Manchmal könnte man als Ahrensburger glatt die Bäume hochgehen

Im Frühjahr 2015 brachte die Stormarn-Beilage große Berichte über eine nicht genehmigte Fällaktion von naturgeschützten Bäumen auf dem Gelände vom Rohrbogenwerk, wo ja nun eine Brauerei aus dem Boden wachsen soll und ein neues Kulturzentrum. Und die Stormarn-Beilage nahm damals kein Blatt vor den Mund, nannte die Firma Kroschke als Verursacher des Naturfrevels. Und es würden Sanktionen der Stadt gegen die Firma erfolgen, so las man es.

aus: Hamburger Abendblatt

aus: Hamburger Abendblatt

Hernach wurde die Berichterstattung in der Stormarn-Beilage dann immer dürftiger, um schließlich am 4. Juni 2015 ein Ende zu finden mit dem Hinweis: Der Unternehmer Kroschke muss neue Bäume pflanzen. Und: „Zudem wurde ein Bußgeldverfahren gegen den Unternehmer eingeleitet“ – siehe den nebenstehenden Mini-Beitrag.

Darüber, ob das Bußgeldverfahren inzwischen abgeschlossen ist und vor allem darüber, wie hoch der Bußgeldbescheid ausgefallen ist, habe ich nichts mehr in der Stormarn-Beilage entdeckt. Na ja, ist ja auch nicht so interessant für uns Leser, gelle? Sonst würden wir womöglich auch anfangen, unliebsame Bäume auf unserem Grundstück abzuholzen, ohne die Zustimmung einer Umweltbehörde.

Und dann – im November des vergangenen Jahres – berichtete die Stormarn-Beilage wieder von einer Fällaktion, diesmal „am Ostring von Ahrensburg“. Das war eine recht grobe Angabe, denn Beobachter wollen wissen, dass es auf einem privaten Grundstück im Sommerpark gewesen ist, das vor noch gar nicht allzu langer Zeit seinen Eigentümer gewechselt hat.

Die Stormarn-Beilage: „Betroffen waren Fichten-, Eichen- und Ahornbäume“. Die mussten per Helikopter abtransportiert werden, denn „die Größe der mächtigen Zuckerahornbäume, deren Blätter die kanadische Nationalflagge schmücken, spielten bei der Organisation eine wichtige Rolle“.

aus: Hamburger Abendlatt

aus: Hamburger Abendlatt

Und warum mussten die stattlichen Bäume gefällt werden? Ganz klar: Es waren „25 bruchgefährdete Bäume“. Also lag mit Sicherheit eine Genehmigung vom Fachdienst Umwelt vor, wie dieser der Stormarn-Beilage auch bestätigt hat. 

Aaaber – nun das Fragwürdige: Weil die bruchgefährdeten Bäume am Rande des Grundstücks standen, wo ein Wanderweg verläuft, „aus diesem Grund erhielt der Ahrensburger Unternehmer und Grundstücksbesitzer die Auflage, die umsturzgefährdeten Gewächse abtransportieren zu lassen. Zu groß war das Risiko, dass Passanten verletzt werden.“

Bedeutet das vielleicht: Nicht der Ahrensburger Unternehmer hat bei der Stadt den Antrag gestellt, die Bäume „abtransportieren“ zu lassen, sondern die Stadt hat es ihm zur Auflage gemacht? Möglicherweise hat er das überhaupt nicht gewollt…?

Es ist in meinen Augen schon erstaunlich, dass 25 Bäume allesamt  bruchgefährdet und gefährlich waren. Aber wenn Rotkäppchen aus dem Rathaus das sagt, dann wird es wohl auch so gewesen sein. So war es mit den gefällten Linden in der Großen Straße ja auch.

