Apropos Blue Night in Ahrensburg: „Blue“ bedeutet nicht nur „blau“…

Gestern war wieder Blue Night in Ahrensburg, die zweite nach 2016. Und natürlich bin ich mit Frau und Kind durch die Blaue Nacht spaziert, nicht nur zum Einkaufen von Weihnachtsgeschenken, sondern auch um zu schauen und zu gucken und zu sehen, was das Stadtforum aus der ersten Blue Night im Jahre 2016, gelernt hat, die alles andere gewesen ist als blau. 

In meinem Kommentar nach der ersten Blue Night im Jahre 2016 schrieb ich damals: „Das Stadtforum wäre gut beraten, das blaue Licht im nächsten Jahr von einer professionellen Firma machen zu lassen, damit es wirklich eine Blue Night in Ahrensburg wird! Ein Peterwagen mit Blaulicht auf dem Rondeel hätte das besser gemacht als Sound & Light mit allen Lampen zusammen. Aber „blue“ bedeutet ja nicht nur „blau“, sondern auch „traurig“. Und ein Trauerspiel war die Beleuchtung auf jeden Fall.“

Und wie sah die „Blue Night“ zwei Jahre später aus, nämlich gestern? Wenn Sie dort gewesen sind, dann haben Sie es mit eigenen Augen gesehen und müssen jetzt nicht mehr weiterlesen.

Mein persönlicher Eindruck ist natürlich subjektiv. Und dieser Eindruck ist: Das Stadtforum hat gar nichts dazugelernt, denn es war wiederum keine Blue Night in der Ahrensburger Innenstadt, sondern die Nacht der blauen Funzeln. Ein vielsagendes Musterbeispiel für Tristesse: Der Laden von Andreas Werning, dem 1. Stellv. Vorsitzenden des Stadtforums, sah aus wie in jeder gewöhnlichen Nacht auch – siehe die Abbildung rechts!

Aber es gab auch Beispiele von Ladeninhabern, die ihren Kunden eine echte Blue Night geboten haben. Allen voran das Kaufhaus Nessler (Hinweis: Ja, ich weiß: Nessler wirbt u. a. auch auf Szene Ahrensburg 🙂 ): Nicht nur die Fassade des Hauses erstrahlte in Blau, sondern das Logo des Kaufhauses tanzte auch rund ums Rondeel in blau-rot und belebte die Nacht.

Ebenso hat auch das City Center Ahrensburg (CCA) erkannt, was Blue Night bedeutet, und man tauchte die Fassade in blaues Licht – siehe Abbildung unten! Aber auch kleinere Läden wie zum Beispiel das „Herrenhaus“ in der Hagener Allee boten das entsprechende Erscheinungsbild für das Motto einer Blue Night. Und Eis-Papst Ezio Nori wäre nicht Ezio Nori, hätte er die Nacht nicht dazu genutzt, zur blauen Stunde für eine musikalische Note zu sorgen  – sowohl mit Sängerinnen in der geöffneten Eis-Bar in der Hagener Allee als auch im Casa Rossa in der Manhagener, wo DJ Martin Hoefling für den guten Ton der Musik gesorgt hat.

Während es in der Hagener Allee wenigstens ein paar blaue Lichter gar, war die Manhagener Allee ziemlich mause, nämlich tot. Wäre dort nicht Schloh mit Karpfen blau in blauer Beleuchtung, dann hätte man denken können, die Läden dieser Straße würden die Blue Night boykottieren, denn die meisten Geschäfte hatten nicht nur eine Schaufensterbeleuchtung wie immer, sondern viele Läden hatten sogar geschlossen. Warum? Weil die Ladeninhaber nicht begriffen haben, dass diese Nacht nicht nur Umsätze bringen soll, sondern auch ein Dankeschön sein könnte für treue Kunden, die man zwecks Kundenbindung hätte persönlich einladen können zu einem Becher Punsch oder einem Glase Sekt oder Selters.

Den größten Gewinn aus der Blue Night hat mit Sicherheit der Ahrensburger Bürgerverein mit seinem Adventsmarkt gemacht, der in dieser Nacht länger geöffnet hatte als an normalen Tagen. In diesem Jahr präsentiert sich der Bürgerverein zum 20. Mal auf dem Rondeel und beweist alle Jahre wieder: Die Bürger lieben diesen Treff in der Adventszeit und stehen dort dicht an dicht bei jedem Wetter.

In diesem Zusammenhang mein Tipp an den Bürgerverein: Werben Sie Mitglieder! Ich weiß, dass der Verein sich schwer tut, neue Vereinsmitglieder – und vor allem jüngere – zu finden. Nirgendwo und nirgendwann ist die Mitglieder-Werbung erfolgsversprechender als am Glühweinstand, wo die Menschen guter Stimmung sind und das dem Bürgerverein verdanken! 😉

Ach ja, und die Stadt Ahrensburg, die das Rathaus und die Bücherei mit dem Geld der Bürger in kräftiges Blau gehüllt hatte, die hat das vollbracht, was ich schon im voraus befürchtet hatte:

Die Menschen wurden zu Gratis-Konzerten in die Bücherei gelockt, wo alle Stühle belegt waren. In meinen Augen ist das ein klarer Affront zu den Läden in der Innenstadt, die hinter der Blue Night gestanden haben.

Wenn man die beiden Bands in die Innenstadt gestellt hätte, dann hätte das Sinn gemacht. In der Bücherei dagegen war es Unsinn, denn für diese Music for free hätte es keiner Blue Night bedurft.

Lichtblick: Ein paar bunte Gaukler sorgten für ein heiteres Bild in der Einkaufs- und Erlebnisnacht, während die Sache mit dem Feuer auf dem Rondeel etwas verhalten gewesen ist – jedenfalls in der Zeit, als ich dort gestanden hatte.

Und hier ein kleiner Bilderreigen per iPhone aus der Ahrensburg Blue Night, der Einkaufs- und Erlebnis-Nacht. Wenn Sie dazu auch noch einen persönlichen Kommentar abgeben möchten, dann bitte!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Dezember 2018

5 Gedanken zu „Apropos Blue Night in Ahrensburg: „Blue“ bedeutet nicht nur „blau“…

  1. Martens

    Das Abendblatt (Stormarn) schreibt, dass „spektakuläre Künstler“ zu sehen waren. Wenn ich mal spekulieren darf: Diese Künstler sind erst nach Mitternacht aufgetreten, stimmts?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.