Wir brauchen keinen urbanen Park hinter dem Rathaus, sondern einen Parkplatz

Beides fängt mit A an. Das eine A steht für Ahrensburg, das andere für Auto. Und zum Auto hat man in Ahrensburg eine Beziehung, wie es paradoxer nicht mehr geht. A wie Absurdität. Schon mehrfach habe ich darüber auf meinem Blog berichtet; und ich werde es auch weiterhin tun, weil bekanntlich jeder Tropfen den Stein höhlt. Oder wie die alten Lateiner immer zu sagen pflegten: Repetitio est mater studiorum! In diesem Sinne:

Wir haben vor unserem Rathaus einen Platz, der im Volksmund als Rathausplatz bezeichnet wird. Und ein Rathausplatz ist der Platz, wo sich die Bürger der Stadt versammeln – zum Flanieren, zum Jubilieren  genauso wie zum Demonstrieren, wenn es denn mal sein muss.

In Ahrensburg dagegen ist der Rathausplatz ein Ort wie A sprich Abstellplatz. Denn hier parken die Bürger ihre Autos. Und statt dass der Rathausplatz möbliert ist und Bäume und Blumen dort wachsen, so stehen hier Ticketautomaten. Und ein unansehnlicher Pavillon mit Obst und Gemüse. Und Ladesäulen für E-Autos.

Ticket-Automaten fürs Parken stehen auch an Haltebuchten vieler Straßen in der City, wo die Autofahrer ihr Geld reinstecken müssen, wenn sie ihr Auto dort abstellen wollen. Und dann kommt der Hammer: Stellen Autofahrer ihr Fahrzeug stattdessen mitten auf der Fahrbahn einer Straße ab, sodass Staus entstehen, weil andere Autofahrer drum herumfahren müssen, dann ist das nicht verboten und zudem auch noch kostenfrei. Warum das so ist, habe ich bis heute nicht begriffen. Heißt die Straße nicht Fahrbahn, weil die Autos dort fahren sollen? Wäre die Straße zum Parken bestimmt, dann wäre sie keine Fahrbahn, sondern eine Parkbahn. (Ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole! 😉 )

Nostalgischer Traum: Als die Stadt noch autofrei war

Und der Bürgermeister von Ahrensburg wie auch einige der Politiker in unserer Stadt möchten die Autos am liebsten völlig aus der Innenstadt verbannen. Darum ließ der Bürgermeister durch unsere Stadtwerke auch die E-Ladesäulen für Autos mitten in die Innenstadt stellen, damit Autos dort nicht hinfahren sollen … oder was? Ladesäulen auf dem Rathausplatz – das macht natürlich Sinn, und zwar Unsinn, den man auch Blödsinn nennt. Und wenn in ein paar Jahren die Ladestellen für Wasserstoff kommen werden, dann werden auch diese die Innenstadt schmücken wie der Blaumann das Rondeel.

Die Zahl der Autos nimmt ab, sagen die Radfahrer. Felix Kroschke von der Ahrensburger Kroschke-Gruppe (Kfz-Kennzeichen) sagte dagegen kürzlich im Abendblatt: „In der Realität sieht es so aus, dass es bei Zulassungen weiter Rekorde gibt.“

Dass Autos in naher und ferner Zukunft das Unheil drohender Klimakatastrophe dringend bremsen müssen, steht natürlich außer Zweifel. Aber das ist keine Frage des Fahrens mit dem Automobil, sondern das ist eine Frage von umweltfreundlicher Technik.

Und damit komme ich zum Stormarnparkplatz. Der soll auf der Rasenfläche hinter dem Rathaus entstehen. Und später soll er dann tiefgelegt werden, damit oben drüber ein „urbaner Stadtpark“ entstehen kann. Wozu Sie meine Meinung kennen: Wir haben urbane Parkanlagen beiderseits der Großen Straße geschaffen, die so gut wie nicht genutzt werden von den Bürgern. Und wir haben als eine von wenigen Städten im gesamten Kreis Stormarn den Luxus, einen Schlosspark quasi mitten in der Stadt zu haben.

Was wir aber nicht haben, das ist ein urbaner Rathausplatz, auf dem kein Auto fährt oder parkt. Ein Platz, auf dem die Bürger ungestört sitzen und genießen können. Und dass sie das möchten, das zeigen sie beim dortigen Eiscafé, obwohl das Ambiente hier seit Jahrzehnten unverändert traurig ist.

Also: Statt den Unfug von einem dritten Stadtpark weiter zu verfolgen, bitte die Kohle in die Gestaltung vom Rathausplatz stecken! Und den Stormarnplatz bitte als ebenerdigen Parkplatz gleich so attraktiv anlegen, dass er noch Bestand hat für einen längeren Zeitraum!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. November 2019

Ein Gedanke zu „Wir brauchen keinen urbanen Park hinter dem Rathaus, sondern einen Parkplatz

  1. AhrensburgWest

    Weihnachten kommt bald, da darf man sich etwas wünschen ! Nur die Realität sieht anders aus. Aber wenn es hilft, können Phantasien helfen… Die Tiefgarage löst viele Parkraumprobleme. Die Innenstadt profitiert davon, sobald die Geschäfte innovativ und kundenfreundlich agieren, wie es auch die Gastronomie meist beherrscht. Manche alte Herren sind halt nicht mehr zeitgemäß unterwegs im Stadtforum.

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