Ein Experte äußert seine höchstpersönliche Meinung zur Wahlbeteiligung bei der Ahrensburger Bürgermeisterwahl

Wenn eine Zeitung in einem Beitrag einen “Experten” zitiert, dann geschieht das in aller Regel, um die eigene Berichterstattung mit fachlicher Kompetenz zu untermauern. Sehr häufig liefern diese Experten aber nichts Anderes als ihre persönliche Meinung. So wie es heute Christian Martin tut, seines Zeichens Professor für Politikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

aus: Hamburger Abendblatt

aus: Hamburger Abendblatt

Die Stormarn-Beilage zitiert den Experten zum Thema Wahlbeteiligung zur Bürgermeister-Wahl in Ahrensburg. Und der Herr Professor meint, dass die niedrige Beteiligung der Bürger “nicht dramatisch” ist. Begründung: “Es ist nicht völlig unüblich.” – siehe die Abbildung!

Ich dagegen melde mich als Experte aus dem bürgerlichen Lager und sage: Die niedrige Wahlbeteiligung ist höchst dramatisch. Denn wenn die Einwohner einer Stadt auf ihre Mitbestimmung bei Verwaltung und Politik verzichten, dann stimmt etwas nicht in dieser Stadt.

“Nicht unüblich” ist vergleichbar, würde die Polizei die Strafdelikte in der Stadt als “nicht dramatisch” bezeichnen mit der Begründung: “nicht unüblich”.

Dass Professoren nach Meinung des gemeinen Volkes als zerstreut gelten, beweist Professor Martin auch mit nachfolgender Aussage. Wir lesen in der Stormarn-Beilage: “Eine Erklärung für die niedrige Wahlbeteiligung mag nach seiner Einschätzung sein, ‘dass es die Direktwahl noch nicht so lange gibt’. 1998 sind erstmals in Stormarn Bürgermeister vom Volk gewählt worden”.

Lesen Sie das bitte noch einmal und denken Sie über einen Zeitraum von 17 Jahren nach, wissend, dass heute auch 16jährige wählen dürfen!

Und zum Schluss noch etwas Lustiges. Wir lesen: “Was viele Menschen überraschen mag: In der Kommunalpolitik spiele die Parteizugehörigkeit eine geringe Rolle. Martin: ‘Die Wähler wählen Leute, weil sie sie für kompetent halten.'” 

Wenn diese Experten-Meinung richtig ist, dann soll der Herr Experten-Professor mir mal in Bezug auf Ahrensburg erklären, warum die Wähler gerade Michael Sarach (SPD) gewählt haben, der in mehr als 5  Jahren keine Kompetenz nachgewiesen hat! Meine persönliche Experten-Meinung: Speziell SPD-Wähler wählen mit Scheuklappen; da hätte man auch einen Sandsack mit SPD-Aufkleber als Bürgermeister-Kandidaten aufstellen können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. Oktober 2015

3 Gedanken zu „Ein Experte äußert seine höchstpersönliche Meinung zur Wahlbeteiligung bei der Ahrensburger Bürgermeisterwahl

  1. Britta S.

    Hallo Herr Dzubilla,
    Mit diesem Beitrag streut die Stormarnbeilage ihren Lesern wieder einmal Sand in die Augen. Um eine qualifizierte Einschätzung abgeben zu können, müsste man die Wahlbeteiligung bei den früheren Wahlen und die Wahlbeteiligung bei den Nachbargemeinden heranziehen, insbesondere bei Bargteheide und Großhansdorf .
    Zudem wäre zu fragen, ob die Stormarnbeilage mit ihrer manipulierten Beichterstattung zugunsten des Amtsinhabers (zeitweise jeden zweiten Tag ein fast halbseitiges Foto des Amtsinhabers mit dem jeweils neuen Wahlversprechen) nicht auch so etwas wie politische Resignation befördert. Wer hat es schon gern, wenn die Berichterstattung vor der Wahl sich auf dem Niveau einer Waschmittelreklame bewegt.
    Britta S.

  2. H.J. Lange

    Die da oben ….

    Am Tag nach der BGM-Wahl kommentierte Hinnerk Blombach (HA Stormarnbeilage) die niedrige Wahlbeteiligung:
    1. „Die Bürger sind weitgehend zufrieden mit der Arbeit des Verwaltungschefs“ – warum also wählen gehen ?
    2. „Dem Bürger ist es egal, wer die hauptamtliche Verwaltung der Stadt leitet.“ – warum also wählen gehen ?

    Herr Blombach hat die übrigen Gründe vergessen:
    3. Der Staat gibt dem Volk Gesetze und gaaanz tolle Regeln vor – hält sich aber zunehmend selbst nicht dran – warum wählen ?
    4. Die Kandidaten kommen alle aus dem selben System – warum wählen ?
    5. Nach Bürgervorsteher Wilde sei die niedrige Wahlbeteiligung eine „Katastrophe“ – er hat Ursache und Wirkung verwechselt. Denn:
    6. Der Staat ist zunehmend erst nach Katastrophen reformwillig, die es aber in Ahrensburg natürlich nicht gibt – also warte ich erst ´mal auf die Katastrophe.
    7. „Die da oben machen doch sowieso was sie wollen.“ – warum wählen ?
    8. Vor der Wahl sind wir sehr sehr verehrte und liebe Wählerinnen und Wähler – und hinterher ?
    9. Alles “nicht dramatisch”, “nicht völlig unüblich”, alles im grünen Bereich Herr Bürgervorsteher Wilde.
    10. Was Frau Pepper hinterlassen hat, konnte auch ihr Nachfolger nicht lassen und fassen.
    Daran haben sich die Bürger gewöhnt: Warum sollten sie Unruhe in ihr Leben bringen ?
    HJL

  3. Peter Pan

    Die Stormarnbeilage sucht nach Gründen für die niedrige Wahlbeteiligung !? Manchmal sind es die Brandstifter, die die Feuerwehr rufen!
    Peter Pan

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