Kleinstwohnungen für Hardcore-Mieter und Schwerhörige?

Das Techtelmechtel zwischen einem auswärtigen Investor und der Familie Levenhagen hatte zur Folge: Das zweifelhafte Kopplungsgeschäft „Reitbahn gegen Kino“ wurde von den Stadtverordneten von CDU, Grünen und WAB mehrheitlich genehmigt. Aber nicht nur ein Kino ist am Bahnhof geplant, sondern auch: „38 ‚Kleinstwohnungen’ (30 bis 45 Quadratmeter groß)“ (Zitat: 3. Buch Abendblatt). Und das gibt mir zu denken, weshalb ich meine Gedanken mal ganz lose in den Raum meines Blogs stelle.

Zeichnung: Markus, Foto und Text: HDZ

Meine lieben Mitbürger, wir wissen: Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird auf der heutigen Strecke der Regionalbahn eine S-Bahn gebaut. Und die entsteht, weil die Bahn die bestehenden Gleise benötigt für die kilometerlangen Donnerzüge, die dann unaufhörlich zwischen Italien und Skandinavien durch unsere Stadt brausen werden, und zwar Tag und Nacht. Dieser fürchterliche Transitverkehr wird nicht nur unsere Tagesruhe stören sondern auch unseren Schlaf in der Nacht und damit unser allgemeines Wohlbefinden.

Und nun stellen Sie sich mal vor, Sie haben eine Wohnung mit „Gleisanschluss“ in der Bahnhofstraße! Was meint: Sie wohnen in einer der 38 „Kleinstwohnungen“ direkt am Bahngleis, die dort neben dem Kinopalast entstehen sollen! (Und wenn das Kino seinen Betrieb einstellt, dann werden dort vermutlich weitere „Kleinstwohnungen“ entstehen. Oder der Edeka-Markt zieht wieder zurück neben den Bahnhof, weil es an der Alten Reitbahn nicht geklappt hat.)

Ich denke, dass neben den Bahngleisen nur Menschen wohnen können, die schwerhörig sind und ihre Hörgeräte nach Fahrplan rausnehmen. Und die nicht bei offenem Fenster schlafen. Oder Menschen, die Wohnungen suchen zu einem Mietpreis in Höhe von 1 Euro pro Quadratmeter im Monat, denn mehr dürften die Unterkünfte am Bahnhof nicht kosten.

Oder aber … es handelt sich bei dem geplanten Gebäude vielleicht um ein Stundenhotel für Kinobesucher, die dort nach einem erotischen Film noch ein bisschen live weitermachen möchten…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. März 2019

Ein Gedanke zu „Kleinstwohnungen für Hardcore-Mieter und Schwerhörige?

  1. Torsten Schmidt

    Der Hinweis, dass nach der Pleite des Kinos das horizontale Gewerbe dort einziehen könnte, ist gar nicht soweit hergeholt. Gängige Praxis von Insolvenzverwaltern um die geprellten Banken temporär zufrieden zu stellen.

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