Sankt-Johannes-Gemeinde: Der Förderverein übernimmt die Kosten für das Gotteshaus, der Kirchengemeinderat macht das Immobiliengeschäft mit der Stadt

Gestern, so werden Sie es bestimmt der Presse entnommen haben, wollten die Mitglieder des  Fördervereins zur Rettung der Sankt Johannes Kirche darüber abstimmen, ob sie dem Verhandlungsergebnis ihres Vorstandes mit dem Vorstand des Kirchengemeinderates zustimmen wollen oder nicht.

Rembrandt: Immobiliengeschäfte in der Kirche

Rembrandt: Immobiliengeschäfte der Kirche in Ahrensburg (frei interpretiert)

Um es vorweg zu sagen: Ich habe zwar vernommen, dass die Mitglieder des Fördervereins nach kontroverser Diskussion letztendlich zugestimmt haben: ich weiß aber nicht, zu was sie de facto zugestimmt haben. Denn über allem liegt ein Schweigegelübde, wie wir das auch von Ärzten genauso kennen wie von den Hohepriestern der Kirche. Aus diesem Grunde erlaubt sich der Prophet Harald seine unmaßgebliche Meinung zu äußern und also lautend:

Die Kirchenfürsten werden heilfroh sein, dass sie die Kosten für das Gotteshaus samt Bauzaun nicht mehr an der Backe haben, sondern dafür willige Sponsoren gefunden haben. Denn eines mussten Fehrs, Buhl & Co erkennen: Verkaufen hätten sie das Gotteshaus nur schwerlich können. Als Moschee wäre es ungeeignet; und Jehovas Zeugen predigen in bescheidenem Tempel, den sie Königreichssaal nennen. Und als Kino wäre das Gebäude zwar möglich, würde aber den Zorn der Gemeinde schüren und weitere Proteste zur Folge haben. Also Abriss des Gotteshauses und Veräußerung des geräumten Grundstücks…?

Ne, das ginge auch nicht so einfach. Da ist der Denkmalschutz. Auch, wenn die Kirche meint, sich mit eigenen Gesetzen über emsprechende Gesetze unseres Landes hinwegsetzen zu können, so könnten sich durch Klagen von Gemeindemitgliedern erhebliche Streitigkeiten vor Gerichten ergeben, die Jahre dauern und das Problem nur verschieben und womöglich noch verschlimmern würden.

Inzwischen zeigte die Stadt Ahrensburg ihr Interesse am Gemeindehaus, wo man eine Kita unterbringen möchte. Und da besannen sich die Hohepriester der Kirche wieder ihrer Immobiliengeschäfte und sagten sich: „Halleluja – wir lassen die Kosten für das Gotteshaus von den Sponsoren zahlen und verdienen neues Geld durch Vermietung der Immobilie Gemeindehaus!“

Und genau das zeigt, dass der Förderkreis sich über die Ohren hat hauen lassen. Denn: Das Gemeindehaus war ja eigentlich ein überaus wichtiges Thema! Hier spielte sich doch das Leben der Gemeinde ab, hier war die Begegnungsstätte der Alten und der Kindergarten der Jüngsten. Und Adventsmärkte und Übungsstätte der Kantorei und und und.

Und nun? Nun darf der Förderverein vermutlich nur die Toiletten im Gemeindehaus benutzen, um bei Veranstaltungen im Kirchengebäude keine Dixi-Klos vor die Tür stellen zu müssen.

Soweit meine persönliche Vermutung. Wer anderer Meinung ist, der werfe den ersten Stein, will meinen, der schreibe den ersten Kommentar!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. März 2014

5 Gedanken zu „Sankt-Johannes-Gemeinde: Der Förderverein übernimmt die Kosten für das Gotteshaus, der Kirchengemeinderat macht das Immobiliengeschäft mit der Stadt

  1. Martens

    Wenn es stimmt, dass Propst Buhl zu Ostern in St. Johannes predigt, die er mit einem Bauzaun verrammeln ließ, dann falle ich vom Glauben ab! Soviel Schmerzlosigkeit werden die Schäfchen vom Förderverein ja wohl nicht erdulden, um dort hinzugehen, oder???

    1. Sabine Heinrich

      Wie ich heute der Stormarnbeilage des HA entnahm, ist es tatsächlich so: Herr Buhl besitzt die Dreistigkeit, den Ostergottesdienst zusammen mit Herrn Pastor Bruns zu bestreiten!!!
      Für mich ist es damit unmöglich geworden, an dem eigentlich erfreulichen Ereignis der Kirchenwiedereröffnung teilzunehmen.
      Es wäre ein Zeichen für ihn und die übrige Ahrensburger Pastorenschaft, wenn möglichst viele Menschen durch ihre Abwesenheit deutlich machen würden, dass sie nicht gewillt sind, sich den Worten von Pastoren, die sich unchristlich und unmenschlich verhalten haben, auszusetzen.
      Ich hoffe, dass der Förderverein auf Herrn Buhl einwirkt – es zumindest versucht – dass er Ostern zu Hause bleibt und so der Gemeinde einen fröhlichen Gottesdienst ermöglicht!
      Es komme mir jetzt bitte niemand mit dem Begriff „Versöhnung“!

