3. Buch Abendblatt: Wo der Funke nicht rüberspringt

Liebe Leser, ich glaube nicht, dass Sie Jörg Quoos kennen. Der Mann ist Chef der Funke Zentralredaktion mit Sitz in Berlin. Und zur Funke Mediengruppe gehört auch das Hamburger Abendblatt inklusive seinem 3. Buch, der Stormarn-Beilage, plus Online-Portal. Und zu den Onlinern hat Quoos voller Stolz erklärt: „Unsere Onliner fangen um 5 Uhr morgens an, die letzten Redakteure gehen um Mitternacht – 7 Tage die Woche“ – siehe die nachstehende Abbildung!

aus: turi2 online

Jörg Qoos kennt vermutlich die Stormarn-Redaktion vom 3. Buch Abendblatt nicht. Auch die hat eine Online-Seite, für die der Leser sogar extra bezahlen muss. Und was bekommt er dafür? Er bekommt nur das, was er ohnehin schon in der gedruckten Zeitung bekommt. Hin und wieder wird das angereichert durch einen aktuellen Verkehrsunfall oder Ähnlichem, wofür kein normaler Leser extra zahlen möchte. Und am 7. Tag der Woche stehen dort noch „aktuell“ die Meldungen vom 6. Tag. Woraus der Leser erkennt: Die Ahrensburger Redaktion vom Hamburger Abendblatt arbeitet sehr geruhsam.

aus: Hamburger Abendblatt

Warum ich Ihnen das schreibe? Weil vorgestern, also am Montag, eine Versammlung der Stadtverordneten im Marstall gewesen ist. Da erwarte ich als Leser, dass ich am selben Tag online lesen kann, was dort Wichtiges gelaufen ist, denn die Onliner bei Funke arbeiten ja bis gegen Mitternacht. Und spätestens am Dienstag will ich es im 3. Buch Abendblatt lesen.

Aber haste gedacht! Online gab’s dazu weder am Montag was zu lesen noch am Dienstag. Und heute erst berichtet das Blatt davon, dass 200 Ahrensburger aus dem Hagen gegen Baupläne protestiert haben, und dass die Gleichstellung in Ahrensburg zu einem Teilzeitjob wird – siehe Abbildung rechts!

Man bekommt das Gefühl, dass die Redaktion der Stormarn-Beilage sich arbeitsmäßig noch in der Zeit von Gutenberg befindet. Obwohl man doch damals, als der Stormarn-Teil in die akteuelle Zeitung eingebunden wurde, verkündet hat, dass man von nun an aktueller berichten kann. Klar, kann man das, wenn Schlafwagenschaffner Redaktionsleiter Hinnerk Bombach es nur wollte. Aber von einem demografischen Wandel hat er vermutlich noch gar nichts mitgekriegt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. März 2017

4 Gedanken zu „3. Buch Abendblatt: Wo der Funke nicht rüberspringt

  1. Martin Hoefling

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,

    ach, hätten Sie diese legendäre StVV doch auf Ahrensburg.TV quasi live verfolgt…

    Hier gab gab es um 19.19 Uhr – also während der Veranstaltung – schon das erste Foto vom bereits überfüllten Saal.
    Mit erstmal ein paar Zeilen als Eil-Meldung.
    Und in der Eile leider noch „Statements“ falsch getippt 🙂

    Siehe Screenshot von 19.19 Uhr.

    Im Laufe der weiteren Minuten und Stunden bis zum Ende der Sitzung gab es dann – ständig live aktualisiert – insgesamt 30 Updates, die mit +++Update+++ gekennzeichnet waren.
    (Verlauf incl. Korrekturen weiterhin online einzeln nachlesbar.)

    Mit mindestens 20 Zitaten oder Zusammenfassungen der einzelnen Redner – und online meist schon ein paar Sekunden nachdem sie geäußert worden waren.

    So hätten Sie der StVV praktisch live folgen können – und das noch ohne zu bezahlen.

    Mit freundlichem Gruß,
    Martin Hoefling

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Martin Hoefling – danke für den Hinweis! Aber ich weiß doch, dass Sie ein Guter sind! 🙂

      Und weil ich auch weiß, dass Sie diese Arbeit ehrenamtlich für Ahrensburg und seine Bürger machen, ohne dass die Stadt einen Cent dazuzahlt (warum eigentlich nicht?!?), gebe ich einen Tipp weiter an Sie und die Parteien:
      Wenn Sie sich mal anschauen, wie holpernd einige der Herren dort ihre Statements abgeben, dann ließe sich daran arbeiten. Auch die Mimik ist unterirdisch. Und deshalb: Bieten Sie den Parteien ein Seminar an unter dem Thema „Reden vor der TV-Kamera“! Nicht nur der Sprachausdruck, sondern auch die Körpersprache könnte dabei geschult werden.
      Und für die Parteien wäre das vernünftig eingesetztes Geld, denn wer vor einer Kamera ein negatives Bild hinterlässt (die Meinung kann sich der Zuschauer selber bilden!), der bezahlt dafür viel mehr, und zwar mit Einbußen an seiner Glaubwürdigkeit. Und den Parteien, z. B. SPD und WAB, gebe ich den Tipp: Stellen Sie keinen Stadtverordneten vor die Kamera, der das Reden und Auftreten möglicherweise nicht mehr lernen wird!

      Liebe Grüße – Harald Dzubilla

  2. Observator

    In der Tat: Stormarn-Online bringt zwei Verkehrsunfälle zusätzlich zur Druckausgabe. Und das wars dann wohl bis Mitternacht.

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