„Ahrensburgs Kino kommt“: Wie Ralph Klingel-Domdey mit Fake-News die Politiker unter Druck gesetzt hat

Am 27.11.2017 konnten die Leser vom Hamburger Abendblatt im 3. Buch die Tatsachenbehauptung lesen: „Ahrensburgs Kino kommt – aber erst 2022“. Diese Meldung stammt von Ralph Klingel-Domdey, der früher mal Redaktionsleiter in Ahrensburg gewesen ist und heute dort nur noch als Gelegenheitsschreiber auftritt, vermutlich als Urlaubsvertretung für einen der Praktikanten. Und im Bilde sahen die Leser damals, wie das für Ahrensburg beschlossene Kino im Jahre 2022 aussehen wird – siehe die Abbildung rechts!

Diesen Tatsachenbericht haben die Insassen im Rathaus natürlich genauso gelesen wie die Politiker in den Fraktionen. Und vermutlich sagten sie sich: „Wenn Ralph Klingel-Domdey den Bürgern etwas vorgegaukelt fest versprochen hat, dann haben wir die verdammte Pflicht und Schuldigkeit,  dieses Versprechen auch wohl oder übel einzulösen! Denn täten wir es nicht, dann würden wir womöglich bei der Redaktion in der Großen Straße in große Ungnade fallen!“

aus: Hamburger Abendblatt

Wenn ich mal zurückblenden darf: Bereits am 11.02.2010 präsentierte die Stormarn-Redaktion ihren Lesern ein futuristisches Kino im Bilde, und zwar auf einem privaten Parkhaus in Ahrensburg mit der Information: „Ahrensburger plant ein Kino auf dem Parkhaus“ – siehe die Abbildung links! Doch die Politiker haben damals nach Beratung einen Strich durch den Plan des Ahrensburger Investors Theodor Hoffmann gemacht, weil ihnen der Ort für ein Kino nicht passend erschienen war. Und so musste die Redaktion ihr Phantombild in die Rundablage werfen und hat damals öffentlich geschimpft, dass ein anderer Kino-Betreiber das geplante Projekt auf dem Parkhaus „kleingeredet“ hat, weil dieser selber ein Kino auf dem Rohrbogenwerksgelände betreiben wollte  – wenn Sie das hier mal nachlesen möchten.

aus: Hamburger Abendblatt

Und weil es so schön zum Thema passt, komme ich zum heutigen Aufmacher der Stormarn-Redaktion, der da lautet: „Rheinländer bauen Wellness-Oase in Glinde“. Und das große Foto zeigt bereits, wie diese Wellness-Oase ausschauen soll, die dort in Glinde entstehen wird. Und nachdem der Glinder Leser gesehen und gestaunt hat, entnimmt er der Bildunterschrift, dass es sich bei der Abbildung gar nicht um die geplante Wellness-Oase in Glinde handelt, sondern um das Vabali Spa in Düsseldorf. Und der Glinder Bürger fragt sich, ob das gezeigte Objekt vielleicht genauso am hiesigen Mühlenteich entstehen soll.

Aber selbstverständlich soll es das! Denn warum sollte die Redaktion es so abbilden, wenn es so nicht gebaut werden soll?! Oder handelt es sich auch hier wieder bloß um ein Symbolbild…? 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 20. September 2018

6 Gedanken zu „„Ahrensburgs Kino kommt“: Wie Ralph Klingel-Domdey mit Fake-News die Politiker unter Druck gesetzt hat

  1. Kassandra

    Und wenn das Kino tatsächlich 2022 kommt, dann haben die Stadtverordneten im vorauseilendem Gehorsam gehandelt. Und Ralph K-D wird schreiben: „Das habe ich doch gleich gesagt.“

    Und was mich schon immer interessiert hat: Warum werden Kinos eigentlich nicht unterirdisch gebaut? Die brauchen doch kein Licht von draußen und deshalb auch keine Fenster. Und wenn das Kino am Bahnhof im Boden verschwinden würde, dann könnte man oben drüber den Neuen Lokschuppen errichten mit Parkplätzen. Und wenn das Kino dann wieder aufgelöst wird, ist dort noch mehr Platz für Autos.

    Fazit: In Ahrensburg ist Grund und Boden knapp und teuer. Aber unterhalb der Erde ist davon genauso reichlich vorhanden wie oben in der Höhe.

