Auf dem Stormarnplatz: Wie wär’s denn mit Protestmähen?

Der Stadtjugendring Ahrensburg e. V. und der Kinder- und Jugendbeirat haben beschlossen: Wir müssen gegen die Besetzung des Stormarnplatzes mit Baumaterialien zur Rathaussanierung und anschließendem Parkplatz für Autos einen Protest einlegen, und zwar am 14. Juni 2019 ab 18 Uhr auf dem Stormarnplatz! Und dazu mein imaginärer Bericht von einem Meeting der Kids und also lautend: 

Die Kinder und jugendlichen trafen sich auf dem Stormarnplatz, wo die Frage auf dem Raum des Rasens stand: Was machen wir, damit die Leute auch kommen und unserem Protest beiwohnen?

„Wir machen auf Natur!“, rief jemand und erklärte: „Wir verkleiden uns aus Protest als Grillen und laufen dann als Protestgrillen über den Rasen – das macht bestimmt Eindruck, denn Grillen sind beliebt und auf der dem grünen Rasen so gut wie gar nicht mehr vorhanden!“

Daraufhin erfolgte in der Gruppe ein lebhaftes Gezirpe, aber kein mehrheitlicher Beschluss. „Wie wäre es denn“, erkundigte sich ein anderer, „wenn wir ein paar Grills auf dem Rasen stellen und aus Protest grillen?! Schon der Duft von Bratwürsten und Nackenkarbonade wird die Leute herbeieilen und erkennen lassen, wozu dieser Rasenplatz überhaupt gut ist!“

„Das geht gar nicht!“, rief eine Veganerin und erklärte: „Nicht nur, dass Tiere auf dem Grill geopfert werden, es entsteht dabei auch mit dem Abbrennen fossiler Brennstoffe eine Schädigung der Umwelt! Nein, da mache ich nicht mit!“

„Ich hab’s!“, rief ein anderes Mitglied aus dem Beirat und erläuterte seinen Einfall: „Wir zeigen, dass wir nicht nur nehmen und nutznießen wollen, sondern…“

„Sondern?“, fragte ein Mitglied von gegenüber des Kreises.

„Sondern, dass wir selber auch mal was beitragen für die Allgemeinheit!“

Und das wäre?“, wollte das Mitglied von gegenüber wissen und zog bei dieser Frage skeptisch die Augenbrauen zusammen.

„Wir werden kein Protestgrillen veranstalten, sondern wir machen ein … Protestmähen!“

„Hä?“ kam es mehrfach aus der Runde, wo die Fragezeichen in den Gesichtern der Kinder geschrieben standen.

Das Mitglied von gegenüber erläuterte: „Jeder von uns bringt von daheim einen Rasenmäher mit – ohne Motor, versteht sich. Und dann werden wir den Rasen mähen und der Stadt versprechen, dass wir das in Zukunft alle 14 Tage machen werden, wenn der Rasen als Rasen zum Rasen für uns erhalten bleibt!“

Schweigen in der Runde. Dann eine Stimme, etwas zaghaft: „Ich … äh … finde das mit dem …äh… Parkplatz eigentlich gar nicht so verkehrt. Und meine Mutter findet das übrigens auch.“

Und ein Mädchen, das bisher still gewesen war, meinte:  „Wir können unsere Freizeit ja auch auf dem Rasen am Schloss verbringen oder direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite, wo das Grün der Stadt so üppig und saftig ist wie nirgendwo sonst!“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Juni 2019

7 Gedanken zu „Auf dem Stormarnplatz: Wie wär’s denn mit Protestmähen?

  1. Frau Behnemann

    Ich denke, mit „Protestgrillen“ meinen die Protestanten, dass sie sich nackt auf die Wiese legen wollen, um sich von der Sonne aus Protest grillen zu lassen. Und um ihrer Forderung noch mehr Nachdruck zu verleihen, werden sie keine Sonnenschutzmittel verwenden, um hernach bei Hautschäden zu sagen, dass die Stadtverordneten von CDU und Grünen und WAB die Schuld daran haben. 😉 😉 😉

  2. Brigitte H. aus A.

    Ich sehe auf dieser Rasenfläche sehr selten Jugendliche und Kinder. Und was „Natur“ betrifft, so wäre es sehr zweckdienlich, wenn die Autos von den Rändern der Wohnstraßen endlich verschwinden. Ein Rasen ist ökologisch betrachtet weniger wert als Straßenbäume.

