Was für ein Unfug: CDU-Levenhagen will Millionen-Saal für Hochzeiten bauen – und verschweigt die Kosten!

In der Diskusssion steht in Ahrensburg der Bau eines Saales, der schätzungsweise zwei Millionen Euro kosten soll. Zwei Millionen Euro für einen Saal, der für die Stadt so dringend benötigt wird wie der Blaumann auf dem Rondeel und Sonnenschirme in der Rampengasse. Denn es gibt in der Stadt ausreichend Säle und Lokale für jede Art von Versammlungen, Feiern und anderen Veranstaltungen.

Heute wirbt Detlef Levenhagen, Fraktionsvorsitzender der CDU, in der Werbekolumne im Anzeigenblatt MARKT für diesen Saal. Er erklärt, dass „Volkshochschule, Stadtbücherei und ggf. Verwaltung mit berücksichtigt werden“. Und weil er offenbar selber merkt, dass dafür ein neu zu bauender Millionen-Saal nicht nötig ist, setzt er echt noch eins drauf in seiner Argumentation und fabuliert für die Bürger: „Wir stellen uns vor, dass ein solcher Saal ebenso für Veranstaltungen wie z. B. Hochzeiten, Konferenzen und andere gesellschaftliche Ereignisse ausgelegt ist, sodass auch die Wirtschaft unserer schönen Stadt ggf. die Vorteile einer Nutzung hat“.

Was für ein Bullshit! Unsere schöne Stadt soll einen Millionen-Saal für Hochzeiten bauen. Und für die Wirtschaft. Obwohl jeder Mensch in der Stadt weiß, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, in Ahrensburg eine Hochzeit zu feiern und Konferenzen abzuhalten. In Hotels, Restaurants und anderen Räumlichkeiten. Und die Politiker können sich überall in der Stadt versammeln, wo es mehr Räume gibt als genug. (Und dann sollen auf ausdrücklichen Wunsch der CDU ja auch noch fünf Kinosäle am Bahnhof gebaut werden.)

Was CDU-Levenhagen fordert, ist ein Prestige-Objekt. Das kann eine Stadt machen, wenn sie im Geld schwimmt. Die Stadtverordneten von Ahrensburg sollten aber bedenken, dass auch mal schlechtere Zeiten kommen können, wo die Steuereinnahmen nicht so sprudeln werden wie es in den vergangenen Jahren der Fall gewesen ist. Und wenn jemand kommt und erklärt: „Es gibt dafür doch öffentliche Zuschüsse des Landes“, dann frage ich: Und? Woher kommt denn dieses Geld…?!

Ach ja, bevor ich es vergesse: Warum verraten Sie, Herr Levenhagen, in ihrem MARKT-Bericht den Bürgern mit keiner Silbe, was Ihr Saal denn kosten würde?! Genau das ist doch die erste Frage, wenn man über eine Investition entscheiden soll!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. November 2019

12 Gedanken zu „Was für ein Unfug: CDU-Levenhagen will Millionen-Saal für Hochzeiten bauen – und verschweigt die Kosten!

  1. Observator

    Mein Gegenvorschlag, Herr Levenhagen, stellen Sie doch den Antrag, dass die Stadtverordneten in Zukunft ihre Versammlungen im Ahrensburger Schloss machen dürfen! Hernach können die Politiker sich dann mit den Bürgern im Schlosskeller einfinden und bei einem geselligen Miteinander über die wahren Probleme der Stadt und ihrer Bürger diskutieren.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      In diesem Zusammenhang: In der vergangenen Woche hat die CDU eine Veranstaltung für die Bürger gemacht. Ort: Restaurant Kroatien. Raten Sie mal, wie viele Stadtverordnete der Partei dort hingekommen waren! Ich verrate es Ihnen: null. Das war schon mehr als peinlich und zeugt von Bürgernähe, die Herrn Levenhagen offenbar fremd ist. Aber wenn die Stadt einen Versammlungssaal baut und die CDU dort eine Veranstaltung macht, dann wird der Saal total überfüllt sein.

  2. Martens

    Wenn der Beschluss der Stadtverordneten für einen Ratssaal tatsächlich erfolgen sollte, dann sollte man den Bund der Steuerzahler schon VOR Baubeginn auf diese Verschwendung von Steuergeldern hinweisen, damit der Blödsinn rechtzeitig bekanntgemacht wird. Wir haben Löcher in den Straßen und zu wenig Parkmöglichkeiten für Autus, und Politiker wollen einen Versammlungssaal bauen, damit sich die Bürger dort versammeln können, um sich über die Löcher in den Straßen zu beschweren und über mangelnde Parkplätze? 😉 Außerdem: Versammlungen von Politikern finden heute schon so gut wie ohne Bürger statt. Glaubt Herr Levenhagen, dass sich das durch seinen Saal ändern wird? Ich denke eher nicht.

