Sanierung Alter Lokschuppen: kein kostenloses Parken auf der Alten Reitbahn

Gestern Abend wurde in der Stadtverordneten-Versammlung mit der Stimmenmehrheit von CDU und WAB beschlossen, dass die Alte Reitbahn während der Bauphase am Lokschuppen nicht gebührenfrei zu beparken ist. In meinen Augen eine eindeutige Entscheidung gegen die Interessen der Bürger sprich Autofahrer.

IMG_1043Anne Hengsler (CDU) begründete die Sturheit ihrer Partei gegenüber ahrensburgTV mit dem Hinweis, dass dadurch keine zusätzlichen Parkplatze entstünden. Das ist schlichtweg falsch, denn die Alte Reitbahn hat immer noch Kapazitäten frei. Aber nicht alle Menschen, Frau Hengstler, können oder möchten jeden Montat 40 Euro mehr ausgeben, um dort zu parken. Und wenn die Stadt kostenlose Parkplätze stilllegt, dann hat sie auch eine Verantwortung gegenüber diesen Autofahrern, kostenlose Ersatzparkplätze zu schaffen. Wenn ihr das anderswo nicht gelingt, dann dürfen die Bürger nicht darunter leiden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. April 2015

13 Gedanken zu „Sanierung Alter Lokschuppen: kein kostenloses Parken auf der Alten Reitbahn

  1. Sabine Heinrich

    In diesem speziellen Fall, die Aussage von Frau Hengstler betreffend, frage ich mich, ob das nicht doch eine überwiegend persönliche Entscheidung ist, da sie selbst nicht von der Parkplatznot (der Pendler) betroffen ist, weil sie ihre Arbeitsstätte sogar leicht zu Fuß erreichen kann.
    Haben sich die Stadtverordneten von CDU und WAB wirklich selbst vor Ort ein Bild gemacht?

  2. Britta S.

    Hallo Herr Dzubilla,
    In Ahrensburg werden ständig neue Gutachten in Auftrag gegeben, auch zur Verkehrssituation. Das kostet den Steuerzahler Unsummen von Geld. Merkwürdigerweise wird nie untersucht, ob sich kostenfreies Parken in der Innenstadt (mit Parkscheibe, versteht sich) belebend auf die Umsätze der Geschäfte auswirken würde.
    Viele Grüße
    Britta S.

  3. Peter Egan

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,
    Es stimmt, dass auf der Reitbahn als gebührenpflichtigem Tagesparkplatz (2€/Tag) im Durchschnitt ca. 50-70 Plätze frei sind. Wenn wir die Gebührenpflicht aufgehoben hätten, wären allerdings nach allgemeiner Überzeugung alle 200 Parkplätze ab 8:00 durch Auspendler und andere Nutzer belegt. Eine Kontrolle, wer dort wie lange parkt war nicht vorgesehen und wohl auch nicht möglich.
    Wo sollten dann die Bürger parken, die die Alte Reitbahn bisher nutzen, um in der Stadt Arztbesuche zu machen oder einfach mal entspannt einkaufen und Essen gehen wollen? Die Freigabe der Reitbahn hätte der Stadt Einnahmeverluste von 30 000 € beschert und wäre eine kostspielige Symbolaktion gewesen, bei der wir das Problem fehlender Parkplätze nur verlagert hätten. Da finden wir es sinnvoller, einen Teil der 30 000 € in zusätzliche Fahrradabstellplätze zu investieren, wie gestern einstimmig beschlossen.
    Wir haben seit dem Sommer 2014 darauf gedrängt, dass die Verwaltung sich um zusätzliche Parkplätze bemüht, aber leider war kein Grundbesitzer bereit, die durchaus verfügbaren Leerflächen an der Hamburger Straße und an der Bogenstraße an die Stadt zu vermieten. Dies lag nicht zuletzt auch an Haftungsfragen. Wer haftet, wenn das Grundstück kontaminiert wird oder wenn ein Auto in einer Kuhle Schaden nimmt?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Egan –

      vielen Dank für Ihre Aufklärung. Aber: Es geht um ein halbes Jahr (sechs Monate). Dafür hätte man nicht nur die 50 -70 Parkplätze auf der Reitbahn belegt, von denen Sie sprachen, sondern einige der Einkäufer und bisherigen Parker könnten zum Beispiel für sechs Monate auf dem Mehrzweckplatz am Marstall parken, der zur Zeit ja nur von den Gästen des Park Hotels belegt wird, wenn im Marstall nichts passiert.

