Heiße Luft in kleinen Dosen: Wie Tick, Trick und Track das Stadtmarketing von Ahrensburg thematisch mit Pflanzkübeln dekorieren wollen

Die Namen Tick, Trick und Track stehen hier als Pseudonyme für drei Stadtverordnete, die sich heute im 3. Buch Abendblatt präsentieren als Vertreter von CDU, Grünen und WAB. Und das Trio äußert seine Vorstellungen für ein Stadtmarketing von Entenhausen Ahrensburg. Das 3. Buch Abendblatt, die Stormarn-Beilage, liegt meinem Abendblatt von heute nicht bei. Wahrscheinlich gab’s gestern wieder mal Streik im Druckgewerbe. Oder hat ein Panzerknacker diesen Teil aus meiner Zeitungsrolle gestohlen? Aber der Blogger ist ja Doppel-Abonnent und kann den Stormarn-Teil auch online einsehen.

Bildmontage frei nach Abendblatt

Tick, Trick und Track präsentieren heute „neue Pläne für ein Stadtmarketing“. Zum Beispiel erfährt der Leser den neuen Plan, dass die Zukunft von Ahrensburg unterirdisch sein muss, was bedeutet, die Autos sollen aus der Innenstadt „verschwinden“, und zwar in einer Tiefgarage unter dem Stormarnplatz. Eine gute Idee, auf die ich nie gekommen wäre.

Und wir lesen weiter im Text: „Die Fraktionen haben sich weitere Projekte überlegt, mit denen der Handel gestärkt werden könnte. Dazu zählt ein Lieferservice als zusätzlicher Komfort. ‚Wenn jemand zum Beispiel eine schwere Mikrowelle kauft, könnte ihm diese zum Auto oder nach Hause gebracht werden‘, sagt Egan.“

Donni, donni aber auch, was für eine tolle Idee! Dass alle Geschäfte, die schwere Geräte verkaufen, diesen Lieferservice  schon seit rund 100 Jahren bieten, wissen Tick, Trick und Track vermutlich nicht. Ich zum Beispiel habe meinen letzten Kühlschrank bei Elektro-Pehmöller in der Großen Straße gekauft. Pehmöller hat ihn nicht nur geliefert, sondern hat auch mein altes Gerät mitgenommen und entsorgt. Soll der von Tick, Trick und Track angedachte Lieferservice das auch bieten? Wer aber sorgt für Fahrzeug und Fahrer, die man heute auf dem Personalmarkt so gut wie gar nicht mehr bekommt, zumal wenn die Männer auch noch schweres Gerät schleppen sollen, womöglich in die 4. Etage ohne Fahrstuhl? Oder sollen alle Läden in der Stadt, die solchen Zustellservice bieten, sich zusammentun und einen zentralen Lieferservice gründen, also ein Transportunternehmen für schweres Gerät…?

Noch was zum Thema Parken: Heute ist es so, dass Kunden, die im CCA parken und dort bei Rewe, Müller oder aldi einkaufen,  eine Stunde lang kostenlos parken können, wenn sie ihr Ticket an der Kasse vorlegen. Die Parkgebühren für die Kunden übernehmen dann die Geschäfte.

Und aufgepasst, nun kommt der supertolle Einfall von Tick, Trick und Track:

„Eine andere Idee ist die Einführung einer ‚Ahrensburg Card‘, mit der Kunden in Ahrensburger Geschäften Rabatte bekommen oder Punkte sammeln können. Egan erzählt von einer Stadt in Nordrhein-Westfalen, die diese Karte auch mit dem Thema Parken kombiniert. ‚Wer in den Geschäften im Zentrum einkauft, sammelt Guthaben und kann dann zum Beispiel eine Stunde kostenlos in einem Parkhaus stehen.’“

Irre, im wahrsten Sinne des Wortes! Denn von Payback-, Kundenkarten, Rabattaktionen und Punkte-Sammeln in Ahrensburger Geschäften haben Tick, Trick und Track noch nie was gehört. Vermutlich, weil sie ausschließlich im Internet einkaufen. Und kostenloses Parken in einem Parkhaus in der Innenstadt würde bedeuten: Die Einzelhändler übernehmen die Parkgebühren für ihre Kunden, wenn diese in den privaten Parkhäusern Lohe und Alte Meierei parken. Aber nur für eine Stunde, erklären Tick, Trick und Track, den Rest muss der Kunde selber löhnen. Und der private Parkhaus-Betreiber, der holt sich dann die Gebühren für kostenlose Parkzeit vom Stadtforum – oder eventuell von den Stadtverordneten der CDU, Grünen und WAB…?

Weiter im Text: „Um dem Online-Handel zu begegnen, will man ‚Einkaufserlebnisse‘ bieten, und zwar ‚mit Veranstaltungen wie Konzerten, Kleinkunst, Ausstellungen und Kunsthandwerkermärkten. ‚In anderen Städten gibt es Kooperationen mit Kunsthochschulen‘, so Schubbert. Denkbar seien aber auch thematisch dekorierte Pflanzkübel, die immer mal wieder verändert werden. Oder Menschen in Rokoko-Kostümen, die durch Ahrensburg laufen und für Aufsehen sorgen.“

Ich kann es kaum glauben: Thematisch dekorierte Pflanzkübel und Stadtverordnete, die in Rokoko-Kostümen durch Ahrensburg laufen. Ja, das sind tatsächlich Maßnahmen, die das Einkaufserlebnis in Entenhausen stärken würden; und alle Kunstschulen der Stadt werden sich liebend gern daran beteiligen. (Dass es in Ahrensburg heute jede Menge an kulturellen Veranstaltungen gibt, muss ich an dieser Stelle wohl nur für die Kulturbanausen Tick, Trick und Track erwähnen.)

