Gestern Abend bekam ich Kritik zu meiner Kritik

Da ich in Ahrensburg wohne und arbeite, bin ich auch häufig unterwegs in unserer Stadt. Und ich treffe viele Menschen, von denen nicht wenige mich auf Szene Ahrensburg ansprechen. Und aus diesen Gesprächen entstehen dann auch Anregungen für neue Blog-Einträge. So wie für den heutigen.

Blogger beim Bloggen

Böser Blogger beim Bloggen

Es sprach mich gestern Abend ein Bürger darauf an, dass ich doch nicht immer so streng sein soll mit Mira Frenzel von der Stormarn-Beilage. Denn, so der Abendlblatt-Leser, sie habe doch auch sehr gute Beiträge geschrieben. Und sie als „Praktikantin“ zu bezeichnen ist doch ein unfreundlicher Akt meinerseits.

Ich erklärte dem Herrn, dass ich noch nie über einen guten Beitrag von Mira Frenzel schlecht geschrieben habe. Und wenn ich ihre Arbeit kritisiere, dann mache ich das keineswegs pauschal, sondern ich zitiere das, was sie schreibt und rezensiere ihre Worte. Vergleichbar mit einem Literaturkritiker, der auch die Unzulänglichkeiten in den Druckwerken beschreibt, die sich hinter einem schönen Cover verbergen.

Nein, ich habe nichts gegen Mira Frenzel, zumal ich sie persönlich nur vom Sehen kenne. Und wenn ich sie in der letzten Stadtverordneten-Versammlung nicht gesehen habe, zwei Tage später dann aber ihren Beitrag darüber gelesen habe, dann frage ich mich: Warum war sie nicht vor Ort wie ihr Kollege vom Stormarner Tageblatt…?

Und was die „Praktikantin“ betrifft, so ist das natürlich ironisch gemeint. Zwar steht die Vielschreiberin des Blattes nicht im Impressum wie beispielsweise Hinnerk Blombach, der allerdings so gut wie gar nicht schreibt und selten für den Inhalt der Ausgabe verantwortlich zeichnet – aber dass Mira Frenzel, trotz ihrer Jugend, eine Praktikantin ist, das glaube ich nicht im Ernst.

Last but not least: Ich kritisiere alle und jeden. Keine Partei in der Stadtverordneten-Versammlung kann behaupten, dass ich sie mit Samthandschuhen anfasse. Ich gehöre selber keiner Partei an, und es gibt auch keine Partei in der Ahrensburger Kommunalpolitik, mit deren Absichten und Entscheidungen ich rundum konform gehe. In jeder der fünf Fraktionen in der Stadtverordneten-Versammlung gibt es es meiner Meinung nach gute, weniger gute und schlechte Vertreter der Bürger.

Und was den Bürgermeister betrifft: Der Amtsinhaber ist kein Regierender Bürgermeister wie die Bürgermeister von Hamburg und Berlin, sondern er ist Chef der Verwaltung. Die Behauptung, der Bürgermeister von Ahrensburg wäre nur ausführendes Organ von den Entscheidungen der Politiker, ist zwar richtig, aber: Die Politiker entscheiden schließlich nur über die Anträge, die der Bürgermeister stellt. Also entscheidet dieser über das, was in der Stadt passieren oder nicht passieren soll. Und dafür muss er eben Überzeugungsarbeit leisten, damit alle am gleichen Strick ziehen – und das am selben Ende!

Ein Bürgermeister muss keiner Partei angehören. Und: Der Bürgermeister von Ahrensburg sollte auf jeden Fall parteiübergreifend arbeiten. Wie toll das funktioniert, zeigt Bargteheide, wo alle Fraktionen hinter einem Kandidaten gestanden haben.

Wahlplakat SarachGespannt bin ich übrigens, ob die WAB und die FDP auch Wahlempfehlungen für einen der drei Bürgermeister-Kandidaten abgeben werden. Bei der letzten Wahl hat Thomas Bellizzi (FDP) ja noch für Michael Sarach (SPD) geworben, hat ihn beim Wahlkampf tatkräftig unterstützt – siehe auch das nebenstehende Plakat! Später dann hat sich gezeigt, dass gerade der FDP-Politiker zu einem der schärfsten Kritiker des derzeitigen Bürgermeisters in der Stadtverordneten-Versammlung geworden ist. Dass er jetzt wieder umfällt, kann ich mir nicht vorstellen, denn schließlich ist die FDP doch keine Umfaller-Partei, oder…?  😉

Auf jeden Fall: Die Bürgermeister-Wahl von Ahrensburg verspricht spannend zu werden!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Juni 2015

5 Gedanken zu „Gestern Abend bekam ich Kritik zu meiner Kritik

  1. Der Kuckuck aus dem Wald

    Reine Spekulation: Thomas B. könnte ein Interesse daran haben, dass Michael S. für eine zweite Amtsperiode bleibt. Weil er, Thomas B., sich danach selber als Kandidat nominieren könnte, was weniger Aussicht auf Erfolg haben dürfte, wenn Christian C. oder Jörg H. die erste Amtsperiode erfolgreich hinter sich gebracht haben und danach mit dem Amtsinhaberbonus aufwarten könnten.

    Ich hoffe, dieser Kommentar wird nicht irgendwann gelöscht, da er vielleicht in sechs Jahren noch Beachtung finden dürfte. 🙂

    1. Erich Wende

      Das würde für mich auch erklären, warum Bellizzi so augenfällig mit der Redaktionsleitung der Stormarnbeilage „kunkelt“, wo er als Vorsitzender einer 2-Mann-Fraktion merkwürdigerweise regelmäßig mehr Beachtung bekommt, als ihm eigentlich zustehen würde. ;o)

  2. Mynona

    Wer sich an die letzte BM-Wahl erinnert, der erinnert sich auch daran, dass der kleine Thomas dem große Michael auf seinem Wahlkampfweg wie ein Hündchen gefolgt ist. Und alle Bürger, die mit M. Sarach als Bürgermeister unzufrieden sind, können sich dafür nicht nur bei K. Schädel („Sarach wählen!“) bedanken, sondern auch bei T. Bellizzi, dem Steigbügelhalter von M. Sarach.

  3. Kassandra

    Auf dem abgebildeten Wahlplakat steht: „Aufgeschlossen. Sachkundig. Zielstrebig.“ Wer ist denn damit gemeint???

  4. HJLange

    Außerdem können kommunale Politiker und Politikerinnen dem Bürgermeister Aufträge erteilen, bestimmte Beschlussvorlagen auszuarbeiten, vorzulegen und das jeweilige Projekt zudem mit einer oberen Kostengrenze auszustatten.
    Die Politikerinnen und Politiker können das Handeln des Bürgermeisters kontrollieren – wenn sie es denn wollten.
    HJL

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