Bürgermeister-Wahl in der Stormarn-Beilage: Ist Ihnen auch was aufgefallen?

Heute, also am Samstag, berichtet die Stormarn-Beilage über ein Ereignis, das bereits am Donnerstag stattgefunden hat, nämlich eine Einberufung der Presse durch die Kandidaten Conring und Hansen, die sich über Michael Sarach beschwert haben und damit eigentlich auch die Stormarn-Beilage gemeint haben. Denn: Wie hätte der Bürgermeister diverse Themen und Internas ausplaudern können, wenn nicht die Presse ihn dabei eilfertig als Sprachrohr unterstützt hätte…?!

Bildschirmfoto 2015-08-29 um 10.12.54Das ist wie das Rauchen, liebe Mitbürger: Alle schimpfen auf den Tabak, aber der Verursacher alles Schädlichen ist das Feuer, denn ohne dieses wäre der Tabak gar nicht gefährlich.

Aber kommen wir zum heutigen Aufmacher der Stormarn-Beilage! Hier werden alle drei BM-Kandidaten präsentiert und Stimmen für und wider die Handlungsweise von Michael Sarach zitiert. Wieder einmal ist bemerkenswert, dass Thomas Bellizzi (FDP) dem Bürgermeister wortreich zu Hilfe eilt. Peter Egan (WAB) dagegen schlägt sich deutlich auf die Seite von Conring und Hansen. Und dann zitiert Schreiberin Mira Frenzel auch noch einen leibhaftigen Professor zum Thema Verschwiegenheitspflicht eines Bürgermeisters.

Kurzum: In dem Beitrag kommen ein Stadtverordneter der CDU zu Wort, ein Stadtverordneter der Grünen, ein Stadtverordneter der WAB und ein Staddtverordneter der FDP. Wer aber nicht zur Wort kommt, das ist ein/e Stadtverordnete/r der SPD!

Das empfinde ich als merkwürdig: Ausgerechnet die Partei, die sich hinter Bürgermeister Sarach gestellt hat, steht ihm bei dieser Diskussion mit keiner Stadtverordneten-Stimme zur Seite. Vielleicht, weil die SPD die Meinung von CDU, Grünen und WAB teilt und deshalb lieber schweigt, um ihren Genossen nicht öffentlich ans Bein pinkeln zu müssen? Oder hat Mira Frenzel einfach bloß vergessen, die SPD-Stadtverordneten zu befragen…? Aber genau deren Meinung hätte und Bürger doch ganz besonders interessiert, oder Sie etwa nicht!?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. August 2015

10 Gedanken zu „Bürgermeister-Wahl in der Stormarn-Beilage: Ist Ihnen auch was aufgefallen?

  1. Thomas H.

    Liebe Leser von Szene-Ahrensburg,,
    Auch hier ist die Stormarnbeilage wieder beschönigend, wenn sie den Artikel folgendermaßen betitelt: „Hat der Bürgermeister zu viel geplaudert?“ Tatsächlich hat der Bürgermeister aber gegen seine Amtspflichten verstoßen, indem er Dinge öffentlich gemacht hat, die der Verschwiegenheitspflicht unterliegen. Erschwerend kommt hinzu , dass er den Weg über die Presse gewählt hat, um Inhalte einer nicht öffentlichen Sitzung an die Öffentlichkeit zu tragen. Es wäre jetzt an der Zeit, dass Stadtverordnete oder andere Kommunalpolitiker ein disziplinarrechtliches Verfahren gegen den Bürgermeister einleiten.
    Thomas Bellizzi, der den Bürgermeister immer noch deckt, sollte angesichts seiner gravierenden Unkenntnis der Rechtslage lieber zukünftig den Mund halten, um sich nicht weiter zu blamieren.
    Beste Grüße
    Thomas H.

  2. Martina Meckelein

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,
    eine weitere Merkwürdigkeit: Vergleichen Sie doch bitte mal die beiden unten zitierten Sarach-Zitate aus dem Abendblatt und der shz zu Conrings Vorwurf, der Bürgermeister habe das Thema Speicher von der Tagesordnung der nächsten Finanzausschusssitzung streichen lassen, ohne den Ausschussvorsitzenden darüber vorab zu informieren.
    Abendblatt: “ Sarach dazu: „Ich habe den Tagesordnungspunkt streichen lassen, weil die Vorlage nicht fertig war. Dass Herr Conring nicht informiert wurde, ist nicht in Ordnung und tut mir leid.““
    shz: „„Ja, ich habe den Punkt von der Tagesordnung genommen. Das ist auch mein Recht als Bürgermeister, das sollte Herr Conring wissen. Wäre das Klima anders, hätte ich ihn informieren können. …““
    Versehen oder aktives Unterlassen? Bürgermeister Sarach kann doch nicht zwei verschiedene Versionen erzählt haben, oder doch? Oder handelt es sich hier um eine Falschdarstellung vonseiten einer Redaktion?

