Jeden Tag 200 Euro für die Brücke im Tunneltal…?

Mathematik war nie meine starke Seite, aber ein bisschen rechnen kann ich schon. Ob man allerdings im Bauamt der Stadt Ahrensburg richtig rechnen kann, wage ich zu bezweifeln. Denn heute lese ich in der Stormarn-Beilage, dass die Brücke im Tunneltal, deren Sanierung im vergangenen Jahr noch rund 400.000 Euro kosten sollte, nun für die doppelte Summe restauriert werden müsste.

Bildschirmfoto 2014-11-12 um 10.33.22Da frage ich mich: Wer hat die Summe im vergangenen Jahr errechnet, wer in diesem Jahr? Und was ist in den letzten zwölf Monaten passiert, dass sich die Kosten verdoppelt haben…?

Und noch etwas: Die Brücke, so lese ich, wurde im Jahr 2002 „umfassend saniert“. Also vor 12 Jahren. Da stellt sich mir die Frage: Wenn die Brücke jetzt für rund 840.000 Euro wieder umfassend saniert wird – hält das dann auch nur 12 Jahre vor? Dann würde die Brücke nämlich pro Jahr 72.000 Euro kosten oder monatlich 6.000 Euro. Oder: An jedem Tag kostet die Brücke im Tunneltal rund 200 Euro.

Oder sind die neuen Baustoffe besser, sodass die Brücke vielleicht doppelt so lange, also  24 Jahre hält, womit sich die täglichen Kosten auf 100 Euro beschränken würden…?

Oder habe ich einen Rechenfehler gemacht, Herr Bürgermeister…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. November 2014

9 Gedanken zu „Jeden Tag 200 Euro für die Brücke im Tunneltal…?

  1. Observator

    Wenn die Brücke nach Fertigstellung 24 Jahre hält und pro Monat 100 Euro kostet, und wenn pro Jahr im Durchschnitt täglich zehn Menschen über diese Brücke gehen, dann kostet das pro Brückenübergang = 10 Euro. Diese Kosten würden sich erheblich reduzieren lassen, wenn der Lümmellauf vielleicht drei- oder viermal pro Jahr über die Brücke gehen würde. 😉

    PS: Hat eigentlich schon mal jemand an eine Hochseilbrücke gedacht?

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    Sie können schon ganz gut rechnen. Als ich heute Morgen die Stormarn-Beilage las, habe ich wieder gedacht, dass die Verantworlichen (Bauamt, Politik und Presse) wieder ein ganzes Jahr nicht vor Ort waren und sich diesen Laufsteg (Ponton-Brücke) angesehen haben (Ich hatte diesbezüglich bei Ihnen, bei der WAB und in Leserbriefen geschrieben, was dort vor Ort tatsächlich los ist.). Die sind also alle auf beiden Augen blind und unwissend. Sonst könnte nicht in der Zeitung stehen: „2002 wurde die Brücke zuletzt umfassend saniert, da das Holz aufgrund des Wechsels zwischen Nässe und Trockenheit schneller morsch wird als üblich.“ Wer das geschrieben hat, hat keinerlei Ahnung. Frau Frenzel und Frau Jaklitsch sind mit Sicherheit keine Sachverständige. Die machen nur in der Reedaktion in Papier und waren mit Sicherheit bis heute nicht so richtig auf dem Mororwanderweg bis auf Frau Jaklisch, die dort einen Wanderer abgefangen hat. Und auf ihrem Foto ist doch die Brücke in einem einwandfreien Zustand. Oder ist er es dort etwa nicht??????????
    Ich wiederhole mich: Diese Brücke ist eine Ponton-Schwimmbrücke. Die Schwimmer, auf denen diese Brücke ruht, bestehen aus abgedichteten KG-Rohren. Entweder sind die Abdichtungen mangelhaft oder jemand hat die Rohre beschädigt. Einige Rohre haben jedenfalls Wasser gezogen, damit Auftrieb verloren und sind deshalb teils links und teils rechts der Brücke so tief abgesackt, dass dort einige Bohlen der Lauffläche seit Jahren im Wasser liegen und deshalb verfaulen. Das hat überhaupt nichts mit wechselnder Luftfeuchtigkeit zu tun. Das Geländer ist beidseitig noch für viele Jahre in Ordnung. Die Bohlen auf dem Steg sind zu ca. 80 % in Ordnung.
    Wenn nun das Technischen Hilfswerk (THW) oder die Freiwilligen Feuerwehren in freiwilliger Eigenleistung kommen würden, die vollgelaufenen KG-Rohre auspumpen und mit Bauschaum oder anderen Wasserverdrängungsmitteln ausschäumen würden und die anderen Rohre ebenso behandeln würden, hätten wir wieder einen funktionsfähigen Moorwanderweg. Es müssten nur einige Bohlen ausgewechselt werden. Ich baue ja auch kein neues Haus, wenn ich Moos auf dem Dach habe. Aber unsere Verwaltung ist ja sooo beweglich und so schlau……… Sie wird ihr Gedankengut fürr den Bürger sehr teuer bei den Politikern durchsetzen oder unser Moorwanderweg wird abgebrochen worden. Wen interessiert das……?
    Und wenn das THW und die Freiwilligen Feuerwehren dort tatsächlich erfolgreich Einsatz zeigen, hätte ich auch keine Einwände zu der Bezuschussung für deren Jahresendfeier 2014 aus unserer Stadtkasse.
    Auch ich würde mithelfen, wenn man mich darum bittet. Vielleicht macht Herr Sarach und der eine oder andere Politiker ja auch mit. Und die StV-Damen könnten in meinem Riesenkessel unter meinem Dreibein für alle eine Gulaschsuppe köcheln.
    Mit zornigen Grüßen
    Wolfgang König

