Der durchschnittliche Unfug der Statistiker

Heute steckte kein Hamburger Abendblatt in meiner Zeitungsrolle und damit auch keine Stormarn-Beilage. Aber der Leser, der über einen Internet-Anschluss verfügt und sein Abonnement Bildschirmfoto 2013-09-30 um 07.13.21bezahlt hat, der kann ja online lesen. Das habe ich auch getan. Und gleich auf der Titelseite erfahren, wie die Stormarner leben: „Der durchschnittliche Einwohner ist weiblich, verheiratet, evangelisch und angestellt.“ Wozu ich ergänze: Und im Himmel über Stormarn ist Jahrmarkt, und der durchschnittliche Engel ist ein Mann und angestellt!

Sie kennen die Steigerung von Lüge? Lüge, Meineid, Statistik. Und Statistik bedeutet: Wenn sich in einem Zimmer sechs Personen befinden im Alter von 98, 87, 12, 6, 4, und 3 Jahren, dann sind die Personen in diesem Raum im Durchschnitt 35 Jahre alt.

Männer gibt es im Kreise Stormarn nicht. Jedenfalls keine durchschnittlichen. Und ich weiß jetzt auch, warum ich heute keine Stormarn-Beilage bekommen habe: Die Redaktion muss das verhindert haben, weil sie hoffte, damit auch diesen meinen Beitrag verhindern zu können. Denn die Darstellung des “durchschnittlichen Bürgers” ist flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. September 2013

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