Gedanken am Wochenende: Kommunikation in Ahrensburg

Noch bevor der heutige Bürgermeister von Ahrensburg überhaupt zum Bürgermeister von Ahrensburg gewählt worden war, hat er in seinem damaligen Wahlkampf versprochen, die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern zu verbessern. Michael Sarach sprach damals von einer „Rathaus-Postille“, die regelmäßig erscheinen und die Einwohner der Stadt über alles Wichtige informieren sollte.

Daraufhin gab es dann ein „Rathaus Journal“ und anschließend ein „Ahrensburg-Magazin“. Beide Druckschriften stammten von einer Hamburger Agentur, die damit erhebliche Anzeigenerlöse erzielt hatte. Und die Hefte wurden mehr oder weniger von den Ahrensburger Stadtwerken finanziert. Zum Dank dafür bekam der Bürgermeister in seinem zweiten Wahlkampf einen Werbebeitrag im „Ahrensburg Magazin“ mit der Überschrift: „Ein norddeutscher Kosmopolit“.

Und weil sowohl das „Rathaus-Journal“ als auch das „Ahrensburg Magazin“ die Bürger nicht interessiert hat, lagen die Blätter als Altpapier in allen Ecken der Stadt verstreut herum. Womit Horst Kienel, der Geschäftsführer der Stadtwerke und damalige Kämmerer von Ahrensburg, nachgewiesenermaßen und wissentlich städtisches Geld  veruntreut hat, und zwar so lange, bis die Herausgeberin am Ende offiziell ihre Zahlungsunfähigkeit bekundet und ihren Verlagsbetrieb eingestellt hatte.

Danach brachte Monika Veeh, die zuvor für den MARKT geschrieben hatte, ihr Werbeportal „ahrensburg24“ online. Auch sie wurde vom Start weg großzügig finanziert vom städtischen Damen-Mäzen Horst Kienel durch massive Werbung, ohne dass die Empfängerin der Werbegelder dafür einen Leistungsnachweis erbringen musste. Dafür bekamen der Bürgermeister und der Stadtkämmerer stets eine wohlwollende Berichterstattung auf dem Portal.

Der Bürgermeister und Werbeprinzessin Lllliveeh

Aber: Weder durch die genannten Magazine noch durch „ahrensburg24“ wurde das Versprechen des Bürgermeisters erfüllt, die Kommunikation in der Stadt zu verbessern, zumal Monika Veeh auch noch fleißig unlautere Schleichwerbung veröffentlicht hatte, die für den gemeinen Leser wie Redaktion ausgesehen hat. Und als die Werbejournalistin ihr Portal dann eingestellt hatte, weil sie fortziehen wollte, da verabschiedete der CDU-Stadtverordnete Eckehard Knoll die Werbeprinzessin Lilliveeh auch noch offiziell im Rahmen einer Stadtverordneten-Versammlung und bedankte sich für ihre Arbeit. (Einen Dank an Horst Kienel wegen der Finanzierung von Monika Veeh hat der Stadtverordnete allerdings nicht ausgesprochen. 😉 )

Über all das, was ich voranstehend geschrieben habe, können Sie nachlesen, wenn Sie die Stichwörter in die Suchmaske von Szene Ahrensburg eingeben oder googeln.

Und damit komme ich zur Gegenwart, nämlich zur heutigen Kommunikation zwischen Rathaus & Bürger in Ahrensburg. Die ist schlichtweg nicht vorhanden, obwohl es eine Ahrensburger Homepage gibt. Und auch eine Ahrensburg-App, die pures Pipifax ist.

Für eine allgemeine Information über die Geschehnisse in der Stadt gab es früher einmal die „Ahrensburger Zeitung“. Das Blatt ist dann ins „Hamburger Abendblatt“ gegangen und danach eingegangen. Und das 3. Buch Abendblatt, die Stormarn-Beilage, wird von einem Redaktionsleiter aus Hamburg verwaltet, dem Ahrensburg erkennbar wenig am Herzen liegt. Und geschrieben werden die Beiträge von jungen Leuten, die selten das hinterfragen, worüber sie berichten. Und in dieser Stormarn-Beilage wird in Sachen Ahrensburg redaktionell viel zu viel manipuliert und viel zu wenig über Zusammenhänge und historische Entwicklungen informiert, die vielen Neubürgern von Ahrensburg nicht bekannt sind. (Merke: Wer um das Gestrige weiß, kann das Heutige besser beurteilen!)

Last but noch least komme ich zu Social Media in Ahrensburg, und hier zu einem Facebook-Portal, über das ich in letzter Zeit aus mehrfach gegebenen Anlässen häufiger berichtet habe. Ein Portal, das  ich als Dumpfbacken-Forum bezeichnet habe und das den Titel trägt: „Du kommst aus Ahrensburg, wenn…“

Auf diesem Portal haben sich rund 5.200 Teilnehmer angemeldet, die dort mehr oder weniger oder gar nicht posten. Mal abgesehen davon, dass auffallend viele von den Schreibern die deutsche Sprache nicht so beherrschen, wie man es am Ende der Grundschulzeit erwarten könnte, so findet man auf dem Ahrensburg-Portal zum Geschehen in Ahrensburg häufig Kommentare, die zeigen, dass die Schreiber offenbar hinterm Deich leben, und zwar in Ostfriesland. Da werden unglaublich naive Meinungen über Stadt, Verwaltung und Politik verbreitet, die dann auch selten von anderen Teilnehmern berichtigt werden, weil diese anderen es auch nicht besser wissen. Und ein Großteil der Teilnehmer kommt überdies gar nicht aus Ahrensburg.