  3. Ahrensburg West

    Ein Bürgersaal für Ahrensburg ist erforderlich! Das ist auch kein Luxus. Seit längerer Zeit gibt es fehlende Kapazitäten für Veranstaltungen von Vereinen und Verbände n und damit für die Bürger. Natürlich dürfen auch die gewähltem Politiker ihre Versammlungen dort abhalten. Kurse der VHS und Vorträge der Stadtbücherei ebenfalls. Die Raumkapazitäten im Peter Rantzau Haus sind ausgelastet. Der Marstall auch nicht immer geeignet. Somit kommt der Bürgersaal genau richtig !

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Für Vereine und Verbände werden Räume am Beimoor entstehen. Versammlungslokale für Politiker sind weitaus mehr vorhanden als benötigt werden. Die VHS gehört nicht zum Rathaus sondern sollte logischerweise an ein Schulgebäude angegliedert werden. Die Stadtbücherei gehört in den Marstall, wo die Galerie so gut wie leer steht. Und dann ist da außer dem Versammlungssaal im Marstall auch noch der Alfred-Rust-Saal und der Eduard-Söring-Saal. Auch die Kirchen stellen Räumlichkeiten für Bürger zur Verfügung. Und die Hotels, Restaurants, das Schloss im Keller ebenfalls. Und auch im Rettungszentrum gibt es einen Saal für Versammlungen.

    2. Frau Behnemann

      Ich bin sicher, dass sich die meisten Bürger der Stadt sehr viel lieber auf dem Rathausplatz versammeln würden, wenn die Stadt den endlich entsprechend gestalten würde. Und für Großveranstaltungen – sprich Oktoberfest – lässt sich auch ein Zelt aufstellen.

  4. Kassandra

    Man könnte auf die naheliegende Idee kommen, dass sich die CDU nach Alfred-Rust-Saal und Eduard-Söring-Saal nun einen Detlef-Levenhagen-Saal wünscht. Passend dafür wäre der Alte Speicher.

  5. Ahrensburgwest

    Schade, dass gute Ideen immer negativ gesehen werden.
    Am Beimoor entsteht ein Gewerbepark, mehr noch nicht. Ansprüche vom ATSV sind mehrfach widersprüchlich in den Medien kommuniziert worden. Herr Dzubilla, von ca 130 Vereinen sind nicht alle Sportvereine.☝️Schulen sind abends, am Wochenende und Ferienzeiten nicht zugänglich bzw. ist der Schulwart nicht verfügbar. Restaurants müssen Geld verdienen und sind nicht immer glücklich über Veranstaltungen, wenn nichts konsumierten wird.
    Daher wird der Bürgersaal kommen müssen

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Und warum sehen Sie gute Ideen so negativ? Ich spreche nicht vom Gewerbepark, sondern vom Sportpark am Beimoor. Die Ansprüche des ATSV werden nämlich bereits positiv gesehen. (Lesen Sie z. B. hier: https://www.abendblatt.de/region/stormarn/article227402669/CDU-sieht-Bedarf-fuer-neue-Sportstaette-in-Ahrensburg.html ) Alle Vereine haben ihr Vereinslokal. Und der Schützen-Verein und der Hockey-Club sind auch bereit, ihre Säle zu teilen. Schulen sind abends und am Wochenende für Veranstaltungen genauso zugänglich wie ein möglicher Ratssaal im Rathaus auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich sein müsste. Wissen Sie, wieviele Versammlungen heute schon abends problemlos in Schulen und in der Stadtbücherei stattfinden? Hotels und Restaurants verdienen Geld durch Vermietung ihrer Räume und freuen sich über jede Veranstaltung – soll die Stadt hier etwa als Konkurrent gegenüber der Privatwirtschaft auftreten? Ein „Bürgersaal“ wäre eine Veruntreuung von Steuergeldern. Und wenn ein Kino tatsächlich gebaut werden sollte, dann gibt es dort ohnehin 5 (fünf) Säle – was Sie bitte als Satire betrachten wollen.

    2. Florian

      Noch zwei Ideen für die angesprochenen Bedarfe: Es gibt auch noch einen Kirchsaal am Hagen und einen Gemeindesaal an der Schloßkirche.

  6. Ahrensburgwest

    Tja, es wird nichts richtig wenn man seine Meinung mehrfach kundtut. Daher Ende, es isr alles gesagt, aber noch nicht von allen. Gucken wir auf die kommenden Entscheidungen!!!!

  7. H. Hilt

    Der Vorschlag des Herrn Levenhagen, seines Zeichens Vorsitzender der CDU-Fraktion Ahrensburg, ist ein hervorragendes Beispiel für das, was der Rechnungshof an Ahrensburg rügt: „Problem sind die hohen Ausgaben der Stadt“. Und dann sollen noch weitere 2 Millionen zum Fenster rausgeworfen werden für einen Saal, der nicht gebraucht wird?

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