Linke Betrachtung in der Stormarn-Beilage

Heute berichtet die Stormarn-Beilage über die Veranstaltung im Marstall mit Egon Bahr, interviewt von Ursula Pepper. Dabei erfährt der Leser mehr über Egon Bahr als über Willy Brandt. Wie zum Beispiel…

Von rechts nach links: Willy Brandt, Egon Bahr, Harald Dzubilla

V.r.n.l.: Willy Brandt, Egon Bahr, Harald Dzubilla

“…dass Bahr die Linke ‘sehr interessant findet’, dass ‘Gregor Gysi ein intelligenter Mann mit viel Humor ist’ und dass er selbst, ‘im Alter immer linker geworden ist’.” 

Was in meinen Augen beweist, dass der Mensch zwar älter aber dadurch noch lange nicht weiser wird, sondern im Gegenteil. Und die Stormarn-Beilage schreibt: “Während Bahr über die Verhandlungen spricht, lauschen fast alle Besucher im Ahrensburger Marstall andächtig – bis auf wenige Grüppchen, die nach etwa 70 Minuten gelebter Zeitgeschichte aus dem Saal huschen. Nach und nach und die Helfer aber im Marstall damit ziemlich auf Trab halten.”

Bemerkenswert finde ich einen Meinungsbeitrag, der von der Stormarn-Beilage daneben veröffentlicht wird. Zwar ist es gut, wenn eine Zeitung die Meinungen von Bürgern veröffentlicht und nicht unterdrückt, aber es ist schon erschreckend für mich, was Frau Monika F. (64) dort von sich gibt, nämlich: “Es ist etwa bedauerlich, dass einige Errungenschaften aus der DDR nicht übernommen wurden. Beispielsweise die vorbildliche Kinderbetreuung und dass auch Lehrer in die Pflicht genommen wurden, wenn die Schüler schlecht waren.“

Mit solchen Gedanken über die DDR-Diktatur ließen sich auch “positive” Gedanken aus der Zeit der Hitler-Diktatur finden – siehe Eva Herman, über die sich das “Hamburger Abendblatt” damals aufgeregt hat. Wenn eine Zeitung im Jahre 2013 abdruckt, dass es in der DDR eine “vorbildliche Kinderbetreuung” gegeben hat, dann hat die Redaktion die Grausamkeiten dieses unmenschlichen Regimes bis heute nicht begriffen, wo die Kinder politisch (!!!) betreut, sprich: manipuliert wurden. Oder um es drastisch zu sagen: Wenn die von der DDR betreuten veruntreuten Kinder es gewagt hätten, über Mauer und Stacheldraht hinweg zu ihren Angehörigen in den Westen zu kommen, dann, Frau Monika F., wären sie kaltblütig erschossen worden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. November 2013

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