    1. Hildebrandt

      Liebe Frau Kassandra,
      ihre Idee mit dem unterirdischen Kino finde ich deshalb gut, weil ich selbige auch schon hatte, allerdings unter Ausnutzung schon vorhandener Tiefbauten, nämlich der leerstehenden Tiefgarage unter dem Rathausplatz (muß man sehen ob die überhaupt die notwendige Höhe hat und die Säulen nicht stören). Ein (mehrstöckiger) Tiefbau in Ahrensburg ist leider mit Sonderkosten wegen des in der Stadt anzutreffenden geringen Grundwasserspiegels verbunden. Herr Dzubilla bringt hier den wenig genutzten Marstall ins Spiel, warum wird diese gute Lösung nicht näher vom Rathaus geprüft ?

  2. Jan

    Liebe Kassandra,
    Du hast selbstverständlich recht, das ein Kino keine Fenster braucht, aber…
    Bei einer angenommenen lichten Kinosaalhöhe von ca. 10 m (z.B. Smart City in HH-Wandsbek) zzgl. Erdüberdeckung, Betondecke und Gründung bräuchte man ein ca. 13 m tiefes Loch in der Erde, welches erstmal ausgehoben werden muss, eine sogenannte Baugrube.
    Ein Baugrubenverbau ist aufgrund des nach unten ansteigenden Erdruckes ein sehr stabiles Bauwerk, welches entsprechend teuer ist.
    Steht noch Grundwasser an und Wasser muß abgepumpt oder durch ein dichtes Bauwerk abgehalten werden, wird es noch teurer.
    Wenn das Bauwerk dann im Untergrund fertiggestellt und wieder mit Erde bedeckt ist, muß das Bauwerk selbst dem seitlichen Erddruck, Wasserdruck und möglicherweise oben fahrenden Lkw widerstehen, was gleichfalls die Kosten hochtreibt
    Wenn mich nicht alles täuscht, hat damals ein 1 km U-Bahn mit über 1 m dicken Wänden und Decken unterhalb der B75 ca. 100 Mio DM gekostet.
    In Euro wird das noch teurer.
    Ein unterirdisches Kino könnte demnach ohne Ausbau und Technik leicht mehr als 5 Mio kosten, nur als wirklich ganz grobe Schätzung.
    Ein oberirdisches Gebäude ist da deutlich billiger zu haben.
    Lt. Baugebührenverordnung (BauGebV in SH, Anl.2) betragen die anrechenbaren Kosten (ohne Ausstattung inkl. einfacher Gründung) für z.B. einen Baumarkt netto 85,-€/m³ umbauten Raum (von Außenkante bis Außenkante).
    Ein Kino liegt bei netto 108,-€/m³, demnach mind. 50 x 20 x 12 x 108 = 1,296 Mio. netto.

  3. Stormarnerin

    Mir scheint, dass nur wenige AhrensBÜRGERINNEN
    den Marstall schätzen. Damit ist auch erklärt, warum da so wenig los ist.
    Es ist eine Kulturstätte die einfach nur toll ist. Vielleicht reicht das Kulturverständnis in Ahrensburg gerade bis zum Kino. Aber am Marstall wird man sich die Zähne ausbeißen. Und das ist gut so!

    Es gibt einen alten maroden Kornspeicher,.gleich.nebenan, der rottet und braucht dringend einen Zweck. Er ist groß, er ist hoch, er steht leer. Dann man ran, ans Kino.

  4. Frank

    @Jan: Ein Kino für 1,3 Millionen, gebaut durch die Stadt, ist geschenkt im Vergleich zu dem, was die Investoren der Melcher-Gruppe an finanzielle Forderungen an die Stadt stellen, bevor sie überhaupt den Bau des Kinos verbindlich zusagen.

    1. Hildebrandt

      https://die-gemeinnuetzige.de/22-0-Foerderkreis+Kommunales+Kino+Luebeck+e+V.htm
      In Lübeck gibt es ein Kino mit einer Trägerschaft durch einen eingetragenen Verein. Scheinbar hervorgegangen aus einem insolventen Kinounternehmen (vermute ich mal) .Das wäre doch eine Blaupause für ein zukünftiges gemeinnütziges Kino (mit Option Bühne für Mehrfachnutzung durch Schulen, Kulturgruppen etc. ) im ungenutzten Kornspeicher. Für einen „Kino e.V. Ahrensburg“ wäre es auch rechtlich möglich, Stiftungsmittel der Sparkassenstiftung der Sparkasse Holstein zu akquirieren. Man könnte auch einen Kredit bei der Aufbaubank beantragen.
      Könnte mir gut vorstellen das einige (durch ihren beruflichen Werdegang) kompetente Senioren sich gerne beratend einbringen würden.

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