Und wenn Sie mich fragen, was die Bäume am Rohrbogenwerk mit den Bäumen am Sommerpark zu tun haben, dann kann ich Ihnen das nicht offiziell sagen. Denn die Stormanipulier-Beilage informiert mit keinem Wort darüber, dass es sich hier wie dort um einen Mann mit demselben Namen handeln soll. Was natürlich auch reiner Zufall wäre.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Januar 2016

12 Gedanken zu „Manchmal könnte man als Ahrensburger glatt die Bäume hochgehen

  1. H.J. Lange

    Hallo Herr Dzubilla,
    zu Ihrem Stichwort der „gefällten Linden in der Großen Straße“:

    Präzise am 04. März 2009 hatte der damalige und heutige Stadtjustiziar T. Reich dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht in Schleswig (AZ: 3 B 29/09) zugefaxt / Zitat: „Mit den Fällarbeiten ist heute Morgen begonnen worden.“
    Zugleich hatte Herr Reich mit seiner Erklärung, alles sei rechtens, das Gericht bewusst getäuscht, Denn tatsächlich war das Absägen der bis zu 37 mehrfach geschützten Bäume rechtswidrig (Nachweis bei mir).
    Persönlich verantwortlich war die damalige Bürgermeisterin U. Pepper (SPD).
    Ahrensburgs bis heute oberste Baumschützerin Frau A. Kirchgeorg hatte das rechtswidrige Fällen der Bäume in der Großen Straße persönlich beaufsichtigt.
    Auch den GRÜNEN Volksvertretern war es egal.

    HJL

  2. Sabine Heinrich

    Kurz und knapp meine Frage: Wo sind die Grünen, Nabu, die ganzen organisierten Naturschützer???
    Wieder eine Frage, auf die ich keine Antwort zu erwarten habe?

  3. Wolfgang König

    Kroschke ist ein Thema für sich. Mit dem hatten die Verwaltung und die Politik schon im Hagen, dann in der Bogenstraße und schließlich am Rohrbogenwerk viel Spaß gehabt. Ammersbek ist auch durch Kahlschlag belustigt worden. Irgendwie scheint die ganze Familie etwas gegen Bäume zu haben. Haben die jemals ein Bußgeld gezahlt oder Ausgleichbäume gepflanzt? Schon im Hagen (Gelände der ehem. Friedrich-Ebert-Stiftung hat Kroschke kräftig Bäume abgeholzt, hat gegen dies und jenes verstoßen und es ihm kein Härchen gekrümmt worden. Ich darf eine hochgeschossene ehemalige Heckenbuche, bei der man mehrfach durch den dreiteiligen Stamm blicken kann, bei Bußgeldandrohung nicht fällen.
    Ahrensburg hat laut Baumschutzsatzung Sonderrechte. Die Verwaltung darf fällen, was sie will.
    Mein Leserbrief bezüglich der drei Nuss-Bäume, die vor der Sparkasse erst teuer gepflanzt und dann offenbar grundlos gefällt worden waren (die drei ca. 0,8 Meter hohen Stubben blieben noch über viele Monate stehen) blieb unveröffentlicht. Auf dem Baugelände hinter der Sparkasse wurde eine mächtige Eiche gefällt, statt sie wie üblich mit Brettern und/oder Dränageschlauch zu schützen. Sie stand nicht im Wege. Sicherlich hat der Bauherr Ersatz gepflanzt. Auf dem Parkplatz hinter dem 42 wurden mehrere Baumstämme abgelegt, statt sie sinnvoll zu verwerten. An den Schnittflächen waren keine Krankheiten zu erkennen. Das Parkhotel hat zwei nach Satzung geschützte Bäume im Vorgarten gefällt. Sie sollen ohne Ordnungsgeld oder Ersatzpflanzung davongekommen sein. Und so gibt es in Ahrensburg sicherlich noch viel mehr Fällaktionen, die weder Verwaltung, Politik noch Bürger interessieren. Ich interessiere mich auch nicht mehr. Gleichgültigkeit macht sich breit.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Herr König! Hätten Sie Ihren Kommentar nicht positiv formulieren können?! Der Grüne Stadtverordnete Christian Schmidt wirft mir vor, dass Szene Ahrensburg die Themen nicht positiv darstellt! 😉 Freundliche Grüße – auch an Christian Schmidt! – Harald Dzubilla

  4. Wolfgang König

    Ach, ja, vor ca. 15 Jahren sollten alle alten Buchen und Eichen zwischen Tunneltal und hinterer Bebauung Am Rehm und Starweg wegen Umbruchgefahr gefällt werden. Die Bürger protestierten. Es ist bisher nicht ein Baum umgebrochen. Allerdings mussten gleich rechts hinter dem Starweg drei Bäume gefällt werden, weil der Anlieger seine Gartenabfälle hinten hinausgefahren und an den Stämmen abgelagert hatte. Da sind die Schimmelpilze in die Stämme eingedrungen. Unserem städtischen teuren Baumgutachter ist es erst nach Jahren (als bereits zu spät war) aufgefallen. Bußgeld? Nun stehen da die Baumstummel für die Spechte.