  2. Herr P aus A

    Spannend ist doch sowieso wie die Kirchen zu damaligen Zeiten an Ihre Gruntücke gekommen sind:
    Sie wurden den Kirchen geschenkt!

    Wenn die Kirche wirklich einen hauch von ehrgefühl hätte, würde sie der Stadt dieses Grundstükc mit bebauung schenken und nicht profit damit machen wollen.

  3. Hermann Jochen Lange

    Wir 13.000 nicht organisierten Mitglieder der ev.-luth. Kirchengemeinde Ahrensburg stehen mal wieder sprachlos vor der extremen Wandlungsfähigkeit – der von uns nicht gewählten Kirchenvertreter. Sie haben vor etwa einem Jahr über unsere Köpfe hinweg einen Antrag auf „Enwidmung'“ der St. Johanneskirche an die Kirchenleitung gestellt und dann das Kirchengebäude kurzerhand zugeschlossen. Basta.

    Warum jetzt plötzlich das Wiederaufschließen der Kirche ? Das Wieder-Ingangsetzen der Glocken ? Das Abbauen eines Bauzauns, der wen oder was vor wen oder was auch immer schützen sollte ? Warum die plötzliche Hoffnung der wieder einmal entlarvten Kirchenvertreter, entlarvende Fernsehkameras abhalten zu können?

    Wir nicht organisierten und nicht-infomierten 13.000 Gemeindemitglieder müssen bis auf weiteres davon ausgehen, dass kluge Leute in den oberen Kirchenleitungsetagen – oberhalb der Propstebene – den Entwidmungsantrag wegen Unbegründetheit schlicht abgelehnt haben. Dem Kirchengemeinderat – samt Propst Buhl – blieb gar nichts anderes übrig als das zu tun, was sie bereits im Mai 2013 der Presse gegenüber als Lösungsmöglichkeit vorgestellt und offenbar jetzt plötzlich mit dem Förderverein vereinbart haben – geheim – (ich bin versucht hinzuzufügen: selbstverständlich geheim – – – )

    Leider gibt es in der Sache St. Johannes zahlreiche weitere „Gräben“, die noch auf Jahre hinaus nicht zugeschüttet werden können. Dazu gehört zuerst die gefühlte und nachgewiesene Unglaubwürdigkeit der Pastorenschaft – samt Propst – und des Kirchengemeinderates. Er agiert ab Dezember 2014 ohne demokratisch begründetes Mandat der Mitglieder, legt den Mitgliedern ungerührt Haushalts-Attrappen vor, und denkt offenbar weiterhin nicht daran, die skandalöse Immobilienpolitik aufzugeben usw. usw. usw.
    Und damit wir es nicht vergessen: War da nicht auch noch eine weitere, seit Jahren ungeklärte Problematik – da unten am Kirchsaal Hagen ? Seit Jahren und weiterhin steht dort eine von der Pastorenschaft geschnittene Mahnwache ! Und welchem Zweck diente noch mal das „Haus der Kirche“ Gartenholz ? Keiner weiß das so genau. Zumindest wurden dafür Gartenpflegekosten in den Haushaltsentwurf eingestellt – „… und das merkt ja auch keiner !“ (H. Scheibner).

    Hermann Jochen Lange, Ammersbek

  4. Sabine Heinrich

    Meine Fragen haben mit Ihrem Thema nur ganz am Rande zu tun, dennoch kann sie mir vielleicht jemand beantworten:
    War bei der 2. Verhandlungsrunde Pastor Bruns dabei (was m.W. vorgesehen war), oder wurde er wieder ausgeschaltet (Erpressung des Fördervereins)?
    War er bei der Mitgliederversammlung dabei?
    Ist es tatsächlich denkbar, dass die Mitglieder der Pastorenschaft, die emsig bestrebt waren, St. Johannes für immer zu schließen, demnächst dort Gottesdienste abhalten?
    Aber ich will mal an das Gute im Menschen glauben bzw. daran, dass es noch so etwas wie Anstand gibt und sie verzichten freiwillig darauf, in St. Johannes zu predigen. Wer sollte da auch hingehen? Da müsste wohl ein Zubringerdienst eingerichtet werden, um die Mitglieder z.B. der Schloßkirche zu St. Johannes zu karren.
    Vielleicht kommt dann endlich Pastor Bruns zum Zuge.

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