Wenn die Homepage zur Hohnpage wird: Blick auf die Startseiten der sechs Ahrensburger Parteien

Über die Unzulänglichkeiten der städtischen Homepage von Ahrensburg habe ich schon häufig berichtet. Wie aber sieht es auf den Homepages der sechs Parteien aus, die unsere Stadt mehr oder weniger regieren? Ich habe die sechs Fraktionen in der Ahrensburger Stadtverordneten-Versammlung einmal gegoogelt und diesbezüglich allein auf die Startseiten ihrer Homepages geguckt.

Bevor ich zu den Seiten komme: Es ist mir durchaus bewusst, dass die Politiker der örtlichen Parteien ihren Job als Ehrenamt ausführen und – wenn sie nicht im Rentenalter sind – auch noch einen Beruf haben, für den sie genauso ihre Kraft einsetzen müssen. Aaaber: Wenn sich jemand entschließt, in die Kommunalpolitik zu gehen und Verantwortung zu übernehmen, dann sollte er dabei auch mit allen Kräften versuchen, seine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Womit natürlich vorrangig die Aufgaben gemeint sind, die für die Stadt und ihre Bürger erledigt werden müssen.

Aber auch die Aufgaben in der eigenen Partei sind wichtig, denn wenn der Bürger z. B. auf die Homepage einer der Ahrensburger Parteien geht, dann führt das unweigerlich zu Rückschlüssen auf die Arbeit der Politiker in den einzelnen Fraktionen und Ausschüssen. Und wenn ein Verantwortlicher vor der Wahl steht, eine Homepage gut oder schlecht zu machen, dann gebe ich ihm den Rat: Mach sie gut!

Da ist zuerst die größte Fraktion in der Stadtverordneten-Versammlung, die CDU – siehe Abbildung links! Die Partei wirbt um unsere Stimmen anlässlich der Kommunalwahl, die am 6. Mai 2018 gewesen ist. Die aktuellste Meldung auf der Seite stammt vom 11. Juli 2018, wo mit einer „Pressemitteilung“ der „Vorstand bestätigt!“ wird.

Natürlich ist die CDU aus der Wahl erfolgreich hervorgegangen. Aber ist das ein Grund, die Gestaltung der Homepage nach der Wahl zu vernachlässigen?

Und dann sind da die Grünen vom Bündnis90: Auf ihrer Homepage bedanken sie sich heute immer noch für das Wahlergebnis vom 5. Mai 2018 und präsentieren ihr hervorragendes Resultat. Das aber ist Schnee von gestern, denn die Arbeit der neuen Stadtverordneten-Versammlung hat schon längst begonnen.

Nun sind Ferien. Vielleicht findet da ein Grüner die Zeit, ein bisschen an der Homepage vom Ortsverband Ahrensburg zu arbeiten, um sie auf einen aktuellen Stand zu bringen?

Wer auf die Seite der SPD Ahrensburg kommt, sieht erst mal rot. Dazu eine Begrüßung durch Jochen Proske, den Vorsitzenden der örtlichen Partei. Darunter ein Betrag vom 26. Juli 2018, der als „Topartikel Aktuelles“ deklariert ist, und wo uns „Schöne Sommerferien“ gewünscht werden. Und im roten Kästchen am rechten Rand werden die aktuellen Termine der Partei angeführt.

Alles in allem: Von allen sechs Startseiten der Ahrensburger Parteien präsentiert sich die SPD in meinen Augen am besten.

Die WAB, die ja keine Partei ist sondern eine Wählergemeinschaft, ist nach der Kommunalwahl offensichtlich in den dunklen Wald gegangen – wenn Sie mal einen Blick auf die Startseite der Homepage werfen wollen! Darunter steht ein Beitrag von Peter Egan, der vom 27. Mai 2018 stammt, also fast schon ein Vierteljahr alt ist. Seitdem ist also viel Zeit vergangen und auch einiges passiert in der Ahrensburger Kommunalpolitik. Davon jedoch scheint man bei der WAB noch nichts wahrgenommen zu haben. Auch hält man es nicht für nötig, die neu gewählte Fraktion vorzustellen. Vermutlich haben alle vier Mitglieder sich tief im Walde verkrochen, um ihre Wunden zu lecken.

Die Ahrensburger FDP zeigt an: „Vor der Kommunalwahl ist nach der Kommunalwahl“ und weshalb man zu einer öffentlichen Fraktionssitzung einlädt. Und wir lesen weiter: „Klar, meinungstark und vernünftig: Das macht unsere Politik für Ahrensburg aus. So haben wir in Vergangenheit gearbeitet, und das wird auch nach der Kommunalwahl am Sonntag, 6. Mai, unsere Arbeit auszeichnen.“

So weit, so gut. Und wann findet sie statt, die öffentliche Fraktionssitzung, wo „klar, meinungsstark und vernünftig“ gearbeitet wird? Wir lesen und staunen: Freitag, 4. Mai. Und raten Sie mal, liebe Ahrensburger, in welchem Jahr das wohl sein könnte…!

Die Linke veröffentlich aktuell eine „Pressemitteilung“ und gibt damit bekannt: „Die Linke will ins Ahrensburger Rathaus“. Das klingt merkwürdig, denn jeder Bürger, der ins Ahrensburger Rathaus will, kann dort hineingehen, wenn das Denkmal geöffnet ist.

Im Kleingedruckten erklären die Linken, dass sie zur Gemeindewahl am 6. Mai in Ahrensburg antreten wollen – donni, donni aber auch! Und ganz oben im Kopf zeigt die Partei an, dass es bei den Mitgliedern in Sachen Rechtschreibung und Interpunktion hapert, sodass der Bürger sich fragt: Wofür sitzt die Linke Karin Schrader im Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss – vielleicht zwecks Nachhilfeunterricht für die eigene Partei…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. August 2018

Ein Gedanke zu „Wenn die Homepage zur Hohnpage wird: Blick auf die Startseiten der sechs Ahrensburger Parteien

  1. Frank S.

    Wenn die Parteien ihren Wählern nichts zu sagen haben, was sollen sie dann auf ihre Website schreiben? Haben Sie mal nachgeschaut, ob die vielleicht was twittern wie der Trump das tut? Oder ob sie möglicherweise was Aktuelles auf Facebook veröffentlichen?

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