Und weiter im Text: „Letztlich seien die Ideen aber nur als Anregungen zu verstehen, die konkrete Umsetzung müsse der Citymanager mit den Händlern besprechen. Schubbert sagt: ‚Es ist wichtig, dass die Händler stärker zusammenarbeiten.‘ Die Fraktionen wollen aber auch, dass sich der Citymanager mit den Leerständen beschäftigt und Ideen entwickelt, wie sich diese minimieren lassen.“

Ja, man will einen Citymanager (korrekt: eine/n Citymanager/in 😉 ) einstellen, der vermutlich neben der jetzigen Stabsstelleninhaberin für das Stadtmarketing und der Leiterin der Wirtschaftsförderung tätig sein soll. Und der zukünftige Citymanager kann die Ideen von Tick, Trick und Track selbstverständlich auch sofort in die Tonne werfen, denn sie sind ja nur „als Anregungen zu verstehen“.

Tick, Trick und Track haben auch Vorstellungen, was die Position eines Citymanagers, der im Rathaus sitzen soll, an Personalkosten für die Stadt verursacht: „70.000 bis 80.000 Euro pro Jahr“.

Das ist natürlich ein Scherz. Oder wissen Tick, Trick und Track nicht, was ein qualifizierter Manager an Gehalt, Sozialleistungen und sonstigen Abgaben kostet plus Bürokosten etc. kostet? Und hinzu kommt, dass der Citymanager mindestens einen verantwortlichen Mitarbeiter haben muss, damit seine Arbeit an zwölf Monaten im Jahr reibungslos erfolgen kann.

Der Bürger erfährt: „In der Sitzung des Hauptausschusses am 18. November soll das Konzept politisch beraten werden.“ Und ich frage voller Erstaunen: Konzept? Was denn für ein Konzept…?

Last but not least: Ist es überhaupt die Aufgabe von Politikern, ein Konzept für ein Stadtmarketing zu entwickeln? Meiner Meinung kann ein Markeingkonzept nur aus dem Rathaus heraus entwickelt werden mit Hilfe von Fachleuten. Und natürlich, indem man sich mit Kaufleuten und anderen Spezialisten zusammensetzt. So, wie es in der Vergangenheit auch passiert ist und erste Ansätze für ein Konzept geliefert hat. Und in diesem Gremium saßen auch Tick, Trick und Track bzw. ihre Parteikollegen. Aber offenbar haben sie dort ihren Schnabel gehalten, um dann Monate später zu schnattern und Senfeier zu legen.

POSTSKRIPTUM: Den Ahrensburger Wochenmarkt und die Trostlosigkeit auf dem Rondeel kennen Tick, Trick und Track vermutlich nicht. Ich bezweifle, dass sie sich überhaupt in Ahrensburg richtig auskennen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Oktober 2019

4 Gedanken zu „Heiße Luft in kleinen Dosen: Wie Tick, Trick und Track das Stadtmarketing von Ahrensburg thematisch mit Pflanzkübeln dekorieren wollen

  1. Observator

    Sie haben noch etwas vergessen, Herr Dzubilla, und das ist der Kommentar von Ralph Klingel-Domdey zu diesem Thema. Der hat sich vor lauter Begeisterung über den Comic mit Trick, Tick & Track in seinem Blatt vermutlich Pipi in die Hose gemacht. Fehlte nur noch, dass er das Kino erwähnt, das die Politiker wohl bewusst „vergessen“ haben, weil sie ahnen, dass das nicht kommen wird, nachdem die Alte Reitbahn bebaut worden ist.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Chefredaktion in Hamburg entschieden hat, dass die Stormarnbeilage heute nicht gedruckt wird, damit die Leser in Ahrensburg nicht glauben sollen, es wäre bereits der 1. April.

  2. Daisy Duck

    Ich empfinde diesen Blogbeitrag als eine Beleidigung von Tick, Trick und Track. Wer die Disney-Geschichten aus Entenhausen kennt, der weiß, dass die drei Entlein gar nicht einfältig sondern im Gegenteil recht pfiffig sind. Und das kann man von den drei Stadtverordneten nun wirklich nicht sagen.

  3. Torsten Schmidt

    Immerhin wird hier versucht mittels Rabattkarte eine Kundenbindung an Ahrensburger Geschäfte zu generieren. Dies sollte man nicht gering schätzen. Ob allerdings Geschäfte die mit Müh und Not eine schwarze Null in ihrer Bilanz erzielen auch noch für Parkgebühren ihrer Kunden aufkommen können, stelle ich hier mal in Frage. Warum das Lieblingsprojekt der SPD, also das CCA nicht auch mal was für die Stadt tut und die leerstehenden Ladenräume an der NO-Seite für wechselnde Austellungen zur Verfügung stellt ist mir ein großes Rätsel. Hier könnten alle (!) Ahrensburger Fahrradhändler ihre Lastenräder ausstellen. Und von der deutschen Firma Riese&Müller gibt es ein kleines feines Lastenrad.

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