Sind städtische Überwachungskräfte eigentlich keine Bürger für Sicherheit…?

Wir Bürger von Ahrensburg gehen auf verhältnismäßig ruhigem Pflaster. Weil Gangster, Gauner und Ganoven zwar auch in unserer Stadt ihr Unwesen treiben, dieses jedoch bei Ahrensburgs weniger schönen Nachbarin noch sehr viel schlimmer der Fall ist.

(Foto: HDZ)

(Foto: HDZ)

Aber: In Ahrensburg werden aktuell Tankstellen und Supermärkte mit Waffengewalt überfallen und beraubt. Also Schwerkaliber-Kriminalität. Und Haus- und Wohnungseinbrüche sind an der Tagesordnung, sodass die örtliche Kripo sie zwar aufnimmt, wohl aber kaum noch ernsthaft verfolgt. Ein Thema, das, so scheint es mir, offiziell unter den Teppich gekehrt wird.

Gestern wurde der Netto-Markt in Ahrensburg schon das zweite Mal in diesem Jahr von bewaffneten Räubern heimgesucht. Die Stormarn-Beilage berichtet online das, was im Polizeibericht steht: „Die beiden Räuber entkamen unerkannt.“ Aber nein, sie stiegen nicht etwa in Auto, das draußen mit laufendem Motor gewartet hat, sondern sie flüchteten zu Fuß in die Hermann-Löns-Straße und von dort aus in das Kleingartengelände Mühlenredder“.

Bereits im Mai gab es in demselben Markt einen vergleichbaren Überfall. Und was tut die Polizei? Alexander Mittelacher von der Stormarn-Redaktion weiß und schreibt es: „Die Kriminalpolizei prüft, ob die beiden Taten miteinander in einem Zusammenhang stehen.“

Wenn ich Praktikant bei der Stormarn-Beilage wäre, dann hätte ich spätestens jetzt mal den zur Zeit noch in Ahrensburg amtierenden Bürgermeister gefragt: „Was tun Sie eigentlich gegen die fortschreitende Kriminalität in unserer Stadt?“ Und wenn der Bürgermeister dann achselzuckend auf die Polizei verweist, dann würde ich ihn als Reporter fragen:

„Die Stadt beschäftigt doch zahlreiche Überwachungskräfte, die durch Ahrensburg laufen und Autofahrer abkassieren, wenn deren Parkzeit überschritten ist. Könnten diese Überwachungskräfte nicht weitaus sinnvoller eingesetzt werden, um die „Bürger für Sicherheit“  bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterstützen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. Juli 2015

3 Gedanken zu „Sind städtische Überwachungskräfte eigentlich keine Bürger für Sicherheit…?

  1. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    die Ahrensburger Damen vom ruhenden Verkehr sind nur zu 10 % ihrer amtlichen Arbeitszeit aktiv einsatzbereit. Der Rest fällt der aufwendigen Verwaltung und dem Wetter zum Opfer. Überstunden sind untersagt oder werden nur genehmigt, wenn in der Innenstadt Flohmarkt, Stadtfest, Weinfest usw. stattfindet.
    Wollen Sie nun dieses schwache Geschlecht zusätzlich zu deren komplexen Kfz-Park-Datenverabeitungsgeräten und Schreibblöcken mit Funkgeräten, Schlagstöcken, Handschellen, Sprühgeräten usw. ausstatten? Sollen sie im Kampfsport trainiert werden? Sollen sie viele Überstunden bis 24:00 machen (Vor 16:00 geschehen selten Raubüberfälle.)?
    Herr Dzubilla, schaffen Sie sich einen Hund an und gehen Sie für die die Bürger für Sicherheit e. V. (Ahrensburg) auf Streife.
    Mit wachsamen Grüßen
    Wolfgang König

  2. Sabine Heinrich

    Wenn ich kriminelle Ambitionen hätte, würde ich mich – schon durch Erfolg gekrönte Einbruchsaktionen – immer wieder nach Ahrensburg, ins Hamburger Umland, nach Großhansdorf oder zu Orten in Autobahnnähe aufmachen, weil ich weiß, dass mich niemand erwischt und die Polizei in vielleicht erst in 30 Minuten vor Ort sein und lediglich ein Protokoll aufnehmen kann.
    Es dürfte sich bis in den letzten
    Winkel Europas herumgesprochen haben, dass die Polizei hier absolut unterbesetzt ist und – wenn man denn mal erwischt wird (was eher unwahrscheinlich ist) – sehr glimpflich davonkommt.
    Die Damen – warum machen diesen Job eigentlich hier nur Frauen – ist er zu mies bezahlt? – werden leider nur dort eingesetzt, wo es sich aufgrund der extremen Parkplatznot finanziell für die Stadt auch lohnt. Um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer oder von Kriminalität Betroffener scheint es kaum zu gehen.
    Ich habe in all den Jahren keine „blaue Dame“ z.B auf dem Wulfsdorfer Weg gesehen; die Polizeikontrollen vor Schulen sind ein Witz – weil nur 1x im Jahr medienwirksam durchgeführt.
    Es ist an der Zeit, auch einmal den für die Sicherheit der Bürger Zuständigen zunächst noch sanft auf die Finger zu klopfen – wenn ich oder ein mir bekannter Mensch aufgrund des katastrophalen Zustandes der Waldstraße, die ein SCHULWEG ist, zu Schaden kommen würde – ich würde Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um hier die Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen!
    Ich habe mich gefreut – und tu es immer noch 🙂 – dass die Gefahrenzone ZOB für uns Radfahrer entschärft wurde. Geht doch! 🙂 ! Danke!

  3. Ein Fan

    Einen Wert, den wir Bürger beeinflussen können, ist die MELDUNG von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, denen unsere Polizei und Ordnungskräfte nachgehen müssen.

    Leider höre ich immer wieder, daß die Anzeige „nicht lohnt“, weil „ja eh nichts dabei herauskommt“.

    Doch, ggf mehr Einsatzkräfte, da auch hier neben anderen Quoten auf die Statistik geschaut wird.

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