  3. Anwohner

    Also, zunächst einmal habe ich Verständnis für die Jugendlichen, die sich nun für den Rasenplatz stark machen. Sicher ist aber eines: Der Rasenplatz wurde nie als Grill-, Aufenthalts- oder Liegewiese genutzt.
    Weder von Jugendlichen noch von Erwachsenen. Wofür er diente? Als freilaufendes Hundeklo mit einer Klo-Größe von 7.700 m². Selbst die Hundebesitzer haben sich dort so bewegt, als gingen sie über ein Minenfeld. Wahrscheinlich wollte sich deswegen keiner dort hinlegen.
    Fazit: Baut lieber als Zwischenlösung für diverse Baumaßnahmen einen Parkplatz und danach einen gemütlichen Stadtpark mit Grillplatz und etwas Wasser. Und lasst die Jugendlichen unbedingt mitplanen!!!

  4. Horst Hausmann

    DAS geht ja gar nicht! Zeitlich begrenzt Baumaterialien lagern und ebenfalls zeitlich begrenzte Parkfläche, bis Alte Reitbahn fertig gebaut ( eine gute Idee der Grünen übrigens….)….da hilft nur eines:
    Greta Thunberg muss her, sofort, und auf der Stelle!!!

  5. kunipitt

    Ein durchaus bedenkenswerter Vorschlag wurde übrigens gestern in der Einwohnerfragestunde des Bauausschusses gemacht.
    Da bekanntlich in der örtlichen Presse über Themen aus der Einwohnerfragestunde grundsätzlich nicht berichtet wird, – hier die Einzelheiten :

    Die sogenannte „Wiese“ ist -alte Ahrensburger werden sich erinnern- ein ehemaliges Rasensportfeld.
    Ein Rasenplatz ist ein technisches Bauwerk, angelegt nach einschlägiger DIN und mit Wiesen oder Weiden, auf denen bei dörflichen Sommerfesten gelegentlich geparkt wird, überhaupt nicht zu vergleichen.
    Er hat eine spezielle Drainage und die sog. Trag- und Deckschichten bestehen aus definierten Kiesen und Sanden mit einem nur geringen Anteil an „Mutterboden“;
    – ob diesen künstlich hergestellte Gemisch unter die Bodenschutzverordnung fällt, wie gestern im Abendblatt berichtet, darf bezweifelt werden.
    Ein derartiges Sportfeld ist durchaus geeignet, moderaten Fahrverkehr durch PKW zu überstehen….
    die diversen Zirkus-Gastspiele mit schwerem LKW-Verkehr hat es es ja auch offensichtlich schadlos überstanden.

    Man sollte versuchsweise -und dass sofort- die „Wiese“ zum Parken freigeben und zwar nur zu den Wochenmarkt-Zeiten.
    Dann, wenn der Parkplatzbedarf am größten und das Angebot irrwitzigerweise drastisch reduziert ist.
    Der Wochenmarkt, nur noch der Schatten seiner selbst, wird in kürzester Zeit aufBLÜHEN.
    Zugefahren werden kann problemlos links neben dem Peter-Rantzau-Haus, abgefahren über den Parkplatz neben dem Bruno-Bröker-Heim.
    Die Parkordnung kann durch mobile Baustellen-Absperrgitter vorgegeben werden und die Parkzeit mit Parkscheiben geregelt werden.
    Von Mittwochnachmittag bis Sonnabend-früh und von Sonnabendnachmittag bis Mittwoch-früh kann sich das Gras erholen und es kann nach Bedarf weiterhin gegrillt und sich gesonnt werden.

    Wenn es wider Erwarten zu Missständen kommen sollte, kann man das „Experiment“ ja jederzeit abbrechen, – ohne dass es zu nennenswerten Fehlinvestitionen gekommen wäre.

    Die überlastete Verwaltung hat dann hinreichend Zeit, Erfahrungen zu sammeln und „tragfähige“ Übergangslösungen für die Zeit bis zur Fertigstellung der öffentlichen (?) Tiefgarage von EDEKA auf der alten Reitbahn zu entwickeln…

    Man wird sehen, ob unsere Verwaltung geneigt und fähig ist, pragmatische Ideen umzusetzen oder die professionellen Bedenkenträger sich durchsetzen.

  6. Stiller Beoachter

    Bei uns heißt dieser Teil des Stormarnplatzes schon seit Ewigkeiten HUNDEKACKAWIESE. Dass der vielfach von Jugendlichen genutzt wird, habe ich nur selten erlebt. Ich denke, die Kinder wollen nur Aufmerksamkeit durch Äktschn. Und Grillen ist geil. 😉

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