Ahrensburg: Der Meister der Bürger hat seine eigene Arbeit kontrollieren lassen mit dem Resultat: mangelhaft

Auf dem Giebel vom Rathausdach sitzt nicht nur der Geier, der Sinnbild ist für die „Pleite“ und die maroden Straßen unserer Stadt, sondern dort sitzt auch noch ein Spatz. Und der hat dort oben einen guten Einblick ins Rathaus und berichtet uns live vor Ort. Zum Beispiel über folgendes Geschehen aus der Gerüchteküche des Rathauses:

Bildschirmfoto 2015-02-19 um 14.11.53In der Verwaltung von Ahrensburg gibt es die Fachdienste I.1 Finanzen und Liegenschaften sowie I.4 Finanzbuchhaltung. Beide Bereiche stehen unter der Oberherrschaft von Horst Kienel, dem Stadtkämmerer, der auch für die Stadtwerke Ahrensburg tätig ist, die das „Rathaus Journal“ „Ahrensburg Magazin“ vom Wiener Kontor in Hamburg finanzieren. Und der angeführte Bereich der städtischen Verwaltung wurde soeben untersucht.

Vorab: Die Organisation des Rathauses obliegt ausschließlich dem Bürgermeister. Dafür wurde er eingestellt und dafür wird er auch bezahlt. Doch was hat Michael Sarach gemacht, um sich ein Bild über die Organisation der besagten Fachdienste zu machen, um zu sehen, ob seine Arbeit auch gut ist? Halten Sie sich fest: Er hat angeblich 40.000 Euro aus der Stadtkasse genommen und dieses Geld an eine externe Firma überwiesen, damit deren Mitarbeiter ins Rathaus kommen, um die Arbeit des Bürgermeisters zu kontrollieren. 40.000 Euro. Oder in Buchstaben: vierzigtausend Euro.

Ich wiederhole: Die Organisation des Rathauses ist die alleinige Aufgabe des Bürgermeisters: Der Aufgabenzuschnitt der Fachdienste, die Zuweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die jeweiligen Stellen, die Vereinbarung von Vertretungsregelungen, das Erstellen von Dienstanweisungen bis hin zur Organisation der Kommunikationsstrukturen innerhalb des Rathauses – all dieses liegt in der ausschließlichen Verantwortung des Bürgermeisters.

Und so kann es uns Bürgern gruseln, dass unser Meister dort im Rathaus nach fünf Jahren im Amt nicht in der Lage gewesen ist, seine eigene Arbeit ohne fremde Hilfe zu organisieren, die uns 40.000 Euro kostet, während das Schulschiff „Jonathan“ … aber lassen wir das.

Zwischen den Absätzen ist zu erwähnen: Im genannten Fachbereich ist der Krankenstand gerüchterweise außerordentlich hoch. Über Krankenstände aber will der Bürgermeister öffentlich keine Aussage machen, ließ über eine Sprecherin verlauten, dass die Prozentzahl dem Datenschutz unterliege. Was natürlich ein Witz ist.

Noch viel erschreckender, so munkelt man, wären allerdings die von der Beratungsgesellschaft aufgezeigten Organisationsmängel und Führungsprobleme in der Rathausverwaltung. Beispiele: Bankbelege sollen immer noch in Papierform abgeheftet und eingescannt werden, was die Arbeit unnötig aufwendig macht. Aufgabenzuschnitte und Mitarbeitermotivation fanden angeblich nicht statt. Im Gegenteil: Mitarbeiter, z. B. die des Rechnungsprüfungsamts, wurden im Ausschuss in aller Öffentlichkeit vom Bürgermeister gemaßregelt.

Fazit: Die Untersuchung als solche und das Ergebnis im einzelnen sind schallende Ohrfeigen für den zur Zeit noch amtierenden Verwaltungschef. Anstatt immer nur nach zusätzlichem Personal zu rufen, hätte er seine Energie lieber darauf verwenden sollen, das vorhandene Personal optimal einzusetzen. Hierzu bedarf es klar geregelter Zuständigkeiten, einer zeitgemäßen Mitarbeiterführung mit Zielvereinbarungen und einem Informationsaustausch zwischen den Abteilungen. Wer das als Bürgermeister nicht geregelt bekommt, der hat in seinem Job eindeutig versagt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Februar 2015

5 Gedanken zu „Ahrensburg: Der Meister der Bürger hat seine eigene Arbeit kontrollieren lassen mit dem Resultat: mangelhaft

  1. Ketzer

    Unfassbar! Aber in meiner Stadt ist offensichtlich alles – außer kurzfristigem falschen Parken – möglich – besonders das Verschwenden von Steuergeldern!
    Warum halten ALLE – das ist mein Eindruck – still? Ich verstehe das nicht!

    1. Frau Behnemann

      Doch, doch, kurzfristiges falsches Parken ist in Ahrensburg durchaus möglich. Sie müssen nur mit einem Knöllchen rechnen. Ob der Bürgermeister auch ein Knöllchen für sein Tun bekommt, das entscheidet die SPD insofern, indem sie sich bei der kommenden BM-Wahl nicht mehr hinter ihn stellt.

  2. Hermann Jochen Lange

    Der vom Blogvater geschilderte Umstand würde ins „Ahrensburger System“ passen:
    Bereits die damalige SPD-Bürgermeisterin U. Pepper hat den externen Gutachter „urbanus“, Herrn Luft, beauftragt (und mit Steuergeld bezahlt) – ihren selbst geplanten Verstoß gegen § 31 BauGB nachzuweisen – aus taktischen Gründen – in der „Rampengasse“ – von mir in diesem Blog vielfach im Detail vorgestellt (Beschlussvorlage Nr. 2008/106/1 / „Federführend: Frau Kirchgeorg“).

    Und Hallo „Ketzer“:
    Es halten alle (gemeinten) Leute in Verwaltung und Politik still, weil niemand der mitspielenden Teilnehmer zuerst rufen will:
    Der Kaiser hat ja gar keine Neuen Kleider an, er tut nur so als ob !
    Der erste Rufer wäre der erste Nestbeschmutzer.
    Er wüsste, dass er alles verlieren würde und mindestens die Stadt verlassen müsste.
    Über die Frage nach den stillhaltenden Bürgern mögen andere spekulieren.
    Und dann soll es da auch noch einen „Bürgervorsteher“ geben ?
    Aber auch der tut wohl nur so als ob. Denn er spielt ebenfalls mit.
    HJL

  3. Der Spatz vom Rathausdach

    Hallo Herr Dzubilla!

    Ich kann Ihnen mitteilen: Michael S. is not amused über Ihren Blog-Eintrag. Und wenn Stadtjustiziar Thomas Reich wieder zurück ist aus seinem Urlaub, dann wird er hier bestimmt einen geharnischten Kommentar i. A. des Bürgermeisters abgeben – oder auch nicht. Meinungsfreiheit, so denkt unser Bürgermeister, hat ihre Grenzen, wenn sich die Meinung gegen den Bürgermeister richtet. Hacken Sie nur weiter auf den Herrn Kienel herum, aber nicht auf dessen Chef Sarach, sonst entzieht der Bürgermeister Ihnen womöglich noch die Bürgerrechte in Ahrensburg 😉 .

    Mit freundlichen Grüßen vom Rathausdach
    Ihr Spatz

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