  5. Christian Schmidt

    Hallo zusammen,

    meine letzte Info zu den nicht genehmigten Fällungen beim „Rohrbogenwerk“ ist, dass der Verursacher Ersatzpflanzungen leisten muss und dass es ein Bußgeldverfahren gibt.
    Wie der Verfahrensstand ist kann ich im Moment nicht sagen. Die maximale Höhe des Bußgeldes ist sehr hoch (verglichen mit dem Einkommen eines(r) durchschnittlichen Steuerzahlers/in).

    Und ja es werden in Ahrensburg öfter Bäume gefällt. Aber nicht alle Bäume sind nach der Baumschutzsatzung geschützt.

    Gruß
    Christian Schmidt

  6. Peter D.

    Hallo Herr Schmidt,
    ich hätte mir als Antwort gewünscht „…. der Verursacher hat Ersatzpflanzungen geleistet und ein Bußgeldverfahren läuft.“ So wie Sie es geschrieben haben, interpretiere ich es so, dass bisher keine Ersatzpflanzungen geleistet wurden und auch ein Bußgeldverfahren wurde bisher nicht eingeleitet.
    Also die übliche Praxis in Ahrensburg, die darauf abzielt, dass alles irgendwann in Vergessenheit gerät.
    Was ja leider meistens funktioniert, sonst wäre wohl der alte BM nicht der neue BM.
    Und da wundert man sich in der Politik, wenn die Wahlbeteiligung immer geringer wird…

    Gruß,
    Peter D.

  7. Wolfgang König

    Positiv schreiben??????????? Aber gerne doch! Weg mit dem ganzen Grünzeug!
    Je weniger Bäume, um so besser die Sicht, um so weniger Laub auf den Gehwegen und im Garten, es ist kein Laub mehr aufzusaugen und die Gullis verstopfen nicht (spart Kosten), der Gutachter kostet nur die Hälfte, die Gefahr durch fallende Äste geht gegen Null, die Pflegekosten gehen gegen Null, manch ein Bürger läuft nicht mehr dagegen, wir haben mehr Sonne in den Straßen, nach Regenfällen gibt es kein Nachtropfen mehr, die Krähen und Tauben haben keine Schlaf-/Nistplätze mehr und verunreinigen nicht mehr die Gehwege, vom Forsthof aus kann man wieder die Kirchturmuhr sehen……………………………………………

  8. Christian Schmidt

    Hallo Herr Peter D.

    ich habe einige Zeit nicht mehr nachgefragt, was aus dem Verfahren geworden ist.
    Ich hole das mal nach.

    @Herr König: … schlechter Scherz… ich bin definitiv gegen ihren Vorschlag.

    Gruß
    Christian Schmidt

  9. Sabine Heinrich

    Warum Sie meine beiden Kommentare zum Thema „Bäume“ (Ich hatte mich da über die schützenswerten Eichen vor der Reesenbüttelschule geäußert ) – und zwar sachlich und ohne Ironie – nicht veröffentlicht wurden, verstehe ich nicht.
    Wahrscheinllch haben Sie mir eine Erklärung per Mail geschickt – aber da ist z. Zt. der Wurm drin.
    Outlook funktioniert nicht.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Ja, habe ich. Und ich habe gefragt, ob Sie einen begründeten Verdacht haben oder einfach nur kommentieren, um einen Kommentar abzugeben. 😉 Sie werden verstehen, dass ich hier keine bloßen Vermutungen in die Welt setzen möchte.

  10. Sabine Heinrich

    Das kann ich in diesem Falle nicht nachvollziehen und werde mich nun – sicher auch zur Freude einiger Leser – mit Kommentarern bis auf Weiteres zurücknehmen.

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