Warum ist das CCA auch nach 10 Jahren immer noch provinziell?

Was versteht man unter einem Einkaufszentrum bzw. Shopping-Center? Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert ein Shopping-Center wie folgt: „Räumliche Konzentration von Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben (z.B. Warenhaus, Supermarkt, Textilgeschäft, Bankfiliale, Reiseveranstalter, Gaststätte, Reinigung, Kino, Arztpraxis u.a.“ Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt das City Center Ahrensburg, kurz CCA genannt, dann fehlt dort noch so einiges, um sich als Einkaufszentrum darzustellen. Aber was noch nicht ist, kann ja noch kommen.

Deutlich erkennbar: sky, Bonita und kein Friseur

Was im CCA aber vorrangig fehlt, das ist ein/e Center-Manager/in. Also jemand, der ein Auge aufs Ganze hat. Und das ist beim CCA nicht erkennbar. Hierzu ein paar Corpora Delicti:

Schon seit längerer Zeit gibt es dort keinen sky-Supermarkt mehr, aber im Begrüßungsbild auf der Homepage wird er gezeigt – siehe Abbildung links! (Ob Rewe das wohl lustig findet?) Und an anderer Stelle lesen wir: Wenn Sie Kunde von Sky-Lebensmittel sind, erhalten Sie bei Vorgabe des Kassenbeleges eine Stunde Parken gratis. Ja, wenn… 😉

Und dort, wo einst Bonita einen Laden betrieben hat, an dieser Stelle ist schon seit ein paar Wochen der Optiker Apollo zu finden. Aber immer noch wird Bonita statt Apollo auf der Homepage angezeigt. Und unter „Gesundheit, Kosmetik und Beauty“ findet man zweimal Drogerie Müller aber keinmal den Friseur GS Cut Style.

Wir lesen auf der Homepage vom CCA: „Mit einer perfekten Verkehrsanbindung ist das City Center Ahrensburg sehr gut erreichbar und immer für seine Kunden da.“ Was will uns der Textdichter damit sagen? In der Rampengasse fährt kein Bus mit Haltestelle vor dem CCA. Ist mit „perfekter Verkehrsanbindung“ vielleicht die Tiefgarage gemeint? Dann würde ich dem zustimmen. Aber was heißt: „immer für seine Kunden da“? Ist das CCA – mit Ausnahme von Rewe – nicht schon um 20 Uhr dicht? Ach ja, richtig: „Am Bankterminal der Sparkasse Holstein in der Mal finden Sie einen Geldautomaten zum bequemen Geldabheben direkt vorort“ –  allerdings nur bis das CCA schließt.

Abgesehen davon, dass es nicht “vorort” sondern „vor Ort“ heißen muss, so fragt man sich: Warum ist das Geldabheben hier „bequem“? Im Gegenteil: Für Kunden der Deutschen Bank, der Commerzbank oder der Postbank ist das Geldabheben dort finanziell belastend, denn diese Leute müssen hier eine Gebühr zahlen.

Am 25. Juni 2009 wurde das CCA eröffnet. Es hat also vor vier Wochen seinen 10. Geburtstag gefeiert. Gefeiert…? Haben Sie etwas von einer entsprechenden Feier mitbekommen…? Wäre das CCA ein richtiges Einkaufscenter, dann hätte dort eine Riesen-Party stattgefunden mit allem Drum und Dran. Aber vermutlich ist den dortigen Ladeninhabern zum Feiern gar nicht zumute.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Juli 2019

Ein Gedanke zu „Warum ist das CCA auch nach 10 Jahren immer noch provinziell?

  1. Fritz Lucke

    Das Einzige, was in wundersamer Weise klappt, ist die unheimliche Vermehrung der Postkartenständer am Presse-/Tabak-Shop.

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