duck und wech….).

  4. Advokat

    Wenn der (offenbar) neu ausgehandelte Kaufpreis für das Grundstück Alte Reitbahn nicht dem üblichen Marktwert entspricht, dann könnten Bürgermeister, Bauamtsleiter und möglicherweise auch Stadtverordnete sich damit einen ziemlichen Ärger einhandeln. Mal ganz abgesehen davon, dass das Grundstück nicht ordnungsgemäß öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben wurde.

    Hierzu ein Gleichnis: Es kommt ein Investor zur Stadt und erklärt: Ich kaufe die Reitbahn für den doppelten Preis, will dafür aber die Genehmigung haben, neben dem Bahnhof ein Laufhaus zu bauen mit 100 Belegbetten. Würden Stadt und Verordnete dem dann zustimmen?

    Und eine weitere Frage: Wo kann man die Ergebnisse aus der Bürgerbefragung bzgl. Kino finden? Auf der Stadtpage habe ich nichts entdecken können.

  5. Peter Elmers

    Hallo Herr Dzubilla,
    nachstehend eine Anmerkung zu Ihrer Anmerkung (Anmerkung: Würden die Kinobesucher ihre Autos im R+R-Parkhaus Alter Lokschuppen abstellen würden, dann wäre das zweifelsohne ein Parkvergehen.) :

    Spätestens ab ca. 16:00 Uhr, wenn üblicherweise die erste Kindervorstellung in einem Kino beginnt (früher jedenfalls, als es noch keinen Ganztagsunterricht gab), beginnt sich die P+R-Anlage kontinuierlich an, zu leeren.
    Es spricht nichts gegen eine Doppelnutzung der Stellplätze; – unter dem alten Maxi/Mini-Kino, dort wo heute das CCA steht, gab es eine städtische Tiefgarage, die tagsüber von Innenstadtbesuchern und abends von Kinobesuchern genutzt wurde, …. eine Win-Win-Situation.

    Momentan wird ein Bebauungsplan für das Gesamtgrundstück P+R-Anlage/Edeka-Fläche bearbeitet.
    Damit soll u.a. die Aufstockung der P+R-Anlage um zwei Parkebenen ermöglicht werden, ein bautechnisch nicht ganz einfaches Projekt:
    Während der nicht ganz kurzen Bauzeit sind die Parkplätze auf dem oberen Deck nicht benutzbar und verschärfen lange Zeit die Pendlernot.
    Hoffentlich denkt die Verwaltung bei den Grundstücksverhandlungen zur Reitbahn/Kino daran, sich nach Abriss des Edekamarktes sich das Recht einräumen zu lassen, dort die Baustelleneinrichtung für die Aufstockung unterzubringen, bevor mit dem Kino-Bau begonnen wird.
    Sonst müsste die Bahnhofstraße lange halbseitig gesperrt werden oder der Taxen-Platz vor dem Bahnhof; – beides nicht besonders vorteilhaft für die Verkehrsabwicklung !

    Viel vernünftiger und kostengünstiger wäre es, die oberen beiden Ebene der P+R-Anlage über das Edeka-Grundstück zu verlängern:
    Das Kino würde dann dreigeschossig (mit Tiefgeschoss) darunter untergebracht, die privaten Kinostellplätze im Tiefgeschoss müssten entfallen.
    Besucher würden auf den Ebenen +2 und +3 über dem Kino parken (Doppelnutzung).
    Der Bau von zusätzlichen Rampen, um die aufgestockten Parkebenen zu erreichen, würde kostensparend entfallen.
    Während der Bauzeit würden keine P+R-Plätze entfallen und es gäbe keine verkehrlichen Einschränkungen auf Bahnhofstrasse oder Taxiplatz und den dortigen Fahrradabstellplätzen.

    Insgesamt eine großartige Win-Win-Situation, die auf keinen Fall verpasst werden sollte !

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Elmers – und nachdem die Stadt schon via Verkauf Grundstück Alte Reitbahn das Kino subventionieren will im dubiosen Kopplungsgeschäft, da soll die Stadt auch noch mehr Geld investieren und Parkplätze bauen und diese dem Kinobetreiber kostenlos überlassen für Besucher von außerhalb? Aber Herr Timm darf kein Parkhaus auf eigene Kosten bauen. Weil das ja laut Bürgermeister öffentlich und europa- oder sogar weltweit ausgeschrieben werden muss wie die Alte Reitbahn und der Lindenhof. (Erkennen Sie meine Ironie…?)

      Herr Elmers, das kann nicht Ihr Ernst sein: Den Kunden der Innenstadtgeschäfte sollen die Parkplätze in ihrer Straße weggekommen werden; die Kunden des Kinobetreibers sollen direkt vom Parkplatz bequem zum Besuchersessel schreiten dürfen…?!

      1. Peter Elmers

        Da haben Sie mich total falsch verstanden….:
        Der Kinobetreiber soll auf seinem Grundstück Parkplätze bauen, die an die städtische P+R-Anlage anschließen und die tagsüber, wenn keine Kinobesucher da sind, von Pendlern genutzt werden.

        1. Harald Dzubilla Artikelautor

          Ah, verstehe: Sie sind ein gläubiger Mensch! Und Sie glauben allen Ernstes, dass ein privater Investor ein kostenlos bestellbares Parkhaus baut. Und 6 Kinosäle öffnen erst am Abend?

          1. Peter Elmers

            Ja, das wird er, wenn er dafür eine angemessene „Kompensation“ erhält.
            Jeder, der häufiger und zu wechselnden Zeiten die P+R-Anlage benutzt, weiß, dass bereits nachmittags freie Plätze zu finden sind und ausverkaufte Kinosäle gibt es -wenn überhaupt- erst am Abend….

  6. Observator

    Herr Elmers, Sie denken dabei vermutlich an das Kompensationsgeschäft aus der Vergangenheit: Der CCA-Investor baut eine Tiefgarage auf seine Kosten, und die Stadt schenkt ihm dafür ein öffentliches Straßenstück mit Rampen zur Ein- und Ausfahrt. Aber ist das auch legal, Herr Elmers?

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