Brauchen wir wirklich einen weiteren Multifunktionssaal?

Vorab: Stadtverordneten-Versammlungen  in Ahrensburg finden 10 x im Jahr statt, und zwar im Marstall in der ehemaligen Reithalle, einem Multifunktionssaal. Einwohnerversammlungen finden mindestens 4 x im Jahr statt, und zwar in derselben Location. Was bedeutet: An 14 von 365 Abenden im Jahr wird der Marstall von der Stadt genutzt. Und 1 x zum Neujahrsempfang.

Illustration frei nach Abendblatt

Heute ist dem 3. Buch Abendblatt zu entnehmen, dass Stadt und Politik darüber nachdenken, einen neuen „Multifunktionssaal“ im Rathaus zu bauen. Und dieser Ratssaal soll mit 400 Quadratmeter so groß sein wie die Reithalle im Marstall.

Zu den Versammlungen der Stadtverordneten kommen maximal 40 Politiker in den Marstall. Dazu rund 10 Personen aus der Verwaltung. Und im Durchschnitt rund 15 Besucher, was gesamt rund 65 Personen ergibt. Bei den Einwohnerversammlungen ist die Besucherzahl ein bisschen höher. Und wenn mal ganz viele Einwohner erwartet werden, dann findet diese Versammlung im Alfred-Rust-Saal statt.

Die Kapazität der Reithalle vom Marstall beträgt 280 Personen bei Reihenbestuhlung oder 140 Personen bei Tisch-Bestuhlung. Dazu kommt das Foyer mit einer Kapazität von ca. 40 bis 50 Personen.

Und dann gibt es noch die Tagungen der Ausschüsse. Der Teilnehmerkreis ist überschaubar genauso wie die Besucherzahl. Dafür genügt der jetzige Sitzungsaal im Rathaus genauso wie ein Saal im Peter-Rantzau-Haus, wo die Sitzungen heute schon stattfinden. Und auch das Foyer des Rathauses würde dazu geeignet sein und vielleicht ein paar Bürger mehr anlocken. Und Ausschüsse tagten auch in Schulen wie z. B. in der alten Turnhalle der Stormarnschule, wo ich schon als Schüler gelitten habe … allerdings bei Turnübungen am Reck.

Die Galerie im Marstall steht so gut wie leer, weil sich Besucher selten dorthin verirren. Und der Alte Speicher am Marstall wurde von der Stadt gekauft und gammelt seitdem weiter vor sich hin. Mein Vorschlag, die Stadtbücherei in die Galerie am Marstall zu verlegen und das heutige Gebäude der Bücherei als zweites Rathaus zu verwenden, stößt bis heute auf taube Ohren.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. August 2019

7 Gedanken zu „Brauchen wir wirklich einen weiteren Multifunktionssaal?

  1. Kassandra

    Politiker tagen dann, wenn das Rathaus geschlossen ist. Was passiert mit dem Multifunktionssaal in der Größe der Reithalle am Tage? Vielleicht der Aufenthaltsraum für die Leiterin vom Stadtmarketing? Oder Fitness-Studio für die gesamte Belegschaft inklusive Joga, Meditation und Zumba und Salsa-Aerobic?

  2. Freier Demokrat

    Zitat aus dem Abendblatt-Artikel: „Der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Bellizzi ergänzte: „Können wir es uns in der momentanen Lage erlauben, 2,3 Millionen Euro extra auszugeben?“ Ihm erschließe sich die Notwendigkeit nicht.“

  3. H.J. Lange

    Zweifelnder Herr Dzubilla,
    wenn Sie mir schon den Ball zuspielen:

    Tatsächlich werden in der „Galerie im Marstall“ (oder räumlich treffender „Stallhalle“) die auf ewig festgelegten Vorstellungen der Sparkassenstiftung von „zeitgenössischer Gegenwartskunst“ den irrenden Besuchern aufgedrängt.
    Und in den wenigen freien Zeitfenstern übernimmt etwa eine private Fotogruppe
    die Räumlichkeit – nachdem sie Anfang 2019 eine (= meine) Ausstellung über drei Meisterarchitekten, 100 Jahre Bauhaus usw. – inszeniert wieder rausgemobbt hatte – mit Duldung des zuvor die Architektur-Ausstellung versprechenden „Kulturmanagers“.
    Ich nenne es: Un-Kultur in Räumen, die sich im Besitz der zahlenden Allgemeinheit befinden.

    Sie haben Recht:
    Besucher mögen sich gelegentlich in die „Stallhalle“ verirren.
    Eine Besucherzählung (Evaluation) habe ich nicht recherchieren können.
    Umso mehr verwirklichen sich dort persönliche Interessen
    und aufgrund insofern zweifelhafter Nutzungsverträge mit der Stadt Ahrensburg.
    Daraus: Die Stadt Ahrensburg möge die befristeten Verträge evaluieren.
    Der erste Vertrag läuft zur Zeit aus . . .

    Also Herr Dzubilla, alles wie immer schon:
    1. Räume gibt es genug – unter der Regie der Stadt Ahrensburg und der ev.-luth. Kirche.
    2. Beide haben im Grunde kein Geld = Geld von gezwungenen Steuerzahlern.
    3. Beiden laufen die interessierten Leute weg.
    4. Beide wollen trotzdem immer weitere Bauwerke:
    Die Stadt einen weiteren Saal. Die Kirche einen neuen Kindergarten.

    HJL

  4. AhrensburgWest

    Multifunktionshalle

    Der Bedarf an einer Multifunkionshalle ist absolut vorhanden. Die Kapazitäten im Peter Rantzau Haus sind ausgeschöpft, Alternativen häufig auch nicht verfügbar. Wer nur an die politischen Sitzungen denkt, irrt ! Sämtliche ehrenamtliche Vereine suchen laufend Räume und müssen dann oft in Lokale ausweichen, wo man auch nicht immer willkommen ist oder hohe Mieten zahlen muss.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Mal ne ganz oberflächliche Rechnung: Wenn der Multifunktionssaal für 14 jährliche Veranstungen = 2 Millionen Euro kostet und man stattdessen 14 x pro Jahr ins ParkHotel geht für vielleicht 7.000 Euro Raummiete p. a. inkl. Getränke, dann kann man rund 300 Jahre Jahre lang ins ParkHotel gehen, bis man die 2 Millionen ausgegeben hat. 😉 Für die Meetings der Ausschüsse reicht der jetzige Tagungsraum im Rathaus plus Foyer.

      1. Harald Dzubilla Artikelautor

        Wozu mir noch einfällt: Warum hat die Stadt die Remise, nachdem der Vertrag mit dem ParkHotel ausgelaufen war, nicht in eigenen Hände genommen? Möglicherweise kann man das in Zukunft tun. Und dann ist da ja noch der alte Speicher, den die Stadt dem ParkHotel abgekauft hat – was iss’n mit dem…?

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