Nichtwissen und mangelhafte Rechtschreibung

So werden reihenweise Unwahrheiten als Tatsachen verbreitet. Ein aktuelles Corpus Delicti  ist der nebenstehende Post, mit dem eine Ina Wille erklärt, dass sie nicht glaubt, dass auf dem Stormarnplatz tatsächlich Parkplätze entstehen, weil sie weiß, dass die Flächen dem ATSV gehören. Und deshalb sollte man doch lieber „Auf der alten Reitbahn ’ne Tiefgarage hinpflanzen“. Und Elisabeth Göthe, die Kultfigur des Portals, ergänzt das Thema in ihrer eigentümlichen Sprache; und auch die Grüne Kreistagsabgeordnete Monja Löwer legt in der Öffentlichkeit keinerlei Wert auf Rechtschreibung, mit der sie ohnehin erkennbare Probleme hat.

Diese aktuellen Beispiele sind aber nur die Spitze einer Pyramide aus Ahnungslosigkeit, Halbwissen und Naivität – um nicht zu sagen: Dummheit.

Ich wollte mir mal die Mühe machen und auf dem Portal alles berichtigen, was dort falsch behauptet und verbreitet wird. Mein Erfolg: Schon nach kurzer Zeit wurde ich blockiert vom Administrator, der sich „Pablo Calavera“ nennt, eine falsche Adresse in Spanien angibt und auf seinem eigenen Facebook-Portal auch „gegen Merkel und ihre CDU“ gepostet und gefordert hat: „Rot-Rot-Grüne Mehrheiten auf Bundesebene nutzen! Koalition mit der CDU verhindern!“ – siehe Abbildung rechts!

Genauso wie mir erging es auch anderen Teilnehmern, die aufgrund einer Meinungsäußerung aus dem Portal geflogen sind, bzw. deren Kommentare gelöscht wurden. Weil besagter „Pablo Calavera“, der auf dem Portal außerdem reihenweise verbotene Werbung zulässt, offenbar einen Sprung in seiner roten Marmel hat.

Ali Haydar Mercan, Stadtverordneter Die Linke, gibt Empfehlungen ab

Und so kommt es denn, dass durch Facebook ständig falsche Behauptungen aufgestellt werden, die dann unter den Dumpfbacken kursieren und zur Kommunikation in der Stadt Ahrensburg werden. Ich empfinde das als gruselig.

Politiker von Grünen, SPD und Linke kommentieren häufiger auf diesem Portal und machen dort auch Werbung in eigener Sache. Und der Fraktionsvorsitzende von „Die Linke“, der Stadtverordnete Ali Haydar Mercan, macht sogar Werbung für eine Super-Ärztin, von der er durch Bekannte viel Gutes gehört hat. Und für einen Dönerladen wirbt der Linke, weil der ihn „begeistert“ – siehe die Abbildung links!

Soviel zur Kommunikation in Ahrensburg. Und wenn dann die Milch in unserer Stadt vergossen ist wie in der Rampengasse, auf dem Lindenhof und bald auch auf der Alten Reitbahn und in der Bahnhofstraße genauso wie auch auf den Bahngleisen in der Innenstadt, dann ist das Geschrei unter den Dumpfbacken groß. Weil sie vorrangig wissen wollen, wo man sich in Ahrensburg am besten die Fingernägel maniküren und die Haare schneiden lassen kann, wo es ein leckeres Frühstück gibt und wie lange Penny geöffnet hat und so weiter und so fort. Der Rest ist Katzen-Content, Flohmarkt und ein Posten um des Posts willen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 18. Mai 2019

2 Gedanken zu „Gedanken am Wochenende: Kommunikation in Ahrensburg

  1. Vera Cala

    Freie Meinung auf Facebook „Du kommst aus Ahrensburg, wenn…“? Denkste! Versucht doch mal, dort den kritischen Kommentar von Oliver Grimm zu lesen – siehe nachfolgend! Kaum war das erschienen, hat der mysteriöse Administrator Pablo Calavera es schon gelöscht. Ist dieser Admin ein Türke und Erdogan-Fan? Dass es in Deutschland solcherart von Zensur auf einem allgemein zugänglichen Portal auf Facebook gibt, ist unglaublich! Wozu man wissen muss, dass Oliver Grimm zu der Handvoll intelligenter Teilnehmer auf dem Portal gehört. Was man von einem Wischnewski nicht gerade sagen kann.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Zum gleichen Thema äußert sich auch noch eine Teilnehmerin, die zugibt, dass sie in Ahrensburg nur eine Baumschule besucht hat. Da passt sie natürlich wunderbar in das Ahrensburger Facebook-Dumpfbacken-Portal wie die Brille aufs Klo. Und dementsprechend ist auch ihr Facebook-Kommentar zum vorangegangenen Thema, wenn ich mal zitieren darf – siehe nachstehend! (Tomaten von Szene Ahrensburg)

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