  3. HJLange

    Aber Herr Dzubilla,
    das ist soooo ja auch nicht richtig, wenn Sie kleinlich bemängeln, ein Unterstützer von der SPD würde sich nicht zu Wort melden.
    Tatsächlich hat sich nämlich am 27.8.15 in einem Leserbrief an die HA-Stormarnbeilage Seite 2 die allseits geschätzte Frau Sigrid Kuhlwein, SPD, präzise 9 cm neben dem Vollbild ihres geschätzten Wunschkandidaten Bürgemeister M. Sarachs, SPD, platziert: Die Nicht-Ahrensbürgerin Frau Kuhlwein, SPD, präsentiert sich als „Vorsitzende des Kulturausschusses Stormarn Kreistag“, preist die Möglichkeiten des „Speichers“ und verbreitet ihre mir-geht-da-ein-Licht-auf-Erkenntnis / Zitat: „Allein der Wille, für ein „Kulturhaus“ Geld zur Verfügung zu stellen, fehlte in der Politik.“
    Herr Dzubilla, nun wissen Sie es endlch auch:
    Frau Kuhlwein, SPD, weiß, dass nicht der SPD-Bürgermeisterkandidat M. Sarach auf dem vielen Geld sitzt, sondern die „Politik“ einfach nicht will – also alle anderen.
    HJL

  4. Britta S.

    Der Bürgermeister hat vorsätzlich gegen seinen Amtseid verstoßen , weil er Kaufpreise , die intern diskutiert werden sollten, in voller Absicht an die Presse weiter gab. Wenn die Stormarnbeilage hier dem Bürgermeister beispringt und so etwas wie „Versehen“ ins Spiel bringt, ist das kompletter Unsinn. Sarach hat ja aus eigener Initiative das Gespräch mit der Presse gesucht, um sich zu profilieren.
    Der noch-Bürgermeister zeigt auch im Nachhinein keinerlei Schuldbewusstsein. Er ignoriert einfach , dass er gegen die Gemeindeordnung verstoßen hat. Offensichtlich ist der Mann entweder nicht lernwillig oder nicht lernfähig – oder beides zusammen.
    Britta S.

  5. Waldemar

    Hallo Herr Dzubilla,
    Wundert es Sie, dass keiner der SPD-Stadtverordneten Partei ergreift für Michael Sarach? Mich eher nicht. Tatsächlich haut der Bürgermeister auch seine eigene Partei mit in die Pfanne, wenn er pauschal „die Politik“ angreift. Vor wenigen Tagen hat der Bürgermeister via Stromarner Tageblatt verbreiten lassen, dass „die Politik“ dafür verantwortlich sei, dass am Erlenhof zu wenig und das Falsche gebaut würde. Das wird so manchem Genossen, der für die jetzige Erlenhofbebauung gestimmt hat, sauer aufgestoßen sein.
    Gruß
    Waldemar

    1. Christian Schmidt

      Hallo Waldemar,

      Hier eine Denksportaufgabe.
      Von wem stammt folgende Aussage:
      „Die Grünen sind dafür verantwortlich, dass es keinen günstigen Wohnungsbau im Erlenhof gibt. Weil Sie nicht mit uns gestimmt haben, mussten wir mit der CDU stimmen, um Schaden von der Stadt abzuwenden.“

      Gruß
      Christian Schmidt

  6. Waldemar

    Hallo Herr Schmidt,
    Es gibt auch den bekannten Ausspruch eines SPD-Stadtverordneten anlässlich der Erlenhofabstimmung:“Lieber eine falsche Entscheidung als gar keine Entscheidung.“ Jetzt hat noch-Bürgermeister Sarach seinen Genossen im Nachhinein bestätigt, dass die SPD-Fraktion eine falsche Entscheidung getroffen hat. Damit schleicht sich Michael Sarach auf eine sehr unschöne Weise aus der Verantwortung, die eigentlich ihn ganz persönlich trifft.
    Gruß
    Waldemar

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