  3. Hermann Jochen Lange

    Ich stimme Herrn König zu:
    Die Angelegenheit wird noch rätselhafter, sofern man a) die im Rathaus erdachte Konstruktion betrachtet und b) der Bürger dafür alternative Kosten-Angebote vorlegen würde.
    Zum Vergleich:
    Für „840.000“ Euro kann man bei mir zwei komplette Einfamilienwohnhäuser bestellen.
    Oder: Das grottenschlecht verlegte, aber supertolle Granitpflaster in der „Rampengasse“ hat genau so viel gekostet : Ein niemand-weiß-wo-ist-das-Geld-geblieben-Grab.
    HJL

  4. Sabine Heinrich

    Ich würde das so gern verstehen – kann ich aber nicht! Hier hat sich also schon am „Grünen Tisch“ eine vorhersehbare Verdoppelung der Kosten (innerhalb eines (!) Jahres ) von ca. 100% ergeben – ohne dass auch nur ein Balken ausgetauscht wurde.
    Wer kann mir das erklären?
    Vielleicht ist ja doch nur jemand beim Berechnen der Kosten aus Versehen mit einem Finger auf der falschen Taste gelandet. Oder hat DM mit € verwechselt – passiert mir auch noch manchmal. Kann einem 50er+ schon mal passieren.
    Ansonsten drängt sich mir der unangenehme Gedanke auf, dass die Kosten auf einmal so hoch angesiedelt werden, damit aus Gewissens- oder anderen Gründen der Restaurierung der Brücke von einer Mehrzahl der Politiker nicht zugestimmt wird. Für dadurch frei gewordene Gelder dürfte sich immer noch ein Plätzchen finden…
    Nun ja – besser jetzt von einer Kostenverdoppelung erfahren als andere leidgeprüfte Steuerzahler, die erst während der Entwicklung eines Projektes erfahren durften, dass sie verar – nein – an der Nase herumgeführt wurden…
    Ich bitte um Klarstellung von Seiten des Rathauses und wüsste auch gern, ob man als Stormarnerin in die Kostenvoranschläge Einsicht nehmen darf.

  5. Uwe John

    Liebe Frau Heinrich, wenn ich weiß, warum der Berliner Flughafen ein „Groschengrab“ geworden ist, dann kann ich Ihnen auch erklären, warum die Brücke in Ahrensburg so teuer wird. Grüße Uwe John.

    1. Frau Behnemann

      Nein, Herr John, Ihr Vergleich hinkt. Denn was im Tunneltal fliegt und landet, das sind gar keine Flugzeuge. Sondern Libellen. Und wie kommen Sie auf „Groschengrab“? In Berlin wurden bereits Millionen versenkt, aber nicht Groschen, sondern – sehen Sie selber: http://www.flughafen-berlin-kosten.de/ Dazu wird Sarach mindestens noch eine Amtszeit benötigen….. 🙁

      1. Sabine Heinrich

        „Groschengrab“ bedeutet u.A. – laut DUDEN online – auch „etwas, wofür (ständig) viel Geld vergeudet wird“, hat also nichts mit dem ursprünglichen Geldwert zu tun.
        Insofern sind z.B. Elbphilharmonie und der neue Berliner Flughafen BER Groschengräber. In Ahrensburg gibt es sicher auch einige – da fällt bestimmt jedem etwas ein…

  6. Uwe John

    Nein Frau Behnemann, der Vergleich hinkt nicht. Beides sind staatliche Bauten. Nur die Dimensionen sind andere. Und wenn Sie mein „Groschengrab“ monieren, so beachten Sie die „Gänsefüßchen“. Gruß Uwe John

  7. Hermann Jochen Lange

    Das Erkennen eines „Groschengrabes“ ist die eine Seite.
    Zugleich drängt sich immer die Frage auf,
    wer drunter steht, die „Groschen“ auffängt
    und unerkannt (oder bekannt) hinweg schleppt.

    Die über die „Groschen“ Entscheidenden wissen meist,
    dass das Fass keinen Boden hat
    und bewilligen doch immer mehr,
    in der Hoffnung, dass hier die Moorbrücke schneller fertig werden möge,
    als das Geld der Steuerzahler versiegt.
    Man nennt so etwas „Sachzwang“.
    HJL

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