      Außerdem: Warum dürfen Zirkuswagen auf dem Stormarnplatz parken, private PKW-Fahrer aber nicht – wenigstens für ein halbes Jahr? Jetzt parken die Autos sämtliche Wohnstraßen der Innenstadt zu, ist das sinnvoller?

      Ach ja: Kontrollen auf der Reitbahn, sodass nur Pendler diesen Parkplatz kostenlos benutzen können: Mit der Zeitkarte der Bahn ein Parkticket im Rathaus holen! Ein wenig Aufwand zwar, aber durchaus händelbar.

      Apropos Haftung: Während der Bauzeit am Lokschuppen könnte die dortige Versicherung stillgelegt werden und für den Besitzer eines privaten Parkplatzes zur Verfügung gestellt werden. Oder die Stadt schließt für den Eigentümer des Parkplatzes eine diesbezügliche Versicherung über sechs Monate (ein halbes Jahr) ab. Die Kosten dafür könnte Herr Kienel aus den Erlösen der Stadtwerke bezahlen, und zwar mit dem Geld, das ohne erkennbaren Gegenwert an eine Hamburger Agentur fließt (ca. 30.000 Euro p. a.).

      Ich denke, lieber Herr Egan, das Malheur hat nicht zuletzt die Stadtverwaltung verursacht, denn alle Probleme sind lösbar, wenn man sie ernsthaft und zeitgerecht anpackt. Und um wen geht es letzten Endes? Ich denke um die Bürger. Und die haben ohnehin kein Verständnis mehr für die Parksituation in Ahrensburg, ob mit oder ohne Lokschuppen.

      Die zusätzlichen Fahrradplätze sind nett, vielen Dank! 🙂 Allerdings nicht bei Regen… 😉

      Freundliche Grüße
      Harald Dzubilla

  4. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    ich könnte mich wieder krümmen vor Lachen. Da hätten wir auf dem ehemaligen VW-Gelände und dem ehemaligen Opel-Gelände und auf der grünen Wiese hinter dem Rathaus Parkplätze ohne Ende. Was macht die Parkfläche am AOK-Kreisel, wo die Klinik hin sollte? Da waren heute der Parkplatz Reitbahn und der Lindenhof fast leer. Und heute hätte ich gegenüber der Reitbahn (bei der Polizei/PRH) meinen LT gegen 11:00 Uhr mindestens zehnfach für 50 Cent pro Stunde parken können – Leerstand ohne Ende. Aber vor der Post wurden wieder rosarote Zettel verteilt. Manche Autofahrer würden am Liebsten noch in die Häuser hinein fahren. Wir benötigen dringend einen guten Gutachter, der die freien Parkplätze in unserer Stadt stündlich auszählen lässt. Bei C&A hörte ich, dass dass die Tiefgarage fast leer sei.
    Mit leerstehenden Grüßen
    Wolfgang König

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Herr König – gegen Geld können Sie in der Innenstadt auch einen Garagen- oder Abstellplatz mieten. Wie gesagt: gegen Geld. Und wenn Sie noch mehr Geld übrig haben, dann können Sie sich sogar ein Taxi kommen lassen. 😉 Ach, und noch was: Gehen Sie mal zu Lidl und zu Aldi um die Ecke und zählen dort die Autos auf den Parkplätzen und danach die Kunden in den Läden! Die Differenz? Natürlich alles Mitarbeiter der Discounter, oder…? 😉

  5. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    die Parkplätze bei Lidl, Aldi, famila usw. sind alles Privatparkplätze. Die Eigentümer können damit machen was sie wollen. Die städtischen Parkplätze, die von der Anzahl her mittlerweile alles über Jahrzehnte privat bezahlte Ausgleichsparkplätze sind, die sich die Stadt widerrechtlich als stadteigen angeeignet hat (keinen kümmert das), müssen laut Kreisvorgabe bewirtschaftet werden – also her mit Parkautomaten und Aufsichtspersonal!
    Als Verwaltungs-Chaf hat man die Arschkarte. Da brennt es überall. Heute werde ich noch zweimal an ihm zündeln: Flak-Stellung bis zum Archäologischen Landesamt und Fassadenmalerei an der Klinik als Leserbrief. Mich wundert, dass Sie die Krankenhausfassade noch nicht gebracht haben. Mittlerweile ist die linke Fassade weg und bis ins Gebäudeinnere vorgebrochen worden. Wetten, dass nun auch die rechte Fassade fallen wird? Gegen ein wenig Konventionalstrafe (wenn überhaupt) kann nun flüssig und kostengünstig gebaut werden. Ob sich nun die Politiker und Verwalter vor Wut in den Hintern beißen oder ob sie mit dem Geschehen gerechnet haben? Die Fassade des Griesenberghauses steht noch!!!!!!!!!!!
    Mit traurigen Grüßen
    Wolfgang König

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr König – ich meinte: Die Parkplätze von Aldi und Lidl werden von Bahn-Pendlern zweckentfremdet. Und das mit der Entfernung der Fassadenmalerei ist doch schon vor urlanger Zeit im Gespräch gewesen. Sie hätten das Werk abtragen und an Ihrem Hause anbringen können. Ich wollte es nicht, weil ich es sooo toll nun auch wieder nicht fand. Mit kunstlichen Grüßen Harald Dzubilla

  6. Henning Sußebach

    “Interessen der Bürger, sprich Autofahrer” – ist das tatsächlich deckungsgleich?

    Jedenfalls verstehe ich wieder die Aufregung nicht so ganz. Zum einen aufgrund der Verhältnismäßigkeit: Da beschweren sich Fahrer von 30.000-Euro-Karrossen darüber, dass Sie – begrenzt auf ein halbes Jahr – pro Arbeitstag zwei Euro für einen Parkplatz zahlen sollen?

    Zum zweiten: Viele derjenigen, die nun als Pendler einen kostenlosen Parkplatz einfordern, haben sich bewusst für ein Leben als Pendler entschieden, unter anderem, weil Baugrund “weit draußen” billiger zu haben ist. Spart also Geld, nach Ahrensburg zu ziehen. Mehr Geld spart man noch im Ahrensburger Umland. Warum soll die Stadt ( sprich “der Bürger”, s. o., der eben nicht nur Autofahrer ist) dieses private Sparmodell öffentlich subventionieren? Nehmen wir doch die zwei Euro und schauen, dass die Stadt sie sinnvoll investiert.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Herr Sußebach – im Allgemeinen sollte man nicht verallgemeinern. 🙂 Einerseits fahren wir nicht alle “30.000-Euro-Karossen”, andererseits haben sich nicht alle Pendler für Ahrensburg wegen eines günstigen Baugrunds entschieden. Die meisten Pendler finden in Ahrensburg keine entsprechende Arbeit. Und: Es würde die Stadt so gut wie gar nichts kosten, den Stormarnplatz ein halbes Jahr lang für PKW-Fahrer zu öffnen und den Zirkus aufs Acker zu schicken. Die Sache mit der “Subvention” verstehe ich als kleines Scherzchen Ihrerseits, oder…?

      1. Henning Sußebach

        Selbstverständlich war das zu verallgemeinernd, sehr geehrter Herr Dzubilla, verglichen mit Ihrer Gleichsetzung von “Bürgern” und “Autofahrern” allerdings noch differenziert … schließlich gehört Stormarn laut GfK tatsächlich zu denjenigen Landkreisen bundesweit, in denen die Bürgerinnen und Bürger die größte Kaufkraft haben. Auch kenne ich wenige Einwohner, die nach Ahrensburg gezogen sind und dann staunten: “Huch, hier gibt’s ja gar keine Arbeit.” Ist es nicht eher so, dass Menschen, die in HH arbeiten, rausziehen ins Grüne (das Sie in Parkplätze verwandeln wollen) und aufgrund dieser freien Entscheidung zu Pendlern geworden sind? Wie auch immer: Sich über ein halbes Jahr Parkgebühren zu beklagen, ist bei vielen von uns – um nicht undifferenziert zu sagen: den meisten – Jammern auf hohem Niveau.

    2. J. P. Kirchhoff

      Zu Ihrer Info: Das kostenlose Parken im Alten Lokschuppen soll die Bürger vom Auto in die Bahn bringen. Wenn sie jetzt noch 40 Euro Parkgebühr neben der Bahnkarte bezahlen müssen, fahren sie natürlich mit dem Auto zur Arbeit.

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