München, die heimliche Partnerstadt von Ahrensburg!

Ahrensburg hat vier Partnerstädte, die auf der Homepage der Stadt genannt werden: Esplugues (Spanien), Viljandi (Estland), Ludwigslust (Mecklenburg) und Feldkirchen (Österreich). Und dann ist da noch München (Bayern). Das ist keine direkte Partnerstadt von Ahrensburg sondern eine indirekte. Und deshalb wird München auf der Homepage von Ahrensburg auch nur indirekt genannt.

Homepage Stadt Ahrensburg

Das beginnt am 21. September 2019. Dort findet ein München-Tag statt im Warenhaus famila, nämlich das „famila Oktoberfest“. Eintritt: 25 Euro. Und dafür wirbt die Stadt auf ihrer Homepage – siehe die Abbildung! Das bedeutet: Städtische Werbung für eine kostenpflichtige Verkaufsveranstaltung einer Firma im Gewerbegebiet. Wenn famila das im MARKT anzeigt, ist es kostenpflichtig und wird als „Anzeige“ gekennzeichnet.

Das nächste Oktoberfest findet dann schon vier Tage später statt und ist die „Wiesn Gaudi“ im Rosenhof, die dort wohl kaum auf einer Wiese stattfinden wird. Wir erfahren auf unserer Homepage: „Es wird wieder zünftig! Bei uriger Schunkelmusik mit dem Störtaler Trio können Sie bayerische Spezialitäten und frisch gezapftes Bier genießen.“ Und: „Eintritt 13,50 pro Person inklusive Brotzeitteller“.

Aber damit nicht genug mit der Schunkelei! Schon am 3. Oktober 2019 beginnt das nächste Oktoberfest in Ahrensburg, und zwar in der Innenstadt. Information auf der Homepage: „Zünftig feiern mit Bierkrug und Schmankerlnplatte bei Live-Musik. Näheres später!“

Ja, meine lieben Mitbürger, München ist allgegenwärtig in Ahrensburg. Und was Ahrensburg von München unterscheidet: Die bayrische Hauptstadt hat nur ein Oktoberfest – Ahrensburg hat deren drei. Gsuffa!

 

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. August 2019

5 Gedanken zu „München, die heimliche Partnerstadt von Ahrensburg!

  1. Wolfgang Schrimpff

    Was will Szene Ahrensburg denn nun? Dass die Stadtverwaltung Ahrensburger Wirtschaftsbetriebe fördert oder nicht?

  2. Harald Dzubilla Artikelautor

    Doch, das will Szene Ahrensburg durchaus. Aber bitte mit gleichem Recht für alle! So geht es gar nicht, wenn die Stadt für eine Verkaufsveranstaltung wie das „Oktoberfest“ von Famila im Gewerbegebiet auf der Homepage wirbt, nicht aber – nur zum Beispiel – für die „Ladys Days“ im Herrenhaus in der Innenstadt! 😉

    1. Wolfgang Schrimpff

      Wäre es nicht auch denkbar, dass einzelne Geschäftsleute (Marktleiter, Apotheker, Seniorenresidenzleitungen usw.) einfach agiler als andere sind und die Stadtverwaltung um Veröffentlichung jeweiliger Informationen ersuchen? Ist Werbung eine Bring- oder Holschuld?

      1. Harald Dzubilla Artikelautor

        Werbung, lieber Herr Dr. Schrimpff, ist natürlich eine Bringschuld und muss als solche gekennzeichnet sein. (Das mit der Bringschuld weiß ich ganz genau, denn ich warte immer auf Ahrensburger Läden, damit diese ihre Werbung auf Szene Ahrensburg bringen.)

        Aber wenn tatsächlich alle Läden ihre Werbung auf die Homepage der Stadt bringen würden/dürfen – von den Rabattwochen bei Nessler bis zu den Sonderangeboten von Rewe, Edeka, aldi, lidl etc. und am Ende die Orientteppich-Ausverkäufe in der Großen Straße, dann wäre die Rubrik „Veranstaltungen“ auf der Homepage etwas unübersichtlich, wie Sie mir zugeben werden.

        Ich denke, hier sollte man sich auf kulturelle Veranstaltungen beschränken und auf allgemeine Events, die keine direkten und kommerziellen Werbeaktionen eines einzigen Ladens (Beispiel famila) oder eines Betriebes (Beispiel Rosenhof) sind.

        By the way: Die BürgerStiftung macht auf ihrem Ahrensburg-Portal regelmäßig Werbung für eine Diskothek in Bargteheide, und zwar redaktionell. Weiß der Teufel, wie so etwas entsteht.

  3. Svenja Petersen

    Herr Dzubilla, die Werbung für famila ist doch aus der Sicht des Rathauses vollkommen in Ordnung : Nach der vollständigen Verbannung des Autos aus der Innenstadt werden die Bürger mit ihrem Auto ebend zum Einkaufen zu famila fahren. Motto : Ja kein Stück bewegen und Fahrradfahrer werden ausgelacht. Die Wirtschaftsförderungspolitik des Rathauses kann man so zusammen fassen : Maximale Drangsalierung der Innenstadtquartiere bei gleichzeitiger kostenloser Bewerbung der nur mit dem Auto erreichbaren Einkaufszentren auf der grünen Wiese auf der stadteigenen Webseite. Möglicherweise einmalig